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Erzählungen aus dem fränkischen „Volksfreund“. Narrative Strategien der Volksaufklärung

Titre: Erzählungen aus dem fränkischen „Volksfreund“. Narrative Strategien der Volksaufklärung

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julia Hümmer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Widmet man sich der fränkischen Region, so fällt auf, dass die Bereitschaft zur Rezeption von Gedrucktem als eher gering galt und auch die Frage, ob die aufklärerischen Gedanken tatsächlich zum Volk durchdrangen, muss man kritisch diskutieren. Sucht man in Franken nach einem regionalen Pionier der Aufklärung, kann vor allem Nürnberg als Wegbereiter der fränkischen Aufklärung angesehen werden, weshalb für diese Arbeit fünf volksaufklärerische Erzählungen des Jahres 1799 aus Nürnberg als Untersuchungsgegenstand ausgewählt wurden.

Dabei soll das ernsthafte Bemühen um eine Ansprache der niederen Stände veranschaulicht werden, indem der Frage nachgegangen werden soll, welcher narrativer Mittel sich die fränkischen Volksaufklärer bedienten, um das Interesse des ,gemeinen Mannes‘ zu wecken.

Dafür soll in einem ersten Schritt einige quellenkritische Vorüberlegungen vorangestellt werden, um anschließend zur Analyse der Erzählungen aus dem Volksfreund überzugehen. Die Untersuchung widmet sich zunächst den inhaltlichen Strategien zur Überzeugung der Rezipienten, wobei hier die Auswahl der Protagonisten, die verwendeten inhaltlichen Motive und das Utilitaritätsprinzip der Geschichten beleuchtet werden soll. Danach stehen die formalen Techniken der Suggestion im Fokus, welche sich auf den Abdruck von Bildern, der visuellen Hervorhebung relevanter Textaspekte sowie der taktisch eingesetzten Erzählperspektive beläuft. Abschließend sollen die Erzählungen noch in Hinblick auf stilistische und sprachliche Besonderheiten untersucht werden, um eine ganzheitliche Analyse der Texte zu gewährleisten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Quellenkritische Vorüberlegungen

3 Volksaufklärerische Strategien in Erzählungen des Volksfreund

3.1 Inhaltliche Strategien

3.1.1 Die Protagonisten

3.1.2 Die Motive

3.1.3 Das Utilitaritätsprinzip

3.2 Formale Strategien

3.2.1 Der Abdruck von Bildern

3.2.2 Die Visuelle Hervorhebung wichtiger Begriffe und Textstellen

3.2.3 Die Erzählperspektive

3.3 Sprachliche und stilistische Besonderheiten

3.3.1 Die Verwendung von Vergleichen

3.3.2 Die Verwendung häufiger Fragen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die narrativen und formalen Strategien, mit denen die fränkische Volksaufklärung im Jahr 1799 versuchte, aufklärerisches Gedankengut an die niederen Bevölkerungsschichten zu vermitteln und eine Mentalitätsänderung herbeizuführen.

  • Analyse der inhaltlichen Vermittlungsstrategien durch Protagonisten und Motive.
  • Untersuchung formaler Techniken wie Bebilderung und visueller Hervorhebung.
  • Erforschung der psychologischen Wirkung von Erzählperspektiven.
  • Analyse sprachlicher Mittel wie Vergleiche und rhetorische Fragen.
  • Darstellung des Utilitaritätsprinzips als Anreizmodell für den Leser.

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Die Erzählperspektive

Auch die verwendete Erzählperspektive vermochte dazu beizutragen, dem gemeinen Volk aufklärerisches Gedankengut näher zu bringen. Nach Alzheimer-Haller wurden zahlreiche Geschichten aus der Sicht eines Dritten geschildert, „was ihnen den Duktus einer (Zeitungs-)-Nachricht verleiht, welche von besonderer Sachlichkeit geprägt sind. Die Erzählweise ist knapp und nüchtern – Emotionalität, Über- oder Untertreibung aufgrund eigener Betroffenheit bleiben außen vor.“52 Analysiert man die vorliegenden Erzählungen aus dem Volksfreund, so spiegelt sich diese Nüchternheit auch in einigen davon wider: Ein signifikantes Beispiel liefert dabei Christian Falz: Ramann schilderte die Todesangst Falz‘, als er nach einem Kutschenunglück im dunklen Wald übernachten muss, auffällig schmucklos:

Falz legte sich mit dem Kopf auf den Koffer und stand tausend Angst aus. So wie sich ein Büschgen bewegte, so fuhr er auch zusammen. Spitzbuben, Räuber, Diebe und Mörder schwebten ihm immer vor Augen, und solche Gesellschafter, müssen nothwendig Furcht und Angst erwecken.53

Die Handlung der Geschichten wurde dritten, angeblich realen54 Personen zugeschrieben, die realiter jedoch typisiert und unbekannt waren. Daher überlieferten die Erzählungen Erlebnisse fremder Personen, welche als Exempel für die Rezipienten fungierten und sie zu einer moralischen Be- und Verurteilung des Protagonisten anregte.55 Bezieht man sich dabei abermals auf den zitierten Textauszug aus Christian Falz, so erlaubte die nüchterne Schilderung der Erzählstimme, dass der Leser die nötige Distanz bewahrte, Falz‘ geiziges Verhalten als verwerflich zu erkennen und folglich abzulehnen, da ihm gegenüber narrativ kein Mitleid aufgebaut wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die historische Bewegung der Volksaufklärung und Begründung der Auswahl von fünf Erzählungen aus dem Jahr 1799 als Untersuchungsgegenstand.

Quellenkritische Vorüberlegungen: Definition der Zielgruppe (der „gemeine Mann“) und Einordnung der Zeitschrift „Der Volksfreund“ als Fortführung früherer Flugschriften.

Volksaufklärerische Strategien in Erzählungen des Volksfreund: Umfassende Analyse der Methoden zur Vermittlung von Aufklärung, gegliedert in inhaltliche, formale und sprachliche Ansätze.

Inhaltliche Strategien: Untersuchung, wie durch identifizierbare Protagonisten und tugendbasierte Motive die Akzeptanz rationalen Denkens gefördert werden sollte.

Die Protagonisten: Analyse der Verwendung von Identifikationsfiguren aus dem Volke zur Minderung der Distanz zwischen Leser und belehrendem Inhalt.

Die Motive: Betrachtung moralischer Vorbilder und abschreckender Negativbeispiele zur Empfehlung einer rationalen Lebensführung.

Das Utilitaritätsprinzip: Erläuterung, wie das Kosten-Nutzen-Prinzip durch die Verknüpfung von Tugend mit Belohnung bzw. Laster mit Strafe als Erziehungsinstrument diente.

Formale Strategien: Untersuchung der visuellen und gestalterischen Mittel, die zur Steigerung des Leseinteresses eingesetzt wurden.

Der Abdruck von Bildern: Analyse der Funktion von Illustrationen als Motivationshilfe zur Rezeption der Texte.

Die Visuelle Hervorhebung wichtiger Begriffe und Textstellen: Darstellung der typografischen Mittel, um zentrale moralische Botschaften optisch hervorzuheben.

Die Erzählperspektive: Untersuchung, wie die Wahl der Erzählstimme zwischen kritischer Distanz und emotionaler Identifikation abwechselte.

Sprachliche und stilistische Besonderheiten: Betrachtung der sprachlichen Gestaltung zur besseren Verständlichkeit komplexer Inhalte.

Die Verwendung von Vergleichen: Analyse der didaktischen Nutzung von Metaphern und Vergleichen zur Vereinfachung moralischer und naturwissenschaftlicher Sachverhalte.

Die Verwendung häufiger Fragen: Untersuchung der rhetorischen Funktion von Fragen als Mechanismus zur Suggestion und Aktivierung des Lesers.

Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der untersuchten Strategien und Ausblick auf weiterführende Fragestellungen der Forschung.

Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Volksaufklärung, 18. Jahrhundert, Der Volksfreund, Johann Ferdinand Schlez, narrative Strategien, Moralische Erzählungen, Aufklärung, Franken, Didaktik, Bildungsbewegung, gemeiner Mann, Utilitarismus, Literaturanalyse, Erzählperspektive, Rhetorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert fünf volksaufklärerische Erzählungen aus dem Jahr 1799, um die literarischen Strategien aufzudecken, mit denen versucht wurde, aufklärerisches Gedankengut in die niederen Gesellschaftsschichten Frankens zu tragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf inhaltliche, formale und sprachliche Strategien, darunter die Wahl der Protagonisten, das Utilitaritätsprinzip, visuelle Hervorhebungen und der Einsatz von rhetorischen Fragen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen spezifischen narrativen Mechanismen die Volksaufklärer das Interesse des „gemeinen Mannes“ weckten und eine Änderung seiner Mentalität hin zu rationalem, tugendhaftem Handeln anstrebten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analysemethoden, um Inhalt, Form und Sprache der ausgewählten Erzählungen in Bezug auf ihre volksaufklärerische Intention zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von inhaltlichen Strategien (Protagonisten, Motive), formalen Techniken (Bilder, Hervorhebungen, Erzählperspektive) sowie sprachlichen Besonderheiten (Vergleiche, Fragen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Volksaufklärung, narrative Strategien, Moralische Erzählungen, Didaktik, Utilitarismus und der gemeine Mann als Zielgruppe.

Welche Bedeutung kommt der Erzählperspektive in den Texten zu?

Die Arbeit zeigt, dass die Wahl der Perspektive bewusst gesteuert wurde: Die Er-Perspektive diente der distanzierten Urteilsbildung, während die Ich-Perspektive ein emotionales Einfühlen und eine Zustimmung des Lesers ermöglichen sollte.

Warum spielte das Utilitaritätsprinzip eine so große Rolle für die Aufklärer?

Die Autoren waren davon überzeugt, dass das bloße Befolgen moralischer Regeln ohne Zweckbindung schwer vermittelbar sei; daher verknüpften sie tugendhaftes Verhalten mit sichtbarem Erfolg und Fehlverhalten mit negativen Konsequenzen.

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Résumé des informations

Titre
Erzählungen aus dem fränkischen „Volksfreund“. Narrative Strategien der Volksaufklärung
Université
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte)
Cours
Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte
Note
1,3
Auteur
Julia Hümmer (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
16
N° de catalogue
V310398
ISBN (ebook)
9783668091092
ISBN (Livre)
9783668091108
Langue
allemand
mots-clé
Aufklärung Volk Franken Ferdinand Schlez Aberglaube Narration Volksliteratur 18. Jahrhundert
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Hümmer (Auteur), 2014, Erzählungen aus dem fränkischen „Volksfreund“. Narrative Strategien der Volksaufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310398
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Extrait de  16  pages
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