Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Total Quality Management (TQM), welches als geeignetes Instrument in Frage kommt, den Ansprüchen an Qualität im Krankenhaus zu begegnen.
Presseberichte über ärztliche Kunstfehler, Infektionskrankheiten u.a. treffen auf allgemein kritischer gewordene Patienten. Dadurch ist es für Krankenhäuser sehr wichtig, eine solide Vertrauensbasis aufzubauen. Auch der verstärkte Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern im Kampf um Kunden ist ein wesentlicher Faktor, welcher ein gut durchdachtes Qualitätsmanagement (QM) sinnvoll macht. Die Wirtschaftlichkeit soll an dieser Stelle auch genannt werden, da der Krankenhaussektor ein gewaltiger Kostenfaktor im Gesundheitswesen ist. Als letztes möchte ich noch die innerorganisatorischen Problemfelder nennen. In einem Krankenhaus arbeiten sehr viele Berufsgruppen sowie Abteilungen zur Leistungserstellung zusammen. Hier tun sich erhebliche Spannungspotentiale auf.
Als Lösung könnte man jedes Problemfeld isoliert betrachten, welches bei einem komplexen Dienstleistungsbetrieb wie dem Krankenhaus jedoch nicht anzuraten ist.
Im ersten Teil dieser Arbeit sollen die Begriffe der Qualität und des QM erläutert werden. Ich habe mich bei den Erläuterungen bewusst kurz gehalten, da es sonst den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde. Nachdem im Anschluss dessen das Konzept vorgestellt wurde, wird auf die Implementierung des TQM in dem Bereich des Krankenhauses eingegangen, bei welcher auch deren Struktur näher beleuchtet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserläuterung von Qualität und Qualitätsmanagement
3. Das Total Quality Management (TQM)
3.1. Entstehung
3.2. Grundlegende Elemente und Philosophie des TQM
4. Implementierung des TQM in das Krankenhaus
4.1. Voraussetzungen
4.2. Struktur der Krankenhäuser
4.2.1. Kundenorientierung
4.2.2. Arbeitszufriedenheit
4.2.3. Motivationsstruktur im Krankenhaus
4.2.4. Führungs- und Organisationsstruktur
4.2.5. Die Rolle der Ärzte
4.3. Qualitätsinformation und Qualitätsmanager
4.4. Kleingruppen
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des Total Quality Management (TQM) als Lösungsansatz für die komplexen organisatorischen Herausforderungen und Qualitätsprobleme im Krankenhaussektor unter Berücksichtigung spezifischer struktureller Rahmenbedingungen.
- Grundlagen von Qualität und Qualitätsmanagement
- Entstehung und Philosophie des TQM
- Herausforderungen der Implementierung im Klinikalltag
- Strukturelle Faktoren wie Kundenorientierung und Arbeitszufriedenheit
- Die Rolle der Ärzteschaft und Organisationsstrukturen
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Kundenorientierung
Die Führungsaufgaben in einem Krankenhaus richten sich nach außen und nach innen, werden also nach einem externen und einen internen strategischen Bereich unterschieden. Der externe Bereich kann unter der Betrachtung der Qualität unter dem Begriff der Kundenorientierung subsumiert werden. Die Voraussetzung für die Existenz und für den Erfolg des Unternehmens ist die Akzeptanz der Produkte durch den Kunden. Dadurch wird die Voraussetzung des längerfristigen Erfolgs geschaffen. Will ein Krankenhaus in einem wettbewerblich ausgerichteten Gesundheitssystem weiterhin bestehen, muss der Kundenwunsch im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik stehen. Dies gilt bei Krankenhäusern vor allem bei der Ausführung der Leistungen.
An dieser Stelle kommt auch das Marketing ins Spiel, welches dem Qualitätsmanagement die Informationen über die Kunden liefert. Daraus können interne Qualitätsanforderungen abgeleitet und geplant werden. Durch das Qualitätsmanagement erhält das Marketing wiederum Informationen über die Qualität der Leistungen im Krankenhaus, welches für die Kommunikation nach außen genutzt werden kann. Qualität ist hierbei ein wesentlicher Bestandteil beim Marketing. Ein erster Schritt des Marketings könnte z.B. sein, sich zunächst Aufschluss über die Kunden des Krankenhauses zu verschaffen. Diese lassen sich in zwei „Hauptgruppen“ aufteilen, zum einen die Gruppe der Patienten und zum anderen die Gruppe der Kostenträger, also die Krankenkassen und der Staat. Neben diesen Gruppen sind auch niedergelassene Ärzte, die Bevölkerung als „potentielle Patienten“ bzw. als „potentielle Bewerber“ für einen Arbeitsplatz sowie die Massenmedien und die Politik als Kunden anzusehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit von Qualitätsmanagement im Krankenhaussektor durch politische und gesellschaftliche Impulse.
2. Begriffserläuterung von Qualität und Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel definiert Qualität und Qualitätsmanagement anhand normativer Ansätze und erläutert die Besonderheiten im medizinischen Kontext.
3. Das Total Quality Management (TQM): Es wird die historische Entstehung des TQM sowie dessen wesentliche philosophische und methodische Grundpfeiler dargelegt.
4. Implementierung des TQM in das Krankenhaus: Der Hauptteil analysiert spezifische Voraussetzungen, strukturelle Besonderheiten, Motivationsfragen sowie die Rolle des Personals und der Führung bei der Einführung von TQM.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass TQM ein kontinuierlicher, ganzheitlicher Prozess ist, der eine tiefgreifende Veränderung der Organisationskultur erfordert.
Schlüsselwörter
Total Quality Management, TQM, Qualitätsmanagement, Krankenhaus, Qualitätssicherung, Patientenorientierung, Prozessqualität, Arbeitszufriedenheit, Krankenhausleitung, Kundenorientierung, Organisationsstruktur, PDCA-Zyklus, Qualitätszirkel, Gesundheitswesen, Klinik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Managementkonzepts Total Quality Management (TQM) in der spezialisierten Umgebung von Krankenhäusern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Qualität, die Philosophie des TQM, die organisatorische Struktur von Kliniken und die Motivation des medizinischen Personals.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das TQM als Instrument genutzt werden kann, um den steigenden Anforderungen an Qualität und Effizienz im Krankenhaus zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse bestehender Fachliteratur und Managementkonzepte zum Thema Qualitätsmanagement.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Implementierung von TQM, insbesondere der Analyse von Kundenorientierung, Führungsproblemen, der Arztrolle und dem Einsatz von Qualitätsmanagern sowie Kleingruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, TQM, Krankenhaus, Prozessoptimierung und Kundenorientierung charakterisiert.
Warum ist die Implementierung von TQM im Krankenhaus besonders schwierig?
Die Schwierigkeit liegt in der komplexen Dreiteilung der Krankenhausleitung (Medizin, Pflege, Verwaltung) sowie der fachlich geprägten Berufsauffassung, die oft im Konflikt zu ökonomischen Managementvorgaben steht.
Welche Rolle spielt der Patient im TQM-Konzept?
Der Patient wird als zentraler Kunde gesehen, dessen Bedürfnisse und Erfahrungen maßgeblich in die Gestaltung und Bewertung der Behandlungsqualität einfließen sollten.
Welche Bedeutung haben Kleingruppen für den TQM-Prozess?
Kleingruppen, wie beispielsweise Qualitätszirkel, fördern die aktive Beteiligung der Mitarbeiter, nutzen deren praktisches Wissen zur Problemlösung und steigern gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit.
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- Stefan Müseler (Author), 2015, Total Quality Management. Qualitätsmanagement in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311838