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Demenz aus medizinischer und psychosozialer Perspektive

Professioneller Umgang mit dementen Menschen in der Pflege

Titre: Demenz aus medizinischer und psychosozialer Perspektive

Exposé (Elaboration) , 2015 , 35 Pages

Autor:in: B.A. Nicole Tervooren (Auteur)

Sciences infirmières - Démence
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Résumé Extrait Résumé des informations

Je älter ein Mensch wird, desto höher ist sein Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der damit verbundenen Bevölkerungsalterung lohnt es sich, die Zahl der Demenzfälle und die Auswirkungen einer Demenz auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen genauer zu betrachten (vgl. Schäfer/Rüther 2004). Für die Pflegenden ist der Umgang mit dementen Menschen eine hohe Herausforderung. Während des Krankheitsprozesses gehen die kognitiven Fähigkeiten immer mehr verloren (vgl. Bartsch 2015).

Die Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung des Gehirns, die dafür sorgt, dass die Alltagskompetenz allmählich nachlässt. Im Zuge dessen werden die Patientinnen und Patienten immer abhängiger von anderen Menschen. Häufig ist dies der Grund für einen Umzug in eine Pflegeeinrichtung. Bei der Vielzahl der Demenzfälle in den Pflegeheimen ist das eine große Herausforderung, weil jeder Krankheitsfall anders verlaufen kann. Das Wohl eines Menschen mit Demenz hängt zum großen Teil davon ab, wie gut sich die Pflegerinnen und Pfleger mit dem oft ungewöhnlichen und manchmal auch aggressiven Verhalten arrangieren können. (vgl. Schloffer et al.)

In der Bundesrepublik Deutschland leben nach dem Wissensstand der Deutschen Alzheimer Gesellschaft derzeit 1,5 Millionen Demenzkranke. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bezieht sich hier auf die Daten der Dachorganisation Alzheimer Europe (Luxemburg). Zwei Drittel der Demenzkranken sind von der häufigsten Demenzart, der Alzheimer-Demenz betroffen. Die Inzidenz der Demenz, also die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland beträgt über 300.000 Fälle pro Jahr (vgl. Bickel 2014).

Demenzkranke bedürfen einen zunehmenden Pflege- und Betreuungsbedarf. Pflegende müssen während des Krankheitsverlaufs immer mehr Aufgaben für einen demenzkranken Menschen übernehmen. Zum Beispiel werden alltägliche Verrichtungen, wie die Nahrungsaufnahme oder die Flüssigkeitszufuhr, einfach vergessen. Die Kontrolle über den eigenen Körper lässt allmählich nach und die Kommunikation wird schwierig. Die Pflegehandlungen am dementen Menschen verlangen ein sehr hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen. (vgl. Schäfer/Rüther 2004) Wie es gelingen kann, mit dementen Menschen verständnisvoll und professionell umzugehen und ein gutes Miteinander zwischen den Erkrankten und den Pflegenden zu etablieren, wird in dieser Arbeit aufgezeigt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Hinführung zum Thema

1.1 Ziel der Arbeit

1.2 Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

2 Demenz aus medizinischer Perspektive

2.1 Begriff „Demenz“

2.2 Primäre und sekundäre Demenzformen

2.2.1 Primäre Demenzen

2.2.2 Sekundäre Demenzen

2.3 Die Alzheimer-Demenz

2.4 Die Phasen der Alzheimer-Demenz

2.4.1 Das Vorstadium

2.4.2 Das Frühstadium (Stadium A)

2.4.3 Das mittlere Stadium (Stadium B)

2.4.4 Das Spätstadium (Stadium C)

2.5 Wissensstand über Therapie, Ursachen und Prävention

3 Demenz aus psychosozialer Perspektive und der professionelle Umgang mit dementen Menschen

3.1 Person-zentrierte Pflege von Tom Marris Kitwood

3.2 Identitätskonzept von George Herbert Mead

3.3 Projekt „Musik for Life“

3.3.1 Projektbeschreibung

3.3.2 Projektpraxis

3.3.3 Methodische und theoretische Grundlagen

3.3.4 Projektergebnisse

3.4 Was bedeutet die Identitätskonzeption für die Pädagogik?

4 Zusammenfassung und kritische Stellungnahme

5 Allgemeiner Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Diagnose Demenz sowohl aus der medizinischen als auch aus der psychosozialen Perspektive zu beleuchten, um auf dieser wissenschaftlichen Basis Ansätze für einen professionellen Umgang mit dementen Menschen in Pflegeeinrichtungen aufzuzeigen und Strategien zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz zu entwickeln.

  • Medizinische Grundlagen, Symptomatik und Verlauf der Alzheimer-Demenz
  • Person-zentrierte Pflege nach Tom Marris Kitwood
  • Identitätskonzept nach George Herbert Mead und dessen Anwendung
  • Praktische Erprobung musikbasierter Interventionsprojekte
  • Interdisziplinäre Strategien für eine verbesserte Pflegequalität

Auszug aus dem Buch

3.1 Person-zentrierte Pflege von Tom Marris Kitwood

Der englische Sozialpsychologe und Psychogerontologe Tom Marris Kitwood (*1937 – 1998 ╬) hat einen Paradigmenwechsel in der Betrachtung der Demenz angestoßen. Infolgedessen stehen im Zentrum der verrichtungsorientierten Pflege die demente Person und ihre Persönlichkeit, anstatt ihre Krankheit und Funktionsstörung. Die personzentrierte Pflege orientiert sich an der Aktivierung der Ressourcen und Stärken des dementen Menschen. (Günther 2013, S. 269-270, 280-281)

In den 1970er Jahren zeigt Kitwood auf, dass ein dementer Mensch oft nicht mehr als die Person wahrgenommen und behandelt wird, die er vor dem Beginn seiner Demenzerkrankung war. Viele der daraus folgenden Reaktionen und Aktivitäten von Pflegenden ordnet Kitwood als eine gewisse Depersonalisierung ein, weil ein dementer Mensch häufig etikettiert, entwertet, eingeschüchtert oder ignoriert wird. Der Betroffene übernimmt regelrecht die Rolle eines ‚Kranken‘ oder ‚Schwachsinnigen‘. Es besteht der Anspruch an die Pflege, dieser Entwicklung mithilfe von gezielten Strategien entgegenzuwirken und das Personsein zu fördern. (vgl. Güther 2013, 275)

Kitwood ordnet das mitunter merkwürdige Verhalten von dementen Menschen als den Ausdruck ihrer inneren Bedürfnisse ein und nicht wie es in der Medizin der Fall ist, als reines medizinisches Problem, das im Prinzip nur mit medizinischen Mitteln bekämpft werden kann. Nach Kitwood zeichnet sich ein Defizit in der Pflegebeziehung ab, wenn das Pflegepersonal die Verhaltensweisen von Betroffenen fehldeutet oder sie sogar untersagt. Die personzentrierte Pflege beinhaltet einen selbstreflektierenden Blickwinkel mit der Möglichkeit der Verhaltenskorrektur des pflegerischen Handelns, ausgerichtet an den Bedürfnissen des einzelnen dementen Menschen. (vgl. Günther 2013, S. 276) Im Folgenden wird die Struktur der personzentrierten Pflege nach Kitwood beschrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Hinführung zum Thema: Einleitung in die Herausforderungen der Demenz vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und Zielsetzung der Arbeit.

2 Demenz aus medizinischer Perspektive: Darstellung der medizinischen Definition, der verschiedenen Demenzformen sowie der biologischen Prozesse und Stadien der Alzheimer-Demenz.

3 Demenz aus psychosozialer Perspektive und der professionelle Umgang mit dementen Menschen: Analyse von pflegerischen Ansätzen und Identitätskonzepten zur Verbesserung der Beziehung zwischen Pflegenden und Erkrankten.

4 Zusammenfassung und kritische Stellungnahme: Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Modellen und den realen Bedingungen in der pflegerischen Praxis.

5 Allgemeiner Ausblick: Vorschläge zur interdisziplinären Zusammenarbeit und Verbesserung der Versorgungsstrukturen für demente Menschen.

Schlüsselwörter

Demenz, Alzheimer, Person-zentrierte Pflege, Tom Marris Kitwood, George Herbert Mead, Identität, Musiktherapie, Pflegequalität, psychosoziale Perspektive, Demografie, professionelle Pflege, Soziales Umfeld, Kommunikation, Partizipation, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Demenz aus einer interdisziplinären Perspektive, um Wege für einen wertschätzenden und professionellen Umgang mit Betroffenen in der Pflege aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die medizinische Diagnostik der Alzheimer-Demenz sowie soziologische und psychologische Ansätze, insbesondere die person-zentrierte Pflege und Identitätskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen einer rein defizitorientierten medizinischen Sichtweise und einer psychosozialen, bedürfnisorientierten Pflegepraxis aufzuzeigen und Lösungsstrategien für den Pflegealltag zu benennen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Aufarbeitung bestehender Pflegekonzepte sowie der Auswertung von Fallbeispielen wie dem Projekt „Music for Life“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Betrachtung der Alzheimer-Demenz, eine soziologische Auseinandersetzung mit Identität und eine detaillierte Vorstellung und Analyse von Modellprojekten der psychosozialen Betreuung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Demenz, Identität, Person-zentrierte Pflege, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Lebensqualität charakterisiert.

Warum ist das Identitätskonzept nach Mead für die Pflege von Demenzkranken relevant?

Es hilft zu verstehen, dass auch bei fortschreitender Erkrankung das Bedürfnis nach Identität und zwischenmenschlicher Anerkennung bestehen bleibt, was für die Gestaltung der Pflegebeziehung essenziell ist.

Welche Rolle spielt Musik in dem vorgestellten Projekt „Music for Life“?

Musik fungiert als emotionaler Zugangsweg, der es ermöglicht, die Persönlichkeit des demenzkranken Menschen auch dann zu erreichen, wenn verbale Kommunikation zunehmend schwierig wird.

Welche kritische Stellungnahme nimmt die Verfasserin zur aktuellen Pflegesituation ein?

Sie kritisiert, dass aufgrund von Zeitdruck und niedrigem Personalschlüssel die theoretisch fundierten psychosozialen Konzepte oft nur unzureichend im Alltag umgesetzt werden können.

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Résumé des informations

Titre
Demenz aus medizinischer und psychosozialer Perspektive
Sous-titre
Professioneller Umgang mit dementen Menschen in der Pflege
Université
University of Applied Sciences Neubrandenburg
Auteur
B.A. Nicole Tervooren (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
35
N° de catalogue
V311486
ISBN (ebook)
9783668102729
ISBN (Livre)
9783668102736
Langue
allemand
mots-clé
demenz perspektive professioneller umgang menschen pflege
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Nicole Tervooren (Auteur), 2015, Demenz aus medizinischer und psychosozialer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311486
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Extrait de  35  pages
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