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Der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig im Deutschunterricht in Frankreich

Titre: Der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig im Deutschunterricht in Frankreich

Mémoire (de fin d'études) , 2014 , 70 Pages , Note: 16/20

Autor:in: Erik Lautenschlager (Auteur)

Didactique de l'Allemand - L'allemand en tant que langue étrangère
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Um einen guten Spracherwerb zu gewährleisten, sollten authentische Materialien im Fremdsprachenunterricht Verwendung finden. Dies scheint vor allem in einer ultraperipheren Region Europas, wie das Departement La Réunion, wichtig. Trotz des einfachen Zugangs zum Internet bleibt seitens der Schülerinnen und Schüler die Nutzung von fremdsprachlichen Internetseiten oder Radiosendungen eher begrenzt. Es ist notwendig, den Schülerinnen und Schülern möglichst viel und möglichst authentisches Material zum Lernen der fremden Sprache im Unterricht zur Verfügung zu stellen. Daher bietet es sich an, zum Beispiel mit Literatur zu arbeiten. Sicherlich sind Kenntnisse der Literatur aus verschiedenen Jahrhunderten wichtig, doch kann mit Romanen aus den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gegebenenfalls großes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern erzeugt werden.

Wolfgang Hilbig ist ein Autor der neunziger Jahre, der in der DDR gelebt hat und auch über sie schreibt. Da der heutige Fremdsprachenunterricht auch die Vermittlung von kulturellen Kenntnissen vorsieht, scheint es für den Deutschunterricht sinnvoll, die DDR zu behandeln. Hilbig bietet hierfür eine gute Möglichkeit, da er im Roman „Ich“ die Atmosphäre der DDR nachvollziehbar macht. Eine Behandlung des Romans kann möglicherweise zum besseren Verständnis der Teilung Deutschlands beitragen. Es stellt sich allerdings die Frage, wie ein sprachlich so gewandter Roman im Deutschunterricht in Frankreich seinen Platz finden kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über den Autor

3. Der Roman „Ich“

4. Deutsch lernen in Frankreich

4.1 Die Unter- und Mittelstufe: das Collège

4.2 Die Oberstufe: das Lycée

4.3 Abibac

5. Der nationale Lehrplan für den Erwerb von Fremdsprachen in Frankreich

6. Der Roman „Ich“ in einer Unterrichtseinheit

6.1 Die Übereinstimmung mit dem nationalen Lehrplan

6.2 Didaktische Überlegungen zu „Ich“

6.3 Die Auswahl der Grundlage zur Textarbeit im Unterricht

6.4 Die für die Unterrichtseinheit relevanten Informationen des Textes

6.4.1 Tabelle 1: Aspekte des Textausschnitts für die Arbeit im Plenum

6.4.2 Tabelle 2: Aspekte der Ausschnitte für die Gruppenarbeit

6.5 Tabellarische Darstellung der Lernziele

6.6 Erste und zweite Séance: Arbeit im Plenum mit dem ersten Textausschnitt

6.7 Dritte bis fünfte Séance: Bearbeitung der Ausschnitte in Gruppen

6.8 Die Abschluss-Stunde

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

8.1 Internet-Referenzen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des Romans „Ich“ von Wolfgang Hilbig für den Deutschunterricht in Frankreich. Das primäre Ziel ist es, den Roman als authentisches und literarisch anspruchsvolles Medium zu nutzen, um Schülern ein tieferes Verständnis für die Atmosphäre der DDR, die Mechanismen eines totalitären Überwachungsstaates und die historische Teilung Deutschlands zu vermitteln, ohne dabei die Schüler durch die Lektüre des Gesamtwerks zu überfordern.

  • Didaktische Integration von Literatur in den Fremdsprachenunterricht
  • Analyse der DDR-Geschichte und des Stasi-Überwachungsapparates
  • Methodische Gestaltung einer Unterrichtseinheit (Séquence) mittels Textausschnitten
  • Förderung der interkulturellen Kompetenz und politischer Mündigkeit
  • Verknüpfung von autobiographischen Elementen und Fiktion im literarischen Schreiben

Auszug aus dem Buch

Die Wirklichkeit dieses Apparats

Die Wirklichkeit dieses Apparats ist der Versuch, einen Staat von Mitarbeitern zu schaffen, dachte W.; er dachte es in den trägen, verworrenen Momenten, in denen er aus dem Halbschlaf auftauchte. Und wenn man die ganze Geschichte auf diesen Nenner bringt, dann klingt es überhaupt nicht besonders gefährlich.

Mit welcher Katastrophe hat es denn bei mir angefangen? – Entweder gab es bei ihm keine, oder es hatte noch wenig Veranlassung gegeben, dass er daran erinnert werden musste. Denn das hermetische Schweigen war natürlich unheimlich, je tiefer es wurde, um so mehr machte es den Anschein einer Ruhe vor dem Sturm; wenn man nicht spurte, konnte die Katastrophe jeden Augenblick wieder auftauchen ... aus dem Halbschlaf, und dann war sie sicherlich ausgebaut zur nicht wiedergutzumachenden Katastrophe. Diese Überraschung behielten sie sich immerhin vor. – Das bedeutete also in seinem Fall, daß er bisher gespurt hatte ... es war ein Lieblingsausdruck in der Firma: er hatte gespurt, er war gut gewesen in der Spur, ein guter Spürhund! – Wenn er seine Katastrophe also kennenlernen wollte, so musste er künftig ein bisschen gegensteuern, ein bisschen links und rechts der Spur schnüffeln, nicht immer nur blind und geil in Richtung Ziel stürzen, das wollten sie sowieso nicht, sie schwatzten doch ununterbrochen von Wachsamkeit ...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Relevanz authentischer Materialien im Fremdsprachenunterricht und stellt die Forschungsfrage nach der didaktischen Integration des Romans „Ich“ in Frankreich.

2. Über den Autor: Biographische Skizze von Wolfgang Hilbig, fokussiert auf seine Herkunft, seine Erfahrungen in der DDR und seinen Schreibprozess.

3. Der Roman „Ich“: Analysiert die Thematik der Unfähigkeit zur freien Meinungsäußerung und die Rolle der Staatssicherheit im Roman.

4. Deutsch lernen in Frankreich: Beschreibt den französischen schulischen Kontext von der Grundschule bis zum Abibac.

5. Der nationale Lehrplan für den Erwerb von Fremdsprachen in Frankreich: Erörtert die Anforderungen des Lehrplans und die Rolle von Literatur als authentischem Dokument.

6. Der Roman „Ich“ in einer Unterrichtseinheit: Detaillierte Planung und methodische Vorgehensweise für die Behandlung des Romans in der Schule.

7. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt die Eignung des Romans für den Deutschunterricht.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Wolfgang Hilbig, DDR, Stasi, Überwachung, Deutschunterricht, Fremdsprachenerwerb, Literaturdidaktik, Frankreich, Abibac, Republikflucht, Roman „Ich“, Erinnerungskultur, totalitäre Regime, Manipulation, interkulturelle Kompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig didaktisch sinnvoll in den Deutschunterricht an französischen Schulen, insbesondere in Abibac-Klassen, eingebettet werden kann, um DDR-Geschichte zu vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die Funktionsweise des Stasi-Überwachungsapparates sowie die literarische Auseinandersetzung mit Identität und Manipulation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, wie ein sprachlich anspruchsvoller Roman über die DDR im französischen Deutschunterricht behandelt werden kann, ohne das Werk als Ganzes lesen zu müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine didaktische Analyse, die Lehrpläne mit literaturwissenschaftlichen Aspekten verknüpft und eine methodische Umsetzung in Form von „Séances“ (Unterrichtseinheiten) vorschlägt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Biographie des Autors, der inhaltlichen Analyse des Romans, dem französischen Bildungssystem sowie dem konkreten Entwurf einer Unterrichtssequenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Stasi, Überwachung, Literaturdidaktik, Abibac, Manipulation und interkulturelle Kompetenz.

Warum wird der Fokus auf bestimmte Textausschnitte gelegt?

Um die Schüler im Teenageralter nicht durch einen komplexen 400-Seiten-Roman zu überfordern und ihre Motivation durch gezielte Textarbeit und Detektiv-Methodik zu steigern.

Welche Rolle spielt die „Firma“ (Stasi) im didaktischen Konzept?

Die Stasi dient als zentrales Element, um Mechanismen totalitärer Kontrolle, Angst und psychologischer Manipulation am Beispiel der Romanfigur „W.“ zu veranschaulichen.

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Résumé des informations

Titre
Der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig im Deutschunterricht in Frankreich
Cours
Master Métiers de l'Education, de l'Enseignement et de la Formation
Note
16/20
Auteur
Erik Lautenschlager (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
70
N° de catalogue
V310449
ISBN (ebook)
9783668089129
ISBN (Livre)
9783668089136
Langue
allemand
mots-clé
roman wolfgang hilbig deutschunterricht frankreich
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Citation du texte
Erik Lautenschlager (Auteur), 2014, Der Roman „Ich“ von Wolfgang Hilbig im Deutschunterricht in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310449
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Extrait de  70  pages
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