Überlegungen zum Konsum in "Konsum und Schmerz" von John Berger sowie "Haben und Sein" von Erich Fromm


Essay, 2014
39 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Definition Konsum

3 Geschichte des Konsums
3.1 Konsumieren um zu überleben
3.2 Industrielle Revolution
3.3 Konsumbedürfnisse und Werbung
3.4 Konsumieren als Grundbedürfnis
3.5 Massenware
3.6 Folgen
3.7 Ökobewegung
3.8 World Wide Web und Globalisierung

4 Konsum und Schmerz
4.1 Kurzbiografie
4.2 Vorwort
4.3 Textanalyse
4.4 Zusammenfassung

5 Das Richtige Maß
5.1 Kurzbiografie Wolf Lotter
5.2 Vorwort
5.3 Textanalyse
5.3.1 Mangeldenken
5.3.2 Sinn, Zweck, Nutzen
5.3.3 Alternative?
5.3.4 neue Bedürfnisse
5.4 Fazit

6 Konsumbedürfnis und Werbung
6.1 Kurzbiografie
6.2 Textanalyse
6.2.1 Maskottchen des Konsumismus
6.2.2 Marktsituation
6.2.3 Marktsegmentierung
6.2.4 versuchte Verhaltensbeeinflussung
6.2.5 Emotionen
6.2.6 Werbeattacken
6.2.7 Die Kraft der Bilder
6.2.8 Sozialtechniken
6.2.9 Wertewandel als Bedingung
6.2.10 Suche nach Individualität

7 Haben oder Sein
7.1 Kurzbiografie: Erich Fromm
7.2 Textanalyse
7.2.1 Existenzweise des Habens
7.2.1.1 Definition
7.2.1.1.1 funktionales Haben
7.2.1.1.2 charakterbedingtes Haben
7.2.1.2 Ursprung, Voraussetzung und Ausmaße
7.2.1.3 Sprachhabitus
7.2.1.4 Konsum und Zufriedenheit
7.2.2 Existenzweise des Seins
7.2.2.1 Definition
7.2.2.2 Bedingungen des Seins
7.2.2.3 Stufenmodell
7.2.2.4 Fromm und Berger
7.2.3 Die Alternative: „Der neue Mensch“

8 Fazit
8.1 Definition
8.2 Grundlage des Hyperkonsums
8.3 Maskottchen des Konsums
8.4 Folgen
8.5 Verantwortung
8.5.1 Verantwortung des Konsumenten
8.5.2 Verantwortung der Mächtigen
8.6Alternativen und Lösungsansätze
8.7 Schlusswort

9 Literaturverzeichnis
9.1 Buchquellen
9.2 Artikel
9.3 Internetquellen

1 Vorwort

Die Thematik des Konsums ist eine, die mich persönlich interessiert und immer wieder beschäftigt. Im Zuge des Seminars „Kunst und Gesellschaft, Ästhetik und Ethik bei John Berger“ befassten wir uns ebenfalls mit Konsum, was mich dazu verleitete, diese Hausarbeit zu verfassen.

Dabei werden neben John Berger verschiedene Autoren sowie deren

Auseinandersetzung mit und Sichtweise auf den Konsum untersucht. Es handelt sich bei ihnen um die Werbe-Experten Kroeber-Riel und Franz-Rudolf Esch sowie den Literat Erich Fromm.

Kurzbiografie sowie enge Textarbeit dienen dazu, einen möglichst guten und authentischen Einblick in Denk- und Schreibweise der Autoren zu vermitteln. So soll der Konsum aus verschiedenen Gesichtspunkten - persönlich, sozial-ethisch und ökonomisch - betrachtet werden.

Nach einer Definition des Begriffes Konsum widmet sich der Essay diversen

Fragestellungen rund um das Thema Konsum, die jeweils mittels Textauszügen erarbeitet und letztendlich beantwortet werden.

Zunächst soll die Frage, wie der Konsum, wie wir ihn heute kennen, eigentlich entstanden ist. John Berger über die Zusammenhänge zwischen Konsum und Schmerz in seinem gleichnamigen Artikel Auskunft.

Wie der Hyper-Konsum entsteht beziehungsweise mit welchen Strategien und Techniken die Werbung beim Verbraucher ein Pseudo-Konsum-Bedürfnis schafft kann anhand des Werkes „Strategie und Technik der Werbung“ von Esch und Kroeber-Riel nachvollzogen werden.

Wolf Lotter stellt in seinem brand-eins-Magazin die Frage nach dem richtigen Maß. Und Fromm „resümiert […] Gedankengänge früherer Werke“*1 in seinem Buch „Haben oder Sein“. All diese Schriftstücke dienen als Grundlage für den Essay und sollen in einem umfassenden Fazit reflektiert und resümiert werden.

2 Definition Konsum

Woher kommt das Wort Konsum und was bedeutet es eigentlich?

Der Begriff Konsum ist ursprünglich vom italienischen Nomen „consumo“*2 abgeleitet. Konsum hat eine bildungssprachliche Bedeutung im Sinne des Genuss und Verzehrs sowie eine ökonomische, die auch als „Verbrauch“*3 oder „Konsumtion“*4 bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um materielle und immaterielle Güter, das heißt nicht nur Produkte, die wir kaufen, sondern beispielsweise auch Dienstleistungen, die wir beanspruchen. Mit Konsument ist jeweils immer der „Letztverwender“*5, umgangssprachlich der „Endkonsument“ gemeint. Volkswirtschaftlich betrachtet wird der Konsum in Privat- und Kollektivkonsum unterteilt. Ersteres bezeichnet den Konsum eines jeden Haushaltes, letzteres den Verbrauch der Güter seitens des ganzen Staates.

Im Wirtschaftslexikon der Bundeszentrale für politische Bildung „bpb“ wird Konsum wie folgt definiert: Konsum ist „die Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen zur unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung durch private oder öffentliche Haushalte. […] Grundsätzlich hat der Haushalt bei der Verwendung seines Einkommens die Wahl zwischen Konsum und Sparen (Konsumverzicht).“*6

Das Antonym von Konsum lautet Sparen, was in unserer heutigen Gesellschaft verpönt und abwertend als knauserig, geizig oder spießig bezeichnet wird.

3 Die Geschichte des Konsums

Wie ist der Konsum, wie wir ihn heute leben, entstanden?

3.1 Konsumieren um zu überleben

Konsumieren musste die Menschheit schon immer - einfach um zu überleben.

Allerdings im Sinne des reinen Verbauchs. Heute ist das anders. Der Planet-Wissen Artikel „Konsum“ vom 01.06.2009 formuliert beginnend: „Ohne Konsum läuft in unserer Welt heute nichts mehr, ohne ihn würde unser Wirtschaftssystem zusammenbrechen. Damit das auch so bleibt, denkt sich die Wirtschaft immer neue Anreize aus und macht uns das Geldausgeben schmackhaft.“ *7

Ein eindeutiger Verweis an die Werbeindustrie, doch dazu später mehr. Nun wollen wir uns der Frage widmen, wie sich unsere heutige Konsumgesellschaft gebildet hat, welche Faktoren dazu beigetragen haben und wie dies historisch und soziologisch verankert ist.

3.2 Industrielle Revolution

Vor der industriellen Revolution beschränkte sich der Konsum des Durchschnittsbürgers auf existenzielle Güter wie Nahrung. Nur den Adeligen war es möglich Luxusgüter wie Schmuck käuflich zu erwerben.

„Mit der stärker werdenden Emanzipation des Bürgertums und der damit verbundenen wachsenden Kaufkraft sind Prestigeobjekte nicht mehr allein dem Adel vorbehalten. Auch den Bürgern werden Lebensmittel und Getränke zum Hervorheben ihres Standes wichtig, ebenso Einrichtungsgegenstände und Kleidung. Jetzt wird nicht mehr für den Bedarf konsumiert, sondern für den Wunsch, etwas zu besitzen und darzustellen.“*8 Und so ist es bis heute geblieben. Der Bedarf ist in der westlichen Welt längst gesättigt, doch die Konsum-Wünsche wachsen stetig.

3.3 Konsumbedürfnisse und Werbung

„Länder wie Frankreich, Deutschland und Holland werden schon bald von der Konsumrevolution eingeholt und entwickeln sich ähnlich wie Großbritannien. Ein Medium zur Förderung des Konsumbedürfnisses sind Modejournale.“ *9

Insbesondere im Textilbereich stieg der Konsum mit dem Bedürfnis nach neuen schönen Kleidungsstücken an. Die Modezeitschriften wurden zum „Kommunikationsmittel für die Vermittlung von Träumen und Sehnsüchten aus der schönen, bunten Konsumwelt. […] Mitte des 19. Jahrhunderts wird Werbung zur Steigerung des Absatzes immer wichtiger. War früher der Marktausrufer Medium für Werbung, so wird jetzt verstärkt annonciert und plakatiert. 1855 wird in Berlin die erste Litfaßsäule aufgestellt, die auf engstem Raum viel Platz für Werbung bietet. Die Werbegrafik entwickelt sich immer weiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden Werbebotschaften schon auf simple Symbole reduziert. […] Dem Konsum ist spätestens jetzt nicht mehr zu entrinnen.“ *10

Der Einsatz von Werbung ist keine Neuheit. Allerdings ist die Häufigkeit und Intensität, ja Aggressivität, mit der uns Werbung heute begegnet nicht vergleichbar mit damals.

„Ende des 19. Jahrhunderts entstehen die ersten großen Kaufhäuser. […] Das Einkaufen wird zum Freizeiterlebnis - das >>Shoppen<< zur Mode. […] Die Wünsche der Konsumenten wachsen natürlich mit dem größer werdenden Angebot[…]. Mit der Zeit etabliert sich die Kleinkredit-Wirtschaft, die Verschuldung der Bevölkerung steigt an. Die Konsumlust bringt auch die ersten Vorläufer der Kaufsucht hervor und macht sich durch die wachsende Zahl von Kleptomanen bemerkbar.“ *11

Der Bann, den der Konsum auf den Menschen ausüben kann, kann sogar krank machen und sich zu eine regelrechten „Kaufsucht“ steigern.

3.4 Konsumieren als Grundbedürfnis

„Nach dem Ersten Weltkrieg, der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre und dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich der Konsum zu dem, was wir heute kennen: dem Massenkonsum. Immer mehr, immer schöner, immer besser muss es sein. Nach den langen Jahren des Verzichts ist Konsumieren fast schon zum Grundbedürfnis geworden.“ *12

Die Werbeindustrie schaffte es, ein Weltbild im Denken der Menschen zu verankern, das auf Konsum ausgelegt ist. Konsum hat sich als Religion unserer Zeit etabliert.

3.5 Massenware

Durch Fließbandproduktion, Schicht- und Nachtarbeit sowie einer durch den Krieg aufgerüsteten Wirtschaftskapazität können Massenwaren produziert werden. Und mit steigender Stückzahl sanken nicht nur die Preise, sondern auch Bewusstsein und Wertschätzung der Produkte.

„Mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg kommt für die Deutschen die Zeit des Wirtschaftswunders. Der Fernseher, das Auto, die Italienreise - das alles will und muss fast jeder einfach haben. Perlonstrümpfe und elektrische Kühlschränke sind nicht mehr Luxus- sondern Massenware. Internationale Produkte wie Coca Cola erobern den Markt. Damit beginnt in den 50er Jahren auch die Globalisierung des Konsums.“ *13

3.6 Folgen des Konsums

Doch die Folgen des Konsums gehen nicht spurenlos an uns vorüber: „Die Müllcontainer quellen über […]. Immer mehr Produkte gehören, so suggeriert die Werbung, zu einem modernen Haushalt. Plastik ist allgegenwärtig. […] Die 80er Jahre stehen im Zeichen der Luxussucht. […] Schönheit und Reichtum sind für viele das angestrebte Ziel. […].“*14

3.7 Ökobewegung

„Gleichzeitig entwickelt sich aber auch eine Gegenströmung, denn es ist die Zeit der Nachrüstungsdebatten und der Anti-Atombewegung Die drohende Atombewaffnung und die Stationierungen von Cruise Missiles und Pershing II in Westeuropa machen den Menschen Angst. Sie gehen auf die Straße, demonstrieren und bilden Menschenketten. Viele von ihnen engagieren sich auch für die Umwelt. Die Öko- Bewegung findet immer mehr Freunde und in den Städten entstehen die ersten Bioläden. Es entwickelt sich eine andere Art von Konsumenten. Kritischere, umweltorientierte Verbraucher, die weg vom Massenkonsum wollen“.*15

Diese beiden kontradiktorischen Lebenshaltungen existieren heute auch noch.

Jedoch ist aus der Öko-Bewegung keine Öko-Revolution geworden, die die KonsumRevolution hätte ablösen können. Heute, im Jahr 2014, lässt sich erneut ein ähnlicher Trend nach einem neuen sozialen und ökologischen Bewusstsein wie in den 80ern beobachten: Bio-Ware, Second-Hand-Kleidung, alte Möbel, Handmadeund Fairtrade-Produkte sowie vegane Ernährung sind in meinem Umfeld zu Statussymbolen geworden. Doch selbst als Edel-Hippie ist es schwer, sich den Verlockungen des Konsums zu entziehen.

3.8 World Wide Web und Globalisierung

Denn seit „Ende der 90er Jahre >>sind wir drin<<. Das World Wide Web eröffnet uns eine völlig neue Dimension des Konsums. Scheinbar grenzenlos können wir unseren Durst nach den neuesten Waren stillen. […] Die Globalisierung des Konsums hat spätestens mit dem Einzug des Internet in die Wohnstuben stattgefunden. Konsumieren ist für viele auch zur abendfüllenden Freizeitbeschäftigung geworden […]. “*16 Dank der Globalisierung und dem Internet ist das Verantwortungsgefühl gedrosselt. Das Leid, das durch den Hyper-Konsum der Industrienationen entsteht, ist für den einzelnen zu weit weg. Wir haben heute den Bezug zu den Dingen verloren, die wie kaufen. Aber Freiheit und Verantwortung sind ein untrennbares Paar. Bisher wird, so scheint es, von den meisten nur eine Seite der Medaille, die Freiheit, genossen. Doch das funktioniert nicht - nicht auf Dauer.

4 Konsum & Schmerz

4.1 Kurzbiografie John Berger

John Berger kam 1926 in Groß Britannien als Sohn eines Juristen zur Welt. Er musste von 1944 bis 1946 Kriegsdienst leisten. Im Anschluss daran war er als Kunstpädagoge, Maler und Autor für die Londoner Zeitungen „Tribune“ und „New Statesman“ tätig. Er fand dann aber, er persönlich könne seinen Anliegen mit Worten mehr Ausdruck verleihen und gab die Malerei zu Gunsten des Schreibens auf. In seinen Texten verknüpft er sensibel sowie rhetorisch brillant und seine beiden Hauptanliegen: Die Kunst und die Gesellschaft.

Er gewann mehrere Preise und wird als „intellektueller Aktivist der marxistischen Szene bezeichnet“*17. „Das Werk Bergers umfaßt Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher für Film und Fernsehen, politische Reportagen, Sachbücher über Photographie und Malerei, Erzählungen, Romane, Gedichte und Essays“*18. Berger hat 3 Kinder aus zwei Ehen. Heute lebt er mit seiner Frau in einem kleinen Bergdorf in Frankreich.

4.2 Vorwort

Der Artikel „Konsum und Schmerz“ erschien am 14.02.2003 in der Zeitung Le monde Diplomatique unter der Nr. 6980 und dient als Grundlage dieser Hausarbeit. Er beginnt mit einem Kommentar von Michael Bischoff: „Der Autor John Berger […] sucht nach dem Zusammenhang zwischen den Entscheidungen in Wirtschaft und Politik und dem Tod in der Welt.“ *19

Im folgenden Abschnitt „Textanalyse“ sind Bergers Ausführungen auf ein Fünftel des Originaltextes reduziert, um eine Fokussierung auf und Vertiefung in besonders prägnante Teilaspekte zu ermöglichen.

Trotz der Auslassungen sind die Textabschnitte, gekennzeichnet durch Kursiv-Schrift und Anführungszeichen, in chronologischer Reihenfolge aufgeführt, um die Argumentationsstruktur abbilden zu können. Mittels der Textpassagen lassen sich sowohl Bergers politische Haltung, als auch rhetorische Raffinesse und seine Anliegen erkennen.

Im Anschluss daran folgt eine Zusammenfassung, die einen Überblick über die gesamte Thematik ermöglichen soll.

4.3 Textanalyse

„Der Konsumismus, der längst die mächtigste und alles vereinnahmende Ideologie auf unserem Planeten ist, will uns glauben machen, Schmerz sei wie ein Unfall, gegen den wir uns versichern könnten. […] Natürlich weiß jeder, dass Schmerz zum Leben gehört, und jeder möchte ihn am liebsten vergessen oder relativieren. […] Man könnte behaupten, am Anfang der Philosophie habe die Frage gestanden: Warum gibt es Schmerz? Dennoch ist der Schmerz, in der heutigen Welt zu leben, vielleicht von anderer Art als je zuvor.“ *20

- Berger spricht ergänzt gezielt das Wort Konsum mit dem Suffix -ismus. So ist nicht der Konsum als ökonomische Größe des „Verbrauchs“ gemeint, sondern eine ideologische Geisteshaltung des Konsumierens.

Die Personifikation („Der Konsumismus […] will uns glauben machen“) unterstützt rhetorisch die Macht, die Berger dieser Ideologie zuschreibt. Mit Schmerz ist nicht das körperliche Leiden gemeint; vielmehr spricht Berger von einer Art Weltschmerz.

- Das Bestreben ein „schmerzfreies“ Leben zu führen wird vom Konsumismus insofern befriedigt, dass er die Illusion schafft, das Glück des Konsumierens würde Leid und Schmerz substituieren oder lindern.

„Um mich ist es dunkel, auch wenn es Tag ist. […] Das Dunkel um mich ist ein

Dunkel der Scham und der Schande. Unter Scham verstehe ich […] ein zutiefst menschliches Gefühl, das langfristig die Möglichkeit zu hoffen zersetzt und uns hindert, nach vorn zu schauen. Wir senken den Blick auf unsere Füße und denken nur noch an den nächsten kleinen Schritt.“ *21

- Die Dunkelheit, wie Berger sie beschreibt, ist nicht nur „Dunkelheit der Scham und der Schande“, sondern auch Ohnmacht, Untätigkeit, Angst und Lähmung. Bildhaft führt Berger an, dass aus Scham über Zustände in unserer Welt heute sind keine revolutionistische Zukunftsorientierung, sondern eine introvertierte, kurzsichtige und egozentrische Haltung resultiert.

„Überall - und unter sehr verschiedenen Bedingungen - fragen sich Menschen derzeit: Wo leben wir? Die Frage ist historisch gemeint, nicht geografisch. Was durchleben wir gerade? Wohin treiben wir? Was haben wir verloren? Wie sollen wir weitermachen, so ohne eine überzeugende Zukunftsvorstellung? Warum haben wir die Sicht auf alles, was jenseits unserer Lebenszeit liegt, verloren? […]“*22

- Berger sieht, unabhängig von sozialen, finanziellen, politischen oder biografischen Voraussetzungen, dass Menschen, wie er es auch tut, zweifeln und fragend suchen. Eine Perspektive für die Zukunft gibt es nicht - zumindest keine zufriedenstellende. Und so beschränkt sich jeder auf seinen Mikrokosmos und lebt sein eigenes, kurzes Leben.

„Wäre es nicht besser, wenn wir einsähen und offen erklärten, dass wir in dem tyrannischsten […] Chaos leben, das es je gab?[…]“ *23

- Diese Frage hat sowohl einen rhetorischen als auch appellativen Charakter. Berger ist es wichtig, die den Ist-Zustand zu benennen und sich einzugestehen. Man muss zuerst „Ja“ sagen, um „nein“ sagen zu können. Dies formuliert er auch im Gespräch mit dem Fotografen Sebastiano Salgardo, über den und dessen Arbeit er sagt:

[...]


1 ERICH FROMM, Haben oder Sein, Kommentar „Das Buch“

2 / 3 / 4 DUDEN Definition Konsum, Online Quelle

5 / 6 WIRTSCHAFTSLEXIKON GABLER, Definition Konsum, Online Quelle

7 /8 PLANET WISSEN, Artikel Konsum, Online-Quelle

9 / 10 / 11 PLANET WISSEN, Artikel Konsum, Online-Quelle

12 / 13 / 14 PLANET WISSEN, Artikel Konsum, Online-Quelle

15 / 16 PLANET WISSEN, Artikel Konsum, Online-Quelle

17 / 18 TEACHSAM, Online-Quelle, Biografie John Berger

19 LE MONDE DIPLOMATIQUE, Kommentar von Michael Bischoff, Online-Quelle

20 JOHN BERGER, Konsum und Schmerz

21 / 22 /23 JOHN BERGER, Konsum und Schmerz

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Überlegungen zum Konsum in "Konsum und Schmerz" von John Berger sowie "Haben und Sein" von Erich Fromm
Hochschule
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Kunst-Pädagogik-Therapie
Note
1.7
Autor
Jahr
2014
Seiten
39
Katalognummer
V311250
ISBN (eBook)
9783668141360
ISBN (Buch)
9783668141377
Dateigröße
1162 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
überlegungen, konsum, schmerz, john, berger, haben, sein, erich, fromm
Arbeit zitieren
Katharina Schaeffer (Autor), 2014, Überlegungen zum Konsum in "Konsum und Schmerz" von John Berger sowie "Haben und Sein" von Erich Fromm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311250

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