Discounted Cash-Flow. Eine vergleichende Analyse der DCF-Verfahren


Hausarbeit, 2015
16 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. DCF-Verfahren
2.1 Grundlagen und Überblick der DCF-Verfahren
2.2 WACC-Ansatz
2.2.1 Eigenkapitalkosten
2.2.2 Fremdkapitalkosten
2.3 APV-Ansatz
2.4 Equity-Ansatz
2.5 Beispiele
2.5.1 Beispiel - WACC-Ansatz
2.5.2 Beispiel - APV-Ansatz
2.5.3 Beispiel - Equity-Ansatz
2.5.4 Auswertung

3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Discounted Cash Flow-Methoden

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Zur Bewertung von Unternehmen können verschiedene Wege angewendet werden. Ein Weg sind die Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF-Verfahren). Der Ursprung dieser Bewertungsverfahren liegt im anglo-amerikanischen Raum und dient der bes- seren internationalen Vergleichbarkeit bzw. der Vereinheitlichung der Bewertungs- verfahren.1

Bei den DCF-Verfahren handelt es sich um zukunftsorientierte Bewertungen mit dem Gegenwartskalkül als Grundlage, da eine Abzinsung der erwarteten kommenden Überschüsse auf den Zeitpunkt der Bewertung erfolgt.2 Der Cashflow ist der Mittelpunkt der Bewertung als objektiver Maßstab, da keine gesetzlichen Vorschriften oder Rechnungslegungsvorschriften von belang sind, sondern das gegenwärtige sowie zukünftige Innenfinanzierungspotential. Zur Ermittlung des Unternehmenswertes reduzieren sich daher die Methoden auf die Liquidität als Messgröße.3

Im Rahmen dieser Arbeit sollen die DCF-Verfahren in einer vergleichenden Analyse dargestellt werden. Zunächst wird eine Einzelbetrachtung der Varianten der Equitysowie der Entity-Methode der DCF-Verfahren dargestellt und im Anschluss vergleichend gegenübergestellt. Grundsätzlich sollten die Verfahren, da alle denselben Ursprung haben, ja auch zum selben Ergebnis führen.

2. DCF-Verfahren

2.1 Grundlagen und Überblick der DCF-Verfahren

Die Discounted-Cash-Flow-Verfahren betrachten die erwarteten Zahlungsüberschüsse, welche auch als Cash Flow beschrieben werden, unabhängig der Finanzierungsstruktur des Unternehmens (Eigenkapital/Fremdkapital), durch Abzinsung auf den Bewertungszeitpunkt. Dabei unterteilen sich die DCF-Verfahren grundsätzlich in zwei Wege. Der eine Weg ist der Nettoansatz (Equity-Ansatz), durch welchen der Wert des Eigenkapitals berechnet wird. Der andere der Bruttoansatz (Entity-Ansatz), der zunächst den Gesamtunternehmenswert bestimmt.4

Die Ansätze der DCF-Verfahren führen bei einheitlicher Annahmebetrachtung zu übereinstimmenden Ergebnissen.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Discounted Cash Flow-Methoden6

Der Entity-Ansatz oder auch Entity-Methode bezeichnet die Bruttokapitalisierung. Hierbei wird in zwei Schritten der Unternehmenswert bestimmt. Zunächst wird durch Abzinsung der zukünftigen erwarteten Überschüsse der Gesamtwert des Unternehmens errechnet, um im zweiten Schritt den Wert des Eigenkapitals zu bestimmen, der den eigentlichen Unternehmenswert darstellt.7 Dabei vermindert der Marktwert des Fremdkapitals den Unternehmensgesamtwert.

Mit dem Equity-Ansatz bzw. der Equity-Methode, welche die Nettokapitalisierung der Unternehmensbewertung darstellt, wird unmittelbar der Marktwert des Eigenkapitals ermittelt. Im Anschluss wird dieser Wert noch um den „Liquiditätswert der nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände erhöht“.8

Die oben gezeigte Graphik zeigt die einzelnen Ansätze nochmal in einer Übersicht. Vernachlässigt wird in dieser Arbeit der WACC-Ansatz mit dem Tax Shield im Zähler, welcher auch als TCF-Methode (Total-Cash-Flow-Methode) bekannt ist.

2.2 WACC - Ansatz

Bei dem WACC-Ansatz (Weighted Average Cost of Capital), also dem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz, wird zunächst der Marktwert des Gesamtkapi- tals errechnet.9 Zur Berechnung des Marktwertes GK werden die Überschüsse, wel- che zur Begleichung der Verpflichtungen gegenüber aller Gläubiger (Eigen- und Fremdkapitalgeber) vorhanden sind, bestimmt. Die Zahlungsüberschüsse sind noch vor etwaigen Zins- und Tilgungszahlungen an die Fremdkapitalgeber und vor Entloh- nung der Eigenkapitalgeber. Diese Zahlungsüberschüsse werden als die Free-Cash- Flows, kurz FCF, bezeichnet.

Eine Abzinsung der Zahlungsüberschüsse erfolgt anhand des gewichteten Kapitalkostensatzes auf Basis von Marktwerten. Der sogenannte Tax Shield (Steuerersparnis) wird bei dem WACC-Ansatz berücksichtigt. Dieser mindert die Steuerlast des Unternehmens, durch die Berücksichtigung der Zinsen auf das FK, welche als Aufwand anerkannt werden.

Zur Berechnung des gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatzes wird nun, wie folgende Gleichung zeigt, vorgegangen:

WACC = EK/GK * rEK + FK/GK * rFK * (1 - S)10

Das Eigenkapital wird durch das Gesamtkapital geteilt und mit der Renditeforderung der Eigenkapitalgeber, also dem Eigenkapitalkostensatz, multipliziert. Der Bruch des Fremdkapitals wird entsprechend mit der Renditeforderung der Fremdkapitalgeber multipliziert, wobei hier noch die Kosten um den Steuersatz bereinigt werden, da die- se abzugsfähig sind.

Der Unternehmenswert ergibt sich dann aus dem ermittelten FCF und dem errechneten WACC abzüglich des Marktwertes des Fremdkapitals:

UW = FCF/WACC - FK11

2.2.1 Eigenkapitalkosten

Unter den Eigenkapitalkosten wird die Forderung der EK-Geber auf Entlohnung ihres eingesetzten Kapitals, welches das unternehmerische Risiko trägt, verstanden.12 Normalerweise sind die Eigenkapitalkosten in einem Unternehmen höher als die Fremdkapitalkosten, da diese im Falle einer Insolvenz zweitrangig beglichen werden.

Wenn keine festen Vorgaben für die Eigenkapitalkosten gegeben sind, lautet die Formel zur Ermittlung:

rEK = rf + (MRP * β)

Also aus dem risikofreien Zins mal einer Risikoprämie (Geschäftsrisiko). Zur Bestim- mung von Beta, als Teil der Risikoprämie, wird das CAPM-Modell herangezogen. Hinter dem Beta verbirgt sich eine Kennziffer des systematischen Risikos. Das CAPM bildet „ein perfekt diversifiziertes Marktportfolio ab“13 mit einem Beta von eins. Es steht repräsentativ für den Markt. Das Beta dient als Schwankungskennziffer ei- nes Portfolios zu dem CAPM. Ein Portfolio welches ein Beta über eins aufweist, schwankt mehr als der Markt, bei einem Beta von unter eins schwankt es weniger und bei eins genauso wie der Markt.

Zur Ermittlung der Marktrisikoprämie (MRP) wird der risikofreie Zins von der Rendite des Marktportfolios subtrahiert. Bei den Renditen handelt es sich um durchschnittlich erzielte Werte der Vergangenheit.

MRP = rM -rf

Der Eigenkapitalkostensatz erhöht sich bei einem verschuldeten Unternehmen und ist daher anzupassen:

rEKvU = rEK + (rEK-rFK) * (1 - S) * FK/EK14

2.2.2 Fremdkapitalkosten

Die Fremdkapitalkosten sind der Aufwand des Unternehmens auf zinstragende Ver- bindlichkeiten, kurz Zinsaufwand. Eine Ermittlung ist daher über die Bonität des Un- ternehmens oder aber aus der Ableitung der tatsächlich gezahlten Zinsen auf deren Verbindlichkeiten im Durchschnitt, möglich.15 Weiterhin ist der schon erwähnte Tax Shield zu beachten, der die ermittelten Fremdkapitalkosten um die Steuerermäßi- gungen reduziert.

[...]


1 Quelle: Uni Hamburg: THEORIE UND PRAXISDER UNTERNEHMENSBEWERTUNG URL: http://www1.unisaarland.de/fund/42.htm Zugriff: (12.10.2015, 17:30)

2 Vgl. Manfred Jürgen Matschke, Gerrit Brösel, Unternehmensbewertung, Funktionen-Methoden Grundsätze,1. Auflage, Wiesbaden 2005, S.557

3 Vgl. Heike Brost, Andreas Dahmen, Ingo Lippmann, Corporate Banking, Zukunftsorientierte Strategien im Firmenkundengeschäft, 6. überarbeitete Auflage, Frankfurt 2008, S. 148

4 Quelle: Uni Hamburg: THEORIE UND PRAXISDER UNTERNEHMENSBEWERTUNG URL: http://www1.unihamburg. de/Kapitalmaerkte/download/UnternehmensbewertungWiSe200203FolieE.pdf Zugriff: (12.10.2015, 18:00)

5 Quelle: Uni Hamburg: THEORIE UND PRAXISDER UNTERNEHMENSBEWERTUNG URL: http://www1.unihamburg. de/Kapitalmaerkte/download/UnternehmensbewertungWiSe200203FolieE.pdf Zugriff:(12.10.2015, 18:00)

6 Quelle: Uni Saarland: Der Discounted Cash Flow (DCF) URL: http://finanzportal.wiwi.unisaarland. de/fund/42.htm Zugriff: (12.10.2015, 17:30)

7 Quelle hierzu und im Folgendem: Oliver Glück, Betriebswirtschaftliche Leistungen Beratung Schulungen URL: http://www.zoilos.de/unternehmensbewertung-discounted-cash-flow-verfahren.htm Zugriff: (14.10.2015, 18:00)

8 Sebastian Prexl, Michael Bloss, Dietmar Ernst, Christoph Haas, Joachim Häcker, Bernhard Röck, Financial Modeling, Auflage 2010, Frankfurt 2010 , S. 280

9 Vgl. hierzu und im Folgendem Sebastian Prexl, Michael Bloss, Dietmar Ernst, Christoph Haas, Joachim Häcker, Bernhard Röck, Financial Modeling, Auflage 2010, Frankfurt 2010 , S.246 -247

10 Quelle: Oliver Glück, Betriebswirtschaftliche Leistungen Beratung Schulungen URL:

11 Quelle: Oliver Glück, Betriebswirtschaftliche Leistungen Beratung Schulungen URL: http://www.zoilos.de/unternehmensbewertung-discounted-cash-flow-verfahren.htm Zugriff: (14.10.2015, 18:00)

12 Vgl. hierzu und im Folgendem Sebastian Prexl, Michael Bloss, Dietmar Ernst, Christoph Haas, Joachim Häcker, Bernhard Röck, Financial Modeling, Auflage 2010, Frankfurt 2010 , S. 253-259

13 Sebastian Prexl, Michael Bloss, Dietmar Ernst, Christoph Haas, Joachim Häcker, Bernhard Röck, Financial Modeling, Auflage 2010, Frankfurt 2010 , S. 255

14 Vgl. Manfred Jürgen Matschke, Gerrit Brösel, Unternehmensbewertung, Funktionen-Methoden Grundsätze,1. Auflage, Wiesbaden 2005, S. 561

15 Vgl. Manfred Jürgen Matschke, Gerrit Brösel, Unternehmensbewertung, Funktionen-Methoden Grundsätze,1. Auflage, Wiesbaden 2005, S.557

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Discounted Cash-Flow. Eine vergleichende Analyse der DCF-Verfahren
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen  (Deustches Institut für Corporate Finance)
Veranstaltung
CFM
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V310642
ISBN (eBook)
9783668276086
ISBN (Buch)
9783668276093
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine freiwillge "Hausarbeit", die nicht benotet wurde.
Schlagworte
discounted, cash-flow, eine, analyse, dcf-verfahren
Arbeit zitieren
Martin Vennedey (Autor), 2015, Discounted Cash-Flow. Eine vergleichende Analyse der DCF-Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310642

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