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Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH im Falle der Insolvenz

Title: Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH im Falle der Insolvenz

Bachelor Thesis , 2015 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Baum (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit befasst sich zunächst mit dem Begriff der Handelndenhaftung im (Zwischen-)Stadium der Vor-GmbH, § 11 II GmbHG. Es wird insbesondere eine Analyse nach den vier gängigen Auslegungsmethoden durchgenommen und auch die noch h.M. kritisch hinterfragt. Der zweite Komplex befasst sich vornehmlich mit der Insolvenzverschleppungshaftung nach § 15a InsO und den Verpflichtungen des Geschäftsführers gem. § 64 GmbHG. Besonders kritisiert und diskutiert wird die analoge Strafbarkeit des faktischen Geschäftsführers durch eine Insolvenzverschleppung.
Geschlossen wird die Arbeit mit einem Aufgriff zur Gesetzesvereinfachung.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH

I. Anwendungsbereich des § 11 GmbHG

1. Erläuterung der Gründungsstadien

2. Entstehen und Konsequenzen der unechten Vor-GmbH

3. Ursprung der Handelndenhaftung

4. Eigenschaften und Fortbestehen der Handelndenhaftung

5. Besonderheiten der Einpersonen-Gründung

II. Wortlautauslegung

1. Untersuchung des Handelndenbegriffs

2. Eingrenzung des zeitlichen Haftungsrahmens

3. Merkmal der solidarischen Haftung

4. Bedeutung im Namen der Gesellschaft

III. Systematische Auslegung

IV. Historische Auslegung

1. Strafcharakter der Handelndenhaftung

2. Konsequenzen des gesetzgeberischen Entschlusses zur Untätigkeit

3. Grundsatzurteil zur Gründerhaftung

4. Anwendbarkeit der Falsus-procurator-Haftung

V. Teleologische Auslegung

1. Sinnhaftigkeit des Vorbelastungsverbots

2. Erlöschen der Handelndenhaftung

3. Anzweiflung der Sinnhaftigkeit der Handelndenhaftung

C. Die Haftungsvermeidung

I. Grundsätzliches

II. Analoge Handelndenhaftung im europarechtlichen Kontext

D. Die Konstellation der Haftung in der Insolvenz

I. Insolvenzgründe und -verfahren

1. Ablehnung mangels Masse

2. Funktionen des Liquidators

3. Das Regelinsolvenzverfahren

4. Aufgaben des Insolvenzverwalters

5. Möglichkeiten im Insolvenzplanverfahren

6. Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren und Sachwalter

7. Einordnung der Vor-GmbH in die Insolvenz

E. Der Tatbestand der Insolvenzverschleppung für juristische Personen

I. Zivilrechtliche Auseinandersetzung

1. Geltungsbereich des § 15a InsO

2. Geschützter Personenkreis

3. Verpflichtungen und Fristen zur Antragstellung

4. Rechtswidrigkeit

5. Verschulden

6. Inhalt und Form des Insolvenzantrags

7. Zustand der Führungslosigkeit

8. Objektiver Tatbestand

9. Subjektiver Tatbestand

10. Beweislast

11. Quotenschaden und Stellung der Neu- und Altgläubiger

12. Einordnung von § 15a InsO als Schutzgesetz

13. Idee der ausschließlichen Außenhaftung

14. Verjährung

II. Strafrechtliche Aspekte des § 15a InsO

1. Objektiver Tatbestand

2. Subjektiver Tatbestand

3. Täterkreis

F. Die faktische Geschäftsführerhaftung gem. § 64 GmbHG

I. Grundsätzliches

1. Zahlungsbegriff

2. Faktischer Geschäftsführer

3. Rechtsfolge des § 64 GmbHG

4. Exkulpation des faktischen Geschäftsführers

II. Haftung aus § 25 HGB

III. Prozessuales

G. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Konstellation der Haftung von Handelnden in einer Vor-GmbH im Falle einer Insolvenz. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der dogmatischen Herleitung der Haftung, der Abgrenzung zu insolvenzrechtlichen Tatbeständen wie der Insolvenzverschleppung (§ 15a InsO) sowie der Geschäftsführerhaftung (§ 64 GmbHG), um die daraus resultierenden Haftungsrisiken und Problemstellungen für die Praxis kritisch zu hinterfragen.

  • Haftungsregeln und Anwendungsbereiche der Vor-GmbH im Gründungsprozess.
  • Untersuchung der Handelndenhaftung anhand von Wortlaut, Systematik, Historie und Teleologie.
  • Insolvenzrechtliche Pflichten und Haftungstatbestände für juristische Personen.
  • Die Rolle und Haftung des faktischen Geschäftsführers im Insolvenzfall.
  • Kritische Würdigung der Gläubigerstellung und potenzieller Haftungsvermeidung.

Auszug aus dem Buch

1. Erläuterung der Gründungsstadien

Ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen Stadien findet sich in der Kontinuität. Während die GmbH die Verbindlichkeiten der Vor-GmbH entsprechend der Identitätslehre grundsätzlich und ohne besonderen Übertragungsakt übernimmt, findet eine Übernahme von Forderungen und Verbindlichkeiten von der Vorgründungsgesellschaft in die Vor-GmbH grundsätzlich nur dann statt, wenn es im notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag gem. §§ 414, 415 BGB festgehalten ist. Unter Umständen, wie z.B. durch Fortführung eines Gesellschaftskontos bei der Bank, ist eine konkludente Übernahme möglich.

Anknüpfend an die Identitätslehre argumentiert K. Schmidt, die Vorgesellschaft sei mit der später eingetragenen GmbH identisch. Man müsse die Identitätstheorie verallgemeinern. Mit dieser Lehre können viele unnötig komplizierte Fragen gelöst werden. Ulmer lehnt diese Argumentation mit dem Verweis auf die h.M. ab. Wesentliche Vorschriften des GmbH-Rechts, insb. die Kapitalsicherungsvorschriften aus §§ 30 f. GmbHG, seien unvereinbar mit der Identität von Vor-GmbH und GmbH.

Eine Mindermeinung vertritt bzgl. des Übergangs von Vor-GmbH zur GmbH die sog. Trennungslehre. Der automatische Rechtsübergang stelle eine Gesamtrechtsnachfolge dar, wonach die §§ 190 ff., 202 I Nr. 1 UmwG anwendbar wären. Diese Ansicht ist jedoch abzulehnen, der Identitätslehre ist zu folgen, da für eine Umwandlung mit Gesamtrechtsnachfolge zwei verschiedene Rechtssubjekte Voraussetzung sind. Genau daran scheitert die Trennungslehre.

Die Vor-GmbH ändere lediglich ihren Status, sie ist bereits eine juristische Person in Gründung; einer besonderen Rechts- und Schuldübernahme bedarf es daher nicht. Somit ist festzustellen, dass die Vor-GmbH als notwendiges Stadium zur Errichtung der GmbH weitgehend als gleich mit der späteren GmbH zu sehen ist, jedoch sind Spezialvorschriften zu beachten. Keine Gesellschaft sui generis ist vorhanden, wenn eine sog. unechte Vorgesellschaft bzw. Vor-GmbH existiert.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in die Problematik der Handelndenhaftung und Darstellung der wissenschaftlichen Relevanz des Themas.

B. Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH: Detaillierte Analyse der Handelndenhaftung anhand von Auslegungskriterien unter Berücksichtigung des Anwendungsbereichs und der Gründungsstadien.

C. Die Haftungsvermeidung: Erörterung von Strategien zur Haftungsvermeidung sowie der Rolle analoger Handelndenhaftung im europäischen Kontext.

D. Die Konstellation der Haftung in der Insolvenz: Untersuchung der Handhabung der Vor-GmbH im Insolvenzverfahren und der Aufgaben des Insolvenzverwalters.

E. Der Tatbestand der Insolvenzverschleppung für juristische Personen: Analyse der zivil- und strafrechtlichen Aspekte der Insolvenzantragspflicht gemäß § 15a InsO.

F. Die faktische Geschäftsführerhaftung gem. § 64 GmbHG: Auseinandersetzung mit der Haftung faktischer Geschäftsführer und der Abgrenzung zu Zahlungsbegriffen und Exkulpationsmöglichkeiten.

G. Fazit: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschläge zur rechtlichen Klärung der Haftungsfragen.

Schlüsselwörter

Vor-GmbH, Handelndenhaftung, Insolvenzrecht, Insolvenzverschleppung, § 15a InsO, Geschäftsführerhaftung, § 64 GmbHG, Gläubigerschutz, faktischer Geschäftsführer, Identitätslehre, Gründungsstadien, Insolvenzplanverfahren, Strafbarkeit, Haftungsvermeidung, Kapitalgesellschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Haftung von Handelnden in der sogenannten Vor-GmbH, insbesondere unter der Bedingung, dass das Unternehmen in die Insolvenz gerät.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen sind die Dogmatik der Handelndenhaftung, die Insolvenzantragspflicht nach § 15a InsO und die Geschäftsführerhaftung nach § 64 GmbHG.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, die bestehenden Haftungsmodelle zu untersuchen, kritisch zu hinterfragen und die bestehenden Probleme bei der Anwendung auf die Vor-GmbH aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es erfolgt eine umfassende juristische Analyse der aktuellen Rechtsprechung, Fachliteratur, Kommentierungen sowie eine rechtsdogmatische Auslegung nach Wortlaut, Systematik, Historie und Sinnzweck.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Haftungstatbestände in der Insolvenz, insbesondere die Insolvenzverschleppung und die faktische Geschäftsführerhaftung.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Vor-GmbH", "Handelndenhaftung", "Insolvenzverschleppung" und "faktischer Geschäftsführer" aus.

Was unterscheidet eine "echte" Vor-GmbH von einer "unechten"?

Die echte Vor-GmbH ist ein reguläres Stadium vor der Eintragung der GmbH, während die unechte Vor-GmbH entsteht, wenn eine Eintragung scheitert oder nicht ernsthaft betrieben wird und die Geschäftstätigkeit dennoch fortgesetzt wird.

Warum ist die Haftung des faktischen Geschäftsführers problematisch?

Problematisch ist sie, weil dieser Begriff im GmbHG nicht gesetzlich definiert ist, was zu Spannungen zwischen der praktischen Notwendigkeit der Haftung und den strafrechtlichen Bestimmtheitsgrundsätzen führt.

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Details

Title
Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH im Falle der Insolvenz
College
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen  (Fachbereich Wirtschaftsrecht)
Grade
1,0
Author
Matthias Baum (Author)
Publication Year
2015
Pages
52
Catalog Number
V311472
ISBN (eBook)
9783668110847
ISBN (Book)
9783668110854
Language
German
Tags
Vor-GmbH Handelndenhaftung Insolvenzverschleppung faktischer Geschäftsführer § 15a InsO § 11 GmbHG § 64 GmbHG
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Baum (Author), 2015, Die Handelndenhaftung in der Vor-GmbH im Falle der Insolvenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311472
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