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Messung von Verflechtungen sytemrelevanter Banken. Eine kritische Analyse

Title: Messung von Verflechtungen sytemrelevanter Banken. Eine kritische Analyse

Seminar Paper , 2014 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Science Holger Rief (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Mit der vorliegenden Arbeit werden Verfahren zur Bestimmung derjenigen Banken untersucht, welche aufgrund komplexer Verflechtungsstrukturen mit anderen Banken maßgeblich die Stabilität des Finanzsystems beeinflussen. Dabei gilt es methodische Anwendungsmängel zu identifizieren, um diese im Sinne der regulatorischen Zielsetzung zu optimieren. Dazu wird wie folgt vorgegangen:

Im ersten Kapitel wird zunächst ein grundlegendes Verständnis der Bank mit seinen wichtigen Funktionen für ein stabiles Finanzsystem erarbeitet. Daran anknüpfend wird der Begriff Verflechtungen näher definiert und die sich daraus ergebenen systemgefährdenden Risiken hervorgehoben. Anschließend wird eine Aufzählung von Anforderungen erstellt, welche Messverfahren für eine adäquate Berücksichtigung der Verflechtungsrisiken erfüllen sollten. Im Anschluss daran wird im zweiten Kapitel eine Übersicht der in der Wissenschaft und Praxis diskutierten Messverfahren gegeben. Dabei werden mit dem Indikatorenmodell und der Netzwerkanalyse zwei bedeutsame Methoden näher erörtert. Im dritten Kapitel werden diese beiden Verfahren hinsichtlich der in Kapitel eins erarbeiteten Anforderungen kritisch untersucht, um durch Handlungsempfehlung die praktische Anwend-barkeit zu verbessern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Grundlagen der Verflechtungsmessung

1.1 Begriffsabgrenzung systemrelevanter Banken und Risiken innerhalb eines Finanzsystems

1.2 Systemische Risiken als Folge von Bankenverflechtungen

1.3 Anforderungen an die Messverfahren

2 Methodische Bewertung von Verflechtungsrisiken

2.1 Übersicht der Messverfahren in der Literatur

2.2 Das Indikatorverfahren vom BCBS

2.3 Erkenntnisse durch die Netzwerkanalyse

3 Kritische Analyse der Verflechtungsmessung und Ausblick

3.1 Grenzen des Indikatorenmodells

3.2 Messpotential der Netzwerkanalyse

3.3 Handlungsempfehlungen

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Verfahren zur Identifizierung systemrelevanter Banken, die aufgrund komplexer Verflechtungsstrukturen die Stabilität des Finanzsystems gefährden können. Ziel ist es, methodische Anwendungsmängel bestehender Messverfahren, insbesondere des Indikatorenmodells, zu identifizieren und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

  • Grundlagen systemrelevanter Banken und ihrer Risikopotenziale.
  • Analyse direkter und indirekter Ansteckungskanäle im Finanzsystem.
  • Evaluation des Indikatorverfahrens des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS).
  • Untersuchung des Potenzials der Netzwerkanalyse zur Risikomodellierung.
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der regulatorischen Messmethodik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Grenzen des Indikatorenmodells

Vor dem Hintergrund der Vielzahl empirischer Messtechniken, präsentieret das BCBS mit dem Indikatorenmodell ein eher heuristisches Verfahren, als dass es als quantitative Methode betrachtet werden kann. Dennoch erscheint es insbesondere aufgrund der einfachen, nachvollziehbaren und vor allem gut kommunizierbaren Methodik als ein geeignetes Instrument, um Verflechtungsrisiken bei Banken zu lokalisieren. Darüber hinaus ist positiv anzumerken, dass durch die dreistufige Messstruktur die praktische Anwendbarkeit deutlich erleichtert wird.76 Ein weiterer Vorteil ist, dass die zugrundegelegten Bilanzdaten weitestgehend – mit Ausnahme der Level-3-Aktiva – öffentlich im Rahmen von Geschäftsberichten verfügbar sind. Das erleichtert vor allem die Nachvollziehbarkeit der Messergebnisse für Dritte und vermindert den Aufwand für die Regulatorik, die Daten zu beschaffen.77 Zudem wird bei der Berechnung der einzelnen Indikatoren durch 85 zu erfassende Items die Systemrelevanz über mehrere Dimensionen hinweg ermittelt.78

Neben diesen genannten Vorteilen des Indikatorenmodells lassen sich auch Schwächen identifizieren. So besteht ein wesentliches Problem darin, dass das Messergebnis nicht frei von subjektiven Einflüssen ist. Dies trifft bei der Auswahl und Bestimmung der einzelnen zugrundegelegten Indikatoren sowie bei der Festlegung des kritischen Schwellenwertes zu. Die Regularien lassen darüber hinaus an keiner Stelle erkennen, mit welcher Begründung die einzelnen Indikatoren für die Analyse relevant sind. Weiterhin gehen in die Bewertung auch qualitative Erkenntnisse zum Beispiel in Form von Experteneinschätzungen ein. Auch diese sind nicht zwingendermaßen objektiver Natur. Eine weitere Schwäche des Verfahrens besteht in der begrenzten Perspektive, mit der systemweite Ansteckungsrisiken konkret betrachtet werden. Zum einen basieren die Indikatoren oftmals auf aggregierten Bilanzpositionen, sodass eine Auseinandersetzung mit Einzelvolumen und deren Gewichtung nicht stattfindet.79 Dadurch lassen sich keine konkreten Rückschlüsse auf einzelne risikobehaftete Verflechtungsstrukturen treffen, da die Gegenparteirisiken bzw. die Identität des jeweiligen Geschäftspartners zur Ermittlung der Systemrelevanz nicht berücksichtigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik systemrelevanter Banken ("too big to fail") im Kontext der Finanzmarktkrise und definiert das Ziel der Arbeit, Verfahren zur Identifizierung solcher systemrelevanten Institute kritisch zu hinterfragen.

1 Grundlagen der Verflechtungsmessung: Dieses Kapitel erarbeitet ein Grundverständnis für Bankfunktionen und definiert den Begriff der Verflechtungen sowie die daraus resultierenden systemgefährdenden Risiken, um Anforderungen an Messverfahren festzulegen.

2 Methodische Bewertung von Verflechtungsrisiken: Es wird eine Übersicht über die wissenschaftlich und praktisch diskutierten Messverfahren gegeben, wobei das BCBS-Indikatorenmodell und die Netzwerkanalyse vertieft erörtert werden.

3 Kritische Analyse der Verflechtungsmessung und Ausblick: Hier erfolgt eine kritische Untersuchung der beiden zuvor vorgestellten Verfahren hinsichtlich der formulierten Anforderungen und es werden Handlungsempfehlungen für deren Optimierung abgeleitet.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Indikatorenmodell durch netzwerkanalytische Ansätze zu ergänzen, um der makroprudenziellen Ausrichtung der Bankenregulierung gerecht zu werden.

Schlüsselwörter

Systemrelevanz, Banken, Finanzstabilität, Verflechtungen, Ansteckungseffekte, Interbankenmarkt, BCBS, Indikatorenmodell, Netzwerkanalyse, Finanzmarktkrise, Risikomanagement, Makroprudenzielle Regulierung, Liquiditätsrisiken, Kreditrisiken, Finanzinfrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Bewertung systemrelevanter Banken und deren Verflechtungen, um das systemische Risiko im Finanzsektor besser erfassen und eindämmen zu können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Definition systemrelevanter Banken, die Analyse von Ansteckungseffekten sowie die kritische Prüfung regulatorischer Messverfahren wie des Indikatorenmodells des BCBS und der Netzwerkanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifizierung von Anwendungsmängeln bei aktuellen Messverfahren und die Entwicklung von Empfehlungen, um diese durch eine Kombination mit netzwerkanalytischen Ansätzen für eine makroprudenzielle Aufsicht zu optimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kritische Analyse empirischer Messtechniken sowie eine theoretische Gegenüberstellung von Indikatorenmodellen und netzwerkbasierten Modellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des systemischen Risikos gelegt, anschließend die gängigen Messverfahren detailliert beschrieben und schließlich eine kritische Beurteilung dieser Methoden vorgenommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemrelevanz, Bankenverflechtungen, Finanzstabilität und regulatorische Messverfahren definiert.

Welche spezifischen Schwächen identifiziert der Autor am Indikatorenmodell des BCBS?

Der Autor kritisiert insbesondere die Subjektivität bei der Auswahl der Indikatoren, die statische Perspektive, die Vernachlässigung indirekter Ansteckungskanäle und die mangelnde Berücksichtigung zyklischer Effekte.

Wie kann die Netzwerkanalyse das bestehende Indikatorenmodell sinnvoll ergänzen?

Die Netzwerkanalyse bietet den Vorteil, komplexe kaskadenähnliche Übertragungseffekte (z.B. Domino-Effekte) kausal zu simulieren und somit systemweite Risiken abzubilden, die durch rein bilanzbasierte Indikatoren nicht erfasst werden.

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Details

Title
Messung von Verflechtungen sytemrelevanter Banken. Eine kritische Analyse
College
University of Duisburg-Essen  (Banken und Betriebliche Finanzwirtschaft)
Grade
1,3
Author
Master of Science Holger Rief (Author)
Publication Year
2014
Pages
34
Catalog Number
V311437
ISBN (eBook)
9783668100886
ISBN (Book)
9783668100893
Language
German
Tags
messung verflechtungen banken eine analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Science Holger Rief (Author), 2014, Messung von Verflechtungen sytemrelevanter Banken. Eine kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311437
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