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Korporatismus in Dänemark

Title: Korporatismus in Dänemark

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philip Kusch (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Einleitung

Unter Korporatismus versteht man in der heutigen Politikwissenschaft die zumeist auf freiwilliger Mitgliedschaft basierenden Arrangements der Interessenvermittlung in demokratischen Industrieländern, deren Kern die institutionalisierte, gleichberechtigte und freiwillige Kooperation und Koordination von Staat und Verbänden bei der Formulierung und Ausführung gesamtgesellschaftlich verbindlicher Entscheidungen ist. Im Unterschied zur pluralistischen Interessenvermittlung und im weiteren Unterschied zum klassischen Lobbyismus, werden im Korporatismus die Verbände in die Politikentwicklung verbindlich eingegliedert und somit in eine intermediäre Stellung gerückt, in der sie nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber dem Staat, sondern auch die Regierungspolitik gegenüber ihren Mitgliedern zu vertreten haben (Schmidt, 1995: 520). Dänemark gilt gemeinhin als eines der Musterbeispiele für solch eine, erfolgreiche, korporatistische Interessenvermittlung. Wo liegen die Wurzeln des dänischen Korporatismus, was macht ihn aus, welchen Wandel erfährt er in jüngster Zeit und warum erweisen sich die Staat-Verbände-Beziehungen dort als flexibler und möglicherweise fruchtbarer als beispielsweise ihr deutsches Pendant? Mit diesen Fragen möchte ich mich im Rahmen der hier vorgelegten Hausarbeit auseinandersetzen. Die Literaturlage erwies sich im deutsch- und englischsprachigen Bereich als nicht besonders umfangreich, dennoch hoffe ich mit dem mir vorliegenden Material ein zutreffendes Bild der Lage gezeichnet zu haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Entstehung der Gewerkschafts- und Wirtschaftsverbände in Dänemark

3.) Administrativer Korporatismus

3.1) Administrativer Korporatismus am Beispiel der Gewerkschaften

3.2) Administrativer Korporatismus am Beispiel der Arbeitgeberorganisationen

4.) Dänischer Korporatismus im Wandel

4.1) Von der Politikformulierung zur Politikimplementierung

4.2) Vom Korporatismus zum Lobbyismus

5.) Korporatismus und die Vermeidung der Politikverflechtungsfalle in Dänemark

5.1) Die Politikverflechtungsfalle

5.2) Gründe für die Vermeidung der Politikverflechtungsfalle

6.) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel korporatistischer Interessenvermittlung in Dänemark und analysiert, warum das dänische System trotz gesellschaftlicher und politischer Veränderungen flexibel bleibt und eine Politikverflechtungsfalle vermeiden kann.

  • Historische Wurzeln der dänischen Interessenverbände.
  • Mechanismen des administrativen Korporatismus und deren Veränderung.
  • Die Verschiebung von Politikformulierung hin zu Politikimplementierung.
  • Der Wandel vom traditionellen Korporatismus zum modernen Lobbyismus.
  • Die Rolle der Minderheitsregierungen bei der Vermeidung politischer Stillstände.

Auszug aus dem Buch

3.) Administrativer Korporatismus

Der administrative Korporatismus ist der zentraler Mechanismus der Integration der Verbände in den politischen Entscheidungsprozess in Dänemark. Er wird durch die allgemeine Regel charakterisiert, dass Verbände dann in politische und administrative Entscheidungsprozesse eingebunden werden, wenn diese für ihre besonderen Interessen von Belang sind. Diese Einbindung betrifft grundsätzlich alle Teile des Entscheidungsprozesses, das heißt sowohl den Bereich der Politikformulierung als auch den der Politikimplementierung. Jedoch erfolgt die Beteiligung der Verbände nur teilweise auf formalisierter Grundlage, neben Normen spielen hier die Tradition der Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.

Daraus resultiert eine große Flexibilität, auf welche Art und Weise Verbandsinteressen jeweils miteinbezogen werden. Einerseits ist formell geregelt, wer beispielsweise im Bereich des Arbeitsmarktes als verhandlungsberechtigter Partner gilt, ebenso sind Mitgliedschaften in korporativen Gremien oftmals durch Gesetz festgelegt. Andererseits entscheidet auch der zuständige Minister, welche Verbände an Entwürfen, Konsultationen und Entscheidungen miteinbezogen werden. Die typisch dänische Konsensorientierung macht es allerdings zu einem seltenen Phänomen, dass Verbänden gänzlich die Möglichkeit genommen wird, ihre Gesichtspunkte vorzubringen. Jedoch gibt es auch Fälle, wie zum Beispiel bei den abschließenden Verhandlungen über den Haushalt, bei denen die Parteipolitik im Vergleich zum administrativen Korporatismus die dominierende Rolle spielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Definition des Korporatismus und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Stabilität und Flexibilität des dänischen Modells.

2.) Die Entstehung der Gewerkschafts- und Wirtschaftsverbände in Dänemark: Darstellung der historischen Entwicklung der dänischen Arbeiterbewegung und der Wirtschaftsverbände seit dem 19. Jahrhundert.

3.) Administrativer Korporatismus: Analyse der Einbindung von Verbänden in staatliche Entscheidungsprozesse und deren betriebliche Rolle.

4.) Dänischer Korporatismus im Wandel: Untersuchung der Verlagerung von politischer Einflussnahme und der zunehmenden Bedeutung des Lobbyismus.

5.) Korporatismus und die Vermeidung der Politikverflechtungsfalle in Dänemark: Analyse der Rolle korporatistischer Strukturen bei der Vermeidung von politischem Reformstau.

6.) Fazit: Resümee über die Anpassungsfähigkeit des dänischen Korporatismus unter geänderten politischen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Korporatismus, Dänemark, Interessenvermittlung, Politikverflechtung, Minderheitsregierung, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Lobbyismus, Politikformulierung, Politikimplementierung, Konsensmodell, Arbeitsmarktpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Struktur und den Wandel der korporatistischen Interessenvermittlung in Dänemark und deren Auswirkungen auf das politische System.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das dänische Konsensmodell, das Verhältnis zwischen Staat und Verbänden sowie der Wandel von korporatistischen Strukturen hin zu lobbyistischen Einflüssen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel des dänischen Korporatismus zu erklären und zu verstehen, warum das System trotz Fragmentierung des Parteiensystems flexibler bleibt als vergleichbare Modelle.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis vorhandener Literatur, die theoretische Ansätze (wie die Politikverflechtungsfalle) auf den dänischen Fall anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historische Entwicklung, die administrativen Mechanismen, die Verschiebung von Machtebenen und die Rolle von Minderheitsregierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Korporatismus, Politikverflechtung, Interessenverbände und Minderheitsregierung.

Wie beeinflusst die „earthquake election“ von 1973 das System?

Die Wahl führte zu einer Fragmentierung des Parteiensystems, was die Stabilität der Regierung schwächte und einen Wandel vom Korporatismus hin zum Lobbyismus forcierte.

Warum spielt die „exit-Option“ eine Rolle für die Regierung?

Die Regierung kann zwischen der korporatistischen Arena und dem Parlament wählen, um ihre Politikvorstellungen durchzusetzen, was einen disziplinierenden Effekt auf die Akteure hat.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Korporatismus in Dänemark
College
Free University of Berlin
Course
Interessengruppen im politischen System der Bundesrepublik Deutschland: Theorien - Strukturen - Einfluss
Grade
1,0
Author
Philip Kusch (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V31044
ISBN (eBook)
9783638321594
Language
German
Tags
Korporatismus Dänemark Interessengruppen System Bundesrepublik Deutschland Theorien Strukturen Einfluss
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philip Kusch (Author), 2003, Korporatismus in Dänemark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31044
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