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Ursachen und Folgen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion

Título: Ursachen und Folgen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion

Tesis de Máster , 2014 , 82 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Marius Croonenbrock (Autor)

Economía de las empresas - Política económica
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Die Europäische Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre ist entscheidend von der Eurokrise geprägt. Zu deren Entstehung haben die Ungleichgewichte der Leistungsbilanzen der am Euro teilnehmenden Länder maßgeblich beigetragen. Diese Leistungsbilanzungleichgewichte werden in der vorliegenden Arbeit untersucht.

Zunächst werden die Grundlagen, die zum Verständnis der vorliegenden Arbeit wesentlich sind, erläutert. Hierzu zählt vor allem das Aufzeigen der Komponenten der Leistungsbilanz. Die empirische Entwicklung der Leistungsbilanzen verschiedener Länder der Eurozone wird dargestellt. Dem Zeitraum vor dem Beginn der globalen Finanzkrise 2007 kommt eine besondere Bedeutung zu, da hier die wirtschaftliche Entwicklung stattfand, die schließlich zu den unterschiedlichen Verläufen der Leistungsbilanzen geführt hat. Aus diesem Grund stellt die Beantwortung der Frage, welche Faktoren für die divergente Entwicklung der Leistungsbilanzen im Zeitraum vor der globalen Finanzkrise verantwortlich sind, den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit dar.
Anschließend wird gezeigt, wie die Entwicklung der Leistungsbilanzen mit der Eurokrise zusammenhängt und welche Konsequenzen sich für die betreffenden Länder ergeben. Der Verlauf der Leistungsbilanzen im Zeitraum nach der globalen Finanzkrise wird analysiert. Ein Überblick über die Target2-Debatte wird gegeben, da dieser sowohl in der öffentlich-politischen, als auch in der akademischen Diskussion der Eurokrise bedeutende Rolle beigemessen wird. Im Wesentlichen wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Leistungsbilanzen zur Entwicklung der Target2-Salden beigetragen haben. Im Schlussteil werden die wichtigen Resultate rekapituliert und bewertet, sowie Möglichkeiten zu weiterführenden Analyse aufgezeigt.

Um eine übersichtliche Darstellung zu ermöglichen beschränkt sich die empirische Analyse auf lediglich 12 der aktuell 18 zum Euro gehörenden Länder. Diese 12 Länder werden dabei ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und Größe wegen ausgewählt. Um die Konsequenzen der Euro-Einführung besser beurteilen zu können, beginnt die empirische Darstellung der zu untersuchenden Größen im Zeitraum vor der globalen Finanzkrise, soweit nicht anders begründet, mit dem Jahr 1996.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

3 Empirische Entwicklung der Leistungsbilanzungleichgewichte

4 Ursachen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion im Zeitraum 1996 - 2007

4.1 Realer Wechselkurs als Treiber der Wettbewerbsfähigkeit

4.2 Kapitalströme als Einflussfaktor der Leistungsbilanz

4.3 Ursachen und Auswirkungen der unterschiedlichen Realzinsen

4.4 Übersicht der Einflussfaktoren und die Rolle positiver Erwartungen

4.5 Bezug zur Holländischen Krankheit

5 Die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone ab 2008 und die Wechselwirkung mit der Leistungsbilanz

5.1 Die Beziehung zwischen Leistungsbilanzen und Eurokrise sowie die Folgen für die betroffenen Staaten

5.2 Einflussfaktoren der Leistungsbilanzentwicklung im Zeitraum nach der globalen Finanzkrise

6 Die Entwicklung der Target2-Salden – Eine Folge der Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum?

6.1 Die Entstehung und der Verlauf der Target2-Salden

6.2 Die Ursachen der Target2-Salden-Entwicklung

6.3 Die Konsequenzen der Target2-Salden

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Ursachen und Folgen der Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Europäischen Währungsunion. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren für die divergente Entwicklung der Leistungsbilanzen vor und nach der globalen Finanzkrise verantwortlich sind und wie diese mit der Eurokrise sowie der Entwicklung der Target2-Salden korrespondieren.

  • Analyse der Komponenten und Bestimmungsfaktoren der Leistungsbilanz in der Eurozone.
  • Untersuchung des Einflusses von Realzinsen, Kapitalströmen und Wettbewerbsfähigkeit auf die Leistungsbilanzdivergenz.
  • Diskussion der Übertragbarkeit des Modells der "Holländischen Krankheit" auf die südeuropäischen Krisenstaaten.
  • Kritische Beleuchtung der Target2-Debatte hinsichtlich ihres Zusammenhangs mit Leistungsbilanzsalden und Kapitalflucht.

Auszug aus dem Buch

4.1 Realer Wechselkurs als Treiber der Wettbewerbsfähigkeit

Besitzt ein Land eine hohe Wettbewerbsfähigkeit, so kann es seine im Inland hergestellten Waren besser am Weltmarkt anbieten, was die (Netto-)Exporte und somit die Leistungsbilanz erhöht. Eine wichtige Einflussgröße der Wettbewerbsfähigkeit ist der (bilaterale) reale Wechselkurs Qt, welcher die Preise im Ausland PtA, multipliziert mit dem nominalen Wechselkurs Et, zu den Preisen im Inland PtI ins Verhältnis setzt: (4.1) Qt = (Et*PtA) / PtI.

Da innerhalb der Währungsunion kein nominaler Wechselkurs existiert, vereinfacht sich (4.1) mit Et = 1 zu: (4.2) Qt = PtA / PtI.

Es spielt also nur das Verhältnis der Preise eine Rolle. Sind z.B. die Preise bestimmter Waren in Deutschland geringer als in Frankreich, so erhöht sich für in Frankreich lebende Personen der Anreiz, Waren aus Deutschland zu importieren, anstatt in Frankreich hergestellte Waren zu beziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung von Leistungsbilanzungleichgewichten für die Eurokrise und legt den Aufbau der empirischen Analyse fest.

2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden die Komponenten der Leistungsbilanz definiert und ihr Zusammenhang mit der Zahlungsbilanz und der Nettoauslandsposition erläutert.

3 Empirische Entwicklung der Leistungsbilanzungleichgewichte: Das Kapitel stellt die historische Entwicklung der Leistungsbilanzsalden der betrachteten 12 Euro-Länder dar und prüft, ob die Handelsbilanz als Proxy für die Leistungsbilanz dienen kann.

4 Ursachen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion im Zeitraum 1996 - 2007: Dieser Hauptteil analysiert die Treiber der Leistungsbilanzdivergenz wie Realwechselkurse, Kapitalströme und Realzinsen vor der globalen Finanzkrise.

5 Die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone ab 2008 und die Wechselwirkung mit der Leistungsbilanz: Untersuchung der wirtschaftlichen Dynamiken nach 2008 und wie sich die Eurokrise auf die Leistungsbilanzen und Finanzierungsbedingungen der betroffenen Staaten ausgewirkt hat.

6 Die Entwicklung der Target2-Salden – Eine Folge der Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum?: Dieses Kapitel widmet sich der Target2-Debatte, analysiert die Entstehung der Salden und prüft den empirischen Zusammenhang mit Leistungsbilanzdefiziten und Kapitalflucht.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über das Zusammenspiel der verschiedenen Einflussfaktoren zusammen und gibt einen Ausblick auf weiterführende Analysemöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Leistungsbilanz, Eurozone, Eurokrise, Target2-Salden, Kapitalflucht, Realzinsen, Wettbewerbsfähigkeit, Lohnstückkosten, Holländische Krankheit, Wirtschaftswachstum, Zahlungsbilanz, Außenhandel, Kapitalströme, Immobilienpreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen der Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Eurozone und deren Rolle in der Eurokrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Leistungsbilanzkomponenten, Wettbewerbsfähigkeit, Realzinsen, Kapitalströme sowie die Entwicklung von Target2-Salden.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Identifikation der Faktoren, die zur divergenten Entwicklung der Leistungsbilanzen der Euro-Länder im Vorkrisenzeitraum beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse wirtschaftlicher Daten (z.B. BIP, Handelsbilanz, Zinsniveau) unter Einbeziehung ökonomischer Theorieansätze und Korrelationsrechnungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ursachen der Ungleichgewichte vor 2007, die Analyse der Entwicklungen ab 2008 unter dem Eindruck der Eurokrise und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Target2-Problematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leistungsbilanz, Eurozone, Eurokrise, Target2, Realzinsen, Kapitalflucht und Wettbewerbsfähigkeit.

Wie erklärt die Arbeit den Zusammenhang zwischen Immobilienpreisen und Leistungsbilanz?

Steigende Immobilienpreise führten in den Peripherieländern zu einem Bauboom, der Ressourcen vom handelbaren Sektor (Industrie) abzog, was die Wettbewerbsfähigkeit schwächte und die Leistungsbilanz verschlechterte.

Wird das Modell der "Holländischen Krankheit" bestätigt?

Ja, die Arbeit sieht in der wirtschaftlichen Fehlentwicklung der südeuropäischen Länder, insbesondere der Verdrängung des Industriesektors, Parallelen zur Holländischen Krankheit.

Was sind die Ergebnisse zu den Target2-Salden?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Kapitalflucht, getrieben durch Vertrauensverlust in Krisenzeiten, ein wesentlicherer Treiber der Target2-Salden ist als bloße Leistungsbilanzdefizite.

Final del extracto de 82 páginas  - subir

Detalles

Título
Ursachen und Folgen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion
Universidad
RWTH Aachen University
Calificación
1,7
Autor
Marius Croonenbrock (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
82
No. de catálogo
V311737
ISBN (Ebook)
9783668106253
ISBN (Libro)
9783668106260
Idioma
Alemán
Etiqueta
Eurokrise Leitungsbilanzen Target2 Europäische Währungsunion Wirtschaftskrise
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marius Croonenbrock (Autor), 2014, Ursachen und Folgen der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Europäischen Währungsunion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311737
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