Konvergenzbestrebungen in Medienunternehmen - Möglichkeiten und Gefahren neuer Strategien in der Informationsbranche


Hausarbeit, 2003
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen und Definitionen
2.1 Ifra
2.2 Medienkonvergenz
2.3 Crossmedialität

3. Das Newsplex – ein Überblick
3.1. Initiatoren des Projekts und deren Beweggründe
3.2. Technische Eigenschaften
3.3. Organisatorischer Aufbau und Anforderungsprofile

4. Chancen und Risiken von Konvergenzbestrebungen
4.1. Wirtschaftliche Aspekte
4.2. Organisatorische Aspekte
4.3. Auswirkungen der Unternehmenskultur

5. Fazit

6. Quellenangaben

1. Einleitung

Seit dem Aufkommen des Internets vor einem knappen Jahrzehnt verfolgen viele Medienunternehmen eine Strategie, die auf die parallele Nutzung der verschiedenen Informationskanäle Print, Audio, Video und Internet ausgerichtet ist. Medienkonvergenz wird in vielen Medienunternehmen angestrebt. (vgl. Ritchie 2002: S.68) Neben den technischen Errungenschaften, die als Voraussetzungen für diese Entwicklung essentiell sind, begleiten vor allem wirtschaftliche und organisatorische Gesichtspunkte den gegenwärtigen Trend.

Ein wichtiger Aspekt für das Umdenken vieler Medienunternehmen in Richtung Medienkonvergenz sind die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten. Kerry Northrup, Geschäftsführer des Ifra, meint bezüglich des Nutzungsverhaltens:

„contemporary news consumers […] live in a multiple-media world in which they slide easily and quickly from one source and format in another. When a news event happens and they tune in a TV network and then pick up a newspaper and then go online, they don´t think in terms of having looked at three different stories. To them it is all one story that they simply have accessed in different ways at different times to different levels of detail depending on what was convenient and what satisfied their need to know” (Sullivan 2002)

Die Medienunternehmen müssen auf das veränderte Nutzungsverhalten reagieren. Und das Mittel heißt Konvergenz. Doch ist es nicht einfach möglich, die verschiedenen Medienkanäle zusammen zu fügen und daraus mal eben ein Gesamtprodukt zu basteln, das den Ansprüchen der Rezipienten genügt. Wirtschaftliche und organisatorische Probleme müssen überwunden und Vorbehalte in den Köpfen der Beteiligten, die z.B. vielerorts um die Überlebensfähigkeit der Muttermedien bangen oder die die verschiedenen Medien immer noch getrennt von einander betrachten, müssen abgebaut werden. „The problem is that most newspaper online efforts still sit at some distance form their print newsflow. […] We´ve become so focused on the differences in the technologies of our various news products that we have let the technologies come to define our news processes”. (Sullivan 2002)

Im US-amerikanischen Columbia ist im November des Jahres 2002 zu Aus-, Fortbildungs- und Forschungszwecken der Prototyp einer „Redaktion der Zukunft“ (Ritter 2002: S. 72) eröffnet worden. Diese Modellredaktion stellt ein Zukunftsszenario dar, das basierend auf dem neuesten Stand der Technik den Ansprüchen von Medienkonvergenz gerecht werden soll.

Das Ziel meiner Ausführungen besteht darin, die Chancen und Risiken auf zu zeigen, die mit dem Aufbau einer auf Medienkonvergenz ausgerichteten Redaktion verbunden sind. Dabei werde ich verschiedene Beispiele aus Medienunternehmen anführen, die Ansätze von Medienkonvergenz zeigen, sowie versuchen, die in diesem Zusammenhang zu Tage tretenden Möglichkeiten und Probleme zu skizzieren.

2. Begriffserklärungen und Definitionen

2.1 Ifra

Der Begriff Ifra ist ein Eigenname. Er ist die Bezeichnung für eine Organisation, die einen Zusammenschluss von mehr als 2200 Unternehmen aus 70 Ländern darstellt, die der Informationsbranche angehören. Darunter befinden sich mehr als 1600 Zeitungshäuser. Diese Organisation sieht sich als ein Vermittler zwischen Anwendern, Entwicklern und Lieferanten der Zeitungsindustrie. Der Sitz von Ifra ist in Darmstadt

2.2 Medienkonvergenz

Eine Definition für den Begriff Medienkonvergenz lautet: „[Convergence is] the combining of the 'traditional' media - print, television, radio, film - with the 'new technology' -namely, cable television, the internet and datacasting.” (Feedback Media Review 2003).

In meiner Hausarbeit will ich den Begriff Medienkonvergenz laut der o.g. Definition gebrauchen. Zum besseren Verständnis möchte ich allerdings zusätzlich folgende Eigenschaft hinzu fügen: „Convergence actually increases the complexity of cultural relationships within a newsroom, within a company and within a corporate boardroom.” (Finberg 2002). Diese Charakterisierung verdeutlicht, dass es sich bei der Medienkonvergenz nicht bloß um einen technischen Vorgang handelt. Vielmehr ist Medienkonvergenz ein Prozess, der die verschiedenen Bereiche innerhalb der Medienunternehmen – insbesondere die Redaktionen – betrifft.

2.3. Crossmedialität

Im Gegensatz zur Medienkonvergenz soll der Begriff Crossmedialität in erster Linie die technische Ebene betreffen. Mit dem Begriff ist hier die Mehrfachverwertung von Medieninhalten in verschiedenen Medien wie Print, Audio, Video und Online gemeint, wobei die Inhalte nicht zwangsläufig identisch sein müssen, sondern aufeinander Bezug nehmen können. (vgl. Onlinejournalismus 2003: 11).

3. Das Newsplex – ein Überblick

3.1. Initiatoren des Projekts und deren Beweggründe

Im November des Jahres 2002 wurde am College of Journalism and Masscommunication, Columbia, USA, das Newsplex als Resultat eines im November 2000 gestarteten Projekts präsentiert. Das Newsplex soll eine Modellredaktion der Zukunft darstellen und dient den Zwecken der Fortbildung, Ausbildung von Studenten und der Forschung. „The Newsplex is beeing designed as a prototype advanced micro-newsroom for demonstration, training and research in next-generation newshandling tools and techniques.” (Newsplex Prospectus 2002: 2). Träger des Projekts ist die Ifra. Das Investitionsvolumen für das Newsplex beläuft sich auf etwa zwei Millionen US-Dollar. Dieser Betrag ist von einem Konsortium bestehend aus akademischen und öffentlichen Institutionen sowie Unternehmen aus der Wirtschaft bereit gestellt worden.

Ziel der Initiatoren des Newsplex ist es, mögliche Szenarien für die Redaktion der Zukunft zu entwickeln und an zu wenden. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen Medienunternehmen unter Ausnutzung der neuesten technischen Möglichkeiten den Schlüssel zu der richtigen Vorgehensweise bei der Anpassung der heutigen Redaktionen auf die veränderten Bedingungen, d.h. dem geänderten Nutzungsverhalten der Rezipienten, liefern:

„The Newsplex will serve as a model to help the [news]industry what is needed and what works in the convergent marketplace of print, broadcast, online and wireless news media; to develop confidence in unfamiliar technologies and non-traditional workflows; and a guide for how to implement and manage the transition. (Sullivan 2002).

Dass sich die Redaktionen dem Trend der Zeit stellen müssen scheint den meisten Verantwortlichen in der Medienbranche klar zu sein: „It is incrisingly obvious to most editors and news directors that corresponding changes are needed in our newsrooms in terms of their structure, skills, technology, layout and mindset:“ (Sullivan 2002)

Den Rezipienten bieten sich heute mehr denn je unterschiedliche Kommunikationskanäle, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Als Konsequenz müssen die Medienunternehmen auf diese Entwicklung mit grundlegenden Änderungen hinsichtlich ihrer redaktionellen Arbeitsweise reagieren. „Tomorrow´s newsroom must be different than today´s. It must work across multiple media simultaneously and in real-time. It must function as the hub of an information-based service company, more content driven and less product-limited.” (Newsplex Prospectus 2002: 2)

Die für die Redaktion der Zukunft Verantwortlichen Personen messen ihrem Prototyp als Pioniereinheit hohe Bedeutung bei. Sie sehen Newsplex als die Quelle, aus der eine Vielzahl von Medienunternehmen zukünftig Konsequenzen für die Gestaltung ihrer Redaktionsräume ziehen werden: „The Newsplex will be […] a skunkworks for the new industry and journalism education, an essential catalyst to advance the state of the art and the state of the technology. (Newsplex Prospectus 2002: 2).

In einem Präsentationsvideo namens Tomorrow´s News wird der gewünschte Arbeitsablauf im Newsplex bereits vorgestellt. Dieses Video stellt ein Idealszenario dar. Probleme, seien sie organisatorischer, technischer oder auch wirtschaftlicher Art, kommen weder im Film vor, noch werden sie etwa in Form von Zusatzinformationen offen gelegt. Daher kommt dem Video eher ein werbender Charakter zu.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Konvergenzbestrebungen in Medienunternehmen - Möglichkeiten und Gefahren neuer Strategien in der Informationsbranche
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (IfK (Institut für Kommunikationswissenschaft))
Veranstaltung
Crossmedialität / Intermedialität
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V31048
ISBN (eBook)
9783638321624
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konvergenzbestrebungen, Medienunternehmen, Möglichkeiten, Gefahren, Strategien, Informationsbranche, Crossmedialität, Intermedialität
Arbeit zitieren
Dennis Brömlage (Autor), 2003, Konvergenzbestrebungen in Medienunternehmen - Möglichkeiten und Gefahren neuer Strategien in der Informationsbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31048

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