Diese Arbeit setzt sich mit der Integration von systemischen Methoden in den schulischen Sportunterricht auseinander.
In den theoretischen Kapiteln geht der Autor maßgeblich auf die sportpädagogischen Hintergründe ein. Es wird davon ausgegangen, dass der Leser dieser Arbeit die Hintergründe des systemischen Handwerks kennt. Daher wird nicht ausführlich auf die theoretischen Hintergründe des systemischen Handwerkes eingegangen. Mit der detaillierten Darstellung des sportpädagogischen Hintergrunds sollen die Gemeinsamkeiten zum systemischen Handwerk sichtbar machen.
Der zweite Teil der Arbeit stellt die Praxis der Integration von Sportunterricht und systemischem Handwerk dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Theoretische Hintergründe zum Sportunterricht und Beziehung zum Systemischen Handwerk
2.1 Was zeichnet den Sportunterricht aus?
2.2 Allgemeine Problematik des Sportunterrichts
2.3 Was ist ein erziehender Sportunterricht?
2.4 Allgemeinbildende Ziele des Sportunterrichts
2.5 Mehrperspektivischer Sportunterricht
3. Praktische Arbeit
3.1 Kontext der Beratung/Gruppenleitung
3.2 Gruppenzusammensetzung
3.3 Kontrakt
3.4 Verlaufsbeschreibung
4. Ergebnis der Beratung/Gruppenleitung
5. Selbstreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, systemische Ansätze in den Sportunterricht zu integrieren, um ein positives Lernklima in einer neu zusammengesetzten Lerngruppe zu schaffen und dabei pädagogische Paradoxien des Sportunterrichts zu bearbeiten.
- Theoretische Grundlagen des erziehenden Sportunterrichts und dessen Paradoxien.
- Anwendung von systemischem Handwerk zur Verbesserung der Gruppendynamik.
- Förderung der Selbsttätigkeit und sozialen Verantwortung der Schüler.
- Reflexion über die Vereinbarkeit von systemischer Grundhaltung und Lehrerdasein.
Auszug aus dem Buch
2.2 Allgemeine Problematik des Sportunterrichts
Die Paradoxie der Institution Schule macht sich in dem Spannungsfeld der Erziehung/ Förderung auf der einen Seite und Qualifikation/ Selektion auf der anderen Seite sichtbar. Dass die Schule durch Vermittlung von Fertigkeiten die Schüler auf ihr späteres Leben qualifizieren bzw. vorbereiten soll, und somit der Gesellschaft ein mögliches Selektionsraster zur Verfügung stellt, ist eine wichtige Aufgabe dieser Institution. Aber wie lässt sich diese Forderung nach Selektion mit der Erziehung und gleichzeitigen Förderung jedes Individuums vereinbaren? Kemper (1994, S. 299) bezeichnet diese Problematik als „Grundwiderspruch der Institution Schule“ in der pädagogische Forderung nach individueller Förderung und dem gesellschaftlichen Zwang der sozialen Auslese. Diese paradoxe Grundstruktur spiegelt sich in den verschiedenen Bildungskonzepten (material/formal) in unserer Geschichte wider. So z.B. in der formalen Bildungsvorstellung Rousseaus und der reformpädagogischen Leibeserziehung auf der einen Seite, und der materialen philanthropischen Leibeserziehung und dem Preußischen Schulturnen auf der Anderen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Arbeit mit Hinweisen zur geschlechtsneutralen Sprachverwendung und zur thematischen Ausrichtung auf sportpädagogische Hintergründe im Kontext des systemischen Handwerks.
2. Theoretische Hintergründe zum Sportunterricht und Beziehung zum Systemischen Handwerk: Beleuchtung der didaktischen Kennzeichen, der Paradoxien des Sportunterrichts sowie der Ziele der Erziehung im und durch Sport unter Einbezug systemischer Perspektiven.
3. Praktische Arbeit: Darstellung des Kontextes, der Rahmenbedingungen, der Gruppenzusammensetzung sowie der konkreten Interventionsplanung für die untersuchte Lerngruppe.
4. Ergebnis der Beratung/Gruppenleitung: Zusammenfassende Betrachtung der Veränderungen innerhalb der Gruppendynamik und des Lernklimas nach Durchführung der Interventionen.
5. Selbstreflexion: Persönliche Auseinandersetzung des Autors mit dem eigenen Adaptionsprozess der systemischen Grundhaltung im Sportunterricht.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, erziehender Sportunterricht, systemisches Handwerk, Gruppendynamik, Allgemeinbildung, mehrperspektivischer Sportunterricht, Selbstreflexion, pädagogische Paradoxie, Beratung, Lernklima, MarteMeo, Kooperatives Lernen, Unterrichtsprinzipien, Interventionsplanung, Lehrerhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von sportpädagogischen Ansätzen, insbesondere dem erziehenden Sportunterricht, mit Methoden und der Grundhaltung des systemischen Handwerks.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Paradoxien des Sportunterrichts, die Konzepte der Allgemeinbildung, mehrperspektivischer Unterricht und die praktische Umsetzung systemischer Interventionen in einer Sportlergruppe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, durch gezielte systemische Interventionen ein möglichst positives Lernklima in einer neu zusammengesetzten Lerngruppe zu etablieren und dabei die soziale Interaktion zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einer praxisorientierten Reflexion im Rahmen einer Fallstudie/Handlung im Feld der Sportpädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Paradoxien, Erziehungsauftrag) erörtert, gefolgt von der detaillierten Beschreibung einer praktischen Intervention in einer spezifischen "Gelben Lerngruppe" über neun Doppelstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie systemisches Handwerk, erziehender Sportunterricht, Gruppendynamik und pädagogische Reflexion charakterisiert.
Welchen Stellenwert nimmt die "doppelte Paradoxie" des Sportunterrichts in der Arbeit ein?
Sie bildet das theoretische Fundament, um die Diskrepanz zwischen dem verpflichtenden Schulfach/Selektionsauftrag und dem Anspruch auf individuelle Erziehung und Sinnerfahrung im Sport aufzuzeigen.
Wie bewertet der Autor die eigene Rolle bei der Anwendung systemischer Methoden?
Der Autor reflektiert kritisch den Lernprozess vom anfänglichen Fehler-Stress hin zu einer gelasseneren, ressourcenorientierten Haltung, die den Einsatz systemischer Interventionen im Unterricht ermöglicht.
- Citation du texte
- Alexander Scholz (Auteur), 2013, Integration von Sportunterricht und systemischem Handwerk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310365