Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek gegenüber seinem Vater in der Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" von Franz Werfel.
Es soll untersucht werden, worin der Zwiespalt von Liebe und Hass gegenüber dem Vater begründet ist.
Dazu wird der Novellentext in Hinblick auf mehrere Einzelaspekte befragt, die Aufschluss über den zentralen Vater-Sohn-Konflikt geben können. Zunächst wird dafür im zweiten Kapitel eine Charakteristik des Vaters angefertigt, um die Ausgangssituation zu verdeutlichen und das Bild des Sohnes vom Vater darzustellen. Anschließend wird die innere Zerrissenheit Karls genauer betrachtet werden.
In Kapitel 3.1 sollen dafür die Rolle des Vaters zwischen Vorgesetztem und Familienvater und die damit einhergehenden Gefühle Karls untersucht werden. Danach folgt eine Auseinandersetzung mit dem Machtkampf zwischen Vater und Sohn. In welchem Zusammenhang Karls widersprüchliche Bestrebungen nach Versöhnung und Kampf mit dem Vater mit dessen Verhalten stehen, soll in Kapitel 3.3 geklärt werden. Abschließend wird näher erläutert, inwiefern sich der Sohn von seinem Vater abgrenzt, ihn aber auch nachahmt und welche Schlüsse daraus für Hass und Liebe gegenüber dem General gezogen werden können.
Da Franz Werfels Novelle der expressionistischen Bewegung zugeordnet werden kann, innerhalb derer der Vater-Sohn-Konflikt ein viel bearbeitetes Motiv darstellt, soll in Kapitel 4 das literarische Motiv im zeitlichen Kontext untersucht werden, um Rückschlüsse auf den Untersuchungsschwerpunkt dieser Arbeit ziehen zu können. Abschließend sollen im Fazit die gewonnen Erkenntnisse gebündelt und die Fragestellung beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- 1 Einleitung
- 2 Charakteristik des Vaters
- 3 Ambivalenz der Gefühle Karl Duscheks - Hass oder Liebe?
- 3.1 Der Vater als Vorgesetzter
- 3.2 Das Spiel mit der Macht
- 3.3 Karls Ziel: Kampf oder Versöhnung mit dem Vater?
- 3.4 Der Sohn zwischen Abgrenzung und Nachahmung
- 4 Der Vater-Sohn-Konflikt als literarisches Motiv des Expressionismus
- 5 Fazit
- 6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek gegenüber seinem Vater in Franz Werfels Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig". Ziel ist es, die Gründe für die Ambivalenz von Liebe und Hass gegenüber dem Vater zu untersuchen. Der Text wird anhand verschiedener Aspekte analysiert, um Aufschluss über den zentralen Vater-Sohn-Konflikt zu geben.
- Die Rolle des Vaters als Vorgesetzter und Familienvater
- Der Machtkampf zwischen Vater und Sohn
- Karls widersprüchliche Bestrebungen nach Versöhnung und Kampf mit dem Vater
- Die Abgrenzung und Nachahmung des Sohnes von seinem Vater
- Der Vater-Sohn-Konflikt als literarisches Motiv des Expressionismus
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Vater-Sohn-Konflikt in der Literatur und im realen Leben dar. Sie führt in die Thematik der Hausarbeit ein und skizziert die Methode der Textanalyse sowie die einzelnen Kapitel und deren Fokus.
- Kapitel 2: Charakteristik des Vaters: Dieses Kapitel zeichnet ein Bild von Karl Duschek von Sporentritt, dem Vater Karls, und beleuchtet seine Position im Militär, seinen beruflichen Aufstieg und seine Persönlichkeit. Der Vater wird als ein stolzer, selbstsicherer und autoritärer Mann dargestellt, dessen militärische Etikette sein Auftreten und Verhalten prägt.
- Kapitel 3: Ambivalenz der Gefühle Karl Duscheks - Hass oder Liebe?: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Gefühle des Sohnes Karl gegenüber seinem Vater. Es untersucht die Rolle des Vaters als Vorgesetzter und Familienvater, die Auswirkungen des Machtkampfes zwischen Vater und Sohn sowie Karls widersprüchliche Wünsche nach Versöhnung und Kampf. Darüber hinaus beleuchtet das Kapitel die Abgrenzung und Nachahmung des Sohnes von seinem Vater.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Schlüsselwörter der Seminararbeit sind Vater-Sohn-Konflikt, Franz Werfel, "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig", Ambivalenz, Liebe, Hass, Expressionismus, militärische Etikette, Macht, Abgrenzung, Nachahmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Franz Werfels Novelle „Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig“?
Die Novelle thematisiert den tiefgreifenden Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek gegenüber seinem autoritären Vater, einem General.
Warum empfindet Karl Duschek gleichzeitig Hass und Liebe für seinen Vater?
Der Konflikt speist sich aus der Rolle des Vaters als strenger Vorgesetzter und Familienoberhaupt sowie Karls widersprüchlichem Wunsch nach Versöhnung einerseits und Auflehnung andererseits.
Welche Rolle spielt die militärische Etikette im Vater-Sohn-Konflikt?
Die militärische Prägung des Vaters führt zu einem autoritären Auftreten, das den Machtkampf zwischen den Generationen verschärft.
Warum ist dieser Konflikt typisch für den Expressionismus?
Der Vater-Sohn-Konflikt ist ein zentrales literarisches Motiv des Expressionismus und symbolisiert oft den Aufbruch der Jugend gegen verkrustete gesellschaftliche Strukturen.
Wie grenzt sich der Sohn vom Vater ab?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der bewussten Abgrenzung Karls von den Werten des Vaters und der gleichzeitigen unbewussten Nachahmung seiner Verhaltensweisen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Vaterhass oder Vaterliebe? Der innere Konflikt Karl Duscheks in Franz Werfels "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310330