Klimagerechte Ernährung. Ein Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen


Seminararbeit, 2014

20 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Klimawandel

2. Treibhauseffekt

3. Beteiligung der Landwirtschaft am Treibhauseffekt
3.1. Kohlenstoffdioxid
3.2. Methan
3.3. Lachgas

4. Klimagerechte Ernährung
4.1. Pflicht zur klimagerechten Ernährung?
4.2. Kriterien für eine klimagerechte Ernährung
4.2.1. Rat für nachhaltige Ernährung
4.2.2 Greenpeace Österreich
4.2.3. Österreichisches Lebensmittelministerium
4.3. Klimagerechte Nahrungsmittel im Supermarkt?
4.3.1. Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel
4.3.2. Supermarkteigene Biolinien
4.4. Schwierigkeiten beim Versuch sich klimagerecht zu ernähren
4.4.1. Zusatzstoffe
4.4.2. Greenwashing
4.4.3. Multifaktoralität

5. Ausblick

Literaturverzeichnis

Im Sinne der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf das „Gendern“ verzichtet!

Einleitung

Zu einem ethisch korrekten Umgang mit Lebensmitteln gehört, dass man sich umfassend über die Entstehung, Produktion und Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln informiert, darüber reflektiert um dann zu einer verantwortungsvollen Entscheidung zu kommen, welche Lebensmittel gekauft werden können oder nicht, und dann auch dem gemäß handelt.

Der Klimawandel ist in aller Munde. Immer wieder wird versucht den verschiedensten Gruppen die Schuld daran zu geben und mit unterschiedlichen Erfolgen sind all die Bemühungen zur Reduktion der Treibhausgase gekrönt.

„Gerecht leben – Fleisch fasten!“ so lautet die Fastenaktion in der Diözese Graz – Seckau. Und auch von anderer Seite hört man in letzter Zeit, dass man wenig bis gar kein Fleisch essen soll, denn mit dem (übermäßigen) Fleischkonsum schädigt man die Umwelt, unterstützt einerseits globale Ungerechtigkeitssysteme, andererseits erhöht und verstärkt sich auch der Treibhauseffekt.

Stimmt dies aber wirklich? Und wenn ja, was sind z. B. im Supermarkt die Alternativen dazu?

Ist klimafreundliche Ernährung heutzutage überhaupt möglich und wenn ja, für verantwort-ungsbewusste Bürger in Hinblick auf nachfolgende Generationen eine Pflicht?

Ein Blick auf die Kriterien einer klimagerechten Ernährung zeigt, dass es derzeit klare und auch überwiegend einheitliche Vorstellungen darüber gibt, wie diese auszusehen hat. Und wenn man die Angebotpalette in Österreich betrachtet, so ist hier mittlerweile vieles in diese Richtung geschehen.

Auch die Schwierigkeiten einer klimagerechten Ernährung sollen angesprochen werden, wobei einige Konfliktfelder, die sich in diesem Bereich zeigen, nur kurz angerissen werden können.

So bleibt auf jeden Fall für die Zukunft noch viel zu tun um die Treibhausgase zu senken, jedoch kann jeder dazu seinen Beitrag leisten und gemeinsam ist es schaffbar.

1. Klimawandel

Beinahe kein Tag vergeht, ohne dass wir darauf hingewiesen werden, dass sich das Klima ändert. Es wird wärmer oder auch nicht, je nachdem welchen Forschern und welchen Ergebnisse man sich anschließen mag.

Und das ist natürlich nichts Neues, denn im Laufe der Zeit hat sich das Klima auf der Erde immer wieder verändert. Wie auch immer, steht es unstreitbar fest, dass dafür – neben noch nicht bekannten oder nicht ganz erforschten Einflüssen - der Treibhauseffekt verantwortlich ist.

Die EU hat sich bereits 2009 dazu entschlossen zur Klimarettung erstens die Emissionen der Treibhausgase um 20% unter das Niveau von 1990 zu reduzieren und zweitens, dass Anpassungsmaßnahmen getroffen werden müssen um mit den Folgen des Klimawandels fertig werden zu können.[1]

Österreich hat sich 1997 im Klimaschutzprotokoll von Kyoto dazu verpflichtet bis 2012 13% der Treibhausgase im Verhältnis zu 1990 zu senken.[2] Im Bereich der Landwirtschaft ist dies, wie auch bei der Raumwärme und Abfallwirtschaft, gelungen. Zu Jahresbeginn 2014 wurde allerdings wieder erneut darüber gesprochen, dass in den Bereichen Industrie und Verkehr dieses Ziel nicht erreicht wurde.[3] So mussten daher ca. 70 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalenz Zertifikate um ca. 500 Millionen Euro gekauft werden.[4] Nach wie vor weigert sich allerdings die Industrie die bis 2030 seitens der EU vereinbarte CO2-Reduktion von 40 % anzugehen mit dem Verweis, dass man dann nicht wettbewerbsfähig sei.[5] Das Sorgenkind bleibt aber, wie auch aus der Skizze[6] zu ersehen ist, der Verkehr und es gibt nach wie vor keine wirklich guten durchsetzungsmöglichen Ideen, wie dieses Problem zu lösen wäre.

2. Treibhauseffekt

Um die Temperatur auf der Erde zu erklären, vermutete bereits 1827 der franz. Mathematiker Joseph Fourier den Treibhauseffekt.[7] Der Treibhauseffekt ist es, „der die Sonnenenergie herein, aber nicht vollständig wieder herauslässt und für ein konstantes Klima“[8] sorgt.“ D. h., dass dies überlebenswichtig für den Menschen ist und daher ohne natürlichen Treibhauseffekt kein Leben auf der Erde möglich wäre.[9] Kohlenstoffdioxid spielte dabei immer schon eine wichtige Rolle beim Klimawandel, aber nicht die einzige.[10] Neben CO2 gehören noch Wasserdampf (H2O), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas/ Distickstoffoxid (N2O) zu den natürlichen Treibhausgasen,[11] wobei einige durch den Menschen seit der Industrialisierung verstärkt werden. Dazu gesellt sich noch ein vom Menschen künstlich hergestelltes Treibhausgas, nämlich die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die so überhaupt nicht in der Natur vorkommen.[12] Die prozentmäßige Verteilung sieht derzeit folgendermaßen aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[13]

Wobei CO2, CH4, N2O und FCKW eine lange Verweildauer in der Atmosphäre besitzen und so zu den langlebigen Treibhausgasen gezählt werden.[14] Einige der künstlich hergestellten Treibhausgase können sogar erst in einigen tausend Jahren umgewandelt werden und deren Umweltauswirkungen sind bis jetzt noch nicht wirklich erforscht.[15]

„Die 3 Treibhausgase CO2, CH4 und N2O wurden entsprechend ihrer Klimawirkung als „CO2-Äquivalente“ (CO2-eq) zusammengefasst.“[16] „Das CO2-Äquivalent wird dabei als Gramm pro verbrauchte KWh beim Endverbraucher angegeben.“[17] Somit können die Treibhausgase miteinander in ihrer Wirkung verglichen werden. „Das Treibhauspotenzial GWP (Global Warming Potential) beschreibt den Beitrag eines Spurengases zur globalen Erwärmung relativ zum Beitrag von Kohlendioxid (CO2).“[18]

3. Beteiligung der Landwirtschaft am Treibhauseffekt

Die Landwirtschaft hat mit 8,8% Anteil an der Treibausgasemission Österreichs und hat seit 1990 um ca. 13% abgenommen, während der Anteil der Gesamtemissionen Österreichweit um 8,2% zugenommen hat.[19]

Die CO2-eq Emissionen entstehen vor allem bei der Erzeugung tierischer und pflanzlicher Lebensmittel, bei der Verarbeitung, durch den Transport und durch den Konsumenten (einkaufen fahren, kochen, ).

Die wichtigsten Treibhausgase in der Landwirtschaft sind:

3.1. Kohlenstoffdioxid

Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchsloses Gas, welches bis zu 120 Jahre in der Atmosphäre verweilt.[20] Es entsteht bei der Produktion von Spritzmittel und Kunstdünger, durch den Einsatz der landwirtschaftlichen Maschinen und entweicht auch den Böden.[21]

3.2. Methan

Methan ist ein farb- und geruchsloses Gas, welches. 21 mal treibhauswirksamer als CO2 ist und ca. 8 –10 Jahre in der Atmosphäre bleibt.[22] Es entsteht beim Abbau von organischen Stoffen unter Luftabschluss, also bei der Verdauung von Wiederkäuern und der Lagerung von Wirtschaftsdünger in Form von Gülle (10x soviel wie bei althergebrachten Festmist-systemen).[23]. „Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) geht davon aus, dass der Viehwirtschaftssektor für ein knappes Fünftel der anthropogenen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.“[24] Der Nassanbau von Reis verursacht den zweitgrößten Anteil an Ausstoß von Methan.[25]

3.3. Lachgas

Lachgas/Distickstoffoxid ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas, welches ca. 114 Jahre in der Atmosphäre verbleibt.[26] Es ist ca. 310 mal so wirksam wie CO2 und entsteht beim Abbau von mineralischem Stickstoffdünger im Boden und ist das wichtigste landwirtschaftliche Treibhausgas.[27]

4. Klimagerechte Ernährung

4.1. Pflicht zur klimagerechten Ernährung?

Das Interesse des Konsumenten ist, wie Grunwald ausführt, im Normalfall auf persönliche Ziele hin ausgerichtet und der Konsument verfolgt damit nicht primär gesellschaftliche Ziele. Soll nun der Konsument sich bei seinem Einkaufverhalten am Klimaschutz, der seitens der Umweltschützer und mittlerweile auch von vielen Regierungen gefordert wird, orientieren wird hier privates mit öffentlichen vermischt und hätte z. B. zwangsläufig zur Folge, dass sich jeder vor der Allgemeinheit für seine Einkäufe z. B. im Supermarkt verantworten müsste. Dies steht aber jedenfalls im Konflikt mit dem Wunsch und dem Recht des Einzelnen auf Privatsphäre. Die Grenze ist hier nicht leicht zu ziehen und wird daher auch immer wieder kontrovers diskutiert.[28]

Klar fest zu stellen ist jedenfalls, dass alle Aufrufe und Stellungnahmen zu klimagerechten Nahrungsmittelkonsum keinerlei Gesetzescharakter haben und daher niemand dazu verpflichtet ist bzw. verpflichtet werden kann. Grunwald weist daher zu Recht darauf hin, dass natürlich hier die Autonomie des Konsumenten gegen den bevormundenden Paternalismus von gewissen Gruppen steht.[29]

Andererseits hat jeder Konsum zwei Seiten: einen privaten und einen öffentlichen. Zum öffentlichen gehören einerseits die Folgen des Einkaufsverhaltens des Konsumenten, andererseits aber auch die öffentlich festgelegten Rahmenbedingungen, innerhalb derer der Konsum stattfindet. Daraus folgt, dass die Konsumenten zu einem Teil die Verantwortung für den Klimaschutz durch ihr Handeln tragen. Aber auch die öffentliche Hand trägt hier einen Teil der Verantwortung, in dem Sinn, dass sie verantwortlich zeichnet für die Steuern, Anreizsysteme, Wirtschaftsstrukturen, usw., also für die Rahmenbedingungen innerhalb derer die Konsumenten agieren.

Wobei zu bedenken ist, dass es letztlich nicht die Politiker sind, die dafür verantwortlich sind, sondern in einer Demokratie der Souverän, also die Bürger selbst.[30] In diesem Sinne stellen die Bürger z. B. die derzeitige Produktion von Nahrungsmitteln auf dem Hintergrund der Klimagerechtigkeit in Frage und fordern mit allem Nachdruck, dass sich hier etwas ändern müsste oder sie versuchen zu verhindern, dass Maßnahmen ohne Rücksicht auf die Umwelt umgesetzt werden. „Konsumenten wissen, dass sie mit ihrer Kaufkraft Einfluss auf die globale Nahrungsmittelkette und die Produktionsstrukturen und – methoden haben und werden diesen Einfluss mehr und mehr geltend machen.“[31] D. h., dass jeder etwas bewirken und initiativ werden kann und damit Verantwortung für die Umwelt und die nachfolgenden Generationen trägt.[32]

Die Verantwortung ist demnach auch zweigeteilt: einerseits trägt man Verantwortung in privater Hinsicht, andererseits aber auch in öffentlicher. Und da sollte das Verhalten und Agieren konsistent sein. Denn sowohl als Privatperson, als auch im öffentlichen Bereich bleibt man ja der Gleiche. In dieser komplexen Welt gilt daher, dass jeder auf allen Ebenen Verantwortung zu tragen hat. Grunwald bezieht sich dabei auf Immanuel Kant und dessen Pflichtethik. Ökologisch reflektierter Konsum ist in dieser Hinsicht ein Prinzip, das als Handlungsgrundlage dienen kann und könnte auch als Maxime für ein allgemeingültiges Gesetz dienen. So könnte nachhaltiger Konsum, Umweltschutz eine Pflicht im Sinne von Kant sein[33] und jeder wäre verpflichtet sich klimageruht zu ernähren. Aber ist die überhaupt möglich?

4.2. Kriterien für eine klimagerechte Ernährung

Wie muss der Mensch handeln, damit er sich ethisch korrekt ernährt? Welche Kriterien gibt es, nach denen man seine Nahrungsmittel auswählen soll? Genügt es kein Fleisch zu essen? Oder ist es komplexer?

In einer Zeit, in der es keine Regeln zu geben scheint, in dem jeder das Rad sozusagen neu erfinden muss, wird immer wieder versucht auf den Einzelnen mittels Richtlinien und dergleichen Einfluss zu nehmen, damit man das, was auf politischer Ebene als wichtig erscheinende Maßnahmen für die Zukunft gesehen wird, unter das Volk bringt und dieses dazu motiviert auch danach zu handeln.

Da aber derzeit die Autonomie und die Unabhängigkeit jedem anscheinend das Wichtigste zu sein scheint, wird es immer schwieriger das, was dem Gemeinwohl dienlich wäre, umzusetzen. Trotzdem gibt es vielerlei Versuche solche Richtlinien von verschiedenster Seite zu erstellen. Nachfolgend einige Beispiele:

4.2.1. Rat für nachhaltige Ernährung

In Deutschland hat sich bereits 2003 der Rat für Nachhaltige Entwicklung damit auseinandergesetzt und eine Broschüre herausgegeben, damit man besser – im Sinne des Klimaschutzes - einkaufen kann. Diese wurde regelmäßig überarbeitet, aktualisiert und immer wieder neu aufgelegt. Darin werden die Konsumenten ermutigt ihren Einfluss auf die Produzenten und Händler zu verstärken, damit diese im Sinne von Nachfrage und Angebot, vermehrt z. B. klimagerechte Nahrungsmittel anbieten. Um die Entscheidung den Konsumenten zu erleichtern werden Orientierungshilfen in dieser Broschüre geboten, denen man vertrauen kann, damit man nicht selbst jedes einzelne Produkt hinterfragen muss:[34]

„Bioprodukte, saisonales Gemüse und Obst aus der Region, weniger Fleisch und Fisch, fair gehandelte Produkte und Getränke in Mehrwegverpackungen“[35]

Wobei Bioprodukte aus fernen Ländern nicht unbedingt erstanden werden sollten, da aufgrund des weiten Transportes und der aufwendigen Lagerung die CO2 Bilanz sehr schlecht ist. Man sollte seinen ethischen Grundsätzen auch beim Essen außer Haus treu bleiben und auf bio, regional und saisonal achten und auch keine Lebensmittel wegwerfen.[36]

4.2.2 Greenpeace Österreich

Auch Greenpeace Austria hat ähnliche Kriterien für eine klimagerechte Ernährung: zum Einkaufen mit dem Fahrrad fahren, Bioprodukte kaufen, Gemüse und Obst aus der Region, im Ort und mit eigener Tasche einkaufen gehen.[37]

4.2.3. Österreichisches Lebensmittelministerium

Und auf der Homepage des österreichischen Lebensmittelministeriums findet man folgende Klimaschutzmaßnahmen bezüglich der Ernährung:

- „ausgewogene Ernährung mit Betonung pflanzlicher Lebensmittel
- Bio-Lebensmittel tragen zum Klimaschutz bei
- Saisonalem Obst und Gemüse aus Freiland den Vorzug geben
- Frische gering verarbeitete Lebensmittel statt Tiefkühl-Produkte
- Hühnerfleisch vor Schweinefleisch vor Rindfleisch - aus CO2-Sicht
- Regional ist die erste Wahl – Flugzeug-Transporte sind zu vermeiden
- Energieeffiziente Haushaltsgeräte
- Mit dem Fahrrad oder zu Fuß einkaufen, das Auto stehen lassen
- Wenn Auto, dann Großeinkäufe“[38]

Und natürlich sollte man keine Lebensmittel verschwenden und wegwerfen. Überdenkenswert ist auf jeden Fall, dass in Österreich jedes Jahr 166.000 Tonnen Lebensmittel entsorgt werden, da sie nicht mehr so schön aussehen oder wegen der missgedeuteten Haltbarkeits-bezeichnungen, im Müll landen, obwohl sehr viel davon noch genießbar wäre.[39]

4.3. Klimagerechte Nahrungsmittel im Supermarkt?

Im Supermarkt gibt es hier in Österreich immer alle Lebensmittel – egal ob Sommer oder Winter. Vor noch nicht allzu langer Zeit aß man hier nur die Produkte, die gerade Saison hatten bzw. die man für die kalte Jahreszeit konserviert hatte.

Durch die modernen Kühlsysteme und die schnellen Transportmöglichkeiten scheinen wir von den Jahreszeiten unabhängig geworden zu sein. Und das Verblüffende ist, dass z. B. einheimische Äpfel teurer sind, als Bananen aus Übersee.[40] Ein durchschnittliches Frühstück in Österreich hat laut ÖAMTC Akademie ca. 5.100 km hinter sich gebracht, wenn noch exotische Früchte dazu kommen, kann es schnell einmal auf 10.000 km kommen[41] und führt somit zu einer ganz schlechten CO2 Bilanz.

4.3.1. Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel

Saisonales Freilandgemüse ist wesentlich klimafreundlicher als Anbau von Gemüse im Glashaus/Folientunnel.

In Österreich werden z. B. aber fast alle Paradeiser nur mehr in Glashaus oder Folientunnel und meist in erdelosen Anbau produziert:[42]

Tomaten konventionell, regional, saisonal 85 g CO2/kg

Tomaten konventionell im Gewächshaus 2300 g CO2/kg[43]

Wobei es einen Unterschied zwischen biologischen und konventionellen Anbau gibt:

Tomaten bio, regional, saisonal 34 g CO2/kg[44]

Erdbeeren bio, regional, saisonal: 240 g CO2/kg

Erdbeeren konventionell, regional, saisonal: 300 g CO2/kg[45]

Wenn man dazu importierte Produkte vergleicht, so wird man feststellen, dass die regionalen Lebensmittel klimafreundlicher sind, als die aus fernen Ländern:

Früherdbeeren aus Spanien: 646 g CO2/kg[46]

Noch drastischer fällt die CO2 - Bilanz aus, wenn die Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert werden müssen:

Weintrauben aus der Region: 209 g CO2/kg

Weintrauben aus Chile: 7610 g CO2/kg[47]

Wirft man einen Blick auf nicht-saisonales Gemüse, das in beheizten Glashäusern gezogen wird, so erschrecken die hohen CO2 Emissionen:

Tomaten konventionell, regional, beheiztes Gewächshaus 9200 g CO2/kg[48]

[...]


[1] Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Weißbuch. Anpassung an den Klimawandel. Ein europäischer Aktionsrahmen, in: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2009:0147:FIN:DE:PDF [abgerufen am 21.3.2014], 2009.

[2] Vgl. Molnar, Peter: Das Kyoto- Protokoll, in: http://www.klimabuendnis.at/start.asp?ID=101098&b=355&b2=&am= [abgerufen am 21.3.2014].

[3] Vgl. Kyoto-Ziel nicht erreicht: Österreich zahlt 500 Mill. Euro, in: http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/kyoto-ziel-nicht-erreicht-oesterreich-zahlt-500-mill-euro-90411/ [abgerufen am 21.3.2014].

[4] Vgl. Österreich verfehlt Kyoto-Ziele weiter deutlich, in: http://www.heute.at/news/wirtschaft/art23662,975499[abgerufen am 21.3.2014].

[5] Vgl. Graber, Fabian: „Die Kyoto-Ziele waren überehrgeizig“, in: http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/wien/1394369/Die-KyotoZiele-waren-uberehrgeizig [abgerufen am 21.3.2014].

[6] Österreich zahlt 600 Millionen für positive Kioto-Bilanz, in: http://kurier.at/wirtschaft/wirtschaftspolitik/treibhausgase-oesterreich-zahlt-600-millionen-fuer-positive-kioto-bilanz/2.644.604 [abgerufen am 21.3.2014].

[7] Vgl. Der Treibhauseffekt, in: http://www.klimawandel-verstehen.de/html/treibhauseffekt [abgerufen am 21.3.2014].

[8] Klimawandel – Definition, in: http://www.globalisierung-fakten.de/klimawandel/definition/ [abgerufen am 21.3.2014].

[9] Vgl. Natürliche Treibhausgase, in: https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimasystem/antriebe/natuerliche-treibhausgase [abgerufen am 21.3.2014].

[10] Vgl. ebd.

[11] Vgl. Wichtige Treibhausgase, in: http://www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/wissen/treibhausgase.html [abgerufen am 21.3.2014].

[12] Vgl. Treibhausgase, in: http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Treibhausgase [abgerufen am 21.3.2014].

[13] Steuerwald, Dirk / Jacob, Torsten / Obenauer, Sven: Der Treibhauseffekt, in: http://www.whg-lu.de/is2000/avh/regenwald/treibhauseffekt.htm [abgerufen am 21.3.2014].

[14] Vgl. Treibhausgase, in: http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Treibhausgase [abgerufen am 21.3.2014].

[15] Vgl. Treibhausgase, in: http://www.klima-holz-mensch.de/treibhausgase [abgerufen am 21.3.2014].

[16] Hofer: Zurück zum Ursprung. Berechnung CO2-Fussabdruck, in: http://www.zurueckzumursprung.at/fussabdruck/berechnung/co2/ [abgerufen am 22.3.2014].

[17] Umweltdatenbank: CO2-Äquivalent, in:

http://www.umweltdatenbank.de/cms/lexikon/lexikon-c/261-co2-aequivalent.html [abgerufen am 21.3.2014].

[18] infoholz.at, Treibhauspotential (GWP), in: http://www.infoholz.at/fragen/katalog/eintrag/treibhauspotential-gwp-ohnemit-cosub2sub-speicherung.htm [abgerufen am 21.3.2014].

[19] Vgl. lebensmittelministerium.at: Klimawandel - „Vom Acker bis zum Teller“. Landwirtschaft, Ernährung und Klima, in: http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CDoQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.lebensministerium.at%2Fdms%2Flmat%2Fpublikationen%2Fland%2Fklima_acker_teller%2FKlimawandel---Vom-Acker-bis-zum-Teller%2FKlimawandel%2520-%2520Vom%2520Acker%2520bis%2520zum%2520Teller.pdf%3F1%3D1&ei=E4ksU7XpFcfB7AbUxIDQBg&usg=AFQjCNHBuAt6zGmqLo6N6J4PZOYzc-XdWw&sig2=NC40I-WAPbo1s9pZuw9Iig&bvm=bv.62922401,d.ZGU [abgerufen am 21.3.2014], 2012, 10.

[20] Vgl. Das Umweltbundesamt: Die Treibhausgase, in: http://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase [abgerufen am 21.3.2014], 2013.

[21] Vgl. Kahle, Christine: Kühe als Klimasünder, in: https://www.tagesschau.de/klima/hintergruende/klimalandwirtschaft100.html [abgerufen am 21.3.2014].

[22] Vgl. lebensmittelministerium.at: Klimawandel - „Vom Acker bis zum Teller, 9.

[23] Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten: Verminderung gasförmiger Emissionen in der Tierhaltung, in: http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CDMQFjAA&url=http%3A%2F%2Flandwirtschaft.bodenseekonferenz.org%2Fbausteine.net%2Ffile%2Fshowfile.aspx%3Fdowndaid%3D8911%26guid%3Df00e3d3e-256d-424b-899b-d54c54cf75ff%26fd%3D3&ei=6KIsU43DMabH7AampYGYBg&usg=AFQjCNEJmINGYxmJiQFDFKGw0kPMFXCdBg&sig2=SB9uJdqnq6iwCXcR_mikcQ&bvm=bv.62922401,d.ZGU, [abgerufen am 21.3.2014], 2003, 10.

[24] Methan, in: http://www.verivox.de/themen/methan/ [abgerufen am 21.3.2014].

[25] Vgl. Kahle.

[26] Vgl. Das Umweltbundesamt: Die Treibhausgase.

[27] Vgl. lebensmittelministerium.at: Klimawandel - „Vom Acker bis zum Teller“, 9.

[28] Vgl. Grunwald, Armin: Ende einer Illusion. Warum ökologisch korrekter Konsum die Umwelt nicht retten kann, München: oekom verlag 2012, 83f.

[29] Vgl. Grunwald, 85.

[30] Vgl. Grunwald, 89-94.

[31] Rützler, Hanni / Reiter, Wolfgang: food change. 7 Leitideen für eine neue Esskultur, St. Stefan: HubertKrenn VerlagsgesmbH 2010, 27.

[32] Vgl. Grunwald, 116.

[33] Vgl. Grunwald, 109-112.

[34] Vgl. Rat für nachhaltige Entwicklung, Der Nachhaltige Warenkorb, in: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/eigene-projekte/nachhaltiger-warenkorb/ [abgerufen am 22.3.2014].

[35] Ebd., 13.

[36] Vgl. ebd., 19.

[37] Vgl. Greenpeace: Klimafreundlich einkaufen, in: http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/aktivwerden/tatensetzen/klimafreundlich-einkaufen/ [abgerufen am 22.3.2014], 2013.

[38] Lebensmittelministerium.at: Klimawandel – Essen (k)eine Klimasünde?, in: http://www.lebensministerium.at/lebensmittel/qs-lebensmittel/ernaehrung/ernaehrung_klima/ernaehrung_klima.html [abgerufen am 22.3.2014].

[39] Vgl. Rützler / Reiter, 122.

[40] Vgl. Holzinger, Hans: Nachhaltig leben. 25 vorschläge für einen verantwortungsvollen lebensstil, Salzburg: JBZ- Verlag 2002, 16.

[41] Vgl. Ein Frühstück auf Reisen, in: http://www.eduhi.at/dl/Ein_Fruehstueck_auf_Reisen.pdf [abgerufen am 22.3.2014].

[42] Vgl. Theurl, Michaela: CO2-Bilanz der Tomatenproduktion: Analyse acht verschiedener Produktionssysteme in Österreich, Spanien und Italien, in: http://www.uni-klu.ac.at/socec/downloads/WP110_WEBVERSION.pdf [abgerufen am 22.3.2014].

[43] Klima sucht Schutz in Heidelberg, in: http://www.co2spiegel.de/heidelberg/co2_spiegel.pdf [abgerufen am 21.3.2014], 6.

[44] Klima sucht Schutz in Heidelberg, 6.

[45] Vgl. Ernährung & CO2, in: http://klik-co2.de/KLiK_Ernahrung.pdf [abgerufen am 21.3.2014], 27.

[46] Vgl. Ernährung & CO2, 27.

[47] Ernährung & CO2, 28.

[48] Klima sucht Schutz in Heidelberg, 6.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Klimagerechte Ernährung. Ein Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Ethik und Gesellschaftslehre)
Veranstaltung
Die Verantwortung der Konsumenten
Note
1
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V310840
ISBN (eBook)
9783668095298
ISBN (Buch)
9783668095304
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klimawandel, Treibhauseffekt, Beteiligung der Landwirtschaft am Treibhauseffekt, Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas, klimagerechte Ernährung, Konsumenten, Umweltschutz, Autonomie, Unabhängigkeit, Gemeinwohl, nachhaltige Entwicklung, Bioprodukte, saisonales und regionales Gemüse/Obst, Lebensmittelverschwendung, Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel, biologischer und konventioneller Anbau, Supermarkteigene Biolinien, klimaschonende Lebensmittel, globalisierte Welt, Grünlandbewirtschaftung, Fleischverzicht, Palmöl, Greenwashing
Arbeit zitieren
Mag. theol. Ottilie Kumpitsch (Autor), 2014, Klimagerechte Ernährung. Ein Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310840

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