Auf Grund der derzeitigen konjunkturellen Situation werden die finanziellen Spielräume der Unternehmen zunehmend eingeengt. Dadurch werden diese gezwungen, alle bestehenden betrieblichen Kostenreduzierungspotentiale auszuschöpfen. Gerade das Lager stellt hier mit den in der Regel hohen Lagerhaltungs- und Kapitalbindungskosten einen Rationalisierungsschwerpunkt dar. Um die in den betrieblichen Lagerbeständen vorhandenen Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen, sind neben den Verfahren zur Bestellmengenbzw. Losgrößenermittlung vor allem die in der Praxis eingesetzten Verfahren zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen im Hinblick auf die unternehmens- und artikelspezifischen Anforderungen zu optimieren. In der vorliegenden Arbeit werden daher die verschiedenen Möglichkeiten zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen im Rahmen der Bestandsplanung sowie die damit verbundenen Probleme dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufgaben und Bedeutung der Logistik
3. Aufgaben und Bedeutung von Sicherheitsbeständen
4. Der Servicegrad als Kennzahl zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen
5. Möglichkeiten zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen
5.1. Bestimmung von SB bei rein zufallsabhängiger Nachfrage
5.2. Bestimmung von SB bei prognostizierbarem Nachfrageverhalten
5.3. Zwei weitere Methoden
Sicherheitsbestand bei schwankender Wiederbeschaffungszeit
Sicherheitsbestand bei Unsicherheiten im Verbrauch
6. Verfahrensunabhängige Problembereiche bei der Ermittlung von SB
7. Werkzeuge zur Bestimmung von SB
7.1 XYZ-Analyse
7.2 ABC-Analyse
7.3 Kombination beider Analysen für die Bestimmung des Lieferbereitschafts- bzw. Servicegrades
8. Ausblick und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die methodischen Möglichkeiten zur Optimierung von Sicherheitsbeständen im Rahmen der betrieblichen Bestandsplanung, um Kapitalbindungskosten zu senken und gleichzeitig die Lieferbereitschaft sicherzustellen.
- Grundlagen des Bestandsmanagements und der Logistik
- Methoden zur Berechnung von Sicherheitsbeständen bei zufälligem und prognostizierbarem Bedarf
- Analyse verfahrensunabhängiger Problembereiche in der Praxis
- Einsatz von ABC- und XYZ-Analysen zur Klassifizierung
- Optimierung des Servicegrades und Umgang mit Zielkonflikten
Auszug aus dem Buch
3. Aufgaben und Bedeutung von Sicherheitsbeständen
Eine anforderungsgerechte Bestandsplanung kann also sowohl über eine Reduzierung der Kapitalbindungskosten als auch über eine Sicherstellung der logistischen Leistungsfähigkeit den Unternehmenserfolg nachhaltig positiv beeinflussen. Welche Bedeutung in diesem Zusammenhang der Bestimmung von Sicherheitsbeständen zukommt, wird deutlich, wenn man sich die Bestandteile des durchschnittlichen Lagerbestandes als Grundlage für die Ermittlung des im Lager gebundenen Kapitals näher betrachtet.
Dieser setzt sich aus der halben mittleren Bestellmenge und dem gesamten Sicherheitsbestand zusammen. Das bedeutet, dass der Sicherheitsbestand in voller Höhe in die Ermittlung der Kapitalbindungskosten eingeht.
Während der Grundbestand die Aufgabe hat, die durchschnittliche Nachfrage eines Artikels in einer Periode abzudecken, dient der Sicherheitsbestand zur Erhaltung der Lieferfähigkeit eines Lagers bei eventuellen Planungsunsicherheiten. Prinzipiell sind drei Formen von Unsicherheiten zu unterscheiden, die im Rahmen der Bestandsplanung zu berücksichtigen sind:
• Unsicherheiten bei der Bedarfsermittlung, also schwankende Verbrauchsmengen
• Unsicherheiten bei der Wiederbeschaffung, z.B. Verzögerung bei der Produktion oder unvorhersehbares Nichteinhalten von Lieferterminen oder Liefermengen seitens der Lieferanten
• Unsicherheiten bei der Bestandsermittlung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit der Kostenreduzierung im Lager und definiert die Optimierung von Sicherheitsbeständen als zentralen Rationalisierungsansatz.
2. Aufgaben und Bedeutung der Logistik: Hier wird die Rolle des Bestandsmanagements als Bindeglied zwischen minimaler Kapitalbindung und maximaler Lieferbereitschaft dargestellt.
3. Aufgaben und Bedeutung von Sicherheitsbeständen: Dieses Kapitel erläutert, dass Sicherheitsbestände zur Abfederung von Planungsunsicherheiten dienen und in voller Höhe in die Kapitalbindungskosten einfließen.
4. Der Servicegrad als Kennzahl zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen: Es wird erklärt, wie der Servicegrad als statistische Größe fungiert, wobei eine Erhöhung meist zu überproportionalen Lagerhaltungskosten führt.
5. Möglichkeiten zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen: Das Kapitel differenziert zwischen Berechnungen bei zufälliger Nachfrage und Ansätzen für prognostizierbare Verbräuche.
6. Verfahrensunabhängige Problembereiche bei der Ermittlung von SB: Hier werden drei Problemklassen für unterschiedliche Bedarfsverläufe identifiziert, von regelmäßigen Artikeln bis hin zu sporadisch benötigten Ersatzteilen.
7. Werkzeuge zur Bestimmung von SB: Die XYZ- und ABC-Analysen werden als Werkzeuge eingeführt, um Artikel zu klassifizieren und Strategien zur Sicherheitsbestandsplanung zu optimieren.
8. Ausblick und Fazit: Das Fazit stellt fest, dass in der Praxis oft grobe Schätzungen dominieren, da exakte Berechnungsverfahren durch ihre Komplexität und die Annahme von Normalverteilungen an Grenzen stoßen.
Schlüsselwörter
Sicherheitsbestand, Logistik, Bestandsmanagement, Servicegrad, Lieferbereitschaft, Kapitalbindung, Bedarfsermittlung, Wiederbeschaffungszeit, ABC-Analyse, XYZ-Analyse, Lagerhaltungskosten, Normalverteilung, Prognosefehler, Prognoseverfahren, Warenbestand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung und Berechnung von Sicherheitsbeständen in Unternehmen, um das Lagerkapital zu senken und die Lieferfähigkeit zu optimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Bestandsplanung, die Bedeutung des Servicegrades, statistische Berechnungsmethoden sowie analytische Werkzeuge wie ABC- und XYZ-Klassifizierungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Anwender Methoden zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen aufzuzeigen, die sowohl den unternehmensspezifischen Anforderungen entsprechen als auch den Zielkonflikt zwischen Kosten und Lieferbereitschaft minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt überwiegend statistische und stochastische Berechnungsansätze, ergänzt durch die Verknüpfung mit betriebswirtschaftlichen Klassifizierungsverfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsplanung bei verschiedenen Nachfrageverhalten, die mathematischen Grundlagen für Sicherheitsbestände und die praktische Anwendung von Klassifizierungstools.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sicherheitsbestand, Servicegrad, Lagerhaltung, XYZ-Analyse, ABC-Analyse und Kapitalbindung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Bedarfsarten?
Die Arbeit klassifiziert Bedarfe basierend auf ihrer Regelmäßigkeit (XYZ-Analyse) und ihrer Wertigkeit (ABC-Analyse), um die optimale Strategie für die jeweilige Artikelgruppe zu wählen.
Warum wird die Annahme einer Normalverteilung kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass viele Softwarelösungen eine Normalverteilung voraussetzen, obwohl empirische Untersuchungen zeigen, dass bei einem Großteil der Artikel linksteilige Verteilungen vorliegen.
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- Marcus Höse (Author), 2004, Methodenübersicht zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31146