Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Die pädagogische und kulturelle Motivation der Frauenbilder in orientalischen und deutschen Märchen

Ein Vergleich

Titel: Die pädagogische und kulturelle Motivation der Frauenbilder in orientalischen und deutschen Märchen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 37 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Veronika Firmenich (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In unserer Gesellschaft ist die Emanzipation und die Rollenverteilung ein wichtiges Thema. Frauen wollen gleichberechtigt werden und selbstständig sein. Das Bild von Frauen aus dem Orient – heute spricht man vom Nahen Osten – ist geprägt von Unterdrückung und Abhängigkeit vom Mann. In wie weit diese Frauenbilder auch in den Märchen zu finden sind, wird in dieser Arbeit thematisiert werden.

Die herausgearbeitete kulturelle und pädagogische Motivation der Märchen soll zeigen, welche Funktion die Märchen haben und hatten. Welche Rolle spielen Frauen in den Märchen der orientalischen Kultur und welche in der deutschen? Welchen Stellenwert haben sie und welche Werte sollen sie vermitteln? Sind diese Werte identisch oder sind es unterschiedliche? In wie weit lässt sich die Kultur der jeweiligen Länder in den Märchen wiederfinden und wie viel Kultur soll vielleicht auch vermittelt werden durch sie? Unter all diesen Fragen stellt sich folgende als Kernfrage für diese Arbeit heraus: Kann die Darstellung von Frauen im Märchen auch in unserer heutigen Gesellschaft noch als Vorbild fungieren oder wirkt es nur als Medium zur Verbreitung längst veralteter patriarchalischer Denkkonstruktionen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Märchen

2.1 Entstehung, Wandlung und Verwendung der Gattung Märchen

2.2 Der pädagogische Wert und Einsatz von Märchen

2.3 Mündlichkeit

2.4 Märchen und Realität

2.4.1 orientalische Märchen und Bilder vom Orient

2.4.2 Grimms Märchen und die Lebenswirklichkeit im 19. Jahrhundert

3. Frauenfiguren

3.1 böse Gegenspielerin

3.1.1 Hexe

3.1.2 Stiefmutter / Stiefschwestern

3.2 gute / schöne / tugendhafte Hauptfigur

3.2.1 passive Heldin

3.2.2 aktive Heldin

3.3 Männertypen

3.3.1 Könige und Väter

3.3.2 Prinzen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle von Frauen in deutschen Märchen der Brüder Grimm im Vergleich zu orientalischen Märchen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit diese Frauenbilder im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts verankert sind und ob sie in der heutigen Gesellschaft noch als Vorbilder fungieren können oder lediglich veraltete patriarchale Strukturen verbreiten.

  • Historische Entstehung und Mündlichkeit von Märchen
  • Einfluss der gesellschaftlichen Realität des 19. Jahrhunderts auf die Märcheninhalte
  • Typisierung und Rollenverteilung von Frauenfiguren
  • Vergleich zwischen deutschen und orientalischen Märchenmotiven
  • Pädagogische Relevanz und kritische Reflexion der Geschlechterrollen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Stiefmutter / Stiefschwestern

Die Figur der Stiefmutter ist oft gleichzeitig auch die Hexe. Zwar wird sie nicht als solche tituliert, aber sie bekommt ‚hexenhafte‘ Eigenschaften zugeschrieben. Eine besonders starke Verbindung zwischen der Rolle der Stiefmutter und der der Hexe lässt sich im Märchen Hänsel und Grethel feststellen. Die Stiefmutter überredet den Vater, die Kinder auszusetzen. Sie hat keinerlei gute Eigenschaften und als die Kinder die Hexe besiegt (getötet) haben, ist auch die Stiefmutter tot, als sie nach Hause kommen. Bei Sneewittchen hat die Stiefmutter die Fähigkeit einen Apfel zu vergiften und ihren Tod/Schlaf an einen Zauber zu binden, der erst mit der Liebe des Prinzen gelöst werden kann. Inwiefern hier eine Erlösung der Frau vorliegt wird im folgenden Kapitel thematisiert.

Zwar böse, aber ohne magische Fähigkeiten, treten die Stiefmütter in Aschenputtel und Frau Holle auf. Bei diesen beiden Märchen steht die Bevorzugung der leiblichen Kinder im Vordergrund. Beide demütigen die Heldin und zwingen sie zur Arbeit, während die Stiefschwestern – als faul, dumm und hässlich beschrieben – ein angenehmes Leben genießen. Die Hässlichkeit lässt sich mit den Charaktereigenschaften der Figuren übersetzen, welche bei Stiefschwestern und auch -müttern ebenfalls immer schlecht sind. Mit ihrer Faulheit und Boshaftigkeit nehmen sie die Gegenposition zur Heldin ein und werden am Ende des Märchens dafür bestraft. So wird die Stiefschwester in Frau Holle mit Pech überschüttet und bleibt damit bis an ihr Lebensende gezeichnet und bei Aschenputtel picken die Tauben den Schwestern die Augen aus. Der Stiefmutter von Sneewittchen ergeht es noch schlimmer. Sie muss in „rot glühende Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde [fällt].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Untersuchung von Frauenrollen in Märchen ein und erläutert die methodische Entscheidung, deutsche Märchen der Brüder Grimm und ausgewählte orientalische Märchen zu vergleichen.

2. Märchen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, die orale Tradition, den pädagogischen Stellenwert sowie die Frage nach dem Realitätsbezug von Märchen, unter Einbeziehung kultureller Unterschiede zwischen Deutschland und dem Orient.

3. Frauenfiguren: Hier werden spezifische Frauentypen analysiert, unterteilt in böse Gegenspielerinnen (Hexe, Stiefmutter/Stiefschwestern) sowie gute Hauptfiguren (passive und aktive Heldinnen), inklusive einer Betrachtung der Männertypen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Märchen weiterhin als Vorbilder fungieren können, sofern ihre patriarchalen Strukturen reflektiert und die Figuren als Stereotype wahrgenommen werden, wobei das Handeln der Figuren vom Geschlecht losgelöst bewertet werden sollte.

Schlüsselwörter

Märchen, Frauenfiguren, Brüder Grimm, Orient, Tausend und eine Nacht, Gender Studies, Rollenverteilung, Pädagogik, Patriarchat, Realitätsbezug, Mündlichkeit, Heldin, Geschlechterrollen, Sozialisation, Stereotype.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauenfiguren in deutschen und orientalischen Märchen und untersucht deren Funktion in Bezug auf Geschlechterrollen und gesellschaftliche Werte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Märchen, der Einfluss historischer Lebenswirklichkeiten auf die Erzählungen, die Typisierung von Frauenfiguren sowie die Analyse von Geschlechtermodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Märchenfiguren auch heute noch als Vorbild dienen können oder ob sie veraltete patriarchale Denkmuster vermitteln, die kritisch reflektiert werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die Erkenntnisse aus der Märchenforschung sowie der Gender Studies zur Interpretation der Texte heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Märchengattung, eine detaillierte Typologie von Frauenfiguren (böse vs. gute Charaktere) und eine Gegenüberstellung dieser Rollen in deutschen und orientalischen Erzählungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Märchen, Geschlechterrollen, Gender Studies, Frauenfiguren, Tradition, Soziale Konstruktion und pädagogische Wirkung definieren.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau in deutschen und orientalischen Märchen laut der Autorin?

Während in deutschen Märchen oft eine klare Einteilung in gut und böse vorherrscht, sind Charaktere in orientalischen Märchen individueller gestaltet, handeln ambivalenter und zeigen oft eine stärkere Betonung von Intelligenz.

Welche Rolle spielt die "Hexe" in der Argumentation?

Die Hexe wird als abstrakte Figur dargestellt, deren Wurzeln in historischen Hexenverfolgungen liegen und die in deutschen Märchen als notwendiger Gegenpol zur Heldin fungiert, um die "gute" Ordnung wiederherzustellen.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die pädagogische und kulturelle Motivation der Frauenbilder in orientalischen und deutschen Märchen
Untertitel
Ein Vergleich
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Germanistik / Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Texte der Romantik
Note
1,3
Autor
Veronika Firmenich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
37
Katalognummer
V310926
ISBN (eBook)
9783668093805
ISBN (Buch)
9783668093812
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Romantik Märchen Gender Frauenbilder Grimm 1001 Nacht pädagigischer Wert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Veronika Firmenich (Autor:in), 2014, Die pädagogische und kulturelle Motivation der Frauenbilder in orientalischen und deutschen Märchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310926
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  37  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum