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Über den ethischen Eigenwert von Politik. Eine politikwissenschaftliche Analyse von Vittorio Hösles "Moral & Politik"

Titre: Über den ethischen Eigenwert von Politik. Eine politikwissenschaftliche Analyse von Vittorio Hösles "Moral & Politik"

Mémoire (de fin d'études) , 2010 , 100 Pages , Note: 3.0

Autor:in: Jakob Müller (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Ist Politik moralisch? Eine Antwort liefert diese Arbeit durch eine Analyse des Werks "Moral & Politik" von Vittorio Hösle.

Aus politikwissenschaftlicher Sicht analysiert die Arbeit den verwendeten Politikbegriff und legt die von Hösle dargestellten ethischen Maßstäbe auf das Werk selbst an. Hösles Argumentation für eine philosophische Letztbegründung machen sowohl "Moral & Politik" als auch diese Arbeit zu einer spannenden Lektüre, da das Versprechen einer Letztbegründung überhaupt erst zur Klärung beitragen kann, ob es "die" moralische Politik überhaupt gibt. Der Autor begründet dabei eine libertäre Moral und führt diese exotische Spielart des Liberalismus gegen die von Hösle entwickelten Vorstellungen eines Weltstaates ins Feld. Die Arbeit legt offen, dass Hösles Moral in eine ökologische Diktatur führt und er dafür eine vermeintlich objektive Wahrheit in Anspruch nimmt, ohne diese widerspruchsfrei herzuleiten - also einen letzten Grund anzugeben. Die eigenen Überlegungen des Autors sind schlüssig dargestellt, lassen den Leser jedoch etwas verstört zurück.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoriebruchstellen

3. Politik und Politisches

4. Ökologische Mobilmachung

5. Naturrechtliche Ungereimtheiten

6. Libertäre Letztbegründung

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit analysiert kritisch das Werk "Moral und Politik" von Vittorio Hösle mit dem Ziel, die theoretischen Inkonsistenzen in Hösles Begriffsbildung von "Politik", "Staat" und "Moral" aufzuzeigen sowie die Praktikabilität seiner politischen Ethik zu hinterfragen.

  • Kritik an der mangelnden begrifflichen Trennung zwischen Staat und Politik.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Macht, Moral und staatlicher Gewaltmonopolisierung.
  • Hinterfragung der normativen Grundlagen und der Letztbegründungsversuche bei Hösle.
  • Diskussion alternativer Ansätze zur Organisation von Gesellschaft und Konfliktlösung.
  • Analyse der problematischen Implikationen ökologischer Transformationen auf individuelle Freiheitsrechte.

Auszug aus dem Buch

Theoriebruchstellen

Über Max Weber berühmte Formulierung, Herrschaft sei die Chance, bei einer angeb baren Zahl von Person für einen Befehl bestimmten Inhalts Gehorsam zu finden (1976: 28), schrieb Dolf Sternberger: „Das ist ein Begriff, damit kann man arbeiten. Ein Begriff wie blankes Besteck, das Operationen erlaubt, zu Operationen herausfordert“ (1983: 7). Auch Moral und Politik sind zwei Begriffe, die zu allerlei Operationen herausfordern, obwohl sie alles andere als klar sind. Sowohl Moral als auch Politik haben in der Wis senschaft aber auch in der Literatur unzählige Deutungen und Verwendungen gefun den. Selbst das kleine Wörtchen «und» im Titel von Vittorio Hösles Opus Magnum hat es in sich. Es bezeichnet nicht bloß eine semantische Verknüpfung zweier beliebi ger Begriffe, sondern eine von zwei voneinander getrennten Sphären, denen sich zwei unterschiedliche Wissenschaften widmen, nämlich einerseits die Philosophie und an dererseits die Politikwissenschaft. Letztere erscheint in «Moral und Politik» sogar nur als eine Spezialwissenschaft, deren Daseinsberechtigung sich aus der zentralen Stellung ergibt, die der Staat in der heutigen Zeit einnimmt (M&P: 545). Eng verbunden mit die ser Vorstellung ist der Politikbegriff Vittorio Hösles, der trotz der gerade in letzter Zeit akut gewordenen Debatte um den Unterschied zwischen dem Politischen und der Poli tik überhaupt nicht vom Staat emanzipiert ist, sondern mit ihm auf fast schicksalhafte Weise verbunden.

„Unter «Politik» verstehe ich ... Handlungen, die im Kontext (sic!) von Machtkämpfen auf die Bestimmung und/oder Durchsetzung von Staats zwecken ausgerichtet sind“ (M&P: 101).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk Hösles und Darstellung der zentralen Zielsetzung der Arbeit, das Verhältnis von Moral und Politik aus politikwissenschaftlicher Sicht zu untersuchen.

2. Theoriebruchstellen: Analyse der semantischen Unschärfen in Hösles Begriffsbildung und der engen, schicksalhaften Verknüpfung von Politik und Staatlichkeit.

3. Politik und Politisches: Untersuchung der Machtaspekte und der Frage, inwiefern Hösle das Politische lediglich als Resultat staatlichen Handelns begreift.

4. Ökologische Mobilmachung: Kritische Betrachtung von Hösles ökologischem Imperativ und der damit verbundenen Forderung nach einem Weltstaat.

5. Naturrechtliche Ungereimtheiten: Auseinandersetzung mit der Rolle des Naturrechts als Begründungsinstrument für staatliche Zwangsmittel.

6. Libertäre Letztbegründung: Diskussion der philosophischen Grundlagen der Letztbegründung und Gegenüberstellung mit libertären Prinzipien des Selbsteigentums.

7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung des Scheiterns der Synthese von Moral und Politik in Hösles Werk.

Schlüsselwörter

Politische Ethik, Vittorio Hösle, Staat, Moral, Politikbegriff, Gewaltmonopol, Letztbegründung, Naturrecht, Gefangenendilemma, Ökologischer Imperativ, Selbsteigentum, Demokratie, Macht, Institutionenlehre, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch Vittorio Hösles Werk "Moral und Politik" unter politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten, wobei insbesondere die begriffliche Unschärfe und die staatstheoretischen Annahmen hinterfragt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Politik, das Verhältnis von Moral zu staatlicher Herrschaft, die Rolle des Naturrechts sowie die ethische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe, auch im Kontext ökologischer Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die interne Konsistenz der Hösle'schen politischen Ethik zu prüfen und aufzuzeigen, wo Hösle Begriffe zu Gunsten einer staatstheoretischen Rechtfertigung instrumentalisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und philosophische Analysetechnik, die sich kritisch mit den normativen Annahmen, Begriffsdefinitionen und der Argumentationslogik des analysierten Autors auseinandersetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Hösles Definitionen von Politik, seine Machtanalyse, der Einsatz des Naturrechts sowie der ökologische Imperativ und dessen Folgen für die individuelle Freiheit und staatliche Struktur kritisch dekonstruiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Politische Ethik, Staat, Moral, Letztbegründung, Naturrecht und Selbsteigentum verdeutlichen den Fokus auf staatstheoretische und moralphilosophische Kernfragen.

Inwiefern spielt der "ökologische Imperativ" eine Rolle in Hösles Argumentation?

Für Hösle dient der ökologische Imperativ als moralische Begründung für die Einrichtung eines Weltstaates, da ökologische Probleme nach Ansicht des Autors nicht mehr einzelstaatlich gelöst werden können.

Welche Kritik übt der Autor an der Verbindung von Staat und Moral?

Die Arbeit kritisiert, dass Hösle Moral und Staat untrennbar verknüpft, wodurch moralische Diskurse zu einer bloßen Rechtfertigung staatlicher Verwaltung werden und das Politische als eigenständiges Phänomen verschwindet.

Warum hält der Autor die "Letztbegründung" bei Hösle für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass Hösle die Letztbegründung nicht konsistent durchhält und sie letztlich dazu nutzt, staatliche Vormundschaften zu legitimieren, anstatt eine grundlegende Freiheitstheorie zu begründen.

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Résumé des informations

Titre
Über den ethischen Eigenwert von Politik. Eine politikwissenschaftliche Analyse von Vittorio Hösles "Moral & Politik"
Université
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Note
3.0
Auteur
Jakob Müller (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
100
N° de catalogue
V311495
ISBN (ebook)
9783668106376
ISBN (Livre)
9783668106383
Langue
allemand
mots-clé
Politische Philosophie Letztbegründung Ethik Moral Liberalismus Libertarianismus Freiheit Ökologie Diktatur Politikbegriff Transzendentalpragmatik Objektivismus Kommunikationsgemeinschaft Theorie des Politischen Politische Ethik Weltgesellschaft Totalitarismus Anarchie Eigentum Naturrecht Spieltheorie Gefangenendilemma Staat Freiheitsbegriff Politische Ökonomie Zwang Politische Gewalt Polizei Unhintergehbarkeit Objektiver Idealismus Humes Verbot Metaphysik Technokratie Herrschaft Wahlen Überwachung Umweltpolitik Staatsgewalt Hobbes Locke Kant Murray Rothbard Hans-Hermann Hoppe Individualismus Performativer Widerspruch Macht Dezisionismus Gerechter Krieg Ökodiktatur Selbsteigentum Nomos Telos Ideale Sprechsituation Gewaltfreier Diskurs Absolute Wahrheit Vernunftethik Verantwortungsethik Totalitäre Demokratie Ökologischer Imperialismus Privatsprache Privateigentum Performativer Selbstwiderspruch Apriorismus Universalstaat
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Citation du texte
Jakob Müller (Auteur), 2010, Über den ethischen Eigenwert von Politik. Eine politikwissenschaftliche Analyse von Vittorio Hösles "Moral & Politik", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311495
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