Die Bedeutung der Live-Kommunikation, in Form von Veranstaltungen, nimmt immer mehr zu. Laut einer Studie des Lehrstuhls Marketing der TU Chemnitz und des Forum Marketing-Eventagenturen in 1999, prognostizieren beispielsweise 96 % der befragten 100 Event-Veranstalter und 85 % der befragten 45 Eventagenturen für dieses Kommunikationsinstrument einen weiteren Bedeutungszuwachs.
Allerdings spricht die Wirtschaftslage von Heute etwas anderes aus. Sie zwingt Unternehmen zu Einsparungen. Immer mehr Unternehmen greifen zu einfacheren sowie kosteneffizienteren Kommunikationslösungen um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Früher war das Eventmanagement die erste und kreativste Kommunikationslösung, heute sieht das allerdings ganz anders aus. Unternehmen verzichten lieber auf Veranstaltungen, anstatt „unnötiges“ Geld auszugeben.
Allerdings ist eine Veranstaltung eine von den stärksten, erlebnisreichsten und informativsten Kommunikationsmitteln die es auf dem Markt gibt. Leider ist sie auch sehr komplex und mit hohen Kosten verbunden. Die größte Herausforderung bei einer Veranstaltung ist, dass es keine Sicherheit gibt, dass die investierten Kosten in der Zukunft wieder als Rendite in das Unternehmen reinfließt.
Den Unternehmen mangelt es an Ressourcen. Zeit, Geld und Personal fehlen um Themen wie Firmenveranstaltungen zu analysieren, bewerten und neue Lösungen zu finden. Außerdem steigt ständig die Anzahl der Kommunikationsanforderungen an eine Messe und parallel werden sie auch noch anspruchsvoller. Fehlende Messetransparenz und - Ziele der Beteiligten führen eher zu einem enttäuschten Messebesuch als zu Begeisterung.
Immer mehr Unternehmen schaffen daher Veranstaltungen aus
Kostengründen ab, bevor überhaupt die Ursachen analysiert wurden. Trotz Kostenersparnis, bieten Veranstaltungen ein zusätzliches Marketing- und Kommunikationsaspekt für Unternehmen. Außerdem können alle Zielgruppen einfach und effektiv durch diverse Kommunikationsmittel erreicht werden.
Das Resultat ist eindeutig: Messekunden werden ihre Chancen mit Messen mit denen vergleichen, die sich bei der Nutzung anderer Wege ohne Messen ergeben. Es gibt heute Alternativen, und die zwingen zur Entscheidung. Die Erwartung, die Marketingziele während einer Veranstaltung zu erreichen, geht NICHT in Erfüllung. Liegt es an der nicht klaren Zieldefinition? Oder vielleicht an nicht geschulte Mitarbeiter? Oder vielleicht ist einfach die Mitbewerberanzahl zu groß? [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2. Problemlösungsweg
2.1 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2.2 Theoretische Grundlagen
2.2.1 Projektmanagement
2.2.1.1 Begriffe und Merkmale des Projektmanagements
2.2.1.2 Welche Rolle die Projektorganisationsform spielt
2.2.1.3 Rollen und ihre Aufgaben in der Projektaufbauorganisation
2.2.2 Eventmanagement
2.2.2.1 Begriffe und Merkmale des Eventmanagements
2.2.2.2 Welche Rolle die Eventorganisationsform spielt
2.2.2.3 Der emotionale Standpunkt der Corporate Events
2.2.3 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Messebeteiligung
2.2.3.1 Begriffe und Merkmale des Messeprojektmanagements
2.2.3.2 Entscheidungen zum Messebesuch
2.2.4 Das Eventmarketing im Wandel
2.2.4.1 Die Veränderungen im Eventmarketing
2.2.4.2 Die Zentrale Rolle des Marketings im Kommunikationsmix
2.2.5 Instrumente der Messeerfolgskontrolle
2.2.5.1 Ziele und Aufgaben der Messerfolgskontrolle
2.2.5.2 Kontrollinstrumente in allen Phasen der Messe
2.3 Planung der Interviews
2.3.1 Grundlagen und Merkmale der Experteninterviews
2.3.2 Zusammenhang zwischen Forschungsfragen und Interviewfragen
2.4 Durchführung der Interviews
2.4.1 Ablauf der durchgeführten Interviews
2.5 Antworten der Interviews
2.5.1 Auswertung der durchgeführten Interviews
3. Beantwortung der Forschungsfragen
3.1 Ergebnisse der ersten Forschungsfrage
3.2 Ergebnisse der zweiten Forschungsfrage
3.3 Ergebnisse der dritten Forschungsfrage
3.4 Ergebnisse der vierten Forschungsfrage
3.5 Ergebnisse der Evaluierung der Experteninterviews
4. Fazit und Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Veranstaltern und Messe-Teilnehmern einen informativen, strukturierten Zugang zum Thema Erfolgskontrolle im Event- und Messemanagement zu ermöglichen. Angesichts knapper Budgets und steigender Anforderungen soll aufgezeigt werden, wie durch systematische Erfolgskontrolle der Nutzen von Veranstaltungen gesteigert und eine fundierte Basis für zukünftige Marketingentscheidungen geschaffen werden kann.
- Grundlagen von Projektmanagement und Eventmanagement
- Herausforderungen und Voraussetzungen für erfolgreiche Messebeteiligungen
- Die Rolle des Eventmarketings im Wandel des Kommunikationsmixes
- Methoden und Instrumente der Erfolgskontrolle
- Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews zur Anwendung in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Begriffe und Merkmale des Messeprojektmanagements
Das Wort Messe wurde im Mittelalter „geboren“ und gehörte damals in den Gottesdienst und zu den anschließenden Kirchenfesten. Die Märkte, im Mittelalter, wurden als „Schauveranstaltung mit Marktcharakter“ bezeichnet und förderte die Wirtschaft einer Stadt bzw. Region. Die Vorteile dieser Märkte waren die Messefreiheiten. Dadurch gab es u.a. eine Befreiung von Abgaben, vereinfachte Zahlungs- und Abrechnungsmodalitäten und eine beschleunigte Rechtsprechung bei Streitigkeiten. Heutzutage haben sich diese Messefreiheiten auf eins reduziert: eine temporäre Befreiung von Abgaben auf Gütern während der Veranstaltung. Auch heute sind Messen noch Schauveranstaltungen mit Marktcharakter, die den Verkauf von Waren und zunehmend auch von Dienstleistungen fördern sollen. Auch bei dem Wort „Messe“ gibt es keine einheitliche Definition. Die AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der deutschen Wirtschaft e.V.) definiert die Messe wie folgt: Messen sind zeitlich begrenzte, wiederkehrende Marktveranstaltungen, auf denen – bei vorrangiger Ansprache von Fachbesuchern – eine Vielzahl von Unternehmen das wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausstellt und überwiegend nach Muster an gewerbliche Abnehmer vertreibt. Die Definition des Gabler Wirtschaftslexikon lautet: Veranstaltung mit Marktcharakter, die ein umfassendes Angebot mehrerer Wirtschaftszweige oder Wirtschaftszweiges bietet. Im regelmäßigen Turnus einmal oder mehrmals am gleichen Ort. Verkauf aufgrund ausgestellter Muster für den Wiederverkauf oder für gewerbliche Verwendung. Es ist wichtig zu beachten, dass sowohl der Begriff Messe, als auch die Begriffe Ausstellung in der Literatur und im täglichen Sprachgebrauch simultan verwendet werden. Laut AUMA ist eine Ausstellung: eine zeitlich begrenzte Marktveranstaltung auf die eine Vielzahl von Unternehmen – bei vorrangiger Ansprache des allgemeinen Publikums – das repräsentative Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausstellt und vertreibt oder über dieses Angebot zum Zwecke der Absatzförderung informiert. Es ist schwer zu übersehen, dass der Übergang von Messe zur Ausstellung fließend ist. Beide Definitionen zeigen uns, dass sowohl eine Messe, als auch eine Ausstellung an Großhändler und an Endkonsumenten gerichtet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der Live-Kommunikation bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Druck und die daraus resultierende Notwendigkeit der Erfolgskontrolle.
2. Problemlösungsweg: Erläutert den Aufbau der Arbeit in Theorie und Praxis und führt in die Grundlagen des Projekt-, Event- und Messemanagements sowie das Marketing ein.
3. Beantwortung der Forschungsfragen: Analysiert und beantwortet die vier zentralen Forschungsfragen anhand der Literaturrecherche und der durchgeführten Experteninterviews.
4. Fazit und Resümee: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass die Erfolgskontrolle trotz oft informeller interner Durchführung ein unverzichtbarer Bestandteil der Veranstaltungsplanung ist.
Schlüsselwörter
Erfolgskontrolle, Eventmanagement, Messemanagement, Projektcontrolling, Live-Kommunikation, Messebeteiligung, Eventmarketing, Kommunikationsmix, Experteninterview, Markttransparenz, Messeplanung, Marketingziele, Kundenbindung, Erfolgsmessung, Veranstaltungsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Erfolgskontrolle im Event- und Messemanagement, um Veranstaltungen effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das Projektmanagement, Eventmarketing, Messeplanung sowie die spezifischen Methoden zur Messung von Veranstaltungserfolgen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Veranstaltern einen strukturierten Zugang zur Erfolgskontrolle zu vermitteln und den praktischen Nutzen dieses Instruments aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche mit einem empirischen Teil, bestehend aus Experteninterviews mit Branchenvertretern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Event- und Messemanagements sowie die konkrete Anwendung und Instrumente der Erfolgskontrolle in verschiedenen Phasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Erfolgskontrolle, Eventmanagement, Messebeteiligung und Projektcontrolling.
Wie werden die Ergebnisse der Erfolgskontrolle in der Praxis kommuniziert?
Die Experteninterviews zeigen, dass die Erfolgskontrolle primär ein interner Prozess ist, dessen Ergebnisse in der Regel nicht nach außen kommuniziert werden.
Welchen Stellenwert nimmt die Erfolgskontrolle bei kleinen vs. großen Unternehmen ein?
Während große Unternehmen oft datenbasierte Systeme nutzen, führen kleinere Unternehmen die Kontrolle häufiger persönlich durch, wobei in allen Fällen eine einfache, strukturierte Durchführung empfohlen wird.
- Citation du texte
- MBA Marion Anna Moser (Auteur), 2015, Erfolgskontrolle im Eventmanagement als Teil des Projektcontrolling bei Veranstaltern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310409