Die Massenmedien spielen in der heutigen Gesellschaft eine ausschlaggebende Rolle, wenn es darum geht, an Informationen über die Welt zu gelangen. In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Frage diskutieren, inwiefern die Presse als Massenmedium die Wirklichkeit beeinflusst oder konstruiert.
Hierzu beleuchte ich kurz die rechtlichen Möglichkeiten dieses Mediums beziehungsweise die, der Redakteure. Wie weit reicht die Freiheit der Presse und welche Rechte stehen ihr zu? Dann versuche ich die Subjektivität der Wirklichkeit zu untersuchen. Gibt es einen Unterschied zwischen der Realität und der Wirklichkeit? Hat jeder seine eigene Wirklichkeit? Weiterhin folgt eine Untersuchung der Art und Weise wie die Wirklichkeit in der Presse dargestellt werden kann. Schafft schon die Auswahl der Artikel eine Begrenzung der Wirklichkeit? Welche Rolle spielt die Emotionalisierung?
Als Bespiele beleuchte ich eine Schlagzeile der Bild-Zeitung über die Leichtathletik-WM, die Serie über den 11. September im Stern und das Thema des Turiner Leichentuches, was in einer PM-Perspektive angesprochen wird. Abschließend überlege ich, welche Konsequenzen aus der Umgangsart der Presse mit der Realität entstehen können. Welche Verantwortung liegt bei der Presse? Wie wird das Verhalten der Menschen oder eine Bildung der Kultur verändert? Diese Fragen führen letztlich zu Einer: Schaffen die Medien ihre eigene Wirklichkeit und welchen Einfluss haben die auf kollektives Wissen?
Inhaltsverzeichnis
0. Zusammenhang zwischen Medien und Wirklichkeit
1. Konstruiert die Presse eine Wirklichkeit?
1.1. Die Freiheit der Presse
1.2. Die Subjektivität der Wirklichkeit
1.3. Die Konsequenzen ihrer Wirklichkeit
2. Die Beeinflussung des kollektiven Wissens
3. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Presse als Massenmedium die Wirklichkeit nicht bloß abbildet, sondern aktiv konstruiert und beeinflusst. Dabei wird analysiert, welche Rolle rechtliche Rahmenbedingungen, journalistische Selektionsprozesse und die Emotionalisierung der Berichterstattung für die kollektive Wissensbildung in der Gesellschaft spielen.
- Rechtliche Grundlagen und Grenzen der Pressefreiheit in Deutschland
- Die Konstruktion von Wirklichkeit durch journalistische Selektion und Platzierung
- Die Rolle der Emotionalisierung bei der journalistischen Themenaufbereitung
- Der Einfluss medial konstruierter Wirklichkeiten auf das kollektive Wissen und soziale Normen
- Die Rezeption von Medieninhalten durch den Bürger als Beobachter zweiter Ordnung
Auszug aus dem Buch
1.2. Die Subjektivität der Wirklichkeit
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 1996, S. 9) schreibt Niklas Luhmann. Die Medien können uns zeigen, was weit entfernt auf der Welt passiert. Die Presse lässt uns lesen, dass die USA ihre Truppen aus dem Irak abziehen möchte oder dass Palästina einen Antrag auf eine Vollmitgliedschaft in der UN stellen möchte. Scheinbar sind dies Fakten der Realität, die uns offen gelegt werden. Doch inwieweit sind solche Darstellungen der Presse die Realität?
Die Presse soll „Informationen sammeln, aufbereiten, ordnen, verdichten, verbreiten“ (Oberender 1997, S. 23). Hier soll eine gewisse Objektivität herrschen. Doch neben diesen Aspekten gilt auch, dass sie eine „meinungsbildende Funktion“ (Heller 2003, S. 114) hat. Um diese Aufgaben zu erfüllen, müssen sich Redakteure überlegen, welche Themen sie behandeln und auf welche Art dies geschehen soll. Betrachtet man nur diesen Fakt, ist zu sagen, dass die Presse schon „durch Platzierung, durch Läng [und] durch Hervorhebung“ die Informationen gewichtet. Erscheint etwas nicht, ist es vermutlich auch nicht wichtig und wird nicht zur weiteren Kommunikation aufbereitet. Andersrum gilt, wird etwas in der Presse besprochen, nimmt es auch eine Stellung in der Gesellschaft ein.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Zusammenhang zwischen Medien und Wirklichkeit: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die zentrale Fragestellung, wie Medien durch ihre Berichterstattung maßgeblich an der Konstruktion unserer Wirklichkeitswahrnehmung beteiligt sind.
1. Konstruiert die Presse eine Wirklichkeit?: Es wird detailliert dargelegt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen der Pressefreiheit existieren, wie subjektive Selektionsprozesse die Medienrealität prägen und welche Konsequenzen diese Darstellungsformen für das gesellschaftliche Verständnis haben.
2. Die Beeinflussung des kollektiven Wissens: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Rolle der Presse als Beobachter zweiter Ordnung und verdeutlicht, wie durch die mediale Aufbereitung von Informationen das Wissen und die Moralvorstellungen der Gesellschaft nachhaltig geprägt werden.
3. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Schlüsselwörter
Medien, Presse, Wirklichkeitskonstruktion, Massenmedien, Meinungsfreiheit, Journalismus, Emotionalisierung, Selektion, kollektives Wissen, Realität, Wahrnehmung, Beobachter zweiter Ordnung, Sozialer Einfluss, Medienwirkung, Konstruktivismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Presse als Massenmedium und untersucht, ob und wie diese durch journalistische Prozesse eine eigene, konstruierte Wirklichkeit erschafft, anstatt lediglich die objektive Realität abzubilden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Pressefreiheit, die subjektive Konstruktion von Wirklichkeit durch Journalisten, die Wirkung von Emotionalisierung auf den Leser sowie den Einfluss medialer Berichterstattung auf Kultur, Normen und kollektives Wissen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, wie die Presse Informationen gewichtet und aufbereitet, um den Rezipienten eine bestimmte Sichtweise nahezubringen, und welche Auswirkungen diese "Medien-Wirklichkeit" auf das gesellschaftliche Bewusstsein hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Diskussion, wobei konstruktivistische Ansätze (u.a. von Niklas Luhmann und Siegfried J. Schmidt) genutzt werden, um die Prozesse der Beobachtung zweiter Ordnung und der Wirklichkeitskonstruktion zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen, die Analyse der subjektiven Wirklichkeitsdarstellung anhand konkreter Beispiele sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Konsequenzen medialer Selektion und Emotionalisierung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienrealität, Wirklichkeitskonstruktion, Selektion, Emotionalisierung, Beobachter zweiter Ordnung und kollektives Wissen geprägt.
Wie spielt das Beispiel des "Turiner Grabtuches" in die Argumentation hinein?
Es dient als Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie die Presse durch gezielte Auswahl von Argumenten und die Nutzung von Sprache religiöse oder historische Mythen am Leben erhält und somit aktiv eine gesellschaftliche Realität schafft, selbst wenn die wissenschaftlichen Fakten unklar bleiben.
Warum wird die Emotionalisierung als Gefahr für eine kritische Auseinandersetzung gesehen?
Die Arbeit argumentiert, dass Emotionalisierung den Rezipienten in eine bestimmte wertende Haltung drängt und dadurch eine sachliche, kritische Auseinandersetzung mit der eigentlichen Information erschwert oder sogar vollständig verhindert.
- Citar trabajo
- Anne-Marie Holze (Autor), 2011, Wie die Medien eine Wirklichkeit konstruieren. Eine Diskussion am Beispiel der Presse Deutschlands, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311644