Die folgende Arbeit konzentriert sich auf das Elementarisierungskonzept und soll in einer deduktiven Vorgehensweise erfolgen, indem in einem ersten Schritt zu-nächst der Begriff der Elementarisierung allgemein geklärt werden soll, um an-schließend eine didaktische Definition des Begriffs aufzustellen. Danach soll das religionsdidaktische Prinzip der Elementarisierung nach Friedrich Schweitzer und Karl Ernst Nipkow vorgestellt werden, wobei der Fokus sowohl auf die Intention und Genese, als auch auf die fünf Dimensionen des Modells gesetzt werden soll. Im weiteren Verlauf soll das erste der fünf Elemente, die sogenannten „elementaren Strukturen“ am Beispiel des Gleichnisses von den Arbeiten im Weinberg aus Mt 20, 1-16 veranschaulicht werden. In einem letzten Schritt sollen die gesammelten Ergebnisse in einem abschließenden Fazit zusammengeführt und kritisch beleuchtet werden.
Zu Beginn der 1970er Jahre war es unausweichlich, „welch Trümmerfeld ungeordneter, falscher und existentiell völlig bedeutungsloser biblisch-christlicher Überlieferungselemente“ bei den Schülerinnen und Schülern vorzufinden war.
Diese Einsicht veranlasste die Religionspädagogen sich auf die elementaren Anfangsprobleme zurückzuberufen, um sich bei theologischen Inhalten auf das Grundlegende zu konzentrieren. Dabei ging insbesondere Karl Ernst Nipkow dem Problem nach, wie in einem Unterrichtsvorgang des Lehr- und Lernbarem als Beziehungsgeschehen zwischen den Lernenden, dem Lehrer und der Sache elementare Strukturen, elementare Erfahrungen, elementare Anfänge und elementare Wahrheiten zum Ausdruck kommen könnten. Daraufhin entwickelte Nipkow das Tübinger Modell der Elementarisierung, das primär für die Vorbereitung und Gestaltung von Religionsunterricht angesehen werden kann und bei den religionsunterrichtlichen Themen stärker darauf abzielen sollte, Aspekte aus der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen in den Unterricht mit einzubeziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klärung und Definition des Begriffs der Elementarisierung
3. Das Modell der Elementarisierung nach Nipkow und Schweitzer
3.1 Intention und Genese des Modells
3.2 Die fünf Dimensionen des Modells
3.2.1 Elementare Strukturen
3.3.2 Elementare Erfahrungen
3.3.3 Elementare Zugänge
3.3.4 Elementare Wahrheiten
3.3.5 Elementare Lernwege
4. Elementare Strukturen zu Mt 20, 1 – 16
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das religionsdidaktische Prinzip der Elementarisierung in seiner theoretischen Fundierung und praktischen Anwendung als zentrales Element der Unterrichtsvorbereitung zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlegende Begriffsbestimmung und Abgrenzung der Elementarisierung
- Darstellung des Tübinger Modells nach Nipkow und Schweitzer
- Analyse der fünf Dimensionen des Elementarisierungsansatzes
- Exemplarische Anwendung auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16)
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Elementare Strukturen
Nicht nur vor jedem Religionsunterricht, sondern vor jeder Art von Unterricht geht es um die Auswahl derjenigen Unterrichtsthemen und Inhalte, die für die Schülerinnen und Schüler relevant sind. Themen und Inhalte sind zudem sehr komplex und bedürfen daher einer Auswahl, indem die Sachverhalte auf das Wesentliche oder auch das Elementare reduziert werden, das heißt eine Reduktion der Fülle und eine Vereinfachung von schwierigen oder komplexen Sachverhalten. Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass Elementarisierung keine Simplifizierungen meint, sondern sich „als Aufgabe wissenschaftlicher Vereinfachung im Sinne sach- und textgemäßer Konzentration, …“ auf das Wesentliche versteht. Mit anderen Worten geht es um „das grundlegend Einfache“ eines bestimmten Themas, bzw. befasst sich der Aspekt der elementaren Strukturen mit der Frage nach dem sogenannten „Kern der Sache“, das heißt mit dem Kern eines theologischen oder religiösen Sachverhaltes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Notwendigkeit der Elementarisierung im Religionsunterricht ein, um eine authentische Begegnung zwischen Lernenden und Inhalten zu ermöglichen.
2. Klärung und Definition des Begriffs der Elementarisierung: Hier wird der Begriff fachdidaktisch präzisiert und als Prozess einer bewussten didaktischen Relation zwischen Sache und Person bestimmt.
3. Das Modell der Elementarisierung nach Nipkow und Schweitzer: Dieses Kapitel erläutert die Genese des Modells sowie die fünf zentralen Dimensionen, die als Analyse- und Planungsinstrument dienen.
4. Elementare Strukturen zu Mt 20, 1 – 16: Anhand des biblischen Gleichnisses wird die praktische Anwendung der Dimension „Elementare Strukturen“ exemplarisch vollzogen.
5. Schluss: Der Schlussteil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch über das Modell und seine Anwendungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Religionsdidaktik, Elementarisierung, Unterrichtsvorbereitung, Karl Ernst Nipkow, Friedrich Schweitzer, didaktische Relation, elementare Strukturen, elementare Erfahrungen, elementare Zugänge, elementare Wahrheiten, elementare Lernformen, Mt 20 1-16, Gleichnis, Kompetenzorientierung, Gottesreich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das religionsdidaktische Prinzip der Elementarisierung als zentrales Werkzeug für die professionelle Unterrichtsvorbereitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die theoretische Herleitung der Elementarisierung sowie deren Umsetzung in das bekannte Tübinger Modell nach Nipkow und Schweitzer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Prozess der Elementarisierung als Methode der didaktischen Reduktion und Beziehungsgestaltung zwischen Schülerinnen, Schülern und theologischen Inhalten verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer deduktiven Vorgehensweise, beginnend mit einer begrifflichen Klärung hin zur Modellanwendung am Beispiel eines konkreten Bibeltextes.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der fünf Dimensionen des Modells und deren exemplarisches Durchspielen am Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Religionsdidaktik, Elementarisierung, das Tübinger Modell, didaktische Reduktion und die wechselseitige Erschließung von Sache und Person.
Warum wird das Modell nicht einfach als „Simplifizierung“ verstanden?
Die Arbeit betont, dass Elementarisierung nicht mit einer inhaltlichen Vereinfachung gleichzusetzen ist, sondern das wissenschaftliche Niveau beibehält und den Kern eines Sachverhalts fokussiert.
Welche Rolle spielt das biblische Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg in der Analyse?
Das Gleichnis dient als praktisches Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie durch die Anwendung des ersten Modellaspekts – der „elementaren Strukturen“ – der sachliche Kern eines theologischen Textes herausgearbeitet werden kann.
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- Simon Serwuschok (Autor), 2014, Das religionsdidaktische Prinzip der Elementarisierung als Kern der Unterrichtsvorbereitung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311167