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Perspektivübernahme als Bestandteil Historischen Denkens

Die Entwicklung dieser Kompetenz am Beispiel der Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus“ im Geschichtsunterricht der Klassenstufe 9

Title: Perspektivübernahme als Bestandteil Historischen Denkens

Examination Thesis , 2012 , 76 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annegret Jahn (Author)

Didactics - History
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Die Fähigkeit zur Perspektivübernahme stellt eine wichtige, aber auch sehr komplexe Kompetenz im Geschichtsunterricht dar. Die Schüler sollen befähigt werden, die Menschen in der Geschichte nicht abzuwerten oder zu diffamieren, sondern ihnen offen und tolerant gegenüber zu treten sowie deren Handlungen und Entscheidungen auf dem Hintergrund von Informationen zu den jeweiligen Rahmenbedingungen der Menschen in der Geschichte sachlich zu beurteilen.
Die Fähigkeit der Perspektivübernahme besitzen die Schüler nicht von vornherein, denn erst ein entwicklungspsychologischer Prozess steuert die unterschiedlichen Stufen dieser Fähigkeit. Zudem ist die Ausbildung dieser Fähigkeit auf eine Förderung angewiesen. Hierbei spielen der Geschichtsunterricht und die Fachlehrer eine wichtige Rolle: Sie sind angehalten, mit multiperspektivischen Materialien und geeigneten Sachinformationen den Schülern die Perspektivübernahme zu erleichtern. Wie zu zeigen sein wird, ist die Perspektivübernahme im Geschichtsunterricht eine besondere Herausforderung.
Im Geschichtsunterricht der Klasse 9.5 hatte ich die Gelegenheit, die eventuell bereits ausgebildete Fähigkeit der Schüler vorerst zu überprüfen und diese im Anschluss daran weiterzuentwickeln. Die Fachlehrerin stellte mir dafür im Rahmen meines begleiteten Unterrichts in dieser Klasse einige Doppelstunden zur Verfügung.
Der durchgeführte Unterrichtsversuch wird in der vorliegenden Arbeit nun reflektiert. Dabei werden in einem ersten großen Teil Überlegungen zum Thema Perspektivübernahme als Bestandteil Historischen Denkens angestellt (Kapitel 2), anschließend wird in einem zweiten Teil die empirische Untersuchung selbst beschrieben (Kapitel 3). Einen letzten großen Teil bildet die Auswertung dieser Untersuchung (Kapitel 4).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorüberlegungen und Begründung des Themas

2.1 Themenwahl, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

2.2 Einordnung des Themas in den Lehrplan und Lernziele

2.3 Diskussion theoretischer Erkenntnisse

2.4 Empirische Gesamtplanung und experimentelle Fragestellungen

2.5 Variantendiskussion des methodischen Vorgehens

3 Darstellung der empirischen Untersuchung

3.1 Beschreibung und Eingrenzung der Lerninhalte

3.2 Beschreibung der Lerngruppe

3.3 Begründung, Darstellung und Reflexion einer ausgewählten Unterrichtssequenz

4 Zusammenfassung

4.1 Vergleich von Zielsetzung und Ergebnissen

4.2 Theoretische Reflexion und Aussagen zur Untersuchung

4.3 Eignung der angewandten Methoden

4.4 Auswertung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen

4.5 Konsequenzen und Ausblick

5 Bibliographie

5.1 Theoretische Erkenntnisse

5.2 Materialien für den Unterrichtsversuch

6 Anhang

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Perspektivübernahme als essenziellen Bestandteil historischen Denkens bei Schülern der neunten Klassenstufe am Beispiel der Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus“. Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung zu prüfen, inwieweit multiperspektivische Unterrichtsmaterialien und historische Fallbeispiele die Fähigkeit der Schüler fördern, sich in die Lebenswelt anderer Personen hineinzuversetzen und deren Handlungen tolerant und sachlich auf Basis der damaligen Rahmenbedingungen zu reflektieren.

  • Entwicklungspsychologische Grundlagen der Perspektivübernahme nach Robert L. Selman.
  • Kompetenzmodell historischen Lernens von Michael Sauer.
  • Anziehungskraft nationalsozialistischer Jugendorganisationen auf Jugendliche.
  • Methodische Gestaltung von Geschichtsunterricht mittels Zeitzeugenberichten und Quelltexten.
  • Reflexion über die Urteilskompetenz der Schüler gegenüber problematischen historischen Perspektiven.

Auszug aus dem Buch

Perspektivübernahme als eine Kompetenz Historischen Denkens

Als theoretische Grundlage für die Einordnung der Perspektivübernahme in den Rahmen des Historischen Denkens wird das Modell von Michael Sauer herangezogen, welches auch für den Verband der Geschichtslehrer als Basis für das Erstellen der Bildungsstandards diente. Michael Sauer unterscheidet drei Kompetenzbereiche im Geschichtsunterricht: Die Sachkompetenz, die Deutungs- und Reflexionskompetenz und die Medien- und Methodenkompetenz. Der Begriff der Historischen Kompetenz findet sich dabei vor allem in der zweiten Kompetenz wieder. Diese zweite Kompetenz (Deutungs- und Reflexionskompetenz) wird von Michael Sauer nochmals in unterschiedliche Teilkompetenzen unterteilt, welche wiederum mehrere Unterkompetenzen besitzen. Bei der Deutungs- und Reflexionskompetenz handelt es sich, laut Michael Sauer, um „[...] den schwierigsten und anspruchsvollsten der drei Kompetenzbereiche.“ Folgende – für den Unterrichtsversuch entscheidende – Teilkompetenzen listet Michael Sauer auf: „Mit Perspektivität in der Geschichte umgehen“ und „Fremdverstehen leisten“. „Mit Perspektivität in der Geschichte umgehen“ bedeutet in diesem Fall, Perspektivität in Quellen zu erkennen (1), sich in unterschiedliche Perspektiven hineinzuversetzen (2) und historische Situationen und Ereignisse parallel aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten (3). Ein großer qualitativer Sprung bestehe hier zwischen den Unterkompetenzen zwei und drei. Die Schüler müssten erkennen, dass historische Quellen durch unterschiedliche Perspektiven geprägt seien, welche sich aus der Situation des Urhebers der Quelle ergäbe (u.a. kulturelle, religiöse, nationale, soziale, politische, wirtschaftliche Aspekte). Im Geschichtsunterricht müssten die Schüler deshalb einerseits mit möglichst vielen Quellen unterschiedlicher Perspektiven konfrontiert werden und andererseits dazu angehalten werden, selbst verschiedene Perspektiven einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Perspektivübernahme im Geschichtsunterricht und Darlegung der Zielsetzung des Unterrichtsversuchs in einer 9. Klasse.

2 Vorüberlegungen und Begründung des Themas: Theoretische Fundierung des Vorhabens durch Einordnung in Lehrpläne sowie Diskussion der Fachdidaktik und Entwicklungspsychologie.

3 Darstellung der empirischen Untersuchung: Detaillierte Dokumentation des Unterrichtsverlaufs, der Lerninhalte sowie der methodischen Herangehensweisen wie Quellenarbeit und Gruppenpuzzle.

4 Zusammenfassung: Evaluation des Unterrichtsversuchs durch einen Abgleich der gesetzten Lernziele mit den tatsächlichen Ergebnissen sowie kritische Reflexion der angewandten Methoden.

5 Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten theoretischen Quellen und der Materialien für den Unterrichtsversuch.

6 Anhang: Kompendium aller verwendeten Arbeitsblätter, Quellen, Bilder und methodischen Ablaufpläne zur ergänzenden Information.

Schlüsselwörter

Perspektivübernahme, Historisches Denken, Geschichtsunterricht, Nationalsozialismus, Jugendorganisationen, Fremdverstehen, Michael Sauer, Robert L. Selman, Multiperspektivität, Ideologie, Zeitzeugen, Unterrichtsversuch, Urteilskompetenz, Sozialisation, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Schüler der neunten Klasse die Fähigkeit zur Perspektivübernahme im Kontext des Nationalsozialismus entwickeln und anwenden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Ideologie des Nationalsozialismus, die Struktur der Hitler-Jugend sowie die entwicklungspsychologischen und fachdidaktischen Voraussetzungen für das historische Fremdverstehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie Schüler durch gezielte Quellenarbeit und emotionale Zugänge befähigt werden, historische Perspektiven – auch aus einer problematischen Zeit – sachlich nachzuvollziehen, ohne dabei die heutige Urteilsfähigkeit zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein pädagogischer Unterrichtsversuch durchgeführt, der durch theoretische Fachliteratur gestützt und durch Fragebögen sowie schriftliche Schülerarbeiten empirisch ausgewertet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die didaktische Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit, die Auseinandersetzung mit Zeitzeugenberichten und die Reflexion der Schüler über ihre Rolle als Jugendliche im NS-Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Perspektivübernahme, historisches Denken, Multiperspektivität und Nationalsozialismus.

Wie reagierten die Schüler auf das Thema Jugend im Nationalsozialismus?

Die Klasse zeigte ein hohes Interesse, insbesondere durch den emotionalen Zugang über Musik und Bilder, und konnte die Anziehungskraft dieser Organisationen auf Jugendliche nachvollziehen, ohne die Ideologie selbst gutzuheißen.

Welche Rolle spielt die "fiktive Brief-Aufgabe" für die Ergebnisse?

Die fiktiven Antwortbriefe an Baldur von Schirach dienten als zentrales Messinstrument, um zu zeigen, dass die Schüler in der Lage sind, komplexe historische Standpunkte einzunehmen und diese in einer reflektierten Entscheidung zu begründen.

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Details

Title
Perspektivübernahme als Bestandteil Historischen Denkens
Subtitle
Die Entwicklung dieser Kompetenz am Beispiel der Unterrichtseinheit „Nationalsozialismus“ im Geschichtsunterricht der Klassenstufe 9
Course
Lehrerseminar Geschichte
Grade
1,0
Author
Annegret Jahn (Author)
Publication Year
2012
Pages
76
Catalog Number
V310407
ISBN (eBook)
9783668095847
ISBN (Book)
9783668095854
Language
German
Tags
perspektivübernahme bestandteil historischen denkens entwicklung kompetenz beispiel unterrichtseinheit nationalsozialismus geschichtsunterricht klassenstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annegret Jahn (Author), 2012, Perspektivübernahme als Bestandteil Historischen Denkens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310407
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