Das Konzept der Lebensweltorientierung in der akzeptanzorientierten Drogenarbeit


Hausarbeit, 2015
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung und Statistik von Cannabiskonsum

2. Definitionen
1.1. Drogen
1.2. Cannabis
1.3. Drogenabhängigkeit
1.4. Drogenkonsum

3. Hans Thiersch und das Konzept der Lebensweltorientierung

4. Akzeptierende Drogenarbeit/Akzeptanzorientierte Drogenhilfe

5. Das Konzept der Lebensweltorientierung in der akzeptanzorientierten Onlineberatung Quit the Shit

6. Aufgriff der zentralen Fragestellung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Statistik von Cannabiskonsum

Cannabisabhängigkeit - dies ist ein sehr umstrittenes Thema, vor allem da der Konsum und Besitz von Cannabis, im Gegensatz zum Alkoholkonsum, strafrechtlich verfolgt wird. Studien zeigen jedoch, dass Cannabis die am meisten konsumierte illegale Droge in Deutschland und auch in Europa ist. Im Folgenden wird ein Konzept der Sozialen Arbeit, genauer das Konzept der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch, mit der Sozialen Problemlage der Cannabisabhängigkeit in Deutschland in Verbindung gebracht. Die Hausarbeit beginnt mit einer Statistik zum Thema Cannabiskonsum von jungen Erwachsenen in Deutschland, es schließen sich Definitionen zum Thema Cannabis an. Danach wird in dieser Hausarbeit auf Hans Thiersch und sein Konzept der Lebensweltorientierung eingegangen und auf die Akzeptierende Drogenarbeit. Die zentrale Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: Welche Bedeutung hat die Lebensweltorientierung von Hans Thiersch in der akzeptierenden Drogenarbeit? Diese Fragestellung wird anhand des Anwendungsbeispiels der akzeptanzorientierten Onlineberatung ‚Quit the Shit‘ untersucht. Zum Abschluss der Hausarbeit wird noch einmal auf die zentrale Fragestellung der Hausarbeit eingegangen. Am Anfang der Hausarbeit stand zunächst die Frage, ob Cannabisabhängigkeit überhaupt ein relevantes Soziales Problem ist. Aufschluss geben hier die nüchternen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), denn der Cannabiskonsum von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren in Deutschland wird unter anderem von der BZgA untersucht, dies geschah auch im Jahr 2010. Die BZgA bemüht sich darum möglichst repräsentative Daten durch Querschnittbefragungen zu erlangen (vgl. BZgA 2011, S. 5). ÄVon [...] den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren haben 35,0% mindestens schon einmal im Leben Cannabis konsumiert [...]. [...] Die Anteile derjenigen, die auch in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis genommen haben, betragen [...] 12,7% [...]“ (BZgA 2011, S.5). Die Statistik der BZgA zeigt, dass Cannabiskonsum nachweislich keine Seltenheit ist und dass es nichts ist, was der Vergangenheit angehört. Schon allein durch den hohen Anteil an CannabiskonsumentInnen in der Gruppe der jungen Erwachsenen zeigt sich automatisch auch die Relevanz des Sozialen Problems der Abhängigkeit von Cannabis. Wie bei jeder anderen als angenehm empfundenen berauschenden Substanz wie z.B. bei Alkohol, besteht somit auch bei Cannabis die Notwendigkeit, sich über die Soziale Problematik der Abhängigkeit Gedanken zu machen.

2. Definitionen

2.1 Drogen

Als Drogen werden in dieser Hausarbeit sowohl psychoaktive als auch psychotrope Substanzen bezeichnet. Gemeint sind Substanzen, die über das zentrale Nervensystem auf den Organismus der KonsumentInnen eine bestimme Wirkung ausüben. Als Drogen werden hier alle Substanzen definiert, die auf die physiologisch-chemischen Abläufe des menschlichen Gehirns bei Konsum gewisse Auswirkungen haben und beispielsweise einen Rauschzustand verursachen können. Der Begriff der Droge bedeutet in dieser Hausarbeit ausdrücklich nicht die Gleichsetzung mit der eher emotional besetzten Bezeichnung des Rauschgiftes.

2.2 Cannabis

Cannabis - unter diesem Begriff werden hier sämtliche THC-haltige Substanzen verstanden, also Substanzen, die den Hauptwirkstoff der Cannabispflanze - Tetrahydrocannabinol (THC)

- enthalten. Es werden im Folgenden lediglich die Teile der weiblichen Cannabispflanze als Cannabis verstanden, da der THC-Gehalt der männlichen Cannabispflanze äußerst gering ist. Unter Cannabis wird hier die Gesamtheit von Cannabiserzeugnissen verstanden, also sowohl das konzentrierte Harz der Cannabispflanze (Haschischöl), das Harz der Blütenstaude (Haschisch) und die Blüten oder Blätter der Cannabispflanze (Marihuana). Mit Cannabiskonsum ist in dieser Hausarbeit folglich die Einnahme von THC-haltigen Produkten gemeint, egal wie diese geraucht, getrunken, gegessen oder inhaliert werden.

2.3 Drogenabhängigkeit

In den folgenden Ausführungen wird unter dem Begriff der Drogenabhängigkeit psychisches und/oder physisches Verlangen der KonsumentInnen nach psychoaktiven bzw. psychotropen Substanzen verstanden. Unter Cannabisabhängigkeit wird somit das psychische und/oder physische Verlagen nach Cannabisprodukten wie beispielsweise Marihuana verstanden. Natürlich gibt es auch das körperliche oder psychische Verlangen nach anderen psychoaktiven Substanzen wie das nach Amphetamin, Morphium oder Alkohol.

2.4 Drogenkonsum

Unter dem Begriff des Drogenkonsums wird in dieser Hausarbeit die Einnahme von psychotropen Substanzen wie zum Beispiel Alkohol oder Cannabis verstanden. Der Begriff des Drogenkonsums bedeutet in dieser Hausarbeit ausdrücklich nicht die Gleichsetzung des Konsums von psychotropen Substanzen mit einer Abhängigkeit, also dem Verlangen nach denselben. Diese Definition unterscheidet somit nicht zwischen illegalen und legalen Substanzen. Dieser Definition folgend, wird unter Cannabiskonsum die Einnahme, also der Konsum von Cannabisprodukten, verstanden.

3. Hans Thiersch und das Konzept der Lebensweltorientierung

Dr. phil. Dr. Dr. h.c. Hans Thiersch wurde am 16. Mai 1935 in Recklinghausen geboren. Thiersch ist Prof. em. für Sozialpädagogik, ebenfalls war er maßgeblich an der Erstellung des achten Jugendberichts beteiligt, von ihm stammt auch das Konzept der Lebensweltorientierung für die Soziale Arbeit (Soz. Arb.). Thiersch kann eine hohe Anzahl an Buchveröffentlichungen, Herausgeberschaften und Publikationen vorweisen, die sich auf das Konzept der Lebensweltorientierung (Lwo) beziehen. Alle Veröffentlichungen Thierschs zu nennen, würde hier jedoch den Rahmen der Hausarbeit sprengen, eine Übersicht über erhaltene Auszeichnungen und eine genaue Auflistung von Thierschs Publikationen sind auf der Internetseite http://www.hans-thiersch.de zu finden. Neben Buchveröffentlichungen sind viele seiner Vorträge im Internet zu finden, beispielsweise auf der Videoplattform YouTube. Neben weiteren Tätigkeiten war Thiersch als Mitglied der Sachverständigenkommission - wie bereits erwähnt - an der Erstellung des achten Jugendberichts beteiligt (vgl. Thiersch 2014, S.4). Dieser Jugendbericht strebt eine Ä[…] bilanzierende Konzeptdiskussion […] bezüglich der Situation der Jugendhilfe“ an (Thiersch 2014, S.16). Thiersch hat mit seinem Handeln und mit seinen Werken den Begriff der Lwo in der Soz. Arb. geprägt. Auch auf Kritik an seinem Konzept ist er eingegangen, denn er hat mehrere Überarbeitungen, Kommentierungen, Akzentuierungen und auch Erweiterungen des Konzepts vorgenommen.

Was bedeutet also Lwo? Das Konzept der Lwo betont die Notwendigkeit einer starken Orientierung an den Selbstdeutungen und individuellen Handlungsmustern der AdressatInnen der Sozialen Arbeit, es berücksichtigt ebenfalls deren individuelle Problemlösungsstrategien (vgl. Feuerhelm 2007, S.387f.). Lwo berücksichtigt die Forderung, dass Handlungsansätze und Angebote der Sozialen Arbeit auf die Reorganisation der gegebenen Lebensverhältnisse ausgerichtet werden, um somit AdressatInnen in ihrem Alltag, in ihrer individuellen Lebenswelt Ä[…] zu Selbstständigkeit, Selbsthilfe und sozialer Gerechtigkeit zu verhelfen“ (Feuerhelm 2007, S.388). Ein zentraler Begriff von Thierschs Konzept ist die Lebenswelt, unter dieser wird in der Soz. Arb. Ä[…] überwiegend die alltägliche Wirklichkeitserfahrung eines verlässlichen, soziale Sicherheit und Erwartbarkeit bietenden primären Handlungszusammenhangs […]“, verstanden (Deutscher Verein für Öffentliche und Private Fürsorge e.V. 2007, S.609). Unter dem Begriff des primären Handlungszusammenhangs können hier Familie, Nachbarschaft, Gemeinwesen, soziokulturelle Milieus, oder verallgemeinert das alltägliche soziale Umfeld von AdressatInnen verstanden werden. Lwo strebt an, Hilfebeziehungen die in der Lebenswelt der AdressatInnen vorhanden sind, zu unterstützen. Obligatorisch ist es für Thierschs - nicht unumstrittenes Konzept - AdressatInnen in ihren Verhältnissen, ihren Ressourcen, ihren vorenthaltenen Partizipationschancen und ihren Schwierigkeiten des Alltags zu sehen, also in ihrer Lebenswelt (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.5). Lwo ist sich der Pluralisierung der Lebenslagen, der Individualisierung von Lebensverhältnissen und somit der Unterschiedlichkeit von Lebensstrukturen bewusst (vgl. Thiersch 2014, S.18). Als ein Rahmenkonzept hat sich Lwo in der Soz. Arb. etabliert, aber auch als Operationalisierung in Form von Struktur- und Handlungsmaximen in der sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Diskussion (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.5). Lwo geht von widersprüchlichen und offenen Lebenssituationen der AdressatInnen aus (vgl. Grundwald/Thiersch 2008, S.5). Soz. Arb. die auf Lwo ausgerichtet ist, strebt an, AdressatInnen Ä[…] im Medium ihrer erlebten, erfahrenen Deutungs- und Handlungsmuster durch Unterstützung, Provokation und Arbeit an Alternativen zu besseren Verhältnissen und tragfähigeren Kompetenzen zu verhelfen. Ziel des Konzepts ist das Erlangen eines gelingenderen Alltags unter Berücksichtigung der Eigensinnigkeiten und der Lebenswege der AdressatInnen (vgl. Schröer/Schweppe 2010, 35f.).

Lwo lehnt eine verkürzte Sicht des Alltags, als eine ausschließlich angenehme oder heilende Wirklichkeit ab, sie betont viel mehr die Ambivalenz von Alltagserfahrungen der AdressatInnen (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.14). Nach Thiersch ist AdressatIn lebensweltorientierter Soz. Arb., wer gesellschaftliche oder persönliche Ressourcen nicht nutzen kann, Soz. Arb. kommt so also nicht nur einem randständigen Drittel der Gesellschaft zugute (vgl. Thiersch 2014, S.24). Zu prüfen, ob Menschen als Subjekte ihres Lebens mit Erfahrungen von Geborgenheit, Sinn, Produktivität und Selbstzuständigkeit leben können, also nach Lebensqualität zu fragen, ist grundlegend für die Praxis der Lwo (vgl. Thiersch 2014, S.25). Im Vergleich zu anderen sozialpolitischen, therapeutischen oder sozialen Konzepten, insistiert dieses Konzept auf der Lebenswelt als Ort der Erfahrung und der Bewältigung, als Schnittstelle von Objektivem und Subjektivem. Lwo schließt jedoch andere Methoden oder Andockstellen nicht kategorisch aus (vgl. Otto/Thiersch 2011, S.854f.). Im klassischen Sinne zielt Lwo auf Empowerment und auf Hilfe zur Selbsthilfe (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.34f.). Das Konzept bewegt sich in den Dimensionen der Zeit, des Raumes, der sozialen Beziehungen und der Lebensbewältigung. Konkreter werden die Dimensionen in den Struktur- und Handlungsmaximen (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.32). Aufgabe dieser Maximen ist es - so Thiersch - zur Strukturierung der Sozialen Arbeit beizutragen, sie können jedoch auch als Richtziele verstanden werden, an denen sich lebensweltorientierte Soz. Arb. messen lassen kann (vgl. Grunwald/Thiersch 2008, S.26). Hans Thiersch formuliert die Maximen der Prävention, der Alltagsnähe/Alltagsorientierung, der Dezentralisierung/Regionalisierung, der Integration/Inklusion/Normalisierung, der Partizipation/Demokratisierung, der Kooperation/Vernetzung, der koordinierten Planung/Einmischung und der Reflexion und Aushandlung. Diese Maximen sind - nach Thiersch - nicht isoliert voneinander, sondern ganzheitlich zu verstehen.

4. Akzeptierende Drogenarbeit/Akzeptanzorientierte Drogenhilfe

Die Onlineberatung für CannabiskonsumentInnen ‚Quit the Shit‘ gehört zur Akzeptierenden Drogenarbeit, doch was ist Akzeptierende Drogenarbeit beziehungsweise die Akzeptanzorientierte Drogenhilfe und worin hat sie ihren Ursprung? Akzeptanzorientierte Drogenhilfe hat ihren Ursprung in dem Bestreben Drogenproblemen, sowie sozialen und medizinischen Problemen auf nicht-repressiven und nicht-strafrechtlichen Wegen zu begegnen (vgl. Körner 1997, S.57). Die Akzeptierende Drogenarbeit wurde als Antwort auf die gesundheitliche und soziale Verelendung, den Anstieg von Infektionskrankheiten und den Anstieg der Mortalität entwickelt. Akzeptanzorientierung (Azo) beruht auf den Prinzipien der Akzeptanz, der Niedrigschwelligkeit und der Suchtbegleitung, seit ca. 20 Jahren hat sie den Eingang in die Soziale Arbeit gefunden (vgl. Stöver 2008, S.344). Akzeptierende Drogenarbeit bedeutet eine Abkehr vom Abstinenzideal und somit auch eine Ablehnung einer repressiven Drogenpolitik, die KonsumentInnen in vermeidbare, menschenunwürdige und lebensgefährliche Konsumsituationen drängt (vgl. Barsch/Klee, 1997, S.6). Die deutsche Drogenpolitik wurde bezüglich der Sinnhaftigkeit ihrer Fokussierung auf Beendigung des Konsums hinterfragt. Es kam auch die Frage auf, welche Unterstützungen unterhalb des Maximalziels der Abstinenz gewährt werden müssten, auch die Rolle des Strafrechts in der Drogenarbeit wurde hinterfragt (vgl. Stöver 2008, S.344). Wie das Konzept der Lwo verfolgt auch die Azo bestimmte Ziele und beruht auf Prinzipien und Erkenntnissen, beispielsweise auf dem Abschied vom Mythos einer drogenfreien und suchtfreien Gesellschaft mit absoluter Freiheit von illegalen Drogen. Wichtige Ziele der Azo sind die Förderung der Selbstheilungskräfte und der Betroffenenkompetenz. Azo verfolgt die Absicht, eigene Ressourcen der AdressatInnen zur Lebensbewältigung zu aktivieren und somit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Suchtverhinderung ist nicht das alleinige Ziel der Azo, vielmehr ist es ihr Bestreben, bedürfnisgerecht und menschenwürdig mit KonsumentInnen und Süchtigen umzugehen. Azo bedeutet somit den Abschied von einer Ä[…] zweigeteilten Sucht- und Drogenpolitik […]“, die zwischen legalen und illegalen Drogen unterscheidet (Stöver 2008, S.345). Dieser Ansatz erfordert wiederum Akzeptanz statt Exklusion gegenüber den KonsumentInnen (vgl. Stöver, S.345). Diese Haltung bringt ebenfalls einen Abschied von der Vorstellung eines ‚Königsweges‘ in der Behandlung von Drogenabhängigkeit mit sich, Azo bemüht sich aber auch um einen Schwellenabbau bezüglich des individuellen Zugangs zum Drogenhilfesystem. Die Erkenntnis, dass lineares oder polares Denken in Bezug auf die AdressatInnen der Suchtkrankenhilfe einem zirkulären Denken weichen muss, gehört ebenfalls zur Akzeptanzorientierung (vgl. Stöver 2008, S.345). Revolutionär ist an der Azo sicherlich, dass sie auf einer normativen Ebene erstmalig den Konsum illegaler Drogen als persönliche Konsumentscheidung des Individuums betrachtet, es liegt also ein Wandel bezüglich des Suchtverständnisses vor. DrogenkonsumentInnen werden somit erstmalig in der Ambivalenz von erwünschten und unerwünschten Effekten des Drogenkonsums gesehen. Diese Ambivalenz lässt sich beispielsweise in den Effekten des Kontrollverlusts oder der Dominanz der Droge(n), auf der einen Seite und in der bewussten Entscheidung der KonsumentInnen für den Konsum auf der anderen Seite, erkennen (vgl. Stöver 2008, S.345). Zur Azo gehören inhaltlich die gesellschaftlichen Forderungen ‚Therapie statt Strafe‘ sowie ‚Drogenhilfe statt Strafe‘ (vgl. Körner, 1997, S.63).

Was bedeutet also Akzeptanz in der akzeptanzorientierten Konzeption? Sie bedeutet unter anderem die Abkehr von pauschaler Zuweisung eines Opfer-Status der KonsumentInnen von Drogen und ebenfalls die Abkehr von der pauschalen Unterstellung einen generellen Beratungs- und Therapiebedürftigkeit (vgl. Stöver, S.345). Akzeptanz ist in den akzeptanzorientierten Angeboten der Drogenhilfe sowohl ein methodisches, als auch ein praktisches Vorgehen, in diesem Zusammenhang ist der Dialog innerhalb der Beziehungsarbeit zwischen AdressatIn und SozialarbeiterIn zu nennen (vgl. Stöver 2008, S.346). Markantes Merkmal der Akzeptanzorientierung ist, dass sie eine hohe Erreichbarkeit der Hilfen anstrebt, indem sie niedrigschwellige Angebote macht, die nicht unbedingt mit einer grundsätzlichen Verhaltensänderungsbereitschaft gekoppelt sein müssen. Akzeptanz bedeutet in diesem Konzept jedoch nicht, dass die akzeptanzorientierte Soz. Arb. ohne Regeln und Grenzen auskommt, auch dieses Konzept der Soz. Arb. muss sich Recht und Gesetz unterordnen, denn auch für die akzeptanzorientierte Drogenarbeit gelten die Regelungen des Strafgesetzbuches und des Betäubungsmittelgesetzes (vgl. Körner, 1997, S.59). Das Ernstnehmen anderer Wertkonzepte und Lebensentwürfe gehört methodisch zur Akzeptanz, wie auch die Erkenntnis der Begrenztheit der eigenen pädagogischen Potenz und die Unterstützung und Anerkennung von kleineren, gesundheitlichen, emotionalen oder sozialen Teilerfolgen. Obligatorisch für die Praktizierung von akzeptierender Drogenhilfe, sind die Dialogfähigkeit der Professionellen, sowie die Fokussierung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe.

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Konzept der Lebensweltorientierung in der akzeptanzorientierten Drogenarbeit
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V310101
ISBN (eBook)
9783668084117
ISBN (Buch)
9783668084124
Dateigröße
678 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine leicht verständliche Hausarbeit.
Schlagworte
konzept, lebensweltorientierung, drogenarbeit
Arbeit zitieren
Jonas Brookmann (Autor), 2015, Das Konzept der Lebensweltorientierung in der akzeptanzorientierten Drogenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310101

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