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Die Sprache der Soldaten

Title: Die Sprache der Soldaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Johannes Keil (Author)

German Studies - Linguistics
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Einleitung

Die Militärsprache der Armeen der Welt lässt sich in eine offizielle Kommando- und Befehlssprache und eine inoffizielle, außerdienstliche Soldatensprache unterteilen. Die offizielle Variante ist geprägt von Eindeutigkeit, Prägnanz, Genauigkeit aber auch von tarnsprachlichen Elementen. Die inoffizielle Sprache der Soldaten ist rau und spöttisch und sie symbolisiert die Flucht aus dem Dienstalltag. Sie zeigt eine andere Seite des Soldatendaseins, ohne Pflichtbewusstsein und Gehorsam gegenüber der staatlichen Autorität, im Gegenteil: mit Hilfe der Sprache lehnen sich die Soldaten heimlich gegen ihre Ausbilder und Vorgesetzten auf und verarbeiten auf diese Weise ihre selten als angenehm empfundene Zeit des Wehrdienstes. Innerhalb dieser Ausarbeitung soll aufgezeigt werden, inwiefern es eine inoffizielle Sprache der Soldaten gibt, wie sie sich darstellt und welche Funktionen sie hat. Des weiteren soll der Versuch eines Vergleiches der Soldatensprache der beiden deutschen Staaten gemacht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Soldaten und ihre Sprache

3.1 Sprachliche Sozialisation der Soldaten

3.2 Charakteristika der Sprache

4. Die Sprache der Soldaten der DDR

4.1 Sozialisation der NVA-Soldaten

4.2 Charakteristika und Beispiele der NVA-Soldatensprache

5. Sprache der Soldaten der BRD - Sprachliche Sozialisation, Charakteristika und Beispiele

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die inoffizielle Sprache der Soldaten in der DDR und der BRD, um deren Funktionen als Kompensationsmittel für den militärischen Alltag sowie als soziolinguistisches Phänomen aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie sich der Soldatenjargon aus der Zwangssituation des Wehrdienstes herausbildet, welche Rolle Hierarchien spielen und wie sich die soldatische Ausdrucksweise in beiden deutschen Staaten vergleichend darstellt.

  • Untersuchung der sprachlichen Sozialisation im militärischen Umfeld
  • Analyse der Funktionen von Soldatensprache als Ausdruck von Frustration und Identifikation
  • Gegenüberstellung der inoffiziellen Soldatensprache in NVA und Bundeswehr
  • Identifikation von Wortbildungsmustern und Kompensationsmechanismen
  • Evaluation des Einflusses externer Faktoren wie politisches System und Fremdsprachen

Auszug aus dem Buch

Die Sprache der Soldaten der DDR

Der Forschung über die inoffizielle Ausdrucksweise der NVA-Soldaten hat sich in der DDR lediglich Hans HERTEL 1961 in einem „bescheidenen Versuch“ angenommen. Dass es zu keiner umfangreicheren Beschäftigung kam, lag an der Befürchtung, dass durch „eine sprachwissenschaftliche, vielleicht sogar soziolinguistisch angelegte Untersuchung der DDR-Soldatensprache [...] mit einiger Sicherheit aufgedeckt“ worden wäre, was sich hinter den Kasernenmauern der NVA abspielte,“ was wiederum „im krassen Widerspruch zu den in den Dienstvorschriften postulierten „sozialistischen Beziehungen“ zwischen den Armeeangehörigen stand“.

Auch OSCHLIES bemerkt dazu, dass man innerhalb der DDR-Führung wohl Befürchtungen vor Ergebnissen einer Betrachtung der Soldatensprache bezüglich der Wehrmotivation und Kampfmoral hatte. Dass die Sprache der NVA-Soldaten so derb war, lag vor allem am Zwang der ungeliebten Armee, dem Staat dienen zu müssen, den teilweise sehr strengen Regeln, denen die Soldaten unterlegen waren und der langen Zeit, die sie dienen mussten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die inoffizielle Soldatensprache als Abgrenzung zur militärischen Kommandosprache und skizziert das Ziel der vorliegenden Arbeit.

2. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über bisherige Publikationen zur Soldatensprache vor und nach 1945 und bewertet deren wissenschaftliche Qualität.

3. Soldaten und ihre Sprache: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Soldatenjargons als Mischphänomen und dessen Funktion bei der sozialen Integration.

4. Die Sprache der Soldaten der DDR: Untersucht die spezifischen Bedingungen der NVA, einschließlich der E-Bewegung, und die daraus resultierende derbe Soldatensprache.

5. Sprache der Soldaten der BRD - Sprachliche Sozialisation, Charakteristika und Beispiele: Analysiert die Einflüsse auf die Sprache in der Bundeswehr, wie den „verenglischenden“ Jargon und den Einfluss der Jugendsprache.

6. Zusammenfassung: Fasst die gemeinsamen Muster der Soldatensprache in beiden Systemen zusammen und identifiziert Unterschiede in den externen Einflüssen.

Schlüsselwörter

Soldatensprache, Soldatenjargon, NVA, Bundeswehr, Soziolinguistik, Wehrdienst, Kompensation, Hierarchie, Sprachliche Sozialisation, E-Bewegung, Militärsprache, Jugendsprache, DDR, BRD, Identifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der inoffiziellen, außerdienstlichen Ausdrucksweise von Soldaten in der NVA und der Bundeswehr und betrachtet diese als soziolinguistisches Phänomen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Integration der Soldaten, die Auswirkungen des militärischen Zwangs auf die Sprache sowie die Entstehung von Jargon als Mittel der Frustrationsbewältigung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die inoffizielle Soldatensprache zu definieren, ihre Funktionen zu erläutern und die Soldatensprachen der beiden deutschen Staaten miteinander zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer Werke sowie eigene Interviews mit ehemaligen NVA-Soldaten zur Informationsbeschaffung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen Ausprägungen der Soldatensprache in der DDR und der BRD sowie die sozialen Rahmenbedingungen, unter denen diese entstanden sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Soldatensprache, Soldatenjargon, Soziolinguistik, Wehrdienst, Kompensation und soziale Sozialisation.

Welche Rolle spielt die sogenannte "E-Bewegung" in der NVA?

Die E-Bewegung war ein hierarchisches Ritual unter NVA-Soldaten, das durch die erzwungene Dienstzeit geprägt war und oft in schroffen und erniedrigenden Umgangsformen sowie einer spezifischen Sprache resultierte.

Wie unterscheiden sich die Einflüsse auf die Soldatensprache in BRD und DDR?

Während die Bundeswehrsoldatensprache stark durch den Einfluss des Englischen geprägt war ("Verenglischung"), zeigte sich die NVA-Soldatensprache immun gegenüber fremden Einflüssen und wurzelte stärker in traditionellen deutschen Militärmustern.

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Details

Title
Die Sprache der Soldaten
College
Dresden Technical University
Course
Soziolinguistik
Grade
1,7
Author
Johannes Keil (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V30979
ISBN (eBook)
9783638321235
Language
German
Tags
Sprache Soldaten Soziolinguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Keil (Author), 2004, Die Sprache der Soldaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30979
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