Wie die Medien eine Wirklichkeit konstruieren. Eine Diskussion am Beispiel der Presse Deutschlands


Hausarbeit, 2011
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Zusammenhang zwischen Medien und Wirklichkeit

1. Konstruiert die Presse eine Wirklichkeit? 4-
1.1. Die Freiheit der Presse
1.2. Die Subjektivität der Wirklichkeit
1.3. Die Konsequenzen ihrer Wirklichkeit

2. Die Beeinflussung des kollektiven Wissens

3. Literaturverzeichnis

0. Zusammenhang zwischen Medien und Wirklichkeit

Die Massenmedien spielen in der heutigen Gesellschaft eine ausschlaggebende Rolle, wenn es darum geht, an Informationen über die Welt zu gelangen. Als diese definiere ich das Fernsehen, den Rundfunk, das Internet und die Presse. Ob zu Hause oder im Beruf, überall verwendet man sie, um etwas über aktuelle Geschehnisse zu erfahren. Die Presse im Speziellen ist für jeden Bürger leicht zugänglich.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Frage diskutieren, inwiefern die Presse als Massenmedium die Wirklichkeit beeinflusst oder konstruiert. Hierzu beleuchte ich kurz die rechtlichen Möglichkeiten dieses Mediums beziehungsweise die, der Redakteure. Wie weit reicht die Freiheit der Presse und welche Rechte stehen ihr zu?

Dann versuche ich die Subjektivität der Wirklichkeit zu untersuchen. Gibt es einen Unterschied zwischen der Realität und der Wirklichkeit? Hat jeder seine eigene Wirklichkeit? Weiterhin folgt eine Untersuchung der Art und Weise wie die Wirklichkeit in der Presse dargestellt werden kann. Schafft schon die Auswahl der Artikel eine Begrenzung der Wirklichkeit? Welche Rolle spielt die Emotionalisierung? Als Bespiele beleuchte ich eine Schlagzeile der Bild-Zeitung über die Leichtathletik-WM, die Serie über den 11. September im Stern und das Thema des Turiner Leichentuches, was in einer PM-Perspektive angesprochen wird.

Abschließend überlege ich, welche Konsequenzen aus der Umgangsart der Presse mit der Realität entstehen können. Welche Verantwortung liegt bei der Presse? Wie wird das Verhalten der Menschen oder eine Bildung der Kultur verändert?

Diese Fragen führen letztlich zu Einer: Schaffen die Medien ihre eigene Wirklichkeit und welchen Einfluss haben die auf kollektives Wissen?

1. Konstruiert die Presse eine Wirklichkeit?

1.1. Die Freiheit der Presse

In Deutschland herrscht nach Artikel fünf des Grundgesetzbuches Meinungsfreiheit. Jeder kann sich zu den Geschehnissen in Politik und Gesellschaft äußern. So auch die Presse und die Redakteure. Dies ist eine Grundlage der Staatsform der Demokratie. Es kann öffentlich über Missstände diskutiert und beispielsweise über Vor- und Nachteile einer politischen Entscheidung kommuniziert werden. „Hierbei ist grundsätzlich jede Art der Meinung geschützt, unabhängig davon, ob sie seriös oder unseriös, wertvoll oder wertlos, richtig oder falsch, emotional oder rational begründet ist“ (Fricke 1997, S. 17). Jene Funktion der Kommunikation nimmt die Presse ein, indem sie über Begebenheiten berichtet. Jedoch sind dem Prinzip der Meinungsfreiheit auch Grenzen gesetzt. Zum Einen „wenn diese zum Kampf gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung eingesetzt“ (Fricke 1997, S. 16) wird. Politische Meinungsäußerungen sollten also einen demokratischen Hintergrund besitzen. Wenn gewisse Auswirkungen dieser Staatsform möglicherweise kritisiert werden, wird es nicht unter diesem Punkt gezählt. Gemeint sind Äußerungen gegen die Demokratie in Deutschland an sich und deren Bekämpfung. Diese Begrenzung der Meinungsfreiheit ist zum Erhalt des Staates nachvollziehbar. Zum Anderen wird der Meinungsfreiheit das „Recht der persönlichen Ehre“ (Fricke 1997, S. 15) gegenüber gestellt. Dieses sollte Personen vor Verleumdungen und Angriffen schützen. Da der Begriff der Ehre aber in Deutschland nicht klar abgetrennt ist, scheint dies schwierig zu sein. Fühlt sich jemand allerdings beispielweise durch Artikel in Zeitungen in diesem Recht verletzt, kann das Prinzip der Meinungsfreiheit durch einen Gerichtsprozess geprüft werden.

Weiterhin gibt es „das demokratie- und rechtstheoretisch gut begründete Informationsrecht der Bürger“ (Haller 2004, S. 24). Dies meint, dass jeder Mensch in Deutschland eine zugängliche Möglichkeit haben soll, sich über Geschehnisse so weitreichend zu informieren, dass er einen neutralen Einblick in jene bekommen kann. „Die Informationsfreiheit [ist] so zu verstehen, dass keine Bevormundung stattfindet, sondern alle Publikationen, soweit von Gesetzes wegen zulässig, für die öffentliche Kommunikation bereitzuhalten sind“ (Haller 2007, S. 54). Dieses unterstützt den demokratischen Gedanken, sich die Meinung selbst bilden zu können und mittels der Meinungsfreiheit auch äußern zu dürfen.

Informations- und Meinungsfreiheit bilden eine Grundlage für medienspezifische Rechte.

Presse- und Medienfreiheit in der Berichterstattung werden im Grundgesetzbuch ebenfalls aufgeführt. Diese unterstützen die Vorherigen beziehungsweise bedienen sich ihnen. Diese Rechte, auch in den Artikeln der Presse oder anderen Beiträgen verschiedenster Medien die Meinung frei äußern zu können, dienen der Kommunikation der Gesellschaft und der Meinungsbildung. „Es soll damit der Tatsache Rechnung getragen werden, daß die Presse zwar keine staatliche, wohl aber eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen hat“ (Fricke 1997, S. 19).

Die Redakteure der Presse als Medium in Deutschland, können sich also relativ frei äußern, wenn ihre Aussagen demokratisch sind und die Ehre der Betroffenen respektieren. Ein Recht, welches zu diesen gesetzlichen Vorgaben hinzukommt, ist das Wettbewerbsrecht. Jede Zeitung oder Zeitschrift möchte wirtschaftliche Erfolge erzielen. Hierfür ist es nötig, sich von Anderen abzugrenzen. Das Wettbewerbsrecht möchte Monopole verhindern und einen wirtschaftlich fairen Zustand gewährleisten. Auch hier ist natürlich deutlich der demokratische Gedanken zu erkennen. In Deutschland existieren zum Beispiel durchaus verschiedene Zeitungen und Zeitschriften nebeneinander. Doch beim Kampf um größtmögliche Auflagen ist es notwendig, den Wettbewerb nicht für andere zu erschweren. So entsteht ein Netz von Presseerträgen, welche die Bürger informieren und zur Diskussion anregen können.

Durch die Gesetzesvorgaben wird den Medien und somit auch der Presse, die Freiheit garantiert und bewahrt. Gleichzeitig wird aber auch der Bürger als Einzelner geschützt. In manchen Fällen können sich diese beiden Freiheiten wiederum selbst begrenzen. Wettbewerbsrecht und Informationsrecht der Bürger ergänzen sich jeweils indem sie einen offenen Markt garantieren, der für die Menschen zur freien Nutzung bereit steht. So gibt es also eine einheitliche gesetzliche Grundlage, aber verschiedene Formen und Arten diese zu nutzen. Um neben anderen Produkten der Presse zu bestehen, sucht sich jede Zeitung oder Zeitschrift eine eigene Richtlinie, welche sie verfolgt. Dadurch können verschiedene subjektive Beiträge entstehen.

1.2. Die Subjektivität der Wirklichkeit

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 1996, S. 9) schreibtNiklas Luhmann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Wie die Medien eine Wirklichkeit konstruieren. Eine Diskussion am Beispiel der Presse Deutschlands
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
Medientheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V311644
ISBN (eBook)
9783668103115
ISBN (Buch)
9783668103122
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien, wirklichkeit, eine, diskussion, beispiel, presse, deutschlands
Arbeit zitieren
Anne-Marie Holze (Autor), 2011, Wie die Medien eine Wirklichkeit konstruieren. Eine Diskussion am Beispiel der Presse Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311644

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