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Michael E. Bratmans Theorie kollektiver Intentionalität im Kontext anti-reduktionistischer Kritik

Titre: Michael E. Bratmans Theorie kollektiver Intentionalität im Kontext anti-reduktionistischer Kritik

Dossier / Travail , 2015 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dennis Hogger (Auteur)

Philosophie - Divers
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Während sich die analytische Philosophie schon seit Jahrzehnten mit der Theorie individueller Handlungen beschäftigt hat, trat das Problem kollektiver Handlungen und kollektiver Intentionen erst vor relativ kurzer Zeit in das Bewusstsein der analytischen Philosophen. Seitdem hat sich die Debatte in unüberblickbare Dimensionen ausgeweitet. Die Anzahl der vertretenen Positionen hat sich im Laufe der 1990er Jahre stark erhöht. Ein wesentlicher Faktor bei der weiteren Elaboration und theoretischen Fundierung der einzelnen Positionen war die gegenseitige Kritik unter den beteiligten Philosophen, die die Debatte seit ihren Anfängen prägt.

Einer der wichtigsten Exponenten in der Theorie kollektiver Intentionalität, Michael E. Bratman, steht in dieser Arbeit im Vordergrund. Seine Position, die er in zahlreichen Aufsätzen profiliert hat, war besonders heftiger Kritik ausgesetzt. Im Folgenden soll sich auf die Kritik an Bratmans berühmter Formel „Ich beabsichtige, dass wir G-en“ konzentriert werden. Gegen diese Formel lässt sich ein Einwand formulieren, wie er von mehreren Philosophen geäußert wurde. Das theoretische Milieu, aus dem dieser Einwand stammt, lässt sich als Anti-Reduktionismus bezeichnen, der vom Reduktionismus, wie er von Bratman vertreten wird, abzugrenzen ist. Wenn im Folgenden die sich an diesem Einwand entwickelnde Diskussion nachgezeichnet wird, wird also zugleich ein grundlegender Riss in der Debatte um die kollektive Intentionalität behandelt.

Als Ergebnis der folgenden Abhandlung lassen sich zwei Punkte festhalten. Erstens wird erörtert, wie sich aus der Kritik an Bratmans Ansatz nicht nur ein negatives, sondern ein positives Ergebnis ableiten lässt, nämlich die Fundierung einer genuin nicht-reduktionistischen Theorie kollektiver Intentionalität. Zweitens wird gezeigt, dass sich die Debatte nicht ohne die Beachtung und Diskussion grundlegenderer Probleme, die die Handlungstheorie als ganze sowie die Philosophie des Geistes betreffen, führen lässt. Dies wird im Laufe der folgenden Ausführungen an mehreren Stellen klar werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bratmans Konzept des geteilten kooperativen Handelns

3. Der Anti-Reduktionismus in der Diskussion kollektiver Intentionalität

4. Kann ich wollen, dass wir G-en?

5. Die Rolle gegenseitigen Einflusses

6. Der Rückfall auf den Nicht-Individualismus

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Konzept des geteilten kooperativen Handelns von Michael E. Bratman. Ziel ist es, die interne Widersprüchlichkeit seiner individualistischen Formel „Ich beabsichtige, dass wir G-en“ aufzuzeigen und zu erörtern, inwiefern diese Kritik den Weg zu einer genuin nicht-reduktionistischen Theorie kollektiver Intentionalität ebnet.

  • Analyse von Bratmans Theorie kollektiver Intentionalität
  • Diskussion der anti-reduktionistischen Kritik an individualistischen Ansätzen
  • Untersuchung der Problematik von Macht- und Autoritätsbeziehungen in Wir-Intentionen
  • Reflexion über die Grundlagen der Handlungstheorie und Philosophie des Geistes

Auszug aus dem Buch

4. Kann ich wollen, dass wir G-en?

Wie bereits erwähnt, hat vor allem Bratmans Formel „Ich beabsichtige, dass wir G-en“ Kritik hervorgerufen. Von mehreren Philosophen wurde ein sehr ähnlicher Kritikpunkt an dieser Formel formuliert.

J. David Velleman hat bemerkt, dass es zwar möglich für mich ist, Absichten in der ersten Person Plural zu haben, aber nur, wenn ich Entscheidungsgewalt oder Kontrolle über die anderen Mitglieder der Wir-Gruppe habe. Autoritäre Beziehungen werden von Bratman jedoch unter (1)(c) explizit ausgeschlossen.

Dieser knappe Einwand wird ausführlicher von Annette C. Baier formuliert. Sie beruft sich dabei auf einen ihrer früheren Aufsätze, in dem das allgemeine handlungstheoretische Prinzip formuliert wird, dass man nichts intendieren kann, was man nicht selbst erreichen kann, und daher auch nicht die Handlung einer anderen Person intendieren kann, da man auf deren Handeln normalerweise keinen Zugriff hat. Auf Bratman bezogen heißt das, dass ich die Handlung von uns nicht intendieren kann, da ich über die Handlungen der anderen Personen keinen Einfluss habe – es sei denn, ich habe Macht über sie.

Christopher Kutz verdeutlicht den Einwand durch Beispiele. Im Symphonieorchester, einem klassischen Beispiel einer Wir-Handlung, wird ein Cellist kaum die Absicht haben, dass „wir die 3. Symphonie von Beethoven spielen“, sondern höchstens, dass „ich meinen Part in der Symphonie spiele“. Dem Dirigenten jedoch könne man durchaus die erstere Absicht zuschreiben, denn er hat Einfluss auf das Gelingen der kollektiven Handlung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der kollektiven Intentionalität und die zentrale Auseinandersetzung mit der Position Michael E. Bratmans.

2. Bratmans Konzept des geteilten kooperativen Handelns: Detaillierte Darstellung der von Bratman entwickelten formalen Bedingungen für geteiltes kooperatives Handeln (GKH).

3. Der Anti-Reduktionismus in der Diskussion kollektiver Intentionalität: Erläuterung des theoretischen Kontexts der Kritiker, die sich gegen die Reduktion kollektiver Intentionalität auf individuelle Absichten wehren.

4. Kann ich wollen, dass wir G-en?: Analyse des Einwands, dass ein Akteur keine Handlungen anderer intendieren kann, ohne über Macht oder Autorität zu verfügen.

5. Die Rolle gegenseitigen Einflusses: Darstellung von Bratmans Verteidigung gegen die Kritik durch das Konzept des wechselseitigen Einflusses der Akteure.

6. Der Rückfall auf den Nicht-Individualismus: Kritik an Bratmans Verteidigung, die aufzeigt, dass sein Konzept auf bereits existierende soziale Bedingungen angewiesen ist.

7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Hinweis auf die Notwendigkeit einer positiven nicht-reduktionistischen Theorie.

Schlüsselwörter

Kollektive Intentionalität, Michael E. Bratman, geteiltes kooperatives Handeln, Anti-Reduktionismus, Handlungstheorie, Philosophie des Geistes, Wir-Intentionen, individuelles Intendieren, soziale Handlung, kollektive Akteure, Autoritätsbeziehungen, wechselseitiger Einfluss, gegenseitige Erwartungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die philosophische Debatte um kollektive Handlungen und Intentionalität, insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit Michael E. Bratmans individualistischer Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von individuellem und kollektivem Intendieren, der Streit zwischen Reduktionisten und Anti-Reduktionisten sowie die Grundlagen der Handlungstheorie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Widersprüchlichkeiten in Bratmans Formel „Ich beabsichtige, dass wir G-en“ aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer nicht-reduktionistischen Theorie kollektiver Intentionalität zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytisch-philosophische Untersuchung, die durch die kritische Exegese primärer Texte von Bratman und seinen Kritikern (wie Baier, Kutz und Schmid) geleitet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Bratmans GKH-Konzept, stellt die anti-reduktionistische Kritik dar, untersucht Einwände bezüglich fehlender Macht/Autorität und diskutiert Bratmans Verteidigungsstrategie sowie deren Widerlegung durch Schmid.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Kollektive Intentionalität, geteiltes kooperatives Handeln, Anti-Reduktionismus, Handlungsplan und soziale Akteure.

Warum ist die „Ich beabsichtige, dass wir G-en“-Formel laut Kritikern problematisch?

Kritiker argumentieren, dass ein Individuum logisch gesehen nur eigene Handlungen direkt intendieren kann, während das Intendieren der Handlungen anderer eine Autoritätsbeziehung voraussetzen würde, die Bratman jedoch ausschließt.

Wie versucht Bratman, seine Theorie gegen den Einwand fehlender Autorität zu retten?

Bratman führt das Konzept des wechselseitigen Einflusses ein, bei dem jeder Akteur durch die Erwartung auf das Handeln des anderen Einfluss auf die Ausbildung der gemeinsamen Absicht nimmt.

Warum führt Bratmans Verteidigung laut Hans Bernhard Schmid zurück zum Nicht-Individualismus?

Schmid zeigt auf, dass der von Bratman postulierte „wechselseitige Einfluss“ bereits eine vorgelagerte, echte Wir-Intention voraussetzt, wodurch die individuelle Absicht als primäre Erklärung redundant wird.

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Titre
Michael E. Bratmans Theorie kollektiver Intentionalität im Kontext anti-reduktionistischer Kritik
Université
LMU Munich
Note
1,0
Auteur
Dennis Hogger (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
15
N° de catalogue
V309814
ISBN (ebook)
9783668083813
ISBN (Livre)
9783668083820
Langue
allemand
mots-clé
Bratman Kollektive Intentionalität Handlungstheorie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dennis Hogger (Auteur), 2015, Michael E. Bratmans Theorie kollektiver Intentionalität im Kontext anti-reduktionistischer Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309814
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