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Zeitungssucht und Zeitungsnutzen. Meinungsbilder zum Zeitungskonsum in der Frühen Neuzeit

Title: Zeitungssucht und Zeitungsnutzen. Meinungsbilder zum Zeitungskonsum in der Frühen Neuzeit

Term Paper , 2015 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Manuel Freudenstein (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die vorliegende Hausarbeit analysiert ausgewählte zeitgenössische Stimmen, die sich für oder gegen das neue Medium aussprechen. Die Entstehungsgeschichte der Zeitung und ihr Nutzen für die frühneuzeitliche Gesellschaft sind ebenfalls Thema dieser Arbeit.

Den Grundstein für die Geschichte der Presse in Deutschland legte Mitte des 15. Jahrhunderts die Erfindung und Mechanisierung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg. Wie kein anderes Ereignis zu dieser Zeit steht der Buchdruck stellvertretend für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und war Voraussetzung für eines der ersten Massenmedien der Menschheitsgeschichte: die regelmäßig erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften. Schon sehr früh befassten sich daher zeitgenössische Akademiker damit das neue Medium auf Nützlichkeit, Wirkung und andere Faktoren hin zu analysieren.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das gedruckte Nachrichtenwesen im 17. Jahrhundert

3. Der Nutzen der Zeitungen aus Sicht Kaspar Stielers und Christian Weises

4. Ahasverus Fritschs Thesen gegen die Zeitungssucht

5. Bewertung und Analyse beider Meinungsbilder

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen – und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die historischen Debatten über den Nutzen und die Gefahren des Zeitungskonsums in der deutschen Frühen Neuzeit, indem sie die Positionen befürwortender Intellektueller wie Kaspar Stieler und Christian Weise dem kritischen, moralisch geprägten Widerstand von Ahasverus Fritsch gegenüberstellt.

  • Entstehung und Charakteristika der frühen Nachrichtenmedien im 17. Jahrhundert
  • Positive Bewertung des Zeitungskonsums als Bildungsinstrument und soziale Notwendigkeit
  • Kritische Streitschriften und die moralische Ablehnung der „Zeitungssucht“
  • Vergleich konträrer Meinungsbilder hinsichtlich ihres sozio-kulturellen Kontextes
  • Historische Kontinuität der Debatten über neue Massenmedien und gesellschaftliche Skepsis

Auszug aus dem Buch

3. Der Nutzen der Zeitungen aus Sicht Kaspar Stielers und Christian Weises

Eine der ältesten und ausführlichsten Schriften zu sämtlichen Facetten rund um das entstandene Pressewesen im 17. Jahrhundert liefert Kaspar Stielers Werk „Zeitungs Lust und Nutz“ von 1695. Stieler besuchte zeit seines Lebens viele Universitäten, studierte unter anderem Theologie, Jura und Medizin, allerdings ohne in einer der genannten Disziplinen einen Abschluss zu erlangen. Er arbeitete ferner als Sekretär am Rudolstädter Hof in Thüringen, wo er sich neben seinen höfischen Pflichten, zu denen auch das tägliche Verlesen der Zeitungen gehörte, der Schriftstellerei widmete. Stielers Abhandlung ist auch deshalb so bedeutsam, da er mitunter direkt auf die rund zwanzig Jahre zuvor erschienene Streitschrift von Ahasverus Fritsch eingeht. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die Tatsache, dass Stieler in seiner circa dreijährigen Zeit am Rudolstädter Hof unter Fritsch gearbeitet hatte, der dort als Hof – und Justizrat tätig war.

Grundsätzlich ist Stieler ein „Zeitungsfreund“ und richtet sich bereits im ersten Kapitel seines Werks konkret gegen jene Zeitungsgegner, die er selbst als „Zeitungsstürmer“ betitelt. Mehrfach betont er den großen Nutzen, den man aus der Zeitungslektüre ziehen kann und verteidigt die Neugier der Menschen als natürlichen Trieb, indem er schreibt: „Alle Menschen verlangen etwas zu wissen und zu erfahren“. Allerdings privilegiert er nicht alle Personen zum Lesen der Nachrichtenblätter. Er wendet sich in seinen Ausführungen an das Bürgertum, welches als solches im 17. Jahrhundert noch nicht existierte aber für Stieler als Sammelbegriff für Gebildete und Bildungssuchende verwendet werden kann. Die Zeitungslektüre sei ihm zu Folge nützlich für all diejenigen die eine gewisse Bildung genossen haben und vertraut waren mit der zeitgenössischen Heraldik, europäischer Geschichte, den Fürstenhäusern, fremden Sprachen und politischen Grundkenntnissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Erfindung des Buchdrucks als Voraussetzung für das Zeitungswesen und führt in die gegensätzlichen zeitgenössischen Positionen von Kaspar Stieler und Ahasverus Fritsch ein.

2. Das gedruckte Nachrichtenwesen im 17. Jahrhundert: Dieses Kapitel erläutert die Genese der periodischen Zeitungen, deren Abgrenzung von den „Neuen Zeitungen“ und deren Bedeutung als neue soziale Institution.

3. Der Nutzen der Zeitungen aus Sicht Kaspar Stielers und Christian Weises: Hier wird dargelegt, warum Stieler und Weise den Zeitungskonsum als Bildungsressource für das Bürgertum verteidigten und welche soziale Rolle sie dem Medium zuschrieben.

4. Ahasverus Fritschs Thesen gegen die Zeitungssucht: Das Kapitel analysiert die Streitschrift von Fritsch, der den Zeitungskonsum als sündhaft und gefährlich für die öffentliche Ordnung ablehnte.

5. Bewertung und Analyse beider Meinungsbilder: Dieser Teil vergleicht die Argumentationslogik beider Seiten und stellt fest, dass die Debatte stark von den jeweiligen gesellschaftlichen Interessen und dem Bildungsstand der Autoren geprägt war.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zieht Parallelen zwischen der historischen „Zeitungssucht“ und heutigen Mediensorgen im Umgang mit digitalen Technologien.

7. Quellen – und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur historischen Medienforschung.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Zeitungswesen, Kaspar Stieler, Ahasverus Fritsch, Zeitungssucht, Mediengeschichte, Nachrichtenkonsum, Pressefreiheit, bürgerliche Öffentlichkeit, Medienrevolution, Zensur, Rezeptionsgeschichte, Massenmedium, Aufklärung, Flugblätter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die öffentliche Wahrnehmung und Debatte über den Konsum von Zeitungen in Deutschland während des 17. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entstehung der periodischen Presse, die moralische Kritik durch konservative Gelehrte und die Aufwertung des Mediums durch liberale Denker.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erörterung und Einordnung der gegensätzlichen Meinungsbilder von Kaspar Stieler/Christian Weise und Ahasverus Fritsch in ihren historischen Kontext.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienhistorische Quellenanalyse, bei der zentrale Streitschriften der Ära interpretiert und miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Nachrichtenwesens, die Analyse der Befürworter des Zeitungskonsums sowie die detaillierte Untersuchung der Thesen gegen die „Zeitungssucht“.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Zeitungssucht, Neophobie, bürgerliche Öffentlichkeit, Nachrichtenwesen, Zensur und Medienrevolution.

Wie begründete Ahasverus Fritsch seine Ablehnung gegenüber Zeitungen?

Fritsch sah im Zeitungskonsum eine Gefahr für Frömmigkeit und gesellschaftliche Ordnung, da er die Menschen von wichtigen Pflichten ablenke und das Risiko der Falschinformation oder des Staatsverrats berge.

Welche moderne Parallele zieht der Autor am Ende der Arbeit?

Der Autor vergleicht die damalige Angst vor der „Zeitungssucht“ mit modernen Debatten über die Nutzung von Smartphones und digitalen Medien, die oft eine ähnliche Polarisierung der Gesellschaft hervorrufen.

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Details

Title
Zeitungssucht und Zeitungsnutzen. Meinungsbilder zum Zeitungskonsum in der Frühen Neuzeit
College
University of Siegen  (Philosophische Fakultät)
Course
"Alteuropäisches Dorfgeschwätz - Sprechen, Schreiben und Schicken in der Vormoderne
Grade
1,7
Author
Manuel Freudenstein (Author)
Publication Year
2015
Pages
13
Catalog Number
V309810
ISBN (eBook)
9783668081369
ISBN (Book)
9783668081376
Language
German
Tags
Neuzeit Mediengeschichte Zeitung Publizistik Pressegeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Freudenstein (Author), 2015, Zeitungssucht und Zeitungsnutzen. Meinungsbilder zum Zeitungskonsum in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309810
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