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Elterneinfluss auf die Studienfachwahl

Eine quantitative Pilotstudie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena

Titel: Elterneinfluss auf die Studienfachwahl

Masterarbeit , 2014 , 158 Seiten , Note: 1,5 sehr gut

Autor:in: Daniela Bachmann (Autor:in)

Psychologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der der vorliegenden Untersuchung ist es, den subjektiv empfundenen Elterneinfluss auf die Studienfachwahl und die Studienmotive von Humanmedizinstudierenden des ersten Semesters zu erforschen. Des Weiteren soll durch die quantitative Querschnittstudie festgestellt werden, inwiefern Faktoren, wie Alter, Geschlecht, Bildungsherkunft, berufliche Prägung der Eltern und Familie sowie Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM-44) in Abhängigkeit dazu stehen.

Dazu wurde eine schriftliche Befragung an der Universität zu Jena mit dem Standardinstrument AVEM-44 und einem weiteren Fragebogenpaket durchgeführt. Die Rücklaufquote lag bei 99,1% (n=231). 36,7% der Studierenden geben an, dass ihre Eltern wichtige Ratgeber bei der Studienfachwahl waren. Der Einfluss der beruflichen Prägung der Eltern und Familie (Berufsvererbung) ist eher als gering einzuschätzen. Darüber hinaus zeigt die Untersuchung eindrücklich, dass Berufswahl immer noch schichtenspezifisch vorgenommen wird.

Die stärksten geschlechts- und altersunabhängigen Studienmotive sind Fachinteresse, Menschen helfen, gute Karriere- und Aufstiegschancen und Traumjob Mediziner. Bei den Verhaltens- und Erlebensmustern überwiegen leicht die als gesundheitlich unbedenklich geltenden Muster G (Gesundheit) und S (Schonung). Die Integration gesundheitsfördernden Lehrstoffs auf der Inhaltsebene und studienbegleitender Mentoringbeziehungen auf der Prozessebene könnte langfristig die physische und psychosoziale Ge-sundheit der Studierenden fördern.

Eine konkrete Möglichkeit ergäbe sich z.B. durch das Einsetzen des Standardinstrumentes AVEM-44 als Gesprächsgrundlage für Interviews in den hochschuleigenen Auswahlverfahren oder im Mentoringprozess. Eine frühzeitige Kooperation von Eltern, Schule/Hochschule, Wirtschaft und Staat ist angezeigt, um schichten- und geschlechtsunabhängig Potentiale zu entdecken und zu fördern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Skizzierung des Problemfeldes

1.2 Zielsetzung, Überblick und Fragestellungen

2. Theoretische Grundlagen – Rahmentheorie

2.1 Begriffserklärung: Die Begriffe „Berufs- bzw. Studien(fach)wahl“

2.2 Berufsvererbung

2.3 Berufs- und Studienfachwahl als Prozess

2.4 Berufswahltheorien - eine Systematisierung

2.4.1 Der differentialpsychologische Ansatz

2.4.2 Der entscheidungstheoretische Ansatz

2.4.3 Die entwicklungspsychologischen Theorien

2.4.4 Die Psychodynamische Theorie

2.4.5 Die soziologischen und sozioökonomischen Theorien

2.4.6 Die typologische Theorie

2.4.7 Interdisziplinär ansetzende Modelle und Theorien

2.5 Einflussfaktoren

2.5.1 Wirkfaktoren – eine Klassifizierung

2.5.2 Elterneinfluss als einer der wichtigsten exogenen Wirkfaktoren auf die Berufs- bzw. Studienfachwahl

2.5.3 Peer Group/Freunde

2.5.4 Medien/Vorbilder

3. Überleitung zur Fragestellung

3.1 Fragestellungen und Hypothesen

3.1.1 Hypothese 1 - subjektiv empfundener Elterneinfluss auf die Studienfachwahl

3.1.2 Hypothese 2 – Berufsvererbung

3.1.3 Hypothese 3 - Studienmotive

3.1.4 Hypothese 4 – Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM-44) zu Studienbeginn

3.1.5 Hypothese 5 - Bildungsherkunft

4. Methode

4.1 Untersuchungsansatz

4.2 Stichprobengewinnung

4.3 Statistische Verfahren

4.4 Instrumente

4.4.1 Items zur Studienmotivation

4.4.2 AVEM-44 – Studienbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster

4.4.3 Items zum subjektiv erlebten Einfluss auf die Studienfachwahl

4.4.4 Items zur Erhebung basisdemographischer Variablen

4.5 Stichprobenbeschreibung

5. Ergebnisse

5.1 Subjektiv empfundener Elterneinfluss auf die Studienfachwahl

5.1.1 Andere exogene Einflussfaktoren

5.1.2 Zweistichproben t-Test mit der Variable Altersgruppierung (n=221)

5.1.3 Zweistichproben t-Test mit der Variable Geschlecht (n=228)

5.1.4 t-Test und Berufsvererbung

5.2 Studienmotivation

5.2.1 Motiv: Karriere- und Aufstiegschancen

5.2.2 Interesse am Fach Medizin bzw. Naturwissenschaften

5.2.3 Motiv: breitgefächertes Tätigkeitsspektrum

5.2.4 Etwas Sinnvolles, Verantwortungsvolles, Gutes tun

5.2.5 Menschen helfen

5.2.6 Motiv: Traumjob Mediziner

5.2.7 Motiv: Betroffenheit von Krankheit

5.2.8 Motiv Aussicht auf Spitzenverdienst

5.2.9 Motiv: Sozialprestige

5.2.10 Motiv: sicheres Einkommen

5.2.11 Motiv: krisensicherer, zukunftsfähiger Arbeitsplatz

5.2.12 Motiv: Ideenlosigkeit

5.2.13 Motiv: persönlicher Glaube

5.2.14 Motiv: gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf

5.2.15 Motiv: Flexibilität in Wahl des Berufsstandortes

5.2.16 Motiv: unerwartete Studienplatzvergabe

5.2.17 Weitere Motive

5.3 Studienmotivation und t-Test

5.3.1 Variable Altersgruppierung (n=221)

5.3.2 Variable Geschlecht (n=228)

5.3.3 Variable Berufsvererbung (n=229)

5.4 Studienbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM-44)

5.4.1 Deskriptive Statistik der Musterverteilung

5.4.2 Deskriptive Statistik der Musterverteilung nach Geschlecht

5.4.3 t-Test mit der Variable Geschlecht

5.4.4 Deskriptive Statistik der Musterverteilung nach Alter

5.4.5 ANOVA Musterausprägungen und Studienmotive

5.4.6 ANOVA und Subjektiv empfundener Elterneinfluss

5.5 Subjektiv empfundener Einfluss auf die Studienfachwahl

5.6 Bildungsherkunft

5.6.1 Bildungsherkunft und empfundener Elterneinfluss auf die Studienfachwahl

5.6.2 Bildungsherkunft und Studienmotivation

6. Diskussion

6.1 Einschränkungen der Untersuchung

6.2 Diskussion der Hypothesen

6.2.1 Subjektiv empfundener Elterneinfluss auf die Studienfachwahl (Hypothese 1)

6.2.2 Berufsvererbung (Hypothese 2)

6.2.3 Studienfachmotive – (Hypothese 3)

6.2.4 Verhaltens- und Erlebensmuster AVEM-44 (Hypothese 4)

6.2.5 Bildungsherkunft (Hypothese 5)

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den subjektiv empfundenen Elterneinfluss auf die Studienfachwahl sowie die Studienmotive von Medizinstudierenden im ersten Semester. Ziel ist es, durch eine quantitative Querschnittstudie herauszufinden, ob und in welchem Maß ein solcher Einfluss besteht und welche Rolle Faktoren wie Bildungsherkunft, Berufsvererbung, Alter und Geschlecht dabei spielen.

  • Subjektiv empfundener Elterneinfluss und elterliche Erwartungen
  • Studienmotive für das Fach Humanmedizin
  • Zusammenhang zwischen Studienwahl, Bildungsherkunft und Berufsvererbung
  • Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM-44) bei Studienbeginn

Auszug aus dem Buch

1.1 Skizzierung des Problemfeldes

Die Wahl eines Berufes gehört zu den wichtigsten biographischen Entscheidungen, die von Jugendlichen getroffen werden muss, da sie die Bewältigung der Existenz bedeutet (Fend 2003, S. 368; Stuhlmann 2009, S. 73; Schmude 2009, S. 7). Der Berufs- bzw. Studienfachwähler¹ sieht sich heute nicht nur mit scheinbar unendlich vielen Möglichkeiten konfrontiert. Der sich noch in der Reifung befindende, junge Mensch ist gefordert, sich seine Berufswelt letztendlich selbst zu organisieren (vgl. Lassahn 1983, S. 183) und kann sich über die Tragweite seiner Entscheidung kaum bewusst sein. Das Unternehmen „Berufs- bzw. Studienfachwahl“ plant er von seinem gegenwärtigen Lebensstandpunkt aus mit dem aktuellen Wissensstand über seinen Wunschberuf, seine Begabungen und seine Möglichkeiten, die sich alle im Prozess befinden und sich ggf. noch mehrfach ändern können.

Der Entscheidungsprozess ist weniger von praktischen Handlungen in dem spezifischen Berufsfeld oder Detailwissen über das Studium oder die Ausbildung, sondern eher von theoretischen Vorstellungen und Erfahrungen anderer geprägt. Die Unschärfe dieser zukünftigen Entwürfe und andere äußere Faktoren, wie z.B. die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse (vgl. Dörre 2005) oder Medienberichte zu ethisch fragwürdigen Arbeitsbedingungen, z.B. im Gesundheitswesen (vgl. Faller 2012, S. 4), schüren Unsicherheit und ein diffuses Gesamtbild bei jungen Menschen (vgl. Lassahn 1983, S. 182). Beinke (200, S. 11) fasst es so zusammen: „[…] kein Berufswählender ist in der Lage, die Totalität der Arbeitswirklichkeit in einem zusammenhängenden Ganzen und auf einmal logisch zu erfassen.“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Problemfeld der Berufs- und Studienwahl für Jugendliche und stellt die Zielsetzung sowie die konkreten Forschungsfragen der Masterarbeit vor.

2. Theoretische Grundlagen – Rahmentheorie: In diesem Kapitel werden Begriffe definiert, verschiedene Berufswahltheorien systematisiert und relevante Einflussfaktoren wie der Elterneinfluss, Peer Groups und Vorbilder detailliert beleuchtet.

3. Überleitung zur Fragestellung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem empirischen Anliegen der Studie und formuliert auf dieser Basis die Hypothesen der Untersuchung.

4. Methode: Hier werden der Untersuchungsansatz (quantitative Querschnittstudie), die Stichprobengewinnung sowie die eingesetzten Messinstrumente (AVEM-44, Fragebogen) beschrieben und statistisch eingeordnet.

5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten der Befragung hinsichtlich des Elterneinflusses, der Studienmotive, der Verhaltensmuster und der Bildungsherkunft, ergänzt durch t-Tests und Varianzanalysen.

6. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier kritisch reflektiert, die Hypothesen diskutiert und in einen größeren Kontext von Bildungssoziologie und pädagogischer Förderung eingeordnet.

7. Zusammenfassung: Abschließend bietet das Kapitel eine wertende Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse und leitet daraus Empfehlungen für die Praxis ab.

Schlüsselwörter

Studienfachwahl, Humanmedizin, Elterneinfluss, Berufsvererbung, Studienmotive, Bildungsherkunft, AVEM-44, Adoleszenz, Berufswahltheorien, Quantitative Studie, Studienmotivation, Berufsfindungsprozess, Gesundheitsförderung, Psychosoziale Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den subjektiv empfundenen Einfluss von Eltern auf die Studienfachwahl von Medizinstudierenden im ersten Semester sowie deren individuelle Studienmotive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Berufswahlforschung, dem Einfluss familialer Sozialisation (Berufsvererbung), der Studienmotivation und den studienbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern (AVEM-44).

Welches primäre Ziel verfolgt die Studie?

Das Ziel ist es, empirisch zu ermitteln, ob und in welchem Maß Eltern einen Einfluss auf die Studienwahl ausüben und wie sich dieser durch Faktoren wie Geschlecht, Alter oder die Bildungsherkunft der Studierenden unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine quantitative Querschnittstudie, die mittels schriftlicher Befragung von Medizinstudierenden der Universität Jena und unter Einsatz standardisierter Instrumente wie dem AVEM-44 durchgeführt wurde.

Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von „Berufs- bzw. Studienwahl“, einer Systematisierung verschiedener Berufswahltheorien und der Analyse exogener sowie endogener Einflussfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Studienfachwahl, Humanmedizin, Elterneinfluss, Berufsvererbung, Bildungsherkunft und AVEM-44 beschreiben.

Welche Bedeutung hat das AVEM-44-Instrument in dieser Arbeit?

Das Instrument dient der Erfassung von Verhaltens- und Erlebensmustern, um aufzuzeigen, ob angehende Studierende mit gesundheitsfördernden oder gesundheitsgefährdenden Mustern ins Studium starten.

Welche Rolle spielt die Bildungsherkunft laut der Studie?

Die Studie belegt, dass die Studienfachwahl weiterhin schichtenspezifisch erfolgt und dass der sozioökonomische Status der Eltern einen signifikanten Einfluss auf die Studienmotive und das Berufsverständnis der Kinder hat.

Warum wird der Arztberuf als "prestigerreich" und "berufsvererbt" eingestuft?

Die Arbeit greift Beinkes Konzept der „Berufsvererbung“ auf und zeigt, dass Medizinstudierende signifikant häufiger Mediziner in der Familie haben, was den Arztberuf als besonders traditionell weitergegebenes Berufsbild ausweist.

Ende der Leseprobe aus 158 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elterneinfluss auf die Studienfachwahl
Untertitel
Eine quantitative Pilotstudie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena
Hochschule
Theologische Hochschule Friedensau  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Masterthese
Note
1,5 sehr gut
Autor
Daniela Bachmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
158
Katalognummer
V311802
ISBN (eBook)
9783668108226
ISBN (Buch)
9783668108233
Sprache
Deutsch
Schlagworte
elterneinfluss studienfachwahl eine pilotstudie medizinischen fakultät friedrich-schiller-universität jena
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Bachmann (Autor:in), 2014, Elterneinfluss auf die Studienfachwahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311802
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Leseprobe aus  158  Seiten
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