Untersucht wird in dieser Arbeit wie sich amorale Geldanlagen im Vergleich zu nachhaltigen Geldanlagen am Kapitalmarkt verhalten. Hierbei wird zuerst der theoretische und geschichtliche Hintergrund nachhaltiger Geldanlagen ausgeführt, bevor im zweiten Teil auf die verschiedenen amoralen Aktienarten Tabak, Alkohol und Glücksspiel eingegangen wird. Es werden diese drei Branchen einer genaueren Betrachtung unterzogen und es wird geprüft, wie diese Branchen sich im Verlauf der letzten Jahre entwickelt haben.
Zum Abschluss der Arbeit werden beide Anlageformen direkt gegenübergestellt und werden anhand zweier repräsentativer Fonds miteinander verglichen und es werden auch Rückschlüsse gezogen für welche Anleger sich diese Fonds besonders eignen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
1.1) Aktueller Bezug
1.2) Inhalt und Aufbau
2) Begriffsdefinitionen
2.1) Nachhaltigkeit
2.2) Moral und Amoral
2.3) Sin Stocks
3) Nachhaltige Investments
3.1) Entwicklung in Deutschland seit 2000
3.2) Auswahlkriterien für Nachhaltige Aktieninvestments
3.2.1) Vorbemerkungen
3.2.2) Negativkriterien
3.2.3) Positivkriterien
3.2.4) Best-in-Class-Ansatz
3.3) Rendite
4) Sin Stocks
4.1) Abgrenzung und Unterschiede zu anderen Aktien
4.2) Entwicklung in Deutschland und den USA
4.3) Anlagemöglichkeiten
4.3.1) Tabakindustrie
4.3.2) Alkoholindustrie
4.3.3) Gaming / Gambling
4.4) Rendite
5) Gegenüberstellung der Anlagestrategien
6) Abschließende Betrachtung
6.1) Schlussbemerkungen
6.2) Zukunftsausblick
ANLAGE 1
ANLAGE 2
1.) Las Vegas Sand Corp.:
2.) Archon Corp.:
3.) Lakes Entertaiment Inc.:
ANLAGE 3
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit untersucht die Auswirkungen von Amoralität auf die Rendite von Aktienanlagen im Vergleich zu nachhaltigen Investmentstrategien. Ziel ist es, zu klären, ob Investoren durch bewusste amorale Anlageentscheidungen – insbesondere in sogenannte Sin Stocks – eine bessere Rendite erzielen können als Anleger, die ethische und nachhaltige Kriterien priorisieren, und welchen Einfluss diese Strategien auf das Chance-Risiko-Profil haben.
- Vergleich zwischen nachhaltigen Investments und Sin Stocks (Tabak, Alkohol, Glücksspiel)
- Analyse der Rendite und Volatilität beider Anlageklassen im Zeitraum 2000 bis 2015
- Untersuchung der Auswirkungen von Ausschlusskriterien (Negativ-, Positiv-, Best-in-Class-Ansatz)
- Gegenüberstellung zweier repräsentativer Fonds (Vice Fund vs. Domini Social Equity Fund)
- Herausarbeitung der "Rezessionssicherheit" von Sin Stocks
Auszug aus dem Buch
4.3.1) Tabakindustrie
Die Tabakindustrie als Ganzes wird erst seit ca. Mitte der 1960er Jahre als sündhaft angesehen. Vorher waren Tabakaktien gewöhnliche Aktien und Rauchen allgemein anerkannt in der Gesellschaft. Aber seit Ende der 1940er Jahre gab es vermehrt Forschung zu den Auswirkungen des Rauchen und es wurde herausgefunden, dass Rauchen mitverantwortlich für Lungenkrebs ist und dies führte dazu, dass Tabakaktien als moralisch verwerflich angesehen wurden und seit Mitte der 60er Jahre dann als Sin Stock behandelt wurden. Diese Erkenntnis, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, führte auch zu vielen Schadensersatzklagen gegen Tabakhersteller. Dieses Rechtsrisiko besteht auch heute noch weswegen viele Investoren Tabakaktien meiden, da nie genau vorhersehbar ist, wann wieder geklagt wird und wie hoch die Schadensersatzansprüche sein werden.
Tabakfirmen sind weltweit nach Regionen diversifiziert und verkaufen in fast allen Ländern der Welt ihre Produkte. Außerdem ist die Nachfrage nach Zigaretten im Vergleich zu anderen Produkten sehr unelastisch bezogen auf den Preis und Raucher kaufen auch Zigaretten wenn sich der Preis für sie erhöht. So sank in den letzten Jahren der Verkauf von Zigaretten in Deutschland kontinuierlich, aber der Umsatz der Tabakunternehmen blieb in etwa gleich hoch, da diese die Preise für Zigaretten erhöht haben. Hier zeigt sich deutlich, dass Verbote für die Tabakindustrie, wie z.B. das Verbot im Fernsehen Tabakwerbung zu senden, keine gravierenden Folgen haben, da die Nachfrage relativ unelastisch auf solche Verbote reagiert.
Durch die weltweite Streuung der Tabakverkäufe ist es auch nicht allzu schwerwiegend, wenn in einem Markt wie Deutschland der Absatz zurückgeht, da es immer noch andere Länder gibt, um dies auszugleichen und in denen der Absatz von Zigaretten weiter steigt. Die Tabakindustrie ist sehr oligopolartig aufgebaut und es gibt in den meisten Ländern nur 4 -5 Anbieter, die fast den gesamten Markt unter sich aufteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Definition des aktuellen Bezugs und Klärung der Forschungsfragen bezüglich Nachhaltigkeit versus Amoralität bei Geldanlagen.
2) Begriffsdefinitionen: Erläuterung der für die Arbeit zentralen Begriffe wie Nachhaltigkeit, Moral, Amoral und Sin Stocks.
3) Nachhaltige Investments: Analyse der Entwicklung nachhaltiger Anlagen in Deutschland sowie Darstellung verschiedener Auswahlkriterien und deren Renditeeffekte.
4) Sin Stocks: Abgrenzung der sogenannten Sündenbranchen und Untersuchung ihrer Performance sowie spezifischer Risiken wie Gesetzesänderungen.
5) Gegenüberstellung der Anlagestrategien: Direkter Vergleich zweier Fonds (Vice Fund und DSEFX) zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Anlagetheorien.
6) Abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung beider Anlagestrategien.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Amoralität, Sin Stocks, SRI, Rendite, Volatilität, Negativkriterien, Positivkriterien, Best-in-Class-Ansatz, Tabakindustrie, Alkoholindustrie, Glücksspiel, Rezessionssicherheit, Investmentstrategien, Finanzkrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Rendite und das Anlageverhalten von nachhaltigen Investmentfonds mit sogenannten "Sündenfonds" (Sin Stocks), die in moralisch kontroverse Branchen investieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Definition von Nachhaltigkeit und Moral, die Analyse von Ausschlusskriterien, die Performance von Sündenbranchen wie Tabak, Alkohol und Glücksspiel sowie die Rezessionssicherheit dieser Investments.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu klären, ob Anleger, die amoralische Entscheidungen treffen, eine bessere Rendite erwirtschaften als Anleger, die in nachhaltige und moralisch vertretbare Unternehmen investieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Auswertung von Performance-Daten und einen direkten Vergleich zweier spezifischer Fonds (Vice Fund vs. Domini Social Equity Fund) anhand von Kennzahlen wie Beta, Alpha und Volatilität.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung nachhaltiger Investments in Deutschland, der Erläuterung von Screening-Methoden sowie einer detaillierten Betrachtung der Sündenbranchen und deren spezifischer Marktcharakteristika.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Nachhaltigkeit, Sin Stocks, SRI, Rendite, Volatilität und Rezessionssicherheit.
Warum schneiden Sin Stocks in Krisenzeiten oft besser ab als der breite Markt?
Da Konsumenten ihre Gewohnheiten, wie Rauchen oder Trinken, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaum aufgeben, bleiben die Umsätze dieser Branchen stabiler, was die Aktien defensiver gegenüber Marktschwankungen macht.
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Vice Fund und dem DSEFX?
Der Vice Fund investiert gezielt in "Sündenbranchen" mit hohen Eintrittsbarrieren und Marktführerschaft, während der DSEFX einen wertbasierten Ansatz verfolgt, der ökologische, soziale und ethische Kriterien in den Fokus stellt.
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- Markus Feth (Author), 2015, Auswirkungen von Amoralität auf die Rendite von Aktienanlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310468