Das Konzept des handlungsorientieren Unterrichts. Vor- und Nachteile


Hausarbeit, 2011

19 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Was ist ein handlungsorientierter Unterricht?

Warum handlungsorientiert unterrichten?

Konzepte des handlungsorientierten Unterrichts

Vorteile – und Nachteile des handlungsorientierten Unterrichts

Die Bedeutung des handlungsorientierten Unterrichts für den Türkischunterricht

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Schon seit langer Zeit gibt es in der BRD Diskussionen darüber, dass die derzeitigen Schulen SchülerInnen nicht hinreichend ausbilden. Vor allem Lehrpersonen wird vorgeworfen, dass sie z.B. mit „veralteten“ Unterrichtsmethoden arbeiten und deren Unterricht keine Spur von Anregung enthält. Es muss also notgedrungen untersucht werden, wie diese Probleme zu beseitigen sind. Dann ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, alternative Unterrichtsmethoden näher kennen zu lernen, die zwar seit mehreren Jahrhunderten in der Theorie vorhanden sind, aber in der Praxis nicht häufig genug an den heutigen Schulen vertreten sind.

Im Lichte dieser Diskussionen setzt sich diese Hausarbeit mit dem Thema „Handlungsorientierter Unterricht“ auseinander. Der Begriff des handlungs-orientierten Unterrichts ist umfassender und beinhaltet deswegen Unterrichtsmethoden, von denen einige ansatzweise im Laufe der Arbeit behandelt werden.

Zuerst wird auf die Frage eingegangen, was der handlungsorientierte Unterricht überhaupt ist. Anschließend werden die Ziele des handlungsorientierten Unterrichts thematisiert.

Die Idee des handlungsorientierten Unterrichts hat eine sehr lange Geschichte und geht auf Pädagogen zurück, die zu verschiedenen Zeiten gelebt haben. Die Unterrichtsmethoden zweier Pädagogen werden in diesem Rahmen näher vorgestellt, auf die die Gedanken nachfolgender Pädagogen aufbauen.

Anknüpfend werden Vor- und Nachteile bzw. Möglichkeiten und Grenzen des handlungsorientierten Unterrichts vor Augen geführt. In diesem Kontext wird behandelt, ob und inwieweit die Durchführbarkeit des handlungsorientierten Unterrichts sinnvoll ist.

Es gibt einige Fächer, die in keiner Weise mit dem handlungsorientierten Unterricht in einen Zusammenhang gebracht werden. Unter anderem sind damit die geisteswissenschaftlichen Fächer gemeint. Eines der geisteswissenschaftlichen Fächer, nämlich der Türkischunterricht, wird in diesem Kontext dahingehend untersucht, ob man ihn handlungsorientiert gestalten kann.

Der Schlussteil dieser Hausarbeit wird die Zusammenfassung der Ergebnisse und das gezogene Fazit beinhalten. Ein persönliches wertendes Urteil wird die thematische Ausarbeitung abschließen.

Was ist ein handlungsorientierter Unterricht?

Um den handlungsorientierten Unterricht gänzlich zu verstehen, bedarf es zuerst einer Untersuchung des Begriffs selbst, in dem ein Wort enthalten ist, das in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung ist.

In dem Ausdruck handlungsorientierter Unterricht steckt nämlich das Nomen „Handlung“. Im alltäglichen Leben ist es zwar sehr gängig. Was es aber auf wissenschaftlicher Ebene beinhaltet, das wissen die Wenigsten.

Was genau ist also eine Handlung? Gudjons antwortet folgendermaßen auf diese Frage: „ Handlung ist eine zielgerichtete (intentionale) Tätigkeit, in der eine Person versucht, mittels Veränderungen von Selbst- und/oder Weltaspekten einen für sie befriedigenden (bedeutsamen, wertvollen) Zustand zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.“ (vgl. Gudjons 1989, S. 41)

Aus dieser Definition erkennt man aus der Zielgerichtetheit der Handlung, dass eine Handlung bewusst herbeigeführt wird, also nicht unterbewusst abläuft. Der Handlung ist immer ein Ziel vorausgesetzt, das durch die Handlung erreicht werden soll. Durch die Handlung wird demnach auch die Umwelt beeinflusst, da in der Umgebung des Handelnden etwas verändert werden soll. Da jedoch die Handlung, wie bereits beschrieben, zielgerichtet ist, ist die Veränderung der Umwelt durch die handelnde Person gewollt, also nicht zufällig. Ziel einer jeden Handlung ist es, einen durch die Person bestimmten Zustand zu erreichen bzw. abzuändern.

„Mit dem Begriff des handlungsorientierten Unterrichts wird ein Unterrichtskonzept bezeichnet, das den SchülerInnen einen handelnden Umgang mit den Lerngegenständen ermöglichen soll, bei dem materielle oder soziale Tätigkeiten der SchülerInnen den Ausgangspunkt des Lernprozesses bilden. Ziel ist, durch diese aktive Auseinandersetzung die Trennung von Schule und Leben ein Stück weit aufzuheben.“ (vgl. Gudjons 1999, S. 254)

Dieses Unterrichtskonzept zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es offene Unterrichtsmethoden zulässt, wenn nicht sogar fordert. Hierfür sind Methoden, wie der Wochenplanunterricht, das Stationenlernen, der Projektunterricht, die Freiarbeit usw. besonders gut geeignet. Sie ermöglichen eine besonders hohe Aktivität der SchülerInnen im Unterricht, was ein besonderes Merkmal des handlungsorientierten Unterrichts ist. Nicht die Lehrperson steht im Mittelpunkt des Geschehens, wie es z.B. beim Frontalunterricht der Fall ist, sondern die SchülerInnen. Richtet man sich zudem bei den zu bearbeitenden Themen an den Bedürfnissen und Interessen der SchülerInnen, so arbeitet man zusätzlich auch schülerorientiert. Die SchülerInnen werden somit in den Kontext selbst miteinbezogen und können sich damit identifizieren. Dadurch wird zugleich das Interesse erhöht, so dass sie ohne Zwang an die Arbeit gehen.

Die Produktorientierung ist ebenfalls eines der wichtigsten Merkmale des handlungsorientierten Unterrichts. Hierbei geht es um ein Handlungsprodukt, über dessen Herstellung sich LehrerInnen und SchülerInnen im Vorfeld verständigt haben. Handlungsprodukte, mit denen sich die SchülerInnen viel leichter identifizieren können, sind die veröffentlichungsfähigen materiellen, szenischen und sprachlichen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit.

Ebenso sollen die SchülerInnen bei ihrer aktiven, praktischen Tätigkeit möglichst viele Sinne nutzen. Besonders dem Begriff des „Begreifens“ kommt in diesem Sinne eine doppelte Bedeutung zu. Durch eine aktive, handelnde Auseinandersetzung mit einem neuen Sachverhalt sollen die SchülerInnen die neu gewonnen Erkenntnisse besser mit ihrem vorhandenen Wissen verknüpfen können.

Warum handlungsorientiert unterrichten?

Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, ist ein besonderes Merkmal des handlungsorientierten Unterrichts das Lernen mit möglichst allen Sinnen. Dies ist in der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung, da Gudjons zufolge die „demographische Entwicklung, dinglich-räumliche Veränderungen der Lebenswelt und das Vorrücken der elektronischen Medien zur Reduzierung sozialer Erfahrungsmöglichkeiten von Eigentätigkeit und Primärerfahrung geführt “ (vgl. Gudjons 1989, S. 48) haben. Die SchülerInnen von heute sind in ihrer Freizeit längst nicht mehr so aktiv, wie es vor etwa 15 Jahren noch war. Das Spielen im Freien und die damit verbundene Wahrnehmung der Umwelt sind somit kaum noch gegeben. Die SchülerInnen haben ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf die neuen Medien (Computer, Videospiele usw.) und/oder das Fernsehen gelenkt. Bei diesen Tätigkeiten werden Sinne wie z.B. das Riechen oder das Schmecken, aber auch das Arbeiten mit den Händen kaum oder gar nicht genutzt. Die SchülerInnen beanspruchen somit ihre Sinne im privaten Umfeld nicht mehr häufig, so dass der Institution Schule die Aufgabe zukommt, diese Fähigkeiten zu schulen. Dazu ist der handlungsorientierte Unterricht sehr gut geeignet.

Zudem haben neueste psychologische Untersuchungen gezeigt, dass aktives, eigenständiges Handeln viel eher zu einem Lernerfolg führt, als die klassische „Berieselung“. Da sich die SchülerInnen selbst und eigenständig mit einer Problemsituation befassen und versuchen diese auch zu lösen, werden ihnen dabei ihre Lösungsstrategie und Vorgehensweise bewusst. Sie machen bei dem

Lösungsprozess ihre eigenen Erfahrungen, die bei anschließenden Problemsituationen angewendet werden können. Auch Misserfolge müssen hierbei einkalkuliert werden und können ebenfalls als Lernsituation gesehen werden.

Klassische Methoden, wie z.B. der Frontalunterricht, lassen diese Lernchance kaum zu. Die SchülerInnen erlangen über Sinnlichkeit, Erfahrung und Handeln wichtige kognitive Strukturen. (vgl. Gudjons 1989, S. 50)

Vor allem sorgt handlungsorientierter Unterricht auch dafür, dass die Schü-lerInnen den Unterricht nicht mehr als langweilig und uninteressant bezeichnen, sondern mit Elan, Interesse und Spaß selbst tätig werden.

Ein weiterer Grund, handlungsorientiert zu unterrichten, ist das Ansprechen mehrerer Lerntypen. In klassisch durchgeführten Unterrichtsmethoden, wie z.B. dem fragend entwickelnden Unterricht, wird nur der auditive Lerntyp angesprochen, da ein großer Teil des Unterrichtsgeschehens durch Sprache abgewickelt wird. Die anderen Lerntypen (visuell und psychomotorisch) werden in solchen Unterrichtssituationen kaum oder überhaupt nicht angesprochen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei manchen SchülerInnen kaum ein Lernerfolg zu beobachten ist. Dies ist bei handlungsorientiertem Unterricht nicht immer der Fall. Hier kann man durch eine geschickte Wahl der Methode und der Unterrichtsmaterialien dafür sorgen, dass man allen Lerntypen gleichermaßen gerecht wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Konzept des handlungsorientieren Unterrichts. Vor- und Nachteile
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
ESL
Note
1,9
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V311407
ISBN (eBook)
9783668101586
ISBN (Buch)
9783668101593
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handlungsorientierter Unterricht;, Methode;, Pädagogik;
Arbeit zitieren
Ibrahim Özkaya (Autor), 2011, Das Konzept des handlungsorientieren Unterrichts. Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311407

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