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Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" als Parodie von Goethes Selbstbiografie "Dichtung und Wahrheit"

Titre: Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" als Parodie von Goethes Selbstbiografie "Dichtung und Wahrheit"

Dossier / Travail , 2015 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Reinhold Wipper (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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Die unvollendet gebliebenen „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von 1954 stellen das letzte Werk von Thomas Mann dar. Im Roman geht es um einen fiktiven Hochstapler, der in autobiographischer Form sein Leben erzählt und analysiert.

Eine der bedeutendsten Quellen für die „Bekenntnisse“ ist die Autobiographie des rumänischen Hochstaplers Georges Manolescu (1871 – 1911), der in Europa, Amerika und Japan zu einiger Berühmtheit gelangte und dessen Memoiren 1905 unter dem Titel „Ein Fürst der Diebe“ in deutscher Sprache erschienen. Als weitere Quelle gilt ebenso Goethes „Dichtung und Wahrheit“. Aufgrund des Illusionscharakters „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und der zudem offenkundigen Kriminalität des Protagonisten steht der Roman in einem scharfen Gegensatz zu Goethes poetischer Selbstbiographie. Deren wesentlicher Bezugspunkt ist die (vermeintliche) Wahrheit des Geschriebenen und der Autor als identifizierbares Ich das offenkundige Referenzobjekt der Biographie Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ erscheinen dabei als Stilparodie der literarischen Autobiographie Goethes, wobei der Bildungsoptimismus des Bildungsromans, wie er charakteristisch ist für Goethes „Dichtung und Wahrheit“, dadurch karikiert wird, dass Thomas Mann einen Kriminellen zum Protagonisten macht. Die parodistischen Elemente bis in sprachliche Details hinein verfolgen lassen.

In dieser Arbeit geht es um eben diese karikierende Überhöhung der vermeintlichen Wahrheit einer literarischen Selbstbiographie und die sich daraus ergebende Fiktionalisierung der angeblichen Authentizität der Lebensbekenntnisse eines Hochstaplers. Im Mittelpunkt steht dabei die Fragestellung, mit welchen literarischen Mitteln Thomas Mann die angebliche Wahrheit von Goethes „Dichtung und Wahrheit“, die von der Literaturkritik längst auch als in hohem Maße ästhetisiert/literarisiert nachgewiesen wurde, ad absurdum führt. Diese Thematik wird in der Arbeit mit Blick auf das Forschungsparadigma der Literarischen Anthropologie diskutiert. Betont wird dabei die ästhetische Gestaltung dieser Literarisierung eines Lebens. Die vermeintliche Wahrheit der Lebensbeschreibung wird dabei vor dem Hintergrund einer ästhetischen Form der Lebensdeutung in der literarischen Autobiographie beschrieben und nicht zuletzt auf die Subjektivität dieser Darstellung bezogen. Verbunden damit ist die Frage, was sich über die Identitätskonstruktion einer derart fiktionalisierten Lebensbeschreibung aussagen lässt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Fiktionalität der Selbstbiographie des Hochstaplers Felix Krull

2.1 Die Bedeutung der Enthüllungen eines Hochstaplers

2.1.1 Literarisches Genre und Vorbilder

2.1.2 Der Hochstapler Felix Krull

2.2 Der Hochstapler als unzuverlässiger Erzähler

3. Die Parodie von „Dichtung und Wahrheit“

3.1 Selbstdarstellung als narzisstische Überhöhung

3.2 Die mimetische Angleichung der Sprache von Thomas Mann an Goethes Selbstbiographie

3.3 Die Selbstbiographie und die Ästhetisierung der Existenz in der Literarischen Autobiographie

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Parodie der literarischen Autobiographie in Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" im Vergleich zu Goethes "Dichtung und Wahrheit". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mann durch die Fiktionalisierung autobiographischer Authentizität und die gezielte Übernahme stilistischer Merkmale Goethes die Konzepte von Wahrheit, Narzissmus und künstlerischer Selbststilisierung dekonstruiert.

  • Literarische Gattungsanalyse der Autobiographie und des Hochstaplerromans
  • Dekonstruktion der Wahrheit in der literarischen Lebensbeschreibung
  • Vergleichende Analyse der Erzählstrukturen bei Thomas Mann und Goethe
  • Untersuchung von Ironie und stilistischer Parodie als ästhetische Mittel
  • Die Rolle des "unzuverlässigen Erzählers" bei der Identitätskonstruktion

Auszug aus dem Buch

Die mimetische Angleichung der Sprache von Thomas Mann an Goethes Selbstbiographie

Die Parallelen zwischen dem Duktus von Goethes „Dichtung und Wahrheit“ und dem in Manns Text sind unübersehbar; sie schwanken zwischen einer groben Verulkung und einem subtilen stilistischen Widerhall, der auch solche Momente reflektiert, die keiner satirischen Abwandlung oder sogar Abwertung unterzogen werden.

Ausgehend von der Prämisse, dass sich im bürgerlichen Roman seit der Epoche der Empfindsamkeit im Romananfang der stilistische Nukleus eines Textes finde, sollen im Folgenden mimetische Angleichungen zwischen Goethes und Manns Text anhand der beiden Romananfänge untersucht werden. Dabei wird einerseits auf den in Abschnitt 2.2 zitierten Eingang von Manns Text zurückgegriffen.

„Am 28sten August 1749, Mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich: die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Merkur nicht widerwärtig, Saturn und Mars verhielten sich gleichgültig; nur der Mond, der soeben voll ward, übte die Kraft seines Gegenscheins umso mehr, als zugleich seine Planetenstunde eingetreten war. Er widersetzte sich daher meiner Geburt, die nicht eher erfolgen konnte, als bis diese Stunde vorübergegangen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Thomas Manns letzten Roman als eine Parodie auf Goethes "Dichtung und Wahrheit" vor und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Fiktionalisierung von Authentizität.

2. Die Fiktionalität der Selbstbiographie des Hochstaplers Felix Krull: Dieses Kapitel erörtert das Genre des Hochstaplerromans und die Rolle Krulls als unzuverlässiger Erzähler, der seine Lebensgeschichte trotz eines Anspruchs auf "Wahrheit" durch ironische Brechungen als bloße Stilisierung ausweist.

3. Die Parodie von „Dichtung und Wahrheit“: Das Hauptkapitel analysiert detailliert, wie Mann Goethes autobiographische Strategien übernimmt, um dessen Bildungsoptimismus und die damit verbundene narzisstische Selbststilisierung ironisch zu spiegeln und zu dekonstruieren.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Manns Werk eine komplexe, ernsthafte Rezeption von Goethes Stilistik darstellt, die das Zwischenreich zwischen Künstlertum und Scharlatanerie auslotet, ohne das Vorbild bloß zu denunzieren.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Johann Wolfgang von Goethe, Felix Krull, Dichtung und Wahrheit, Autobiographie, Parodie, Hochstapler, Narzissmus, Literarizität, Unzuverlässiger Erzähler, Stilistik, Identitätskonstruktion, Fiktionalisierung, Bildungsroman, Ästhetisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Thomas Manns Roman "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" zu Goethes Autobiographie "Dichtung und Wahrheit" unter dem Aspekt der parodistischen Stilisierung.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Fokus stehen die literarische Inszenierung des eigenen Lebens, das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Wahrheit sowie die Kritik an der narzisstischen Überhöhung des Ichs in der autobiographischen Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, mit welchen literarischen Mitteln Thomas Mann die vermeintliche Wahrheit in Goethes Selbstbiographie dekonstruiert und fiktionalisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Gattungstheorie, den Vergleich von Romananfängen (Mimesis) sowie das Forschungsparadigma der Literarischen Anthropologie nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die parodistischen Strukturen, die Rolle des Erzählers Krull, die sprachliche Angleichung an Goethe und die Dekonstruktion des Bildungsbegriffs.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Parodie, Autobiographie, Fiktionalisierung, Authentizität, narzisstische Überhöhung, Stilisierung und die Auseinandersetzung mit der Tradition des bürgerlichen Bildungsromans.

Wie unterscheidet sich Krulls "Wahrheit" von der Goethes?

Während Goethe seine Selbstbiographie als ernsthaftes ästhetisches Experiment und Entwicklungsmodell konzipiert, nutzt der Hochstapler Krull ähnliche stilistische Muster, um seine "Wahrheit" als bloße Maske und Werkzeug der Selbstgefälligkeit zu präsentieren.

Welche Funktion hat die "Feinheit und Wohlgefälligkeit" im Text?

Diese Begriffe fungieren als ironisch verwendete Attribute, die Mann aus Goethes Wortschatz entnimmt, um Krulls banale Selbstgefälligkeit als verzerrte Spiegelung Goethescher Sprachkultur bloßzustellen.

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Résumé des informations

Titre
Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" als Parodie von Goethes Selbstbiografie "Dichtung und Wahrheit"
Université
University of Hagen  (Kulturwissenschaften)
Note
1,7
Auteur
Reinhold Wipper (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
17
N° de catalogue
V310353
ISBN (ebook)
9783668086616
ISBN (Livre)
9783668086623
Langue
allemand
mots-clé
thomas manns bekenntnisse hochstaplers felix krull parodie goethes selbstbiografie dichtung wahrheit
Sécurité des produits
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Citation du texte
Reinhold Wipper (Auteur), 2015, Thomas Manns "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" als Parodie von Goethes Selbstbiografie "Dichtung und Wahrheit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310353
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Extrait de  17  pages
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