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Die Familie und ihre Archetypen in der Kunst. Schwerpunkt Mutter und Vater

Titre: Die Familie und ihre Archetypen in der Kunst. Schwerpunkt Mutter und Vater

Essai Scientifique , 2015 , 8 Pages

Autor:in: Susanne Pillmann (Auteur)

Art - Iconographie, motifs, symboles
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Die Familie ist einer der wichtigsten kindlichen Lebensräume. Familienmitglieder sind zumeist Mitmenschen und Bezugspersonen, die das Individuum weit über das Kindesalter hinaus prägen.

Diese Prägung ist dabei nicht zwangsläufig quantitativer Art. Zudem kann sich die Beziehung durchaus weder qualitativ noch quantitativ (hochwertig) gestalten.

Diese – unterschiedlich gestaltete – Prägung und Beziehung lädt dazu ein, sich künstlerisch mit der Familie oder einzelnen Familienmitgliedern zu beschäftigen.

Wegen dieser – unterschiedlich gestalteten – Prägung und Beziehung ist es naheliegend, sich auch künstlerisch mit der Familie zu beschäftigen. In der bildenden Kunst können Familien zum Beispiel in Form des „offensichtlichen“ Porträts in Erscheinung treten. Das heißt: in Form eines Abbildes, das der Person bzw. den Personen naturalistisch – mehr oder weniger – stark nachempfunden wurde.

Oft ist ein Familienmitglied – und gemeint ist nicht nur ein Mitglied aus der eigenen „Blutsfamilie“ – ein gut erreichbares, geduldiges Modell. Populäre Beispiele und gleichzeitig Künstler, deren Werk mich sehr inspiriert, sind Egon Schiele (*1819; †1918) (bezüglich seiner Schwester) oder Jonathan Meese (*1970) (bezüglich seiner Mutter).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Familie im Porträt

Die Familie als Thema oder Konzept

Warum Archetypen der Familie in der Kunst bedeutsam sind

Die Mutter

Der Vater

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Dimension und die Bedeutung von Familienarchetypen innerhalb der bildenden Kunst. Dabei wird analysiert, wie Künstler individuelle Beziehungserfahrungen sowie überindividuelle archetypische Vorstellungen von Elternfiguren in ihrem Werk verarbeiten und reflektieren.

  • Künstlerische Auseinandersetzung mit der Familie
  • Die Rolle des Mutterarchetyps in der Kunst
  • Der Wandel des Vaterarchetyps und seine Darstellung
  • Einfluss der analytischen Psychologie auf die Bildinterpretation
  • Verbindung von persönlicher Historie und Traumarbeit in der Kunst

Auszug aus dem Buch

Die Mutter

Archetypen bedürfen naturgemäß keiner Erklärung. So wirkt ein Archetyp in einer künstlerischen Darstellung auch ohne Intention und/oder ohne Verweis. Dass die Darstellung keiner bewussten Intention bedarf, lässt sich psychoanalytisch begründen. Der Archetyp der Mutter kann also allein dem Unbewussten der Künstler_In entspringen. So wie alle Archetypen der Archetyp der Mutter außerdem keinen Verweis auf eine Mutter(-figur). Trotzdem wird der Archetypen Bezug in einem Kunstwerk besonders deutlich, wenn die schaffenden Künstler_Innen entsprechende Aussagen tätigen – ob durch den Titel des Kunstwerks oder im Interview.

Der Mutterarchetyp, die im Unbewussten verankerte, überindividuelle Vorstellung der Mutter ist ambivalent: einerseits schützend, andererseits vernichtend. Der Archetyp steht für die Wiedergeburt (im Sinn vergleichbar mit dem Stadium des Monomythos’ der Rückkehr) und ebenso für die Totenwelt (im Sinn vergleichbar mit der Station des Monomythos’ des Bauchs des Walfischs). Nicht umsonst ist eine andere Bezeichnung für den Bauch des Walfischs die „gefährliche Seite der Götter“.

Vom Mutterarchetypen lassen sich zahlreiche andere weibliche Archetypen ableiten. Der Mutterarchetyp ist nicht nur auf menschliche Erscheinungsformen beschränkt. Zum Beispiel verweisen Louise Bourgeois’ (*1911; †2010) Spinnen-Bronzefiguren „Maman“ psychoanalytisch auf den Archetyp der großen Mutter. Und sogar Elemente, Fantasiewesen, Gegenstände und Abstrakta können auf den Mutterarchetypen referieren. (Tiefes) Wasser bezieht sich auch auf den Mutterarchetyp. In diesem Zusammenhang ist das Stadium der Nachtmeerfahrt, einer weiteren Bezeichnung für die Initiation des Monomythos’, interessant und verdeutlich einmal mehr wie umfassend der Archetyp der Mutter ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitung in die Bedeutung der Familie als prägenden kindlichen Lebensraum und Definition der Beziehungsqualität.

Die Familie im Porträt: Betrachtung der künstlerischen Darstellung von Familie, differenziert zwischen offensichtlichen, naturalistischen Porträts und unoffensichtlichen, abstrakten Herangehensweisen.

Die Familie als Thema oder Konzept: Untersuchung der Familie als künstlerisches Medium zur Reflexion psychologischer Prozesse und konzeptueller Hintergründe.

Warum Archetypen der Familie in der Kunst bedeutsam sind: Erläuterung, wie archetypische Theorien nach Freud und Jung helfen, die psychologische Wirkweise von Kunstwerken auf den Betrachter zu erklären.

Die Mutter: Analyse des ambivalenten Mutterarchetyps, der zwischen schützenden und vernichtenden Aspekten sowie mythologischen Entsprechungen schwankt.

Der Vater: Diskussion über den Vaterarchetyp im Kontext gesellschaftlichen Wandels und der Darstellung männlicher Rollenbilder in der Kunst.

Schlüsselwörter

Familie, Archetyp, Kunst, Psychologie, Mutterarchetyp, Vaterarchetyp, Porträt, Unbewusstes, Psychoanalyse, Monomythos, Identität, künstlerischer Prozess, Symbolik, Familienleitbilder, Traumarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Bedeutung archetypischer Familienvorstellungen in der bildenden Kunst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Analyse der Elternfiguren sowie auf den unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen dieser Archetypen.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Publikation?

Ziel ist es, die Wirkungsweise archetypischer Darstellungen in Kunstwerken durch die analytische Psychologie zu beleuchten und für den Betrachter verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine kunstwissenschaftliche Perspektive, gestützt auf tiefenpsychologische Theorien von C.G. Jung und Sigmund Freud.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifisch die Archetypen von Mutter und Vater und deren Einbettung in künstlerische Prozesse und gesellschaftliche Leitbilder.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Familie, Archetyp, Kunst, Psychoanalyse, Identität und die künstlerische Verarbeitung von Beziehungsdynamiken.

Warum ist der Begriff der Ambivalenz für den Mutterarchetyp so wichtig?

Die Ambivalenz ist zentral, da der Archetyp der Mutter im Unbewussten sowohl lebensspendende, schützende Eigenschaften als auch destruktive, vernichtende Aspekte vereint.

Wie verändert sich die moderne Rolle des Vaters im Vergleich zum Archetyp?

Die Arbeit stellt fest, dass das traditionelle Rollenbild des Familienernährers durch neue Leitbilder des "aktiven Vaters" herausgefordert wird, während das Selbstbild der Männer zwischen alten und neuen Normen schwankt.

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Résumé des informations

Titre
Die Familie und ihre Archetypen in der Kunst. Schwerpunkt Mutter und Vater
Auteur
Susanne Pillmann (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
8
N° de catalogue
V311175
ISBN (ebook)
9783668098480
ISBN (Livre)
9783668098497
Langue
allemand
mots-clé
Archetypen Kunst Familie und Kunst
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne Pillmann (Auteur), 2015, Die Familie und ihre Archetypen in der Kunst. Schwerpunkt Mutter und Vater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311175
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