Der theoretische Rahmen dieser Hausarbeit sind Prozesse und Systeme der Interessenvermittlung in westlichen Regierungssystemen. Wie findet Interessenvermittlung in demokratisch legitimierten, staatlichen Organisation, am Fallbeispiel Deutschland und Spanien untersucht, statt?
In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nehmen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Korporation mit den jeweiligen Regierungsparteien, eine besonders wichtige Rolle der Interessenvermittlung ein. In der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nehmen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Korporation mit den jeweiligen Regierungsparteien, eine besonders wichtige Rolle der Interessenvermittlung ein.
Die spanische Wirtschaft, die zwischen 1995 – 2006 überdurchschnittliche Wachstumsraten präsentierte, die Arbeitslosenquote von fast 20% auf 8% senken konnte, lag mit einem jährlichen BIP (Bruttoinlandsprodukt) von durchschnittlich 3,8% deutlich über dem deutschen BIP von 1,5% (vgl. KÖHLER 2008, S.219). Umso erstaunlicher sind die Daten für das Krisenjahr 2008 bis heute: Ein Minuswachstum von 0,2 Prozent und die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union von 20,3%. Bei den arbeitsuchenden Jugendlichen unter 25 Jahre liegt die Quote sogar bei über 40%.
Es stellt sich die Frage, welche Rolle Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände in Zusammenarbeit mit der Regierung, während der Finanz- und Wirtschaftskrise eingenommen haben? Kam es zu tripartistischen, konzertierten Aktionen in Deutschland und Spanien? Wann und welche arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurden implementiert und mit welchem Erfolg?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fallauswahl
- Das Forschungsdesign: Most Similar Case Design
- Begriffsdefinitionen
- Interessenvermittlung
- Pluralismus
- Korporatismus
- Tripartistische Aktionen und Maßnahmen in Deutschland
- Tripartistische Aktionen und Maßnahmen in Spanien
- Länderspezifische Einflüsse auf die Wirtschaftsdaten
- Ergebnisse des Vergleichs
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Prozesse und Systeme der Interessenvermittlung in westlichen Regierungssystemen, speziell am Beispiel Deutschlands und Spaniens. Der Fokus liegt auf der Rolle von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften in Zusammenarbeit mit der Regierung während der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern tripartistische, konzertierte Aktionen in beiden Ländern umgesetzt wurden und welche arbeitsmarktpolitischen Instrumente implementiert wurden.
- Die Rolle von Interessenvermittlung in westlichen Regierungssystemen
- Die Bedeutung von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften in der Wirtschaftskrise
- Der Vergleich von tripartistischen Aktionen in Deutschland und Spanien
- Die Analyse von länderspezifischen Einflüssen auf das Wirtschaftswachstum
- Die Relevanz von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt den theoretischen Rahmen und die Forschungsfrage vor, die sich auf die Rolle der Interessenvermittlung in der Finanz- und Wirtschaftskrise in Deutschland und Spanien konzentriert. Die Arbeitshypothese wird eingeführt und die Forschungsmethodik beschrieben.
- Fallauswahl: Das Forschungsdesign "Most Similar Case Design" (MSCD) wird erläutert und die Auswahl von Deutschland und Spanien als Fallbeispiele begründet. Die Definitionen von Interessenvermittlung, Pluralismus und Korporatismus werden vorgestellt.
- Tripartistische Aktionen und Maßnahmen in Deutschland: Die Arbeit untersucht die Maßnahmen, die in Deutschland während der Wirtschaftskrise von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und der Regierung ergriffen wurden.
- Tripartistische Aktionen und Maßnahmen in Spanien: Analog zum vorherigen Kapitel werden die Maßnahmen Spaniens während der Wirtschaftskrise analysiert.
- Länderspezifische Einflüsse auf die Wirtschaftsdaten: Die Arbeit untersucht länderspezifische Faktoren, die das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Spanien beeinflussen.
Schlüsselwörter
Interessenvermittlung, Pluralismus, Korporatismus, Tripartismus, Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Arbeitsmarktpolitik, Deutschland, Spanien, Most Similar Case Design (MSCD), Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenquote.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Tripartismus im Kontext der Wirtschaftskrise?
Tripartismus bezeichnet das Zusammenwirken von Regierung, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, um gemeinsam Lösungen für wirtschaftliche Probleme und den Arbeitsmarkt zu finden.
Wie unterschieden sich Deutschland und Spanien in der Krise 2008?
Während Spanien vor der Krise hohe Wachstumsraten hatte, stieg die Arbeitslosigkeit dort nach 2008 massiv an (über 20 %), während Deutschland stabilere arbeitsmarktpolitische Instrumente nutzte.
Was ist das "Most Similar Case Design" (MSCD)?
Es ist ein Forschungsdesign, bei dem Fälle verglichen werden, die in vielen Merkmalen ähnlich sind, sich aber in der zentralen Untersuchungsvariable unterscheiden.
Welche Rolle spielen Gewerkschaften bei der Interessenvermittlung?
Gewerkschaften vertreten die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber der Regierung und den Arbeitgebern, um soziale Standards auch in Krisenzeiten zu sichern.
Warum war die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien so hoch?
Die Arbeit analysiert länderspezifische Faktoren und die Wirksamkeit implementierter Instrumente, die in Spanien zu einer Quote von über 40 % bei Jugendlichen führten.
- Citation du texte
- Kerstin Wörner (Auteur), 2011, Die Wirtschaftskrise in Deutschland und Spanien im Vergleich. Tripartismus und Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310317