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(Dis-)Ability und Geschlecht. Intersektionalität als Möglichkeit zur Analyse sozialer Ungleichheit

Título: (Dis-)Ability und Geschlecht. Intersektionalität als Möglichkeit zur Analyse sozialer Ungleichheit

Trabajo de Seminario , 2015 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Bastian Capelle (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Die Arbeit beleuchtet zum einen die Grundzüge des Paradigmas Intersektionalität, als auch den aktuellen Stand der (primär deutschlandweiten) Intersektionalitätsdebatte. Hierbei wird insbesondere auf die Problematik einer Untersuchung und Analyse verschiedener Ungleichheitsdimensionen eingegangen, welche im Sinne des Intersektionalitätsgedankens in wechselseitigen Beziehungen zueinander betrachtet werden müssen.
Zum anderen wird der Fokus auf die interdependenten Strukturkategorien Geschlecht und (Dis-)Ability gelegt, an deren Beispiel eine intersektionale Betrachtungsweise nahegebracht werden sollen.

Das heute vorherrschende (Sozialisations-)System der (gerade westlichen) Gesellschaften ist durch einen Rahmen der globalisierten Ökonomie bestimmt, welche primär den Menschen als Individuum und somit als eigenständig (zu) leistendes Subjekt definiert. Somit nimmt der Selbstbestimmungsgedanke eine wesentliche Rolle innerhalb der sozialen Interaktion ein (WALDSCHMIDT, 2012). Es wird eine bestimmte Art der Lebensführung in den Mittelpunkt gerückt, bei der davon ausgegangen wird, dass der Mensch sowohl autonom leben will als auch autonom handeln soll. Dieser Autonomiegedanke gilt jedoch offensichtlich nicht für alle Individuen innerhalb dieses Gesellschaftssystems.

Zu dieser angesprochenen Gruppe lassen sich nicht zuletzt, von dem Medizin- und Gesundheitssektor ausgehend und über alle gesellschaftlichen Bereiche weiterführend, „psychisch verwirrte, geistig behinderte und schwerstbehinderte Menschen“ (ebd. S. 12, nach SINGER (1984), SASS (1986) u.a.) zählen. Hier wird also offensichtlich die Gesellschaft, wenn auch zu ungleichen Teilen, in zwei Gruppen unterteilt. Als Ursache fungiert innerhalb dieses Mechanismus die Differenzkategorie ‚Behinderung’, welche der Kategorie ‚Nichtbehinderung’ gegenübersteht.

Diese zwei Kategorien, im weiteren Verlauf als „Ability“ und „Disability“ bezeichnet, stehen innerhalb des gesellschaftlichen Systems allerdings nicht allein und können somit auch nicht vereinzelt untersucht werden.

Die vorliegende Arbeit orientiert sich an dem Vorgehen intersektionaler Ansätze, welche Differenz- und Ungleichheitskategorien wie (Dis-)Ability, Ethnizität, „Rasse“, Geschlecht oder Klasse interdependent begreifen und somit resultierende (je nach Ort und Situation möglicherweise variable) spezifische Formen von Diskriminierungen und Ungleichheiten sowie deren mögliche Entstehungsprozesse analysieren (WOLLRAD & JACOB & KÖBSELL, 2010).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Intersektionalität

1.1 (Struktur-)Kategorie (Dis-)Ability

1.2 (Struktur-)Kategorie Geschlecht

1.3 Geschlecht und (Dis-)Ability

Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verschränkung von Behinderung und Geschlecht als zentrale soziale Ungleichheitskategorien. Das primäre Ziel ist es, mithilfe intersektionaler Ansätze aufzuzeigen, wie diese Dimensionen in einem kapitalistisch organisierten System Machtverhältnisse, Privilegien und Diskriminierungen erzeugen und wie eine multidimensionale Analyse diese komplexen Abhängigkeiten sichtbar machen kann.

  • Analyse von (Dis-)Ability und Geschlecht als interdependenten Strukturkategorien
  • Theoretische Fundierung intersektionaler Ansätze in der Forschung
  • Untersuchung der Bedeutung des Körpers für soziale Kategorisierungsprozesse
  • Anwendung von Intersektionalität zur Dekonstruktion von Machtverhältnissen

Auszug aus dem Buch

1.1 (Struktur-)Kategorie (Dis-)Ability

Rückblickend betrachtet, wurde Behinderung lange als ein ‚Defekt’ einer Person angesehen, welcher sich primär unter medizinischen Aspekten im Rahmen von Einbußen bestimmter Fähigkeiten äußert (KÖBSELL, 2010). Dieses so genannte „Medizinische Modell“ (EBD. S.17) implementiert gewisse Zuschreibungen und (Be-)Wertungen, welche beispielsweise als Abnormalität oder Abhängigkeit negativ konnotiert sind und den (Be-)Wertungen von Nichtbehinderung wie Leistungsfähigkeit, Fitness und Kompetenz gegenüber stehen. Schlechtere Bildungschancen, schlechterer Zugang zum Arbeitsmarkt, reduzierte Mobilität oder verringerte soziale Teilhabe werden hierbei als nahezu naturgegeben und unvermeidbar angesehen (EBD.).

Ab den 1970er Jahren wurde dieses vorherrschende Modell überarbeitet und das so genannte „Soziale Modell“ von Behinderung entwickelt (KÖBSELL, 2010/2012; CLOERKES, 2009). Hierbei wird der Status des Behindert-Seins nicht mehr als gegeben und personenabhängig definiert, sondern vielmehr als Resultat unzureichender vielschichtiger gesellschaftlicher Rahmenbedingungen angesehen. Dieses Modell hat seinen Ursprung in emanzipatorischen Bewegungen gerade innerhalb Großbritanniens, welche oftmals unter dem Oberbegriff „Behindertenbewegung“ deklariert werden. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass das Soziale Modell von Behinderung von betreffenden Menschen selbst entwickelt wurde und somit eine besondere Qualität besitzt.

Behindernde Strukturen sind in diesem Sinne also äußere Bedingungen, welche geändert werden können (KÖBSELL, 2010). Dies impliziert jedoch nicht, dass der generelle Zustand der körperlichen Verfassung betreffender Menschen relativierend außer Acht gelassen wird. Vielmehr wurde sich bei der Entwicklung des Modells auf die Begriffe ‚impairment’, der die „objektive Schädigung anatomischer Strukturen oder körperlicher Prozesse“ (BALDIN, 2014, S.59) beschreibt und ‚disability’, der die „Einschränkung gesellschaftlicher Teilhabe durch physische Barrieren sowie Stigmatisierungen, Stereotype, und Vorurteile“ (EBD.) umfasst, berufen. Somit bildet impairment den Ausgangspunkt des Prozesses der Kategorisierung in „behindert“, führt aber nicht zwangsläufig zu einer wahrhaftigen Einschränkung innerhalb sozialer Interaktion (KÖBSELL, 2010).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und skizziert die Problematik einer eindimensionalen Betrachtung von Ungleichheit, wobei der Fokus auf dem intersektionalen Ansatz liegt.

Intersektionalität: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Ursprung der Intersektionalitätsforschung und diskutiert verschiedene Analyseebenen sowie die Notwendigkeit, Kategorien wie race, class, gender und (Dis-)Ability als verwobene Machtkomplexe zu begreifen.

(Struktur-)Kategorie (Dis-)Ability: Der Abschnitt analysiert den Wandel des Behinderungsbegriffs vom medizinischen hin zum sozialen Modell und beleuchtet die damit verbundenen Konstruktionsprozesse.

(Struktur-)Kategorie Geschlecht: Dieses Kapitel dekonstruiert das binäre Geschlechtersystem und zeigt auf, wie Sex, Gender und Desire als machtvolle Kategorien in der Gesellschaft fungieren.

Geschlecht und (Dis-)Ability: Hier werden beide Kategorien zusammengeführt, um die spezifischen Diskriminierungsmechanismen zu verdeutlichen, denen Menschen an der Schnittstelle von Behinderung und Geschlecht ausgesetzt sind.

Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Komplexität einer intersektionalen Analyse und fordert eine interdisziplinäre sowie individualistische Forschungsperspektive.

Schlüsselwörter

Intersektionalität, Behinderung, Geschlecht, Disability Studies, soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Körper, Machtverhältnisse,doing gender,Medizinisches Modell,Soziales Modell, Identitätsbildung, Kapitalismus, Normalität, Ableism.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse sozialer Ungleichheit durch die intersektionale Betrachtung der Kategorien (Dis-)Ability und Geschlecht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Intersektionalitätskonzepts, der Wandel von Behinderungsmodellen, die Konstruktion von Geschlecht sowie die Wechselwirkung dieser Kategorien untereinander.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Verschränkung verschiedener Kategorien zu spezifischen Diskriminierungsformen führt und wie diese Analyse für die Forschung fruchtbar gemacht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den intersektionalen Ansatz als methodisches Instrument, um Phänomene auf Makro-, Meso- und Mikroebene sowie auf der Ebene der symbolischen Repräsentation zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Intersektionalität, die Analyse der Kategorien (Dis-)Ability und Geschlecht als Strukturkategorien sowie deren intersektionale Verknüpfung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Intersektionalität, Behinderung, Geschlecht, Macht, Normalisierung und das Konzept des "Doing Gender".

Wie definiert die Autorin den Unterschied zwischen Impairment und Disability?

Impairment bezieht sich dabei auf die objektive Schädigung von Strukturen oder Prozessen, während Disability als die gesellschaftlich konstruierte Einschränkung durch Barrieren und Stigmatisierungen definiert wird.

Warum wird im Kontext der intersektionalen Analyse der Körper als vierte Kategorie hinzugezogen?

Die Kategorie Körper wird als Strukturierungsfaktor hinzugezogen, da sie das neoliberalistische Ideal der Leistungsfähigkeit und Gesundheit verkörpert, welches den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen maßgeblich bestimmt.

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Detalles

Título
(Dis-)Ability und Geschlecht. Intersektionalität als Möglichkeit zur Analyse sozialer Ungleichheit
Universidad
University of Dortmund  (Fakultät 12 Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie)
Curso
Männlichkeit(en) und familiale Figurationen
Calificación
1,3
Autor
Bastian Capelle (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
22
No. de catálogo
V310603
ISBN (Ebook)
9783668093201
ISBN (Libro)
9783668093218
Idioma
Alemán
Etiqueta
Behinderung Geschlecht Intersektionalität soziale Ungleichheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bastian Capelle (Autor), 2015, (Dis-)Ability und Geschlecht. Intersektionalität als Möglichkeit zur Analyse sozialer Ungleichheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310603
Leer eBook
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