Unterrichtsentwurf zu Ex 20,4 mit dem Thema: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“ - Über das biblische Bildverbot. Der Sinn des Bilderverbotes wird anhand der indischen Erzählung "Die Blinden und der Elefant" verdeutlicht. (Jgst. 8)
Inhaltsverzeichnis
1. Planung der Unterrichtsstunde
1.1. Lernziele der Stunde
1.2. Curriculare Begründung der Stunde
1.3. Kompetenzen der Lerngruppe im Hinblick auf die Stunde
1.4. Didaktisch-methodische Schwerpunktsetzung
1.5. Begründung der Entscheidungen in den Unterrichtsphasen
2. Stundenverlauf
3. Literatur
3.1. Quellen der Texte und Materialien
3.2. Sekundärliteratur
3.3. Fachdidaktische Literatur
4. Anhang
4.1. Materialien
4.2. Antizipation der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülerinnen und Schülern das biblische Bilderverbot aus Ex 20,4 näherzubringen und sie dazu anzuregen, dessen Sinnhaftigkeit und Aktualität kritisch zu hinterfragen. Durch die Verknüpfung mit der indischen Erzählung "Die Blinden und der Elefant" sollen die Lernenden erkennen, dass menschliche Gottesvorstellungen immer nur Teilaspekte erfassen können, und somit ein Verständnis für die Transzendenz Gottes sowie für religiöse Toleranz entwickeln.
- Biblisches Bilderverbot (Ex 20,4) im Vergleich zu aktuellen Gottesvorstellungen.
- Methodische Reflexion religiöser Texte durch narrative Zugänge.
- Förderung der Urteilskompetenz bezüglich religiöser Fragestellungen.
- Bedeutung der menschlichen Ebenbildlichkeit und der Grenzen menschlicher Gottesbilder.
Auszug aus dem Buch
Die Blinden und der Elefant – Eine Erzählung aus Indien
Vor langer Zeit stritten sich in einer Stadt im fernen Indien die Leute darüber, wie die Götter aussähen. Viele meinten, sie seien so, wie die Bilder, die sie von ihnen zu Hause oder in den Tempeln verehrten. Manche hielten die mütterliche Erde, den sanften Mond oder die strahlende Sonne für die Gottheit, andere dachten mehr an einen starken Herrscher oder einen unsichtbaren Geist. Die Einfältigen stellten sich Gott als einen alten Mann mit Bart vor, der hoch oben im Himmel vor allem damit beschäftigt ist die Wolken zu verschieben. Die meisten hellhäutigen Landesbewohner hielten die Götter für hell, die meisten dunkelhäutigen für dunkel. Als der Streit kein Ende nahm, baten sie ihren alten König die Frage zu entscheiden. Dieser befahl einem seiner Diener: „Geh und versammle alle Blinden, die es an diesem Ort gibt.“
Der Diener tat, wie ihm befohlen war. Er ließ alle Blinden der Stadt suchen, führte sie zum König und sagte diesem: „Herr, da sind die Blinden, die du hier haben wolltest.“ Der König ließ nun den größten Elefanten herbeischaffen, den er besaß. Dann sagte er den Blinden: „Sagt, was ist das für ein Wesen, das ich hier für euch herbeigeschafft habe?“ Da begannen sie den Elefanten mit ihren Händen zu berühren und zu betasten. Einige ergriffen das Haupt und die Ohren, andere den Rüssel, wieder andere packten den Schwanz oder das Bein. Als sie so eine Weile den Elefanten berührt hatten, fragte der König sie nach der Gestalt dieses Wesens.
Der Blinde, der den Kopf berührt hatte, meinte, der Elefant sei ein großer Topf. Derjenige, der das Ohr gepackt hatte, sagte: „Ein rauher, flacher Lappen.“ Und der, dessen Hand den Rüssel betastet hatte, rief: „Ein langes feuchtes Rohr, das sich bewegt wie eine Schlange.“ „Nein“, schrie der, der an den Schwanz geraten war, „ich hatte einen großen Besen in der Hand.“ Und der Blinde, der das Bein des Elefanten erfasst hatte, hielt ihn für eine aufrechte Säule.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Planung der Unterrichtsstunde: In diesem Kapitel werden die Lernziele, curriculare Bezüge und die didaktisch-methodische Ausrichtung der Unterrichtsstunde zum Bilderverbot dargelegt.
2. Stundenverlauf: Hier wird die zeitliche und methodische Struktur der Unterrichtsstunde inklusive Einstieg, Erarbeitung, Sicherung und Vertiefung detailliert skizziert.
3. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen, Sekundärliteratur und fachdidaktische Grundlagen auf, die zur Vorbereitung der Stunde herangezogen wurden.
4. Anhang: Der Anhang enthält die Arbeitsblätter, Folienvorlagen sowie eine Antizipation der zu erwartenden Schülerergebnisse.
Schlüsselwörter
Bilderverbot, Ex 20,4, Gottesvorstellung, Religionsunterricht, Kompetenzorientierung, Transzendenz, Interreligiöses Lernen, Urteilskompetenz, Dekalog, Monotheismus, Didaktik, Religionspädagogik, Schüleraktivierung, Symbolik, Gottesbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft einen kompetenzorientierten Unterrichtsbesuch im Fach katholische Religion zum Thema des biblischen Bilderverbots.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit dem ersten Gebot des Dekalogs, die Problematik der bildlichen Darstellung Gottes und die menschliche Bedürftigkeit nach konkreten Gottesbildern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler verstehen, inwiefern das biblische Bilderverbot heute noch sinnvoll ist, und dabei eigene, begründete Standpunkte entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Stunde angewendet?
Es wird eine didaktisch-methodische Mischform verwendet, darunter die Methode "Think-Pair-Share" sowie die narrative Erschließung des Themas durch die indische Erzählung "Die Blinden und der Elefant".
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung der Kompetenzziele, die methodische Begründung der Unterrichtsphasen und die inhaltliche Aufbereitung des Stundenverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bilderverbot, Kompetenzorientierung, Urteilskompetenz, Gottesvorstellung und Transzendenz.
Warum wird die Geschichte "Die Blinden und der Elefant" verwendet?
Die Erzählung dient als didaktisches Analogon, um den Lernenden anschaulich zu vermitteln, dass subjektive Erfahrungen Gott nicht in seiner Gesamtheit erfassen können und daher ein Bilderverbot sinnvoll sein kann.
Welche Rolle spielt die individuelle Lernbegleitung in diesem Entwurf?
Die individuelle Lernbegleitung wird durch Einzelarbeitsphasen und differenzierte Hilfekarten umgesetzt, um den unterschiedlichen Lernniveaus innerhalb der Lerngruppe gerecht zu werden.
Warum wird das Thema "Gottesvorstellungen" als kritisch angesehen?
Das Thema ist kritisch, da menschliche Versuche, Gott in Bildern zu fixieren, laut der Argumentation der Arbeit das Risiko bergen, Gott auf das menschliche Maß zu reduzieren oder das Kunstwerk selbst zu vergöttern.
- Citar trabajo
- Elisabeth Esch (Autor), 2015, „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“. Über das biblische Bildverbot (Religion, 8. Klasse), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311238