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Der Umbau des Sozialstaats in den Niederlanden und Deutschland

Title: Der Umbau des Sozialstaats in den Niederlanden und Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 14 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Kay Rentsch (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Unter dem Einfluss der Globalisierung gerät der Wohlfahrtsstaat, bedingt durch seine traditionell nationalstaatlich ausgerichtete Funktionsweise, zunehmend unter Druck. Die wachsende Flexibilisierung des internationalen Kapitals verschärft die Konkurrenz der Nationalstaaten auf dem Weltmarkt. Der Nationalstaat kommt heute einem Wirt gleich, der versucht, das internationale Kapital über seine Schwelle zu locken, um die eigene wirtschaftliche Prosperität zu gewährleisten.Gewisse Steuerungsmechanismen keynesianischer Ausprägung greifen nicht mehr und die steuerliche Einnahme wird in Zeiten „zunehmender Kapitalströme und Verschiebungen“ schwer kalkulierbar Zudem kommt, dass als eine der gravierendsten Folgen der Internationalisierung der Wirtschaft, die Standortfrage eine immer größer werdende Rolle spielt. Unternehmen müssen verstärkt mit „Billiglohnländern“ konkurrieren und im internationalen Vergleich immer effizienter produzieren Dies hat zur Folge, dass der Staat in vielerlei Hinsicht Souveränität und Handlungsfreiheit einbüßt. Diese geschmälerte Handlungspolitik spiegelt sich nicht zuletzt in staatlichen Gestaltungsräumen von Sozialpolitik wieder. In den Nationalstaaten erhöht sich durch die dem Markt eigene Logik und der internationalen Arbeitsteilung der Druck zu einer wettbewerbskonformen Standortpolitik, denn, so schreibt Jürgen Habermas:“ ein Kapital, das auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten und spekulativem Gewinn sozusagen aus der nationalen Anwesenheitspflicht entlassen ist und frei vagabundiert, kann mit seinen Exit-Optionen drohen, sobald eine Regierung mit Rücksicht auf Nachfragespielraum, soziale Standards oder Beschäftigungssicherung den nationalen Standort zu stark belastet. Standortpolitik steht somit unter dem ständig ansteigenden Druck des globalen Wettbewerbs, unter dem die Sozialstandards eines Nationalstaates oder einer Wirtschaftsunion in eine Abwertungsspirale geraten können

D.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Globalisierung und Sozialpolitik

2. Das Poldermodell der Niederlande

2.1 Historischer Abriss

2.2 Die Niederlande heute

3. Ist das niederländische Modell auf Deutschland übertragbar ?

3.1 Vergleich der beiden Staaten

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den zunehmenden Druck auf den Wohlfahrtsstaat durch die Globalisierung und analysiert in diesem Kontext das niederländische „Poldermodell“ als mögliches Vorbild für die deutschen Reformbemühungen.

  • Auswirkungen der Globalisierung auf nationale Sozialpolitik
  • Historische Entstehung und Merkmale des niederländischen Poldermodells
  • Analyse der Bedeutung von Teilzeitarbeit für die niederländische Arbeitsmarktstabilität
  • Vergleichende Untersuchung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland und den Niederlanden
  • Diskussion über die Übertragbarkeit niederländischer Lösungsansätze auf die Bundesrepublik

Auszug aus dem Buch

1. Globalisierung und Sozialpolitik

Unter dem Einfluss der Globalisierung gerät der Wohlfahrtsstaat, bedingt durch seine traditionell nationalstaatlich ausgerichtete Funktionsweise, zunehmend unter Druck. Die wachsende Flexibilisierung des internationalen Kapitals verschärft die Konkurrenz der Nationalstaaten auf dem Weltmarkt. Der Nationalstaat kommt heute einem Wirt gleich, der versucht, das internationale Kapital über seine Schwelle zu locken, um die eigene wirtschaftliche Prosperität zu gewährleisten. Gewisse Steuerungsmechanismen keynesianischer Ausprägung greifen nicht mehr und die steuerliche Einnahme wird in Zeiten „zunehmender Kapitalströme und Verschiebungen“ schwer kalkulierbar. Zudem kommt, dass als eine der gravierendsten Folgen der Internationalisierung der Wirtschaft, die Standortfrage eine immer größer werdende Rolle spielt.

Unternehmen müssen verstärkt mit „Billiglohnländern“ konkurrieren und im internationalen Vergleich immer effizienter produzieren. Dies hat zur Folge, dass der Staat in vielerlei Hinsicht Souveränität und Handlungsfreiheit einbüßt. Diese geschmälerte Handlungspolitik spiegelt sich nicht zuletzt in staatlichen Gestaltungsräumen von Sozialpolitik wieder. In den Nationalstaaten erhöht sich durch die dem Markt eigene Logik und der internationalen Arbeitsteilung der Druck zu einer wettbewerbskonformen Standortpolitik, denn, so schreibt Jürgen Habermas:“ ein Kapital, das auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten und spekulativem Gewinn sozusagen aus der nationalen Anwesenheitspflicht entlassen ist und frei vagabundiert, kann mit seinen Exit-Optionen drohen, sobald eine Regierung mit Rücksicht auf Nachfragespielraum, soziale Standards oder Beschäftigungssicherung den nationalen Standort zu stark belastet.“ Standortpolitik steht somit unter dem ständig ansteigenden Druck des globalen Wettbewerbs, unter dem die Sozialstandards eines Nationalstaates oder einer Wirtschaftsunion in eine Abwertungsspirale geraten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Globalisierung und Sozialpolitik: Dieses Kapitel erläutert den durch internationalen Wettbewerb und Kapitalflexibilisierung wachsenden Druck auf den Nationalstaat und dessen Spielräume in der Sozialpolitik.

2. Das Poldermodell der Niederlande: Hier werden die historische Entwicklung des niederländischen Konsensmodells und die heutige Arbeitsmarktsituation, insbesondere die hohe Bedeutung der Teilzeitarbeit, dargestellt.

3. Ist das niederländische Modell auf Deutschland übertragbar ?: Dieses Kapitel analysiert Unterschiede zwischen beiden Ländern und diskutiert, inwiefern Aspekte des niederländischen Modells, wie etwa der Sozial-Ökonomische Rat, als Vorbild dienen können.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine direkte Übertragung zwar schwierig ist, Deutschland jedoch von der niederländischen Konsenskultur lernen und eine nachhaltige Angebotspolitik verfolgen sollte.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Sozialpolitik, Poldermodell, Niederlande, Deutschland, Wohlfahrtsstaat, Teilzeitarbeit, Arbeitsmarkt, Wettbewerbsfähigkeit, Korporatismus, Standortpolitik, Konsens, Beschäftigungswunder

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen des Wohlfahrtsstaates unter dem Druck der Globalisierung und untersucht, wie nationale Sozialsysteme, speziell das der Niederlande, auf diesen Wandel reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der internationale Standortwettbewerb, die Bedeutung von Sozialstandards, das niederländische Poldermodell sowie die industriellen Beziehungen und Arbeitsmarktstrukturen im Vergleich zu Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen des niederländischen Modells für den deutschen Reformprozess zu evaluieren und herauszufinden, ob und wie strukturelle Ansätze aus den Niederlanden in Deutschland angewendet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politökonomischer Ansätze, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur und der Gegenüberstellung von Beschäftigungssystemen zweier Staaten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Globalisierungsproblematik, die detaillierte Darstellung des niederländischen Poldermodells und einen kritischen Vergleich mit der wirtschaftlichen Lage der Bundesrepublik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Poldermodell, Sozialstaat, Teilzeitarbeit und Korporatismus charakterisiert.

Was war die „Geburtsstunde“ des Poldermodells in den Niederlanden?

Die Geburtsstunde wird im „Akkord von Wassenaar“ gesehen, einem Abkommen aus dem Jahr 1981 zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung, um durch Lohnzurückhaltung und Flexibilisierung die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Warum ist eine direkte Übertragung des Modells auf Deutschland laut Autor schwierig?

Aufgrund der unterschiedlichen historischen Ausgangslagen, der unterschiedlichen Größe der Volkswirtschaften sowie der fragmentierteren deutschen Gewerkschafts- und Korporatismusstruktur hält der Autor eine direkte Übernahme für kaum umsetzbar.

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Details

Title
Der Umbau des Sozialstaats in den Niederlanden und Deutschland
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Oberseminar: Globalisierung
Grade
2,1
Author
Kay Rentsch (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V31019
ISBN (eBook)
9783638321501
ISBN (Book)
9783638772105
Language
German
Tags
Umbau Sozialstaats Niederlanden Deutschland Oberseminar Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kay Rentsch (Author), 2001, Der Umbau des Sozialstaats in den Niederlanden und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31019
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