Nachdem diese Arbeit zu Beginn in stark zusammengefasster Form medizinische Aspekte der Krebserkrankung beschreibt, soll im weiteren Verlauf auf die Krise bzw. die Krisenintervention eingegangen werden. Im letzten Teil wird schließlich auf die Ziele, wichtige Aspekte und besonders auf die Rolle der Pflegekräfte eingegangen. In diesem Teil möchte ich auch eine Studie näher beleuchten in welcher die Intervention durch geschultes Pflegepersonal mit Patienten, welche im Rahmen ihrer Krebserkrankung eine Chemotherapie erhalten, untersucht wird.
Schätzungen des Robert Koch Instituts sind im Jahr 2011 allein in Deutschland knapp 500.000 Menschen neu an Krebs erkrankt. Dies entspricht ca. einer Neuerkrankung pro Minute. Da Krebs verständlicherweise Angst macht, bricht meist nicht nur für den Betroffenen sondern auch für dessen Angehörige eine Welt zusammen. Der Betroffene gerät in eine Krise und benötigt Unterstützung. Krisenauslöser gibt es bei einer Krebserkrankung sehr viele. Sei es z.B. bei Bekanntwerden der Diagnose, bei einer schlechten Prognose, bei einer Mastektomie oder bei Erbrechen, Gewichtsabnahme und Appetitmangel während einer Chemotherapie.
Warum und in welcher Form eine Krebserkrankung eine Krisenintervention erforderlich macht soll in dieser Arbeit dargestellt und erörtert werden.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Die Krebserkrankung
3.1. Allgemeines
3.2. Therapeutische Verfahren
4. Krise und Krisenintervention – Begriffsbestimmungen
4.1. Was ist eine Krise
4.2. Was ist Krisenintervention
5. Krisenintervention bei Krebserkrankung
5.1. Ziel der Kriseninterventionen
5.2. Beurteilung der Situation und Befindlichkeiten
5.3. Planung und Durchführung der Krisenintervention
5.3.1. Intervention bei dem ANE-Syndrom
5.3.2. Informationsbroschüren
5.3.3. Beratungsgespräch
5.3.4. Weitere Formen der Intervention
5.3.5. Sinn finden
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Ausgestaltung von Kriseninterventionen bei onkologischen Patienten. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Pflegekräfte bei der psychischen Stabilisierung von Patienten während der Chemotherapie zu analysieren und wirksame pflegerische Interventionsstrategien aufzuzeigen.
- Grundlagen der onkologischen Erkrankungen und Therapieformen
- Definitionen von Krise und Krisenintervention im klinischen Kontext
- Pflegerische Strategien bei Chemotherapie-Nebenwirkungen (ANE-Syndrom)
- Bedeutung von Kommunikation, Beratung und Informationsvermittlung
- Förderung der Selbstpflegekompetenz und Lebensqualität
Auszug aus dem Buch
5.3.1. Intervention bei dem ANE-Syndrom
Bei einer Krebserkrankung gibt es wie bereits in der Einleitung beschrieben die verschiedensten Anlässe welche eine Krise auslösen können. Die Ziele der Krisenintervention sind hierbei auch nach Auslöser zu unterscheiden. An dieser Stelle möchte ich zunächst als Beispiel auf die pflegerische Intervention eingehen, welche bei Chemotherapie Patienten zu einer Verbesserung von Übelkeit, Erbrechen und Appetitmangel, dem sogenannten ANE-Syndrom, führen soll.
Die pflegerische Intervention erfolgt mittels strukturierter pflegerischer Informations- und Beratungsintervention. Ziel dabei ist es, neben dem Zuwachs an krankheitsbezogenem Wissen auch eine verbesserte Selbstpflegekompetenz und schließlich eine erhöhte Alltagsautonomie sowie Steigerung der Lebensqualität für die Patienten zu erlangen. Die Wirksamkeit dieser Art der Intervention wurde durch die Prospektive cluster-randomisierte kontrollierte Multicenterstudie „Patienten- und Mitarbeiterschulung in fachpflegerisch-onkologischen Interventionen“, welche von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Programms „Gemeinsame Projekte von Hochschule und Praxis“ gefördert wurde, nachgewiesen. Die Intervention, der Wissenstransfer zwischen Pflegenden und Patienten erfolgte mittels didaktischer Methoden, wofür die Pflegekräfte speziell geschult wurden. Das wichtigste Ergebnis der Studie ist, dass Information und Beratung des Patienten durch die Pflegekraft wirksam ist. Eine strukturierte und speziell geschulte Intervention besteht aus einer auf die Zielgruppe ausgerichtete Informationsbroschüre verbunden mit einem Beratungsgespräch. Dies führte laut dieser Studie nachweislich zu einer Verbesserung von Übelkeit, Erbrechen und Appetitmangel bei den untersuchten Patienten.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die psychische Belastung durch eine Krebsdiagnose und definiert den Untersuchungsgegenstand der Arbeit in Bezug auf die Rolle der Pflege.
3. Die Krebserkrankung: Es werden grundlegende onkologische Fakten sowie die gängigen medizinischen Therapiemöglichkeiten dargestellt.
4. Krise und Krisenintervention – Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Definitionen von Krisen im medizinischen Kontext und die spezifischen Merkmale einer Krisenintervention.
5. Krisenintervention bei Krebserkrankung: Das Kernkapitel beschreibt die Ziele, die Einschätzung der Patientensituation sowie konkrete pflegerische Maßnahmen und Interventionsmethoden.
6. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine individuelle Krisenintervention trotz ökonomischer Zwänge im Klinikalltag essenziell ist und die psychische Entlastung der Patienten fördern kann.
Schlüsselwörter
Krisenintervention, Krebserkrankung, Onkologie, Pflege, ANE-Syndrom, Chemotherapie, Patientenberatung, Krankheitsbewältigung, Lebensqualität, Selbstpflegekompetenz, Psychosoziale Unterstützung, Informationsbroschüre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die professionelle pflegerische Krisenintervention bei Patienten mit einer Krebserkrankung und beleuchtet, wie Pflegekräfte Patienten in dieser Ausnahmesituation unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Krisen, den therapeutischen Herausforderungen bei Krebs sowie den konkreten pflegerischen Strategien zur Bewältigung von körperlichen und emotionalen Belastungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, die Rolle der Pflegekräfte bei der Stabilisierung onkologischer Patienten zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Interventionen wie Beratung und Informationsvermittlung zur Lebensqualität beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse von pflegewissenschaftlichen Studien, insbesondere einer Multicenterstudie zur Patienten- und Mitarbeiterschulung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer Begriffsbestimmung von Krise und Krisenintervention die praktische Planung und Durchführung von Maßnahmen, wie der Umgang mit dem ANE-Syndrom und die Bedeutung von Beratungsgesprächen, detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Krisenintervention, Krebserkrankung, Pflege, ANE-Syndrom, Krankheitsbewältigung und Patientenberatung charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen der Unterstützung bei der Diagnose und der Behandlung?
Der Autor unterscheidet hierbei zwischen der emotionalen Stabilisierung nach der Diagnose und der konkreten pflegerischen Begleitung während der therapeutischen Phase, wie etwa bei einer Chemotherapie.
Welche Rolle spielen Informationsbroschüren laut dem Autor?
Informationsbroschüren fungieren als unterstützendes Medium, das dem Patienten einfache Selbstpflegehandlungen vermittelt, sie sollten jedoch immer in Kombination mit einem Beratungsgespräch eingesetzt werden.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Sinn findens"?
Das "Sinn finden" wird als eine sehr wichtige Aktivität des täglichen Lebens betrachtet, bei der die Pflegekraft den Patienten unterstützen kann, indem sie ihm Raum für Aussprache bietet oder an spezialisierte Berufsgruppen vermittelt.
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- Stefan Müseler (Autor), 2015, Krisenintervention bei Krebserkrankungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311839