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Störung der Lernleistung in Folge einer erlernten Hilflosigkeit

Title: Störung der Lernleistung in Folge einer erlernten Hilflosigkeit

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Nancy Heß (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Einleitung

Das Phänomen der Lernbeeinträchtigung ist ein aktuelles und vielseitig diskutiertes. Zunehmend füllen sich die Schulen mit Kindern, die den Anforderungen einer Regel- oder Hauptschule nur noch in den seltensten Fällen gerecht werden. Erhebungen des statistischen Bundesamtes zeigen im Vergleich (zweier Schuljahre) der Schuljahre 2000/01 und 2002/03, dass im Schuljahr 2002/03 insgesamt 8.900 Schülerinnen und Schüler mehr als im Schuljahr 2000/01 eine Sonderschule besuchten. Dies ist ein Anstieg von rund 2%. Obwohl diese Statistik alle verschiedenen Arten von Sonderschulen zusammengefasst betrachtet, so verdeutlicht sie doch den steigenden Bedarf an Sonderschulen. Besonders die statistische Erhebung über die Anzahl der Schulen zeigt eine steigende Tendenz im Sonderschulbereich auf und eine eher sinkende im Bereich anderer Schularten. Im Schuljahr 2000/01 gab es noch 3.380 Sonderschulen. Im Schuljahr 2002/03 hingegen sind 107 Sonderschulen mehr tätig. Das bedeutet einen Zuwachs von 3% (Statistisches Bundesamt 2004).

In der Schule für Lernbehinderte verspricht man Hilfe für die Kinder. Ein geregelter Tagesablauf und damit eine Grundlage für eine angenehmere Lernsituation soll geschaffen werden. Doch bleibt die Frage offen, ob alle didaktischen Bemühungen ihren Sinn erfüllen. Um dies zu klären, ist es von zentraler Bedeutung, von den Schülern zu erfahren, warum sie in eine Förderschule eingeschult oder in diese versetzt wurden. Nicht die Noten bilden die Basis der Versetzung, sondern der Grund, warum Noten schlecht sind und das Lernen verweigert wird. In Anbetracht dessen untersucht man mehrere Bereiche, die für die Situation der Schüler verantwortlich sind. Lernbehinderung lässt sich somit aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachten. Zum einen kann man eine Störung des Lernens als ein von der Schule geschaffenes Konstrukt ansehen, das ohne die Anforderungen einer Schule niemals existieren würde. Auch könnte man es als ein im Kinde liegendes Defizit beschreiben. Diese Theorie ist jedoch fragwürdig, da sie eine eher stigmatisierende Art der Erklärung ist. Wesentlich verständlicher scheint die Erklärung von Lernschwächen über sozial benachteiligende Faktoren. Nach Kanter (1980) gibt es im psychosozialen Bereich Bedingungen, wie Zuwendung, Anerkennung, Familienstruktur usw., die im Kindesalter nicht ausreichend vorhanden sind und eine gestörte Entwicklung zur Folge haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ursprüngliche Fassung der Theorie der „Erlernten Hilflosigkeit“

2.1 Das Konzept

2.2 Definitionen und Merkmale

2.3 Folgen der Hilflosigkeit

3. Hauptteil

3.1 Motivation als eine Lernbedingung

3.1.1 Was ist Motivation?

3.1.2 Motivationale Bedingungen des Lernens

3.1.3 Mangelnde Lernmotivation

3.2 Lernbeeinträchtigung als Folge mangelnder Lernmotivation (erlernter Hilflosigkeit)

3.2.1 Auswirkungen auf die Lernfähigkeiten

3.2.2 Auswirkungen im schulischen Kontext

4. Schlussteil

4.1 Eigene Meinung

4.2 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der „erlernten Hilflosigkeit“ nach Martin E. P. Seligman und der Entstehung von Lernbeeinträchtigungen bei Kindern. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich mangelnde Lernmotivation und das Gefühl von Unkontrollierbarkeit negativ auf den Bildungsprozess auswirken, um pädagogische Ansätze zu finden, die diesen Teufelskreis aus Versagen und Demotivation durchbrechen können.

  • Theoretische Grundlagen der erlernten Hilflosigkeit und deren Übertragung auf den Menschen
  • Die Rolle der Motivation als zentrale Bedingung für erfolgreiches Lernen
  • Ursachen und Mechanismen mangelnder Lernmotivation im kindlichen Entwicklungsprozess
  • Auswirkungen von Kausalattribuierungen bei Misserfolg auf das Selbstkonzept
  • Präventionsmöglichkeiten in der Lernbehindertenpädagogik zur Förderung der Selbstwirksamkeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Was ist Motivation?

„Motivation ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die Bereitschaft eines Menschen, bewusst antizipierte Ziele anzustreben, auch wenn dabei Schwierigkeiten und Hindernisse überwunden werden müssen. Die Motivation bezieht sich also auf Einstellungen und Haltungen einer Persönlichkeit, die sie beim bewussten Handeln erwirbt und zeigt“ (Clauß 1987, S. 26). Sie ist nach Rheinberg (2002) eine individuelle, variable Größe, deren Stärke, durch bestimmte Motive beeinflusst wird. Die Quelle des eigenen Antriebes wird durch Seligman (1992) als „Erwartung, dass die Reaktion Erleichterung bringt“ beschrieben (Seligman 1992, S.45). Rheinberg (2002) erklärt den Anreiz einer bestimmten Zielerreichung als „Stolz, etwas persönlich Anspruchsvolles geschafft zu haben und die daraus resultierende Zufriedenheit mit der eigenen Tüchtigkeit“ (Rheinberg 2002, S.62). Motivation ist nicht sichtbar, sondern lässt sich nur über Anzeichen ermitteln. Somit ist sie eine „gedankliche Konstruktion, eine Hilfsgröße, die uns bestimmte Verhaltensbesonderheiten erklären soll“ (Heckhausen 1989 et al, nach Rheinberg 2002, S.16).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den steigenden Bedarf an Sonderschulen und führt das Problem der Lernbeeinträchtigung als komplexes Zusammenspiel aus sozialen Faktoren und motivationalen Defiziten ein.

2. Die ursprüngliche Fassung der Theorie der „Erlernten Hilflosigkeit“: Das Kapitel erläutert die tierexperimentellen Wurzeln des Konzepts bei Seligman und definiert die kognitiven, emotionalen und motivationalen Folgen der Erfahrung von Unkontrollierbarkeit.

3. Hauptteil: Der Hauptteil verknüpft die theoretischen Ansätze der Motivation mit der Lernbeeinträchtigung und zeigt auf, wie durch internalisierte Misserfolge ein Teufelskreis der Demotivation entsteht.

4. Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse kritisch und plädiert für eine pädagogische Praxis, die Schüler bei Misserfolgen stützt, statt Defizite internal und stabil zu attribuieren.

Schlüsselwörter

Erlernte Hilflosigkeit, Lernbeeinträchtigung, Lernmotivation, Kausalattribuierung, Misserfolg, Selbstwirksamkeit, Psychosoziale Bedingungen, Schulversagen, Teufelskreis, Pädagogische Förderung, Leistungsstörungen, Motivationspsychologie, Erziehung, Selbstkonzept, Lernstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Theorie der erlernten Hilflosigkeit und deren Bedeutung für das Verständnis von Lernschwierigkeiten bei Kindern, wobei der Fokus auf motivationalen Prozessen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Lernpsychologie, die Auswirkungen von Motivationsstörungen, das Modell der erlernten Hilflosigkeit sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Lernbehinderungen nicht nur als kindliches Defizit betrachtet werden sollten, sondern als Folge erlebter Unkontrollierbarkeit und Demotivation.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer Theorien und deren Anwendung auf den sonderpädagogischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Bedeutung von Motivation für den Lernerfolg sowie die Auswirkungen einer erlernten Hilflosigkeit auf die Lernfähigkeit im schulischen Alltag detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Erlernte Hilflosigkeit, Kausalattribuierung, Lernmotivation, Selbstwirksamkeit und Lernbehindertenpädagogik.

Was bedeutet „Kausalattribuierung“ im schulischen Kontext?

Damit ist gemeint, wie ein Kind die Gründe für seine schulischen Erfolge oder Misserfolge bei sich selbst oder in der Umwelt sucht, was maßgeblich seine zukünftige Motivation beeinflusst.

Warum ist die „Eigene Meinung“ im Schlussteil so relevant?

Die Autorin hinterfragt hierbei, wie Lehrer und Eltern die Zuschreibung von Erfolg und Misserfolg steuern können, um den Teufelskreis der Hilflosigkeit zu durchbrechen, ohne die Eigenverantwortung der Kinder zu untergraben.

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Details

Title
Störung der Lernleistung in Folge einer erlernten Hilflosigkeit
College
Martin Luther University  (Rehabilitationspädagogik)
Course
Psychologische Aspekte des Lernens unter erschwerten Bedingungen
Grade
sehr gut
Author
Nancy Heß (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V31016
ISBN (eBook)
9783638321488
Language
German
Tags
Störung Lernleistung Folge Hilflosigkeit Psychologische Aspekte Lernens Bedingungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nancy Heß (Author), 2004, Störung der Lernleistung in Folge einer erlernten Hilflosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31016
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