Die Arbeit umreißt Ursachen, Symptome und Erscheinungsformen von Aphasie. Die Autorin geht gesondert auf Sprachverlust von Kindern und Jugendlichen sowie bei mehrsprachigen Menschen ein. Es werden verschiedene Tests zur Anamnese und Diagnostik der Krankheit dargestellt.
Jährlich erkranken rund 80.000 Menschen an Aphasie, 3.000 davon sind Kinder. Dennoch ist in der Öffentlichkeit wenig über diese Krankheit bekannt, die bei 80% der Betroffenen Folge eines Schlaganfalls ist (Weisgärber 1999: „Leben mit Aphasie“, S. 26).
Nicht nur die Sprache wird beeinträchtigt. Die Krankheit ist auch sonst ein großer Einschnitt in den Alltag der Erkrankten und deren Angehörigen: Der Aphasiker wird häufig von seiner Umwelt nicht mehr als ein selbstbestimmter, intelligenter Mensch mit eigener Persönlichkeit wahrgenommen. Oft wird Aphasie mit einer Einschränkung der geistigen Fähigkeiten verbunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aphasie
2.1 Ursachen
2.2 Symptome und Erscheinungsformen
2.2.1 Symptome
2.2.2 Erscheinungsformen (Standardsyndrome)
2.2.3 Exkurs: Aufbau des Gehirns
2.3 Anamnese und Diagnostik
3. Aphasie bei Kindern und Jugendlichen
4. Aphasie bei Mehrsprachigkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit dem Störungsbild der Aphasie, beleuchtet deren Ursachen und Symptomatik sowie die Herausforderungen bei spezifischen Patientengruppen wie Kindern und mehrsprachigen Menschen.
- Ursachen und neurologische Grundlagen der Aphasie
- Symptome und klinische Erscheinungsformen (Standardsyndrome)
- Anamnese und diagnostische Verfahren (AAT, ACL)
- Besonderheiten der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen
- Herausforderungen bei aphasischen, mehrsprachigen Patienten
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Erscheinungsformen (Standardsyndrome)
Das Leitsymptom der Broca-Aphasie ist der Agrammatismus. Dies bedeutet, dass Sätze mit vereinfachter Syntax, die aus höchstens drei Wörtern bestehen, z.B „Frau-Klavier-spielen“ (Krämer: 6), da die grammatischen Strukturen aufgrund der Hirnverletzung nicht mehr in Erinnerung gerufen werden können. Dieser Sprechweise wird auch „Telegrammstil“ genannt. Broca-Aphasiker sprechen unter großer Anstrengung sehr langsam und mit vielen Pausen. Das Sprachverständnis ist oft nicht beeinträchtigt, lange Sätze sind dennoch schwer zu verstehen. Broca-Aphasiker leiden oft auch unter Sprechapraxie (Bewegungen, die zum Sprechen nötig sind, können nicht mehr bewusst geplant werden) oder Dysathrie (Störung der Sprechmotorik). Da das Broca-Areal, also die Motorik des Sprachzentrums, beschädigt ist, nannte man die Broca-Aphasie früher auch „motorische Aphasie“ genannt.
Leiden Patienten unter der Wernicke-Aphasie, sprechen sie zwar flüssig und ohne Anstrengungen, verwechseln aber Wörter, verdrehen Laute oder erfinden neue Ausdrücke. Ihre Sätze sind zusätzlich sehr lang, wobei die Satzteile falsch verbunden werden oder abbrechen (Paragrammatismus). Außerdem ist ihr Sprachverständnis sehr beeinträchtigt. Sie können weder einzelne Wörter verstehen noch erkennen, ob ihr Gegenüber sie verstanden hat. Wernicke-Aphasie hieß früher auch „sensorische Aphasie“, da hier das Wernicke-Areal, das für das Sprachverständnis zuständig ist, betroffen ist.
Eine weitere Form der Aphasie ist die ammestische Aphasie, deren Hauptsymptom die Wortfindungsstörung ist. Die gesuchten Begriffe können jedoch umschrieben werden. Die Ursache einer solchen Aphasie ist die Störung des Kurzzeitgedächtnisse, meist aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Aphasie, deren Verbreitung in der Bevölkerung und die gravierenden Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen.
2. Aphasie: Detaillierte Darstellung der neurologischen Ursachen, der symptomatischen Ausprägung und der verschiedenen Erscheinungsformen sowie ein Exkurs zum Aufbau des menschlichen Gehirns und diagnostische Ansätze.
3. Aphasie bei Kindern und Jugendlichen: Analyse der Besonderheiten des Störungsbildes bei jungen Patienten, bei denen Hirnfunktionen noch nicht vollständig automatisiert sind.
4. Aphasie bei Mehrsprachigkeit: Untersuchung der Auswirkungen einer Aphasie auf Menschen mit mehreren Sprachen und die verschiedenen Muster der sprachlichen Rückbildung.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Therapiephasen und der Erkenntnis, dass bei speziellen Gruppen wie Kindern und Mehrsprachigen individuelle Herausforderungen bestehen.
Schlüsselwörter
Aphasie, Schlaganfall, Gehirn, Sprachstörung, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Diagnostik, Aachener-Aphasie-Test, Aphasie-Check-Liste, Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Logopädie, Sprachproduktion, Agrammatismus, Restitution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das klinische Störungsbild der Aphasie, insbesondere dessen Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten bei verschiedenen Patientengruppen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Die zentralen Felder umfassen die neurologischen Grundlagen, diagnostische Testverfahren, die spezifische Situation von Kindern und Jugendlichen sowie die Besonderheiten bei mehrsprachigen Patienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für Aphasie als Sprachstörung zu schaffen und aufzuzeigen, wie sich diese je nach Alter und Sprachhintergrund des Patienten unterschiedlich äußert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung klinischer Diagnoseverfahren wie dem Aachener-Aphasie-Test und der Aphasie-Check-Liste.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Klassifikation der Aphasieformen, eine neuroanatomische Einführung, die diagnostische Anamnese sowie spezifische Kapitel zur Pädiatrie und Mehrsprachigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aphasie, Neurologie, Sprachtherapie, AAT, ACL, Mehrsprachigkeit und sprachliche Restitution charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Aphasie bei Kindern von der bei Erwachsenen?
Im Gegensatz zu Erwachsenen sind bei Kindern Funktionen gestört, die noch nicht vollständig automatisiert sind, und als Hauptursache treten häufiger Schädel-Hirn-Traumata anstelle von Schlaganfällen auf.
Welche Rolle spielt die ICF bei der Anamnese?
Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit hilft dabei, Aphasie strukturiert zu erfassen, indem sie zwischen Körperfunktionen, Aktivitäten, Partizipation und Kontextfaktoren differenziert.
- Arbeit zitieren
- Sarah Lux (Autor:in), 2014, Aphasie. Diagnose und Erscheinungsformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310493