Social Media Marketing im Diskothekenbereich

Anwendung und Potenzial von Social Media Marketing in der Branche


Diplomarbeit, 2014
61 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Marketing im Überblick

3. Social Media Marketing
3.1 Von Web 2.0 zu Social Media
3.2 Soziale Netzwerke im Überblick
3.2.1 Facebook
3.2.2 Instagram

4. Diskothekenbranche
4.1 Entwicklung der Branche
4.2 Jugendkultur und Trends

5. Social Media im Diskothekenbereich
5.1 Anwendung von Social Media
5.1.1 Club Huckebein in Darmstadt
5.1.2 Ponyhof in Darmstadt
5.2 Fallstricke für Diskotheken
5.2.1 Image vs. Augenhöhe
5.2.2 User haben die Kontrolle
5.3 Strategien und Social Media Potenzial
5.3.1 Facebook
5.3.2 Instagram

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Onlinequellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einordnung von Social Media Marketing im Marketing-Mix

Abbildung 2: Nutzung von sozialen Netzwerken in Deutschland

Abbildung 3: Funktionsweise von Viralität in sozialen Netzwerken

Abbildung 4: The top 500 sites on the web

Abbildung 5: Aktive Facebook Nutzer in Deutschland

Abbildung 6: Verbraucher Analyse der Nutzer von Facebook im Verglich zur Gesamtbevölkerung

Abbildung 7: Verbraucher Analyse der Nutzer von Instagram im Verglich zur Gesamtbevölkerung

Abbildung 8: Anzahl der Diskotheken und Clubs in Deutschland

Abbildung 9: Häufigkeit des Ausgehens junger Erwachsener in Deutschland

Abbildung 10: Häufigkeit des Besuchs von Clubs und Diskotheken

Abbildung 11: Anzahl der Bars in Deutschland

Abbildung 12: Entwicklung der Ausgaben junger Erwachsener beim Ausgehen

Abbildung 13: Informationsquellen zu Events und Konzerten in 2013

Abbildung 14: Wichtige Funktionen bei der Nutzung sozialer Netzwerke in 2011

Abbildung 15: Bedeutung von Social Media Marketing für Eventveranstalter

Abbildung 16: Ziele bei der Nutzung von Social Media Marketing

Abbildung 17: Öffentliche Statistik der Facebook Page des Club Huckebein

Abbildung 18: Beispiel einer Verlosung auf der Ponyhof Facebook Page

Abbildung 19: Veranstaltungstool auf Facebook

Abbildung 20: Galerie-Tool auf Facebook

Abbildung 21: Verlosung auf Facebook mit Aufforderung zum Teilnehmen

Abbildung 22: Statistikbereich einer Facebook Page

Abbildung 23: Posting auf Instagram mit Verwendung von Hashtags

1. Einleitung

„Schreib mir auf Facebook" - diesen oder einen ähnlichen Satz, hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Die rasante Weiterentwicklung der Internets und der Preisverfall der Internettarife, machen es für Millionen von Deutschen interessant und leicht soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Instagram zu nutzen.

Auch Unternehmen präsentieren sich auf sozialen Netzwerken und nutzen die Möglichkeiten, die ihnen diese recht neue Form der Werbung bietet. Doch nicht für jede Branche ist der Einsatz von Social Media Marketing gleich bedeutsam und vor allem sinnvoll.

Ziel dieser Arbeit ist es, das Potenzial von Social Media Marketing für die Diskothekenbranche aufzuzeigen und Strategien für die Nutzung der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram zu erarbeiten. Dabei sollen auch Antworten auf die Fragen gefunden werden, wie sich Social Media Marketing in Zukunft entwickelt und wie sich durch Social Media Marketing die Werbung von Diskotheken und Clubs verändert. Die Arbeit stützt sich dabei inhaltlich auf aktuelle Fachliteratur, verschiedene Statistiken, zwei Experteninterviews und die Erfahrung des Autors.

Die Arbeit gibt einen Überblick über den Bereich Marketing und erläutert den Begriff. Dabei wird nur auf einen Teilbereich des Marketing eingegangen, um gezielt Social Media Marketing in das weite Feld des Marketing einzuordnen. Folgend wird die Entwicklung und Besonderheiten von Social Media Marketing erörtert und Funktionsweisen der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram dargestellt.

Zudem beschäftigt sich die Arbeit mit der Diskothekenbranche. Hier wird die Entwicklung der Branche der letzten Jahre dargestellt. Damit verknüpft wird die Zielgruppe der Diskotheken und Clubs analysiert und deren Wandel beschrieben.

Im Hauptteil der Arbeit „Social Media im Diskothekenbereich“ wird an Hand zweier Darmstädter Clubs exemplarisch dargestellt, wie, beziehungsweise ob Social Media Marketing in der Praxis angewendet wird und zwei Besonderheiten für Diskotheken und Clubs näher beschrieben. Zudem werden Erkenntnisse der vorhergehenden Kapitel in Bezug gesetzt, um das Potenzial und mögliche erfolgreiche Strategien bei dem Einsatz von Social Media Marketing im Diskothekenbereich zu erläutern.

2. Marketing im Überblick

Marketing, beziehungsweise die Definition von Marketing und somit dessen Funktion, unterliegt dem Wandel der Zeit. So definierte die American Marketing Association (AMA) in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts, Marketing wie folgt: „Marketing ist die Erfüllung derjenigen Unternehmensfunktionen, die den Fluss von Gütern und Dienstleistungen vom Produzenten zum Verbraucher bzw. Verwender lenken.“1 In diesem Kontext wird Marketing als reine Abfolge von Unternehmensprozessen angesehen und verfolgt eine interne Sichtweise bezogen auf das jeweilige Unternehmen. Diese Betrachtungsweise vernachlässigt, dass eine Analyse der Bedürfnisse der Nachfrager die Grundlage des Marketings bilden sollte.

Erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts definierte der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Heribert Meffert Marketing als Instrument der „Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten. Durch eine dauerhafte Befriedigung der Kundenbedürfnisse sollen die Unternehmensziele im gesamtwirtschaftlichen Güterversorgungsprozess verwirklicht werden.“2 Ab 2006 entwickelte der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Marketing Philip Kotler die modernste Marketing-Definition: „Marketing ist ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erzeugen, anbieten und miteinander austauschen.“3 Die beiden Definitionen von Meffert und Kotler zeigen, dass modernes Marketing die Aufgabe hat, den Markt zu analysieren um die Bedürfnisse potentieller Kunden zu verstehen, um dann bedürfnisgerechte Produkte und Dienstleistungen zu kreieren und erfolgreich am Markt zu positionieren.

Um die Bedürfnisse und Wünsche einer Person zu befriedigen, ist ein Teilbereich des Marketing der sogenannte Marketing-Mix. Der Marketing-Mix eines Unternehmens stellt eine Sammlung an Werkzeugen da, mit denen die Nachfrage nach einem Produkt oder einer Dienstleistung beeinflusst werden kann.4 Die unterschiedlichen Werkzeuge des Marketing-Mix lassen sich in vier Bereiche aufteilen, die so genannten 4 Ps5 (vgl. Abb. 1). Diese beinhalten die Produkpolitik (Product), Distriutionspolitik (Place), Preispolitik (Price) und die Kommunikationspolitik (Promotion) eines Unternehmens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Einordnung von Social Media Marketing im Marketing-Mix6

Social Media Marketing lässt sich in den Bereich der nicht klassischen Kommunikationspolitik (Promotion) einordnen. Neben TV-Werbung, Außenwerbung, Sponsoring, wird auch Social Media Marketing im Bereich der Kommunikationspolitik eingesetzt, um die Bekanntheit des Unternehmens oder eines Produkts zu erhöhen oder die Einstellung der potenziellen Kunden positiv zu verändern, um somit eine Kaufabsicht herbeizuführen.7

3. Social Media Marketing

Social Media nimmt einen immer höheren Stellenwert im täglichen Leben ein,8 so sind 78% der deutschen Internetnutzer in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet, 67% sind sogar aktive Nutzer9 (vgl. Abb. 2). 69% der aktiven Nutzer besuchen soziale Netzwerke täglich und 33% sind mindestens eine Stunde am Tag in einem sozialen Netzwerk online.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Nutzung von sozialen Netzwerken in Deutschland11

Um nun die Bedeutung von Social Media Marketing für Unternehmen zu verstehen, werden zunächst die unterschiedlichen Begriffe und Synonyme geordnet. In der Literatur werden die Begriffe Social Media, Social Media Marketing und soziales Netzwerk unterschiedlich verwendet.

Der Autor setzt die Begriffe folgedermaßen ein: Social Media bedeutet das Erstellen von digitalen Inhalten durch Nutzer und die Möglichkeit diese Inhalte durch Dritte zu verbreiten. Ein soziales Netzwerk, wie etwa Facebook, ist die Plattform, die es Nutzern ermöglicht mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten, Inhalte auszutauschen und weiter zu verbreiten.12 Social Media Marketing steht für alle Aktivitäten eines Unternehmens um soziale Netzwerke werblich zu nutzen und somit die Ziele, abgeleitet der Kommunikationspolitik, zu erreichen.

Klassische Kommunikationskanäle, wie TV-Werbung, Printanzeigen, Kino, Funk und Außenwerbung bieten Unternehmen lediglich eine one-to-many Kommunikation13 mit der Zielgruppe an. Das Unternehmen sendet eine Botschaft und eine große Anzahl von Vertretern der Zielgruppe nimmt die Botschaft auf. Social Media Marketing ermöglicht hingegen eine many-to-many Kommunikation.14 Nutzer eines sozialen Netzwerks verbreiten Botschaften, auch werblicher Natur, unter sich und können direkt mit dem Unternehmen in Kontakt treten, wodurch eine Viralität entsteht, was zu einer Vervielfältigung der Botschaft führt (vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Funktionsweise von Viralität in sozialen Netzwerken15

Social Media Marketing ist jedoch keine komplette Neuerfindung der Internetzeitalters. So kann Social Media Marketing als Teil der Direktkommunikation16 gesehen werden. Direktmarketing17 bezeichnet den Dialog des Unternehmens mit der Zielgruppe, dies kann zum Beispiel durch ein adressiertes Post-Mailing, welches einen Feedbackbogen beinhaltet, geschehen.

Auch der Weiterempfehlungsgedanke von Social Media Marketing, zum Beispiel durch Teilen eines Beitrags eines Unternehmens, ist lediglich eine moderne Form der Mund-zu-Mund Propaganda.18 Menschen nutzen Mund-zu-Mund Propaganda automatisch, sobald sie im Gespräch ein Produkt oder Dienstleistung weiterempfehlen. Dies verdeutlicht eine Studie der „The Nielsen Company“ aus dem Jahr 2012, bei der 88% der Befragten in Deutschland an gaben Empfehlungen von Bekannten sei die Werbe- und Kommunikationsform, der sie am meisten vertrauen. Online-Konsumentenbewertungen vertrauen immerhin noch 64 Prozent der Befragten.19

3.1 Von Web 2.0 zu Social Media

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts bot das World Wide Web20 Unternehmen die Möglichkeit, Informationen in Form einer eigenen Website online zu stellen und diese anderen Nutzern zum „lesen“ zur Verfügung zu stellen, es handelte sich dabei um eine Ein-Weg-Kommunikation21. Die Interaktionsmöglichkeit beschränkte sich auf das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder eines Eintrags in ein Gästebuch.

Ab dem Jahr 2000 führten neue Technologien dazu, dass jeder in der Lage ist, ohne großartig Programmierkenntnisse zu besitzen, Inhalte selbst zu publizieren, zu kommentieren und neu zusammenzustellen. Diese Weiterentwicklung des Webs nannte der Verleger und Softwarteentwickler Tim O'Reilly das Web 2.022 und prägte damit diesen Begriff.

Mit Aufkommen der Portale Facebook und YouTube ab 2004 wurde die Vernetzung der Nutzer untereinander noch ausgeprägter. Nutzer füllten diese Plattformen selbst mit Inhalten. Dabei wird es ihnen sehr leicht gemacht, Texte, Bilder und Videos zu produzieren und mit anderen Nutzern zu teilen. Der Begriff Web 2.0 wurde durch den Begriff Social Media abgelöst, da die soziale Vernetzung und Interaktion nun in den Fokus rückte.23

Welchen Stellenwert in der heutigen Zeit Social Media weltweit hat, zeigt das Ranking der meistbesuchten Websites (Abb. 4). So sind in den Top 10 mit Facebook, YouTube und Twitter gleich drei soziale Netzwerke vertreten. Im weiteren Sinne kann auch Wikipedia, Taobao und Amazon hinzugezählt werden, da hier Nutzer Texte miteinander erarbeiten oder sich Produkte gegenseitig anbieten. Dabei ist zu beachten, dass erst durch sinkende Kosten der Internetnutzung Web 2.0 und Social Media für die breite Masse interessant wurde. So ist das Internet keine temporäre Aktivität mehr, sondern für viele Menschen, die dauerhaft online sind, ein fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden.24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: The top 500 sites on the web25

3.2 Soziale Netzwerke im Überblick

Soziale Netzwerke stellen die Plattform da, die es Nutzern ermöglicht sich mit anderen Nutzern zu vernetzen, Inhalte zu erstellen und diese zu verbreiten.

Die wohl bekannteste Plattform ist Facebook, die als Generalist gesehen werden kann. Diese Netzwerke sind nicht auf eine Zielgruppe zugeschnitten und bieten einen Groh an Funktionen, die Nutzer erwarten.26 Zu dieser Gruppe kann auch Google+ gezählt werden.

Die ehemals weltweit führende27 Plattform myspace geht aufgrund des starken Nutzerschwunds einen anderen Weg. Durch den Fokus auf Musik und Film, versucht myspace eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen. Weitere soziale Netzwerke gehen einen ähnlichen Weg. Durch Fokussierung auf bestimmte Funktionen oder Themen, gelten diese Netzwerke als Spezialisten.28

Soziale Netzwerke stehen, wie alle Unternehmen, in Konkurrenz zu ihren Mitbewerbern. Das Geschäftsmodell eines sozialen Netzwerks, ist das Sammeln von Daten seiner Nutzer, um damit Werbekunden bessere Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten.29 Unternehmen bezahlen für Werbeeinblendungen auf dem jeweiligen sozialen Netzwerk. Dabei ist es wichtig möglichst zielgruppengenau, mit möglichst wenig Streuverlust, zu werben. Ein soziales Netzwerk „verdient also dann Geld“, wenn es viele Menschen nutzen und es darüber hinaus viel über seine Nutzer weiß.

Soziale Netzwerke die diese beiden Faktoren nicht, oder nur mangelhaft, aufweisen können, sind für Werbetreibende uninteressant. Sie verschwinden häufig wieder vom Markt oder werden von Konkurrenten übernommen. Diese Marktbereinigung trifft derzeit auf einige deutsche soziale Netzwerke zu, so wurde der Betrieb von schülerVZ im April 2013 und wer-kennt-wen im Juni 2014 eingestellt.

So beschränkt sich der Autor in den weiteren Ausführungen auf den Generalisten Facebook und auf den Spezialisten Instagram (welcher zu Facebook gehört), der gerade unter Jugendlichen eine große Rolle spielt.

3.2.1 Facebook

Facebook ist sicherlich das bekannteste soziale Netzwerk in Deutschland. 2004 von Mark Zuckerberg als geschlossenes Studentennetzwerk gestartet, ist es heute eine frei zugängliche Community, die zwar einer Anmeldung bedarf, die jedoch für jeden Nutzer möglich ist.30

Heute gibt es Facebook in 80 Sprachversionen und gewinnt somit Nutzer aus vielen Gebieten der Welt.31 Es ist mit weltweit über 1 Milliarde32, davon 27 Millionen in Deutschland33 (vgl. Abb. 5), aktiver Nutzer34 das größte soziale Netzwerk der Welt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Aktive Facebook Nutzer in Deutschland35

Als Studentennetzwerk gestartet, kann Facebook heute eine breite Nutzerschicht aller Altersklassen aufzeigen. In Deutschland hat sich die Zahl der über 55 jährigen Nutzer von 2011 mit 567.000 auf 1,98 Millionen im Januar 2014 mehr als verdreifacht. Die Zahl der Nutzer zwischen 45 - 54 Jahren von 2011 mit 1,08 auf 3,4 Millionen ebenso verdreifacht.36

Vergleicht man die Nutzerzahlen von Facebook mit der Gesamtbevölkerung Deutschlands zeigt sich die breite Nutzerschicht sehr deutlich. Erst ab der Altersklasse der 50 bis 54 Jähren liegt der Indexwert unterproportional zur Gesamtbevölkerung (vgl. Abb. 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Verbraucher Analyse der Nutzer von Facebook im Verglich zur Gesamtbevölkerung37

Für Unternehmen ist es attraktiv die 27 Millionen aktiven Facebook-Nutzer aus Deutschland für werbliche Zwecke zu erreichen. Dabei gilt es, wie auf allen sozialen Netzwerken, auch auf Facebook einiges zu beachten. Onlinewerbung im klassischen Sinne, wie Bannerwerbung oder Pop-Ups, empfinden Nutzer als störend.38

So geht Facebook einen anderen Weg und bietet Unternehmen sogenannte Facebook Pages (früher Fanpages) an. Eine Facebook Page ist eine Art Unternehmens-Präsentation, Kommunikation- und Interaktionsfläche.39

Eine Page bietet Unternehmen die Möglichkeiten Texte, Fotos oder Videos zu posten und somit mit Nutzern, den sogenannten Fans der Page, in Kontakt zu treten.40 Die Motive, ein Fan zu werden, sind sehr vielfältig. So möchten Fans Neuigkeiten vom Unternehmen erfahren, sie sind an den Serviceleistungen und Produkten interessiert und etwas vergünstigt zu bekommen.41 Die Studie „Wave 7 - cracking the social code“ fügt den Punkt der individuellen Kommunikation42 hinzu. Fans wollen über Facebook in den Dialog mit dem Unternehmen treten. Dies können Fragen oder auch Beschwerden sein.

Eine von Marketingleitern gerne genutzte Messgröße auf Facebook ist die Anzahl der Fans einer Page. Um den Zuwachs an Fans einer Page zu beschleunigen, können Unternehmen auf Facebook Werbung (Facebook Ads) in Form von Anzeigen schalten. Auf Grundlage verschiedenster demografischer, sozio-ökonomischer und geografischer Nutzerdaten, können diese Anzeigen sehr zielgruppengerichtet eingesetzt werden. So wird, anders als bei klassischer Werbung, der Streuverlust verringert. Jedoch zeigen Studien, dass nur 13 % der Nutzer Anzeigen in sozialen Netzwerken43 für vertrauenswürdig erachten.

So sollte der Fokus auf einem organischen Wachstum der Fangemeinde liegen, erreicht durch Qualität der Inhalte.44 Die Zielsetzung ist somit das Generieren tragfähiger Fan-Beziehungen. Was zählt, sind der Aktivitätsgrad der Fans sowie ihre langfristige Bereitschaft zur Interaktion mit dem Unternehmen.45

3.2.2 Instagram

Instagram kann als mobiles soziales Bildernetzwerk beschrieben werden. Hier dokumentieren Nutzer ihren Alltag und verschönern ihre Bilder mit verschiedenen Foto-Filtern.46

Fotos und mittlerweile auch kurze Videos können mit dem Smartphone aufgenommen werden und direkt bearbeitet werden. Die Fotos werden dann, mit einem kurzen Text versehen, auf das eigene Profil hochgeladen. Freunde können die Fotos kommentieren, sich auf den Fotos verlinken oder mit einem „Herz“ ihr Gefallen zum Ausdruck bringen.

Mittlerweile verwenden 200 Millionen Nutzer Instagram, im September 2013 waren es noch 150 Millionen Nutzer. Somit ist Instagram in einem halben Jahr um 50 Millionen Nutzer gewachsen. In Deutschland soll es ca. 1 Millionen aktive Nutzer geben.47 Vergleicht man die Nutzerzahlen von Instagram mit der Gesamtbevölkerung Deutschlands zeigt sich eine deutliche überproportionale Nutzung der Altersklasse von 14 bis 24 Jahren (vgl. Abb. 7). Somit scheint Instagram besonderen bei Jüngeren sehr beliebt zu sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Verbraucher Analyse der Nutzer von Instagram im Verglich zur Gesamtbevölkerung48

Das besondere an Instagram ist, dass anfangs nur eine App49 für iOS50 entwickelt wurde und erst seit April 2012 eine Android-Version51 verfügbar ist.52 Instagram wird somit rein mobil genutzt. Zudem ist auf Instagram das Bild die Botschaft,53 reine Textbotschaften, wie auf Facebook, sind nicht möglich.

Für Unternehmen ist es bisher kaum möglich, Instagram werblich zu nutzen. Mit einem Profil können zwar Fotos und Videos veröffentlicht werden, jedoch ohne speziell darauf hinweisen. Das soll sich allerdings nun ändern. So verfolgt der Dienst, spätestens seit der Übernahme von Facebook im Jahr 2012, ein Geschäftsmodell und muss profitabel werden. So wird Instagram Werbung einsetzen, die im typischen Instagram-Gewand erscheint, in Form von Bildern und kurzen Videos.54 Für Unternehmen kann diese Art der Werbung sehr interessant sein, denn Bilder sprechen Nutzer emotional an, sie sind weltweit verständlich und wirken sehr viel unmittelbarer als Text.55 Mit der Werbe- und Marketingagentur Omnicom gewinnt Instagram einen ersten wichtigen Werbepartner. Omnicom betreut Kunden wie etwa Daimler, BMW, Mercedes-Benz, Deutsche Telekom, Henkel, McDonald's, eBay, Deutsche Bahn oder IKEA. Bis zu 100 Millionen Dollar56 soll Omnicom für Werbung an Instagram zahlen.

Anzeigen sollen zwar als "Sponsored" Post gekennzeichnet werden57 und Nutzer können Anzeigen auszublenden, doch steht Instagram nun vor der Herausforderung, Werbung zu integrieren, ohne das eigene Image als „coole Plattform“ zu beschädigen.58

4. Diskothekenbranche

Mit dem Wort „Disco“ assoziieren viele, vor allem jüngere Menschen, Musik, Party, Spaß und Alkohol. Eine Diskothek deckt bestimmte Bedürfnisse der Zielgruppe ab, beispielsweise bietet sie dem Gast eine Bühne zur Selbstdarstellung oder der Gast kann in eine Rolle schlüpfen59 und seine Wirkung auf andere Gäste testen.

[...]


1 Meffert et al. 2012, S. 11

2 Meffert et al. 2012, S. 11

3 Kotler und Schellhase 2011, S. 39

4 vgl. Kotler und Schellhase 2011, S. 191

5 vgl. Kotler und Schellhase 2011, S. 192

6 eigene Darstellung

7 vgl. Meffert et al. 2012, S. 608

8 vgl. Ceyp und Scupin 2013, S. 3

9 vgl. Hampe 2013, S. 7

10 vgl. Hampe 2013, S. 15

11 eigene Darstellung in Anlehnung an Hampe 2013

12 vgl. Ceyp und Scupin 2013, S. 7

13 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 25–26

14 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 26

15 eigene Darstellung

16 vgl. Meffert et al. 2012, S. 688

17 Direktmarketing gleichbedeutend Direktkommunikation

18 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 31

19 vgl. The Nielsen Company 2012

20 World Wide Web, Web und Internet werden synonym verwendet

21 vgl. Hass 2008, S. 9

22 vgl. Hass 2008, S. 24

23 vgl. Faber und Prestin 2012, S. 26–27

24 vgl. Hass 2008, S. 9

25 entnommen aus Alexa Internet 2014

26 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 272

27 vgl. Stern 2011

28 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 272

29 vgl. Handelsblatt 2013

30 vgl. Ceyp und Scupin 2013, S. 47

31 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 274

32 vgl. Statista 2014a

33 vgl. Statista 2014d

34 Als aktive Nutzer bezeichnet Facebook die Nutzer, die in den letzten dreißig Tagen vor der jeweiligen Erhebung bei Facebook online waren

35 eigene Darstellung in Anlehnung an Statista 2014a

36 vgl. Allfacebook 2014

37 eigene Darstellung in Anlehnung an GIK 2014

38 vgl. Grabs und Sudhoff 2014, S. 61

39 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 280

40 Posten bedeutet das Bereitstellen von Informationen

41 vgl. Ceyp und Scupin 2013, S. 150

42 vgl. Louie 2012

43 vgl. The Nielsen Company 2012

44 vgl. Grabs und Bannour 2013, S. 281

45 vgl. Ceyp und Scupin 2013, S. 150

46 vgl. Grabs und Sudhoff 2014, S. 226

47 vgl. Futurebiz 2014

48 eigene Darstellung in Anlehnung an GIK 2014

49 App steht als Kurzform für Applikation und wird als Software für mobile Endgeräte bezeichnet

50 iOS ist ein Betriebssystem von Apple für Smartphone und Tablets

51 Android ist ein Betriebssystem von Google für Smartphones und Tablets

52 vgl. Leinemann 2013, S. 34

53 vgl. Leinemann 2013, S. 33

54 vgl. Horizont 2014

55 vgl. Leinemann 2013, S. 35

56 vgl. Horizont 2014

57 vgl. Verlag Werben & Verkaufen 2013

58 vgl. Verlag Werben & Verkaufen 2013

59 vgl. Sottorff 2011, S. 110

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Social Media Marketing im Diskothekenbereich
Untertitel
Anwendung und Potenzial von Social Media Marketing in der Branche
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Darmstadt
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
61
Katalognummer
V309860
ISBN (eBook)
9783668081949
ISBN (Buch)
9783668081956
Dateigröße
2623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
social media, facebook, gastronomie, instagram, twitter, diskothek, marketing, soziale netzwerke, social media marketing, markenaufbau
Arbeit zitieren
Alexander Sonntag (Autor), 2014, Social Media Marketing im Diskothekenbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309860

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Social Media Marketing im Diskothekenbereich


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden