Der Bildungsauftrag von Museen. Entwicklung und Aufgaben der Museumspädagogik


Hausarbeit, 2015

18 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die Entwicklung der Museumspädagogik

3 Bildungsauftrag der Museen und Museumspädagogik

4 Der Museumspädagoge
4.1 Aufgaben der Museumspädagogen und notwendige Fähigkeiten.

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Ein Museum ist ein Ort, der Menschen und Dinge zusammenbringen soll. Es ist ein Bewahrungsort kulturellen Erbes. Museen haben eine kulturel- le, historische und gesellschaftliche Bestimmung. Eine wichtige Aufgabe des Museums ist die Präsentation der Exponate. Diese müssen im Mu- seum so angeordnet sein, dass sie etwas vermitteln. Hier kommt die Mu- seumspädagogik zu tragen, die diese Vermittlung durch Museumspäda- gogen sprachlich unterstützt und hervorhebt. Das Ziel hierbei ist die Bil- dungsvermittlung.

In dieser Hausarbeit soll speziell auf den Bildungsauftrag und die Muse- umspädagogen eingegangen werden. Die Museumspädagogen sind das Sprachrohr der Museumspädagogik in Hinblick auf den Bildungsauftrag. Es sollen Herausforderungen, Eigenschaften und Zuständigkeiten ange- führt werden.

So soll die Entwicklung der Museumspädagogik als Einführung in das Thema dienen. Daraufhin wird auf den Bildungsauftrag der Museen und der Museumspädagogik eingegangen, welches das Ziel der Museumspädagogik ist. Weiterhin wird der Beruf des Museumspädagogen erklärt. Durch seine Position als sprachlicher Vermittler spielt er eine wichtige Rolle in diesem Themengebiet. Zum Schluss werden die Kernergebnisse und abschließende Worte angeführt.

2 Die Entwicklung der Museumspädagogik

Die Museumspädagogik stellt sich aus der sprachlichen Vermittlung und der Erziehung zum Museum hin zusammen.1 Sie wird in allen musealen Prozessen von Beginn an mit einbezogen, sodass sie die Besucher in jeglichen Bildungsprozessen unterstützt.2

In den Qualitätskriterien wird museumspädagogisches Handeln folgendermaßen definiert:

„Vermittlungsarbeit im Museum gestaltet den Dialog zwischen den Besuchern und den Objekten und Inhalten in Museen und Ausstellungen. Sie veranschaulicht Inhalte, wirft Fragen auf, provoziert, stimuliert und eröffnet neue Horizonte.

Sie richtet sich an alle Besucher/innen und versetzt sie in die Lage, in vielfältiger Weise vom Museum und seinen Inhalten zu profitieren, das Museum als Wissensspeicher und Erlebnisort selbständig zu nutzen und zu reflektieren.

Vermittlungsarbeit ist integraler Bestandteil der Institution Museum und realisiert maßgeblich und nachhaltig ihren Bildungsauftrag.“3

Um zum historischen Ursprung der Museumspädagogik zu gelangen, muss man auf die 60er-70er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückgehen, da sich zu dieser Zeit erst die Ansätze der Reformpädagogen von 1920 durchsetzten. Die Gründe hierfür waren unter anderem die Zeit des Nati- onalsozialismus, in der die Museumspädagogik als unwichtig betrachtet und sie für rassistische Machenschaften ausgenutzt wurde. Mit der Auf- bruchsstimmung durch die Reformpädagogen um 1968 wurde auch ein neues Verständnis für das Museum gefordert, nämlich das Museum als Lernort zu etablieren.

1971 klärte die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf, dass Museen wichtig für die Kultur, die Schule und die Freizeit seien und somit auch für bildungsferne Schichten zugänglich gemacht werden sollen. Im Vergleich zu anderen Ländern verzögerte sich Deutschland bei dieser Umsetzung, wodurch es zum „Acht-Punkte-Sofortprogramm“4 kam. Hier wurden sowohl die Einrichtung eines zentralen Forschungsinstituts für Museumsmethodik und Untersuchungen zu Öffentlichkeit und Museen gefordert als auch die Einführung des Berufs und der Arbeitsplätze der Museumspädagogen seitens des deutschen Museumsbundes. Außer- dem sollte eine enge Zusammenarbeit mit Schulen hergestellt werden. Mit der Zeit öffneten sich die Museen allen Bildungsschichten. Nach und nach wurden zahlreiche museumspädagogische Zentren ge- gründet, deren Aufgabe es war von einem zentralen Ort aus die Museen einer Stadt pädagogisch zu erfassen und sie mit Angeboten und anderen Hilfen zu unterstützen.

Auch freie kunst- und kulturpädagogische Verbände unterstützten Muse- en. Sie brachten Kindern und Jugendlichen aus unkultivierten Kreisen Bildung durch diese Einrichtungen auf spielerischer Weise nahe. Dadurch gewann die Museumspädagogik, die eher einen schulischen Charakter hatte, neue Reize. Eine weitere Veränderung der Muse- umspädagogik entwickelte sich aus der Errichtung der sieben regionalen Landesarbeitskreise für Museumspädagogik und des Bundesverbandes Museumspädagogik. Hier richteten sich die Museen nach den Zentren und die Museen wurden nach örtlichen aktuellen Anlässen eingerichtet.5 Museen stehen in Konkurrenz um die Besucher zueinander, wodurch sie durch Neubauten, Sonderausstellungen, Spezialisierungen und Differen- zierungen versuchen, noch mehr Besucher für sich zu gewinnen. Man kann sagen, dass durch diesen Wettstreit eine Art Kulturmarkt entstan- den ist. Dadurch wird die Museumspädagogik immer bedeutender.6

In diesem kulturellen Wettbewerb, der sich in den letzten Jahren noch verschärft hat, mischen nun auch staatliche und kommunale Unterneh- men mit.

Um die Konkurrenz auszuschalten, versucht das Museum moderner zu werden und somit mehr Besucher anzulocken. Im Klartext heißt dies, dass die Museumspädagogik die Vorteile des Marketings wahrnimmt und umsetzt. So sind viele Museen bunt gestaltet und vermitteln ihr Ausstel- lungen und Werke durch Audioguides und Filme. Um weitere Besucher für sich zu gewinnen, wird viel Besucherforschungen betrieben und es werden zielgruppenorientierte Veranstaltungen angeboten.

Um Marketing aber wirklich umsetzen zu können, ist es darüber hinaus wichtig, dass das Museum gut erreichbar ist, z.B. telefonisch oder per In- ternet. Denn somit ist sichergestellt, dass sowohl Besucher als auch po- tentielle Kooperationspartner schnell mit dem Museum in Kontakt treten können. Außerdem muss es seine Kunden auf dem neusten Stand halten können, z.B. durch eine Homepage. Ein gutes Buchungssytem ist hierbei unabdingbar, denn die Kunden planen ihren Museumsbesuch meistens im Voraus.7 So können sich diese - insbesondere Schulen - auf den Museumsbesuch einstellen. Weiterhin ist dies auch ein Vorteil für die Museumspädagogen, damit diese die Anzahl der Besucher organisieren können. Dies steigert gleichzeitig die Qualität der Führung, da die gesamte Organisation im Voraus geplant werden kann.

Zum Marketing gehört auch das Zusammenspiel zwischen dem Museum und anderen Institutionen. So konnte unter anderem durch die Förderung der Kulturpolitik die Kooperation zwischen Museumsverbänden und Museumspädagogen ermöglicht werden.

Durch weitere Kooperation zwischen Museumspädagogen und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jungendbildung, dem Deutschen Museumsbund und ICOM8 gewann die Museumspädagogik mehr an positiver, öffentlicher Anerkennung und Bedeutung. Dies machte nicht zuletzt die Arbeitsqualität der Museumspädagogen und deren Interesse an den Besucherwünschen aus.

Weitere Kooperationen - vor allem museale und kulturelle Wettbewerbe in Schulen, Jugendgruppen und kulturellen Institutionen - verbesserten sowohl die Stellung der Museumspädagogik als auch die Zusammenar- beit zwischen Schulen und anderen Institutionen mit dem Museum.9 Denn durch diese Kooperationen trat die Museumspädagogik öfter in den Vordergrund.

3 Bildungsauftrag der Museen und Museumspädagogik

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der museumspädagogische Bildungsauftrag aufgrund der Fokussierung auf den Wiederaufbau der Museen vernachlässigt.

[...]


1 Vgl. http://www.rammelsberg.de/index.php?s=35&m=91&l=de.

2 Vgl.

http://www.museumspaedagogik.org/fileadmin/user_upload/bund/PDF/2_9_1_1_Qualitaetskriter ien_Museen_2008.pdf.

3 http://www.museumspaedagogik.org/fileadmin/user_upload/bund/PDF/2_9_1_1_Qualitaetskriter ien_Museen_2008.pdf.

4 Vgl. Peter Kolb: Das Museum als Bildungsstätte und die Geschichte der Museumspädagogik in Deutschland, Wochenschauverlag, Schwalbach/ Ts., 2014, S. 22.

5 Vgl. Ebd., S. 20ff.

6 Vgl. Alfred Czech: Das Museum als Bildungsstätte und die Geschichte der Museumspädagogik in Deutschland, Wochenschauverlag, Schwalbach/ Ts., 2014, S. 34.

7 Vgl. Ebd., S. 28ff.

8 Dies ist der Internationaler Museumsrat, der Vorgaben für die Museumsarbeit konzipiert; mehr Infos auf der Homepage: http://www.icom-deutschland.de/.

9 Vgl. Alfred Czech: Das Museum als Bildungsstätte und die Geschichte der Museumspädagogik in Deutschland, Wochenschauverlag, Schwalbach/ Ts., 2014, S. 34f.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Bildungsauftrag von Museen. Entwicklung und Aufgaben der Museumspädagogik
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,7
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V309789
ISBN (eBook)
9783668082168
ISBN (Buch)
9783668082175
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
museumspädagogik, welche, ziele
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Anonym, 2015, Der Bildungsauftrag von Museen. Entwicklung und Aufgaben der Museumspädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309789

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