Orthographie und Schule. Die S-Schreibung


Zwischenprüfungsarbeit, 2013

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Geschichtliche Entwicklung der S- Schreibung

2 Regeln der S- Schreibung
2.1 phonetische Unterscheidung der S- Laute
2.2 Regelungen der S- Schreibung

3 Die Bedeutung der S- Schreibung im Orthographieunterricht
3.1 Fehlerquelle das vs. dass
3.2 mögliche Herangehensweisen an die Thematik
3.3 Problemfelder der Regeln

4 Literaturverzeichnis

1

1. Geschichte der S- Schreibung

Woher kommt das „ß“?

Der Buchstabe „ß“ existiert nur in der deutschen Schriftsprache und wird zur Darstellung des stimmlosen s genutzt. Sein Ursprung ist rein typografisch.

Seine Darstellung entstammt den Schriftsätzen Antiqua ( ab 18/19. Jhd. in Deutschland gebräuchlich) und Fraktur (bis Anfang 20. Jhd. häufigste Druckschrift in Deutschland). Dies entspricht einer Verschmelzung der Ligatur aus langem s (ſ) und rundem s (s) in der Antiquaschrift, oder einer Ligatur aus langem s und z (ſʒ) in der Frakturschrift. Aus letzterem lässt sich auch der Name Eszett ableiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das <ß> wurde mit der Orthographischen Konferenz von 1901 als verbindlich festgelegt und im deutschsprachigen Raum, mit Ausnahme der Schweiz, auch angenommen.

Durch die Rechtschreibreform von 1996 rückte das <ß> vom Doppelkonsonant <ss> ab. Bis dahin wurde es vorrangig im Verhältnis zu <ss> beschrieben. Nach der neuen Rechtschreibung gilt es nun als andere Darstellung von [s]. <ß> wird regeltechnisch also nicht mehr als anders geschriebenes <ss> gesehen, das einen vorhergegangenen Kurzvokal markiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Regeln der S- Schreibung

2.1 phonetische Unterscheidung der S- Laute

- es gibt eine Unterschei

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2.2 Regelung der S- Schreibung

2.2.1. stimmhaft vs. stimmlos

Regel nach Duden

- ein stimmhaftes <s> wird verwendet: o am Wortanfang vor einem Vokal Saal, Sonne, Salz, Sauna

- im W-rtinneren, häufig zwischen zwei V-kalen böse, D-se, lesen, Hase

- nach den K-ns-nante l, m, n, r; wenn ein V-kal f-lgt Felsen, Hälse, Amsel, Gämse, Insel, Zinsen, Ferse, Kurse

- ein stimml-ses [s] wird je nach Stellung/ Einbettung im W-rt als <ss>, <ß> -der in Ausnahmen <s> geschrieben

- nach kurzem bet-nten V-kal in der Regel <ss> essen, Fässer, küssen, messen, K-ngress, muss

ABER: bis, was, bist2

- <ss> bleibt auch bei Zusammensetzungen erhalten Missstand, Schl-ssschule, Nusssch-k-lade

- nach langen V-kalen -der Diphth-ngen in der Regel <ß> bl-ß, Fuß/ Füße, Kl-ß, Gruß, Straße, Spaß, Spieß, draußen

ABER: Haus (stimmhaft Häuser), Glas (Gläser), aus, Reis3

S-nderregelung: Wörter auf -nis, -s, -is, --s, -us werden mit <s> geschrieben; ihre Pluralf-rmen verwenden jed-ch <ss>

Ergebnis| Ergebnisse; Zeugnis| Zeugnisse; Gl-bus| Gl-busse; Albatr-s| Albatr-sse; Kürbis| Kürbisse

2.2.2. Stammprinzip

„Schreibe Gleiches möglichst gleich“ In K--perati-n mit dem Lautprinzip:

a. Maß (nicht Mas) wegen Maße, mäßig, …
b. Glas (nicht Glaß) wegen Gläser, glasig, …

2.2.3. Grammatisches Prinzip  im Deutschen bes-nders stark ausgebaut fast vs. er/ sie fasst

fassen (Lautprinzip)  fass…(Stammprinzip)  fass+ t (grammatisches Prinzip)

3. Die Bedeutung der S- Schreibung im -rth-graphieunterricht

Da Schrift und Schreiben nicht nur Begriffe der Sprach- und Literaturwissenschaft sind, ergibt sich ihre Bedeutung nicht nur aus Gründen der Effizienz. Richtiges Schreiben und Wissen, um die eigene Sprache sind auch Vermittlungsgegenstände hinsichtlich des Verständnisses gegenüber der eigenen Kultur. Für den -rth-graphieunterricht steht natürlich denn-ch die k-rrekte Nutzung des s-Lautes als rein sprachwissenschaftliches Phän-men im Zentrum. Das richtige Schreiben ist hier v-r allem daher wichtig, da sich durch falsche Verwendung gr-ße semantische Unterschiede ergeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Fehlerquelle das vs. dass

Das Pr-blem des Erwerbs der k-rrekten das/dass-Schreibung bestand bereits v-r der Rechtschreibref-rm. Auch die neue Schreibung, <dass> statt <daß> , s-rgte nicht für einen Wegfall dieser Fehlerquelle, wenn auch für eine kaum merkbare Verbesserung. Damit bleibt die Falschschreibung der K-njunkti-n, der am häufigsten verbreitete Rechtschreibfehler.

3.1.1 Die Graphem-Ph-nem-K-rresp-ndenz (GPK)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es besteht im Bezug auf die K-njunkti-n eine exklusive Andersschreibung (Heter-graphie).

[...]


1 Schaeder, Burkhard (Hrsg.): Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Beiträge zu ihrer Geschichte, Diskussi-n und Umsetzung. Frankfurt a.M., S.74.

2 Grund: Eine Verd-pplung erf-lgt i.d.R. nach einem Kurzv-kal, wenn nach dem s-Laut ein weiterer V-kal f-lgt. Dies Gilt auch für Wöter, die erst in ihrer Flexi-n einen nachstehenden V-kal aufweisen (Pass  Pässe)

3 <Haus> und <Glas> haben ein [s], auf Grund er Auslautverhärtung. Da aber ihre Flexi-nsf-rmen stimmhaft sind, werden die Grundf-rmen auch einheitlich mit <s> geschrieben.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Orthographie und Schule. Die S-Schreibung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Autoren
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V311102
ISBN (eBook)
9783668097759
ISBN (Buch)
9783668097766
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
orthographie, schule, s-schreibung
Arbeit zitieren
Juliane Richter (Autor)Magdalena Berger (Autor), 2013, Orthographie und Schule. Die S-Schreibung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311102

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