Die nachfolgenden Seiten sollen einen Einblick in Vertriebskanäle des Retail Banking verschaffen, sowie zeigen, wie diese zusammenspielen. Für entstehende Probleme wie gesteigerten Wettbewerb, die veränderten Kundentypen und Verhaltensmuster und die Vielzahl an verschiedenen Vertriebskanäle, die heutzutage von Kunden genutzt werden, sollen Lösungsideen aufgezeigt werden. Aufgrund der Vielzahl und in der Tiefe sehr umfangreichen Ausgestaltung dieser Themen, kann die vorliegende Arbeit nur einen Abriss der in der Praxis häufig vorkommenden Vertriebskanäle und Strategien darstellen.
Im Nachfolgenden werden die Begriffe „Retail Banking“ und „Vertriebskanäle“ thematisch abgegrenzt. Nach einem kurzen Exkurs in das Zusammenspiel der Vertriebskanäle, werden die in Deutschland meist genutzten Vertriebskanäle Bankfiliale und Internet Banking ausführlich behandelt, gefolgt von einem Ausblick auf Entwicklungen von neuartigen Vertriebskanälen und einem abschließenden Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thematische Abgrenzung
2.1 Retail Banking
2.2 Vertriebskanäle
3. Vertriebskanäle im Retail Banking
3.1 Bankfiliale
3.1.1 Weiterentwicklung des klassischen Filialkonzepts
3.1.2 Konzept Q110
3.2 Internet Banking
4. Entwicklung von neuartigen Vertriebskanälen
4.1 Apps für mobile Endgeräte als neues Mobile Banking Konzept
4.2 Social Banking als neues Virtual Banking Konzept
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Entwicklung und das Zusammenspiel verschiedener Vertriebskanäle im Retail Banking. Das primäre Ziel ist es, einen Einblick in die in der Praxis häufig genutzten Kanäle zu geben, deren Multikanalstrategie zu analysieren und innovative Ansätze wie Mobile Banking und Social Banking zu beleuchten, um Lösungsideen für bestehende Wettbewerbs- und Kundenbindungsprobleme aufzuzeigen.
- Multikanalstrategie und Vertriebsansätze im Retail Banking
- Transformation des klassischen Filialkonzepts (Beispiel Q110)
- Die Bedeutung und Herausforderungen des Internet Bankings
- Potenziale von Mobile Banking durch App-Anwendungen
- Social Banking als zukunftsweisendes Virtual Banking Konzept
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Weiterentwicklung des klassischen Filialkonzepts
Ein weiterer Ansatz bildet die Kreation neuer Filialkonzepte. Es sind bereits einige verschiedene Formen am Markt zu beobachten, die sich nicht nur in der Ausgestaltung sondern auch in der Zielsetzung unterscheiden:17 SB-Filialen sind häufig den klassischen Filialen angeschlossen oder entstehen wenn eine Mitarbeiterfiliale geschlossen wird. Der Kunde trifft hier auf keine Bankangestellten und erledigt alle seine Geschäfte über Automaten wie Kontoauszugsdrucker oder Überweisungsautomaten. Der Kunde ist an keine Öffnungszeiten mehr gebunden und die Bank zeigt, trotz fehlender Mitarbeiter, Kundennähe. In der Praxis ähnlich häufig vertreten sind Beratungszentren. Dies sind spezialisierte Filialen, die sich ausschließlich mit Spezialthemen befassen wie z.B. Immobilienfinanzierung oder Gewerbekunden und bieten neben freivereinbarer Terminzeiten dem Kunden auch eine erhöhte Kompetenz auf diesen Spezialfeldern. Shop-in-Shop Filialen werden an Orten mit hoher Kundenfrequenz wie z.B. Einkaufszentren oder großen Supermärkten errichtet. Die Idee ist die Bankgeschäfte während anderer Aktivitäten wie z.B. des Einkaufs zu erledigen. Franchise-Filialkonzepte, bei dem die Banken die Marke und Produkte der Bank an einen Lizenznehmer überträgt und dieser die Geschäfte für die Bank übernimmt, eröffnen ganz neue Aspekte, wie Fixkostenabbau bei gleichzeitiger Expansion. Zielgruppenfilialen sind Filialen, die sich auf die Bedürfnisse von selektierten Kundengruppen richten. In Österreich gibt es z.B. an vielen Universitäten spezielle Studentenfilialen.18 Ein anderes Beispiel für Zielgruppenfilialen liefert die Bonner Sparkasse, die im Zuge einer Event Center Eröffnung eine Jugendfiliale eröffnet hat.19 Bankingshops, oder auch bekannt als Erlebnisfilialen, haben den Produktverkauf, wie er im Einzelhandel stattfindet zum Vorbild. Die Bankfiliale wird zum Kommunikations- bzw. Erlebnisraum, mit einfachem Leistungszugang und Mehrwertangebot.20
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel im Bankensektor und die zunehmende Bedeutung des Retail Bankings durch veränderte Kundenbedürfnisse und den Einfluss neuer Technologien.
2. Thematische Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Retail Banking und Vertriebskanäle wissenschaftlich und praktisch, um die Grundlage für die Analyse der bankfachlichen Schwerpunkte zu schaffen.
3. Vertriebskanäle im Retail Banking: Es wird die Multikanalstrategie als zentrales Erfolgskonzept vorgestellt und die praktische Ausgestaltung der Bankfiliale sowie des Internet Bankings detailliert analysiert.
4. Entwicklung von neuartigen Vertriebskanälen: Das Kapitel behandelt innovative Konzepte wie Mobile Banking durch Apps und die Möglichkeiten des Social Bankings im Web 2.0.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit stetiger Innovationen im Banking zusammen und betont, dass Banken für den Erfolg vor allem auf die veränderten Anforderungen ihrer Kunden reagieren müssen.
Schlüsselwörter
Retail Banking, Vertriebskanäle, Multikanalstrategie, Bankfiliale, Internet Banking, Mobile Banking, Apps, Social Banking, Virtual Banking, Kundenbindung, Wettbewerb, Innovationsmanagement, Finanzdienstleistungen, Banktechnologie, Kundenbedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den modernen Vertriebskanälen im Bereich Retail Banking und untersucht, wie Banken ihre Strategien an den technologischen Wandel und veränderte Kundenbedürfnisse anpassen können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Multikanalstrategie, der Weiterentwicklung klassischer Filialen, dem Internet Banking sowie neuartigen Trends wie Mobile Apps und Social Banking.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle Vertriebsstrategien zu geben und aufzuzeigen, wie Banken durch Innovationen ihre Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbindung stärken können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Branchenstudien, um theoretische Konzepte mit praktischen Beispielen aus der Bankenwelt zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Begriffe, die Untersuchung bestehender Vertriebskanäle (Filiale, Internet) sowie die Vorstellung zukunftsorientierter Konzepte (Mobile und Social Banking).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Retail Banking, Multikanalstrategie, digitale Innovation, Kundenorientierung und technologische Transformation beschreiben.
Was zeichnet das Filialkonzept Q110 besonders aus?
Das Konzept Q110 kombiniert Banking mit Erlebnisbereichen wie Trendshops, Lounges und Kinderbetreuung, um Kunden durch eine neue Atmosphäre länger in der Filiale zu binden und Produkte "zum Anfassen" anzubieten.
Warum ist Mobile Banking für Banken strategisch so wichtig?
Mobile Banking ermöglicht eine direkte Ansprache der Kunden über Smartphones, bietet durch Ortungsdienste (GPS) Mehrwerte und erlaubt eine effiziente Integration von Werbekanälen in die App-Anwendungen.
Welche Herausforderung besteht beim Social Banking laut Autor?
Die größte Herausforderung ist derzeit die aufsichtsrechtliche Umsetzung, da aufgrund des Datenschutzes und der fehlenden Identitätsprüfung bei sozialen Netzwerken wie Facebook noch kein Vertragsabschluss möglich ist.
- Citar trabajo
- Eric Behrens (Autor), 2011, Vertriebskanäle im Retail Banking, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310422