Technostress, Digitale Demenz und iDisorder. Auswirkungen der Informationstechnologie auf die Gesundheit

Erkenntnisse für die Praxis und Ableitung von Lösungsansätzen.


Bachelorarbeit, 2015
94 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Allgemeine Grundlagen
2.1 Gesundheit
2.2 Stress
2.3 Technologie

3 Technostress
3.1 Technostress - definitorische Einordnung
3.2 Abgrenzung weiterer technologieabhängiger Krankheitserscheinungen
3.2.1 „MAIDS“-Syndrom
3.2.2 Digitale Demenz
3.2.3 iDisorder
3.3 Technostress - Ursachen und Entstehung
3.3.1 Ursachen
3.3.2 Darstellung opportuner Stresskonzepte
3.4 Technostress und Gesundheit
3.4.1 Technostress und körperliche Gesundheit
3.4.2 Technostress und psychische Gesundheit
3.5 Technostress, Motivation und Leistungsfähigkeit
3.6 Technostress - Gesundheit und Verantwortlichkeiten

4 Lösungsansätze und künftige Herausforderungen
4.1 Lösungsansätze von Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber
4.1.1 Arbeitnehmer
4.1.2 Arbeitgeber
4.2 Weitere Lösungsansätze - Unternehmensextern
4.2.1 Unterstützung von den gesetzlichen Krankenkassen wahrnehmen
4.2.2 „Anti-Stress-Verordnung“
4.3 Ein Blick in die Zukunft

5 Fazit

6 Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Vorbemerkung

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf eine durchgängige Verwendung femininer oder maskuliner Formen verzichtet, beide Geschlechter sind jedoch gleichermaßen gemeint und angesprochen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

„Nichts ist beständiger als der Wandel“1

Kaum eine geringere, als diese bereits 549 - 480 v. Chr. formulierte Aussage des griechischen Philosophen Heraklit von Ephesus, erlangt an dieser Stelle in all ihrer Präzision, als Porträt der gegenwärtigen Zeit an Bedeutung. Unsere Welt unterliegt einem stetigen Wandel, bedingt durch die Einflüsse der Globalisierung, Modifikationen der Gesellschaft gefolgt von kontemporären Trends der Bevölkerung. Eben diese durch fortlaufende Entwicklungen und Alternationen geprägte Welt, bildet das Fundament für stets neu aufkommende Phänomene, welche es vermögen beeindruckend und bedenklich zugleich zu sein.

Die Gesellschaft hat sich nie schneller entwickelt, als unter der Gewalt informationstechno- logischer Möglichkeiten.2 Bereits 2013 lag der Anteil der Internetnutzer bei 76,5% der Ge- samtbevölkerung3, mittlerweile sind knapp 65 Millionen Menschen in Deutschland im Besitz eines Handys oder Smartphones4 und ca. dreiviertel aller Deutschen nutzen einen Computer (beruflich oder privat).5 Diese Fakten sind undenkbar für die Zeit von Heraklit von Ephesus. Sie verdeutlichen die beinahe unbegreifliche Dimension des digitalen Wachstums. Selbstre- dend geht eine solch revolutionäre Veränderung kaum ohne gesellschaftliche Reorganisati- onsprozesse einher, welche nicht nur Gesellschaftsstrukturen verändern, sondern auch die Arbeitswelt und den Menschen an sich. Doch von einem rein positiven Wandel ist hier nicht die Rede, denn jede große Veränderung verbirgt auch Schattenseiten. Gerade bei jungen technologischen Innovationen ist das Ausmaß der Weiterentwicklung nicht einzuschätzen und so kann es zu ungeplanten Folgeerscheinungen kommen. Die Kehrseite solcher Innovati- onen erhält jedoch häufig unzulängliche Aufmerksamkeit, da sie unter Umständen zu wirt- schaftlichen Einbußen führen. Doch genau an dieser Stelle gilt es genauer hinzusehen und primär die nachhaltige Bedürfnisbefriedigung der Gesellschaft zu gewährleisten. Da vor al- lem die mit kurzlebigen Trends nicht zu vergleichenden Basisinnovationen elementare Hauptursache für wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen mitsamt neuen Problemen, Risiken und Verbesserungschancen sind, gilt es diese in dem folgenden Abschnitt in einen allgemein verständlichen Zusammenhang zu bringen.

Viele Veränderungen vergehen ebenso schnell, wie sie erschienen sind, andere jedoch be- haupten sich über lang anhaltende Perioden. In der „Theorie der langen Wellen“ des Wissen- schaftlers Nikolai Kondratieff geraten langfristige Konjunkturschwankungen in den Mittel- punkt kontemplativer Betrachtungsweisen. Nach dieser Theorie entwickelt sich die Wirt- schaft sowie auch Gesellschaft, abgesehen von kurzen und mittleren Konjunkturzyklen, in langen Innovationsschüben, mit einer Zyklusdauer von 40-60 Jahren.6 Historisch hat die Ge- sellschaft kapitalistischer Länder bereits fünf Kondratieff-Zyklen durchlebt, wobei der fünfte noch immer fortbesteht. Mit dem Eintritt des sechsten Kondratieffs vor ca. zwei Jahren wur- de ein Paradigmenwechsel einer ganz anderen Art eingeleitet und die thematische Linearität der vorausgehenden fünf Kondratieffs wurde durchbrochen. Waren die revolutionären Ba- sisinnovationen ab dem 18. Jahrhundert geprägt durch metall-technologische Kompetenzen, so steht nun zum ersten Mal in der Geschichte, die immateriell, psychologische Ebene im Fokus des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts. Wenngleich die zugrunde lie- gende Theorie, durch die Analyse des wirtschaftlichen Aktivitätsniveaus einseitig zu wirken scheint, so trägt ein Kondratieff-Zyklus ein tiefgreifendes Veränderungspotenzial bezüglich aller Lebensbereiche in sich. Dementsprechend richtete sich die gesamte Denkweise und Lo- gik, in der Zeit vor der neuen großen Welle, auf die Maschinerie und Technologie, während sich kontemporär der Blickwinkel der Gesundheit als Ursprung allen Denkens herausbildet. Die neu eingeleitete Konjunkturperiode führt die Bevölkerung buchstäblich von der Dampf- maschine über den Fernseher und Computer direkt zu dem Menschen selbst. Zu ihm in seiner Dreidimensionalität.7 Dabei entwickelt sich der Keimling der neu anbrechenden Ära für ge- wöhnlich parallel zur Blütezeit der vorherrschenden Welle. Diesbezüglich stellt sich nun die Frage, worin sich der Bedarf nach einer solch neuen Innovation begründet. Zumeist ist es der hohe Reifegrad, welcher aufgrund fehlender Wachstumsimpulse neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Gestaltungsmaßnahmen erfordert. Beispielsweise wenn der Einsatz von Maschinen, Kapital, Technologien und Stoffumwandlungsprozessen nicht mehr ausreichend ist.8 Demnach beinhaltet eine neue Basisinnovation jene Themen, denen ein hohes, noch nicht ausgeschöpftes wirtschaftliches Potenzial innewohnt. Wie diesbezüglich aus den Medi- en und dem alltäglichen Leben hervorgeht, kommt den Themen Stress und psychischen Er- krankungen eine immer größere Bedeutung zu. Auf dieser Grundlage begründet sich das Ver- langen nach einer modifizierten, ganzheitlichen Betrachtungsweise bei gleichzeitiger Infrage- stellung der vorausgegangenen Wirtschaftsphasen. Möge man die fünf Kondratieff-Zyklen (insbesondere den vorausgehenden fünften Kondratieff) für den Anstieg dieses gesellschaftli- chen Leidens bezichtigen oder nicht, geben sie durchaus einen Grund für Handlungsbedarf. So hatte die Suche nach einer neuen Basisinnovation begonnen. Mit dem Gesundheitswesen als Antwort auf den Suchprozess hat sich auch unmittelbar die Grundlage allen menschlichen Denkens und Handels entscheidend geändert. Ferner kommt mit diesem Wandel die Frage auf, wie mit einem in den vorherigen Kondratieff-Zyklen entstandenen Phänomen, im Sinne der assimilierten Sichtweisen des sechsten Kondratieffs, umzugehen ist. Haben die Industrie- sowie auch die Informationsgesellschaft einerseits vielerlei positive Effekte hervorgebracht, waren sie andererseits auch Schöpfer mehr oder minder bedenklicher Folgeinnovationen und Phänomene. Auch das Kuriosum Technostress, auf welches nachfolgend intensiv eingegan- gen wird, birgt seine Wurzeln in der Vergangenheit. Doch wie ist mit dieser Art von Stress umzugehen? Herauszufinden, wie dieses avantgardistische Phänomen einzuordnen ist und welcher Aufmerksamkeit es in unserer gegenwärtigen Zeit erfordert, ist zugrundeliegendes Bestreben der folgenden Arbeit. Insbesondere aus dem Blickwinkel der Gesundheit wird der Terminus Technostress Gegenstand der nachfolgenden Analyse. Denn das Gesundheitswesen ist nicht nur Grundstein des sechsten Kondratieff-Zyklus und somit Grundmotiv für die Le- bensgestaltung vieler Individuen, sondern stellt auch einen immensen Kostenfaktor dar. So sind neben Produktivitätsreserven auch 300,4 Milliarden Euro im Jahr 2012,- Inbegriff des menschlichen Wohlergehens.9 Folglich ist die Erhaltung und Bewahrung der Gesundheit, eine manifestierte Intention, welcher zukünftig mehr Achtung zukommen wird. Auf dieser Grundlage ist auch das Ziel dieser Arbeit formuliert: Die Materie der Gesundheit in Relation zu den entstandenen Technologien zu hinterfragen und die bislang unterstellten Folgeer- scheinungen, in Gestalt von Technostress, in theoretischer Anleitung zu reduzieren. Demzu- folge stellt die Untersuchung von Technostress einen Versuch dar, krankheitsentstehende Faktoren zu erkennen und anwendungsbezogene Handlungsmaßnahmen zu entwickeln. Da das Unternehmen häufig die erste Anlaufstelle stressbedingter Erkrankungen ist, gilt es dieses Setting in den Fokus der Betrachtung zu stellen. In Anbetracht der Tatsache, dass über 90% der unlängst erwähnten Finanzmittel in Forschung, Diagnose, Therapie und Verwaltung von Krankheiten investiert werden, lässt von einem vorsätzlichen Gesundheitswesen in Wirklich- keit auf ein Krankheitssystem schließen.10 So wird an dieser Stelle auch das unerlässliche Umdenken ersichtlich. Denn die gesellschaftlichen Anforderungen sind bereits über kurzsich- tige Versorgungsstrukturen, in welchen zumeist alleinig Symptome behandelt werden, hin- ausgewachsen. Die Sehnsucht nach einer ganzheitlichen Perspektive und einer postulierten Ursachenbekämpfung lässt sich immer deutlicher vernehmen. Demnach sind 3,6%, der ge- samten Gesundheitsausgaben für Präventionsmaßnahmen, wie es im Jahre 2012 der Fall ge- wesen ist, nicht ausreichend für ein allumfassendes Gesundheitswesen.11 Die folgende, be- reits 1694 - 1778 formulierte Allegation des einflussreichen, französischen Autors und Philo- sophen Voltaire, zitiert von Anna Maria Pircher Friedrich, macht erneut auf die ominöse, einseitige Blickrichtung aufmerksam. „In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit um Geld zu verdienen, in der zweiten Hälfte unseres Lebens -opfern wir das Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen“.12 Diese Textpassage zeigt, wie wichtig es ist, die Verantwortung für die Gesundheit und das Erstreben von Erfolg im Gleichschritt zu ver- folgen. Somit ist das menschliche Wohlergehen ein allgegenwärtiges Ziel und demgemäß, autoritative Querschnittsaufgabe für alle Bereiche des Lebens. Im Mittelpunkt dieser Ba- chelorarbeit steht schließlich ein Perspektivwechsel zwischen dem „Tun und Sein“. Weg von dem Menschen als Produzent, hin zu dem Menschen selbst als Medium. Ganz nach dem Mot- to, der Weg ist das Ziel, gilt es nicht mehr nur das Resultat der Arbeit zu messen, sondern den Erfolg in Relation zur Gesundheit zu bewerten, da alleinig das Zusammenspiel dieser zwei Komponenten einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens konstituiert.

Um das vorgestellte Thema zu erörtern, richtet sich die Aufmerksamkeit im zweiten Kapitel vorerst auf das notwendige sprachliche Handwerkszeug, um die Grundlage für ein einheitli- ches Verständnis von Gesundheit, Stress und Technologien zu schaffen. Dabei wird nicht nur auf die Relevanz dieser Themen in der gegenwärtigen Zeit eingegangen, sondern auch auf den Einfluss der Technologien auf den Arbeitsplatz. Auf dieser Grundlage aufbauend wird in einem nächsten Schritt das Thema Technostress analysiert und in Bezug zu gewöhnlichem Stress eingeordnet. Auch wird diese Stressform hinsichtlich weiterer technologiebedingter Krankheitserscheinungen abgegrenzt. Um nachfolgend adäquate Lösungsansätze formulieren zu können, gilt es daraufhin die Ursachen von Technostress darzulegen. Diese können mittels ausgewählter Stresskonzepte in einen Zusammenhang mit gesundheitlichen Auswirkungen gebracht werden. Hierbei sind insbesondere die Stresskonzepte von Selye und Lazarus zu beachten, da sich diese hinsichtlich der psychischen und physischen Wirkung der (Techno-) Stressoren komplementieren. Anschließend werden die Auswirkungen von Technostress, sowohl auf die körperliche und psychische Gesundheit sowie auf die Motivation und Leis- tungsfähigkeit erläutert. Dabei werden die Folgen dieser Stressform ebenfalls in Beziehung zu derzeitigen Entwicklungen gesetzt, wie beispielsweise dem Anstieg psychischer Erkran- kungen. Da dem Thema Technostress insbesondere im deutschsprachigen Raum nur gering- fügige Aufmerksamkeit zukommt, stellt sich in einem weiteren Schritt die Frage nach den Verantwortlichkeiten für die Folgen dieses Phänomens. Auf dieser Grundlage werden im Folgenden Lösungsansätze formuliert, die sich auf den Konvergenzpunkt Arbeitsplatz bezie- hen und sich demnach an die unterschiedlichen betrieblichen Akteure richten. Des Weiteren sind diesbezüglich auch unternehmensexterne Entwicklungen zu berücksichtigen, welche in Bezug auf einen gesundheitsbewussten Umgang mit Technostress eine wichtige Rolle spielen können. Hierauf Bezug nehmend wird einerseits die Rolle der gesetzlichen Krankenkassen als unterstützende und fördernde Instanz, und andererseits die Politik im Sinne ihrer Ver- pflichtungsgewalt thematisiert. Im Anschluss an die Lösungsansätze wird ein Blick auf zu- künftige Entwicklungen geworfen, um einerseits die Relevanz des Themas Technostress auch zukünftig abschätzen zu können und um andererseits auf die Dringlichkeit der Sensibilisie- rung für die negativen Begleiterscheinungen der Informationstechnologien aufmerksam zu machen.

2 Allgemeine Grundlagen

In den letzten Jahrzehnten haben sich technologische Neuerungen fortlaufend weiterentwi- ckelt und auch die Perspektive auf Gesundheit und Krankheit hat sich stetig erweitert. Wie bereits einleitend erläutert, bringen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) vielerlei positive Effekte mit sich, was Anlass gibt, sie in die Arbeitswelt zu implementieren. Was dabei jedoch häufig unberücksichtigt bleibt, sind die negativen Begleiterscheinungen der IKTs. Um eine Grundlage für die nachfolgende Untersuchung des Phänomens Techno- stress und seine Lösungsansätze zu schaffen, wird im folgenden Kapitel zunächst aufgezeigt, was unter den Begriffen Gesundheit, Stress und Technologie im Rahmen dieser Arbeit ver- standen wird. Der Fokus liegt hierbei auf ihrer Relevanz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

2.1 Gesundheit

Der Gesundheit wird in unserer heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung beigemessen. Dies bestätigt sich beispielsweise auch in dem Ergebnis einer Umfrage des Institutes für De- moskopie in Allensbach, aus dem Jahr 2012. Hier titulierten 4.197 Teilnehmer zwischen 65 - 85 Jahren in Deutschland eine gute Gesundheit als größten Wunsch für die Zukunft.13 Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Befragung von über 3.000 Jugendlichen und jungen Er- wachsenen im Rahmen einer Folgeerhebung.14 Die Gesundheit spielt jedoch nicht nur für Individuen eine wesentliche Rolle, sondern auch für Unternehmen. Dies erschließt sich aus der enormen finanziellen Belastung, die durch hohe Ausfallzeiten oder durch die sinkende Produktivität, als Folge eines unzureichenden Gesundheitszustandes der Beschäftigten, an- fällt. Hat ein Betrieb eine Fehlzeitenquote von über 20%, so ist dieser nicht nur wirtschaftlich ineffizient, sondern auch keinesfalls konkurrenzfähig.15 So kristallisiert sich die Gesundheit zunehmend als Erfolgsfaktor für die gegenwärtigen Unternehmungen heraus.16 Infolgedessen liegt ein wesentliches Bestreben darin, einen gewünschten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter zu nehmen, wofür primär eine restriktive Definition der zugrunde liegenden Ma- terie vonnöten ist. Die Gesundheit ist jedoch nur schwerlich ohne ihr Gegenstück, die Nicht- Gesundheit zu definieren. Aus diesem Grund war es auch der negative Gesundheitsbegriff, der lange Zeit öffentliche Diskurse dominierte. Dieser Auffassung nach, ist jeder Mensch gesund, der keiner nachweislichen Krankheit unterliegt, das heißt, kein klinischer Befund oder eine Diagnose vorhanden ist. Dass diese Definition jedoch nicht vermag, die Ganzheit- lichkeit der Gesundheit zu erfassen, wird durch den Fokus auf das diametrale Krankheitsbe- finden ersichtlich. So ist das unterschiedliche Verständnis von Krankheit maßgebend für das Verständnis der Gesundheit. Es lässt darüber hinaus die Gesundheit in dem Licht eines nicht steigerbaren Prädikats17 zurück und gibt demnach zu wenig Raum, um die Gesundheit positiv verstehen zu können. Zudem schließen sich Gesundheit und Krankheit nicht immer aus. Be- steht beispielsweise neben einer schweren Diagnose das Gefühl von Gesundheit, handelt es sich um ein Zusammenspiel beider, ursprünglich als Gegensätze formulierten, Befindlichkei- ten. Folglich behaupten sich neben dieser dichotomen Vorstellung von Gesundheit weitere Ansätze mit einem breiter gefassten Blickwinkel. Inhaltlich konform zu der ganzheitlichen Auffassung von Gesundheit des neuen, sechsten Kondratieffs und der langen Tradition eines umfassenden Gesundheitsverständnisses,18 definiert die WHO (1946) Gesundheit folgender- maßen: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“19 Zwar drückt die- se Begriffsbestimmung die Mehrdimensionalität der Gesundheit aus, so ist nach ihr wohl kaum ein Mensch tatsächlich gesund. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein möglicher- weise sporadisch zu erreichendes Ideal. In Anbetracht der vorformulierten Zielsetzung er- scheint die Vorstellung der Gesundheit und Krankheit als Pole eines Kontinuums als oppor- tun. Da diese Sichtweise ebenfalls an dem negativen Gesundheitsbegriff anknüpft, und somit der Endpunkt der vollkommenen Gesundheit nur im Freisein jeglicher Erkrankungen zu er- reichen ist.20 Wichtig ist der für die Prävention maßgebende, „salutogene Ansatz“ des Theo- riemodells von Antonovsky (1991). Dieser berücksichtigt, wie der Name bereits verrät, (lat. Salus = Wohlbefinden; griech. Genesis = Ursprung, Entstehung) neben den vielzähligen Krankheitsmodellen und die damit verbundene Sicht auf die Krankheitsursachen, den Blick auf die Entstehung der Gesundheit.21 Angekommen bei einem kompatiblen, theoretischen Rahmenmodell, welches Zusammenhänge zwischen einzelnen Wirkmechanismen in Bezug auf Gesundheit, Krankheit und deren Einflussfaktoren darstellt, ist die Definition von Ge- sundheit noch immer ungeklärt. Die Schwierigkeit einer allgemeingültigen Definition liegt in ihrer starken Kontextabhängigkeit,22 d.h. ihrer stark ausgeprägten Einbettung in die jeweilige Kultur, Gesellschaft und Zeit. Aus diesem Grund wird im Folgenden festgelegt, was es in- nerhalb dieser Arbeit unter dem Begriff Gesundheit zu verstehen gilt: Die Gesundheit ist ei- ne, sich zumeist über unbewusste Symptome äußernde Erscheinung, welche ebenso wie der Ausdruck der Krankheit (sei es in Diagnose oder Symptome, Befund oder Befinden) unab- dingbar, in Form einer prozesshaften Wechselwirkung in jedem Leben vorzufinden ist. Die Homöostase ist dabei Grundlage für das Verständnis von Gesundheit, jedoch mit einem er- weiterten Blick auf die Selbstaktualisierung.23 Durch die folgende bereits im Jahre 1538 for- mulierte Aussage von Paracelcus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“,24 verlieren bedrohlich rubrizierte Substanzen an Animosität. So erlangt die Krankheit in gewisser Weise an Bedeutung und von einem Regel- fall des Gesundseins ist auch zugunsten eines wiederum gesundheitsförderlichen Gleichge- wichtes nicht auszugehen. Hier wird die Flexibilität des Gleichgewichtes verdeutlicht, wel- ches in der Lage ist sich durch Lern- und Anpassungseffekte stets auf einer neuen Ebene ein- zupendeln. Entsprechend der Leitidee der Gesundheitsförderung ist der Wert der Gesundheit sowohl als Geschenk sowie auch als Leistung zu betrachten. Wie es Antonovsky im Sinne seiner viel zitierten Metapher ausdrücken würde, gilt das Flussbett mit all seinen Tücken als gegeben, während die eigene Schwimmfertigkeit durchaus überprüft und beeinflusst werden kann. Im Hinblick auf deren Bedeutung für ein Unternehmen, stellt sich folglich die Frage, ob ein Mensch trotz der Anforderungen schwimmen kann oder nicht.25 In diesem Bezugs- rahmen ist die Gesundheit als kostbares Gut zu verstehen, welches im Rahmen eigener und fremder Bemühungen zu erhalten oder wiederherzustellen gilt, um selbstbestimmt, eigen- ständig und leistungseffektiv agieren zu können.

2.2 Stress

Stress ist ein vielschichtiges alltägliches Phänomen, das eine selbstverständliche körperliche Reaktion auf eine bestimmte Herausforderung darstellt. Ganz im Sinne der Homöostase, ist der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung nicht nur schädlich, sondern auch als grundlegende Voraussetzung des menschlichen Wohlbefindens zu verstehen. So dienen an- gemessene Belastungen einer normalen körperlichen und seelischen Entwicklung und impli- zieren darüber hinaus, durch die positive Rückkopplung einer erfolgreichen Bewältigung, ein salutogenes Potenzial.26 Ist ein Mensch jedoch einem Übermaß an Anforderungen ausgesetzt, wendet sich die Perspektive hin zu einem negativ behafteten Stressbegriff, welcher durch einen Zustand starker Anspannung und subjektiv empfundener Überbelastung charakterisiert ist.27 In diesem Fall kann sich der Organismus nicht mehr an die gegebenen Anforderungen anpassen und eine Stressreaktion ist die Folge. Faktoren, die eine solche Reaktion auslösen können, heißen Stressoren und sind vielfältiger Natur. Um einer hier angedeuteten Missver- ständlichkeit der Terminologie vorzubeugen, gilt es zunächst zwei Arten von Stress zu unter- scheiden, nämlich den akuten und den chronischen Stress. Während der „Eustress“, als eine Komponente des akuten Stresses, positive Wirkmechanismen auslösen kann, ist akuter „Dis- tress“, sowie auch chronischer Stress häufig Auslöser für stressbedingte Erkrankungen.28 Folglich ist es auch die perikulöse Stressart, welche vermehrt in öffentliche Diskurse gerückt ist und überwiegend im Fokus der zu erachtenden Untersuchungen steht.29 Dass ein hohes Stresslevel, tatsächlich negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, verdeutlicht neben unzähligen Belegen auch eine Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2013. Das Ergebnis der Forsa-Umfrage zeigt eine Abnahme des Gesundheitszustandes bei einem zunehmenden Stresslevel,30 und bestätigt so die Annahme, dass Stress heutzutage zu den wichtigsten gesundheitlichen Risiken gezählt werden kann.31 Infolgedessen ist die Entwicklung der Stressbelastung in den letzten Jahren interessant, um mögliche Risiken und Handlungsbedarfe abschätzen zu können. Der gegenwärtig aktuellste Stressreport, der Bun- desanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, aus dem Jahr 2012 ermöglicht hier gewisse Einblicke. Hinsichtlich der Arbeitsanforderungen sind Veränderungen im Vergleich zu der letzten Befragung von 2005/2006 für das Auge scheinbar unsichtbar, da sich der Arbeitsin- halt und die Arbeitsorganisation auf einem hohen Niveau stabilisiert haben. Jedoch haben die subjektiv wahrgenommenen Belastungen zugenommen, welche entsprechende Beschwerden mit sich führen.32

Nachdem „der Vater der modernen Stressforschung“, Hans Selye den Stressbegriff in die Medizin eingeführt hatte und eine allgemeine körperliche Reaktion auf Stress formulierte, verteidigte Richard Lazarus, der Begründer des transaktionalen Stressmodelles, die Auffas- sung des bis heute relevanten „relationalen Stressverständnisses“. Für ihn ist die Stressreakti- on die Folge eines komplexen Wechselwirkungsprozesses einer Person mit der Stress auslö- senden Umwelt.33 34 Folglich besteht Stress nur, wenn dieser auch als solcher individuell wahrgenommen wird. Wie dieser kleine Exkurs zeigt, dürfen Belastungszustände nicht leichtfertig behandelt werden, sondern bedürfen adäquater Aufmerksamkeit, da das Stress- empfinden die Grundlage für Stress selbst darstellt. Doch weshalb kommt dem Thema Stress in der heutigen Zeit überhaupt eine solch große Bedeutung zu? Immerhin waren bereits dem Urmenschen die Stresssymptome nicht etwa unbekannt und die körperliche Reaktion auf einen von außen oder innen einwirkenden Reiz ist seit jeher dieselbe.35 Nun leben wir in ei- nem Zeitalter wahrlich annehmbarer „objektiver Lebensbedingungen“. Verhältnismäßige Langlebigkeit, stetiger wissenschaftlicher Fortschritt und scheinbar anhaltende Stabilität prä- gen das Leben in der Bundesrepublik und lassen Wohlstand, Sicherheit und Stressreduktion, vermuten.36 Doch stattdessen ist kontemporär die psychische Gesundheit zu einem zentralen Thema der (Arbeits-)Welt avanciert37 und mit ihr das Thema Stress, als mutmaßlich häufigs- tes Bindeglied zwischen Gesundheit und psychischer bzw. psychosomatischer Erkrankungen. Während sich in Anbetracht der Stressreaktion der Blick auf die Gemeinsamkeiten der Zeit- spannen konzentriert, werden im Hinblick auf die Entwicklung der Lebensbedingungen, die jeweiligen Unterschiede bewusst. Es sind die auf den Organismus einwirkenden und eine adaptive Anpassung verlangenden Reizereignisse (Stressoren), welche sich verändert haben, sowie auch der damit zusammenhängende Umgang mit ihnen. Waren damals die Verteidi- gung des Territoriums, die Erbeutung von Nahrung und die Abwehr und Jagd wilder Tiere wichtige Stressoren, die das Gleichgewicht bedrohten und das biologische Stressprogramm auslösten,38 so sind es im heutigen Berufsleben überwiegend starker Termin- und Leistungs- druck, Multitasking und Unterbrechungen von Arbeitsabläufen. So bringt der neu entwickelte Lebensraum nicht nur positive Effekte mit sich, sondern stellt auch Herausforderungen dar, deren Neuartigkeit und Komplexität die herkömmliche Vertrautheit und Selbstwirksamkeit der Gesellschaft hemmen und ihr neue Handlungsmaßnahmen abverlangt. Nun kommt die Frage auf, ob es nicht das Bestreben der Informationstechnologie war, Zeitersparnisse zu ermöglichen, um so Ressourcen erhalten zu können. Ressourcen, die in der Lage sind, das Stresslevel selbstredend zu reduzieren. Technostress ist hier eine der möglichen Antworten für diese erfolglose Aspiration.

2.3 Technologie

Sprachlich ist die moderne Technologie von der traditionellen Technik abzugrenzen und de- finiert sich über das Wissen, welches hinter der Technik steht.39 Gemäß dem unerlässlichen Drang nach Verbesserung, besteht das Ziel der Anwendung von Technologien darin, Innova- tionen zu schaffen oder Techniken zu verbessern. Technologien existieren, auch wenn nicht unter diesem Begriff, seit jeher und in allen Bereichen. Retrospektiv zu der einleitenden The- orie von Nikolai Kondratieff verdeutlichen gerade die besagten Wirtschaftszyklen die Di- mension und Kraft, welche sich hinter der Begrifflichkeit Technologie verbirgt. Dabei er- streckt sich die Tragweite der einzelnen Technologiezyklen sowohl auf den Alltag, als auch auf die Arbeitswelt und beeinflusst so die Maxime menschlicher Beschäftigung. Bezüglich des in dieser Arbeit weiter zu verwendenden Technologiebegriffes, gilt es nachfolgend den Fokus auf den Kern des jüngst zurückliegenden und noch fortbestehenden fünften Kondra- tieff-Zyklus zu richten und diesen für nachfolgende Analysen heranzuziehen. Die Informati- onstechnologie. Diese umfasst als Oberbegriff die digitale Informations- und Datenverarbei- tung sowie Kommunikation und bildet in Kohärenz der zentralen Bausteine des fünften Kon- dratieff-Zyklus, dem Computer und dem Internet, den Nährboden des zu untersuchenden Phänomens, Technostress.40 Da der Arbeitsplatz im Fokus der Untersuchung steht, sind zu- nächst die Auswirkungen der neuen Technologien auf das Arbeitsumfeld darzustellen. Wie sich einst die industrielle Revolution auf den Alltag und die Arbeitswelt ausgewirkt hat, und zu mehr Automatisierung durch den Maschinenbetrieb führte, so haben sich auch die Ar- beitsbedingungen im Zuge der fortschreitenden Durchdringung der Gesellschaft mit den In- formations- und Kommunikationstechnologien kontinuierlich weiterentwickelt. So fungierte der digitale Wandel zugleich als Ursache der heutigen informatisierten Arbeitswelt und der Reorganisation der Arbeitsmittel. Seit den 90er Jahren sind die Erfindung des Computers und die Verbreitung des Internets ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags.41 Diesbezüglich lag das Ziel der Implementierung der neuen IKTs darin, das Leben einfacher zu machen, durch beispielsweise effizientere Arbeitsprozesse oder durch die schnellere Kommunikation.42

Doch nicht nur die Arbeitsmittel wurden im Zuge der neuen Technologien revolutioniert, sondern auch die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt. Angetrieben durch die technologischen Entwicklungen ist die Globalisierung in ein neues Stadium eingetreten und neue Möglichkei- ten wurden geschaffen, wie zum Beispiel das immense Konsumangebot.43 Doch die Globali- sierung inhäriert auch negative Begleiterscheinungen, wie die Intensivierung des internatio- nalen Wettbewerbs. Demzufolge stellen für ein Unternehmen nicht nur Betriebe in der nähe- ren Umgebung, sondern vielmehr der ganzen Welt, Kontrahenten dar. Dieser verstärkte Kon- kurrenzdruck erfordert eine expandierte Anpassungsleistung aller beteiligten Akteure und die stetige Optimierung der Lern- und Leistungsfähigkeit. Dadurch soll ein möglichst effizientes, innovatives und darüber hinaus schnelles Arbeiten ermöglicht werden, welches in der heuti- gen Zeit, für das Bestehen auf dem Weltmarkt nicht mehr wegzudenken ist.44 Was das für Arbeitnehmer vor dem Hintergrund der eingeführten IKTs bedeutet, ist in erster Linie die zunehmende Distanzierung von physischen Belastungen bei gleichzeitigem Anstieg der psy- chischen Arbeitsanforderungen. Wurde durch die Implementierung der IKTs eine Zeiterspar- nis hinsichtlich der Arbeitsabläufe erreicht, so konnte diese jedoch nicht im Sinne der Freizeit gewonnen werden. Der schnellere Datentransfer führt lediglich zur Beschleunigung des Ar- beitstempos, welches wiederum mehr Arbeitsleistung in der gleichen Zeit bedeutet. Folglich ist die Zeitverdichtung allgegenwärtig und vermittelt den Beschäftigten und Führungskräften häufig das Gefühl, den Arbeitsanforderungen zeitlich nicht mehr gerecht werden zu können. Dieses Gefühl kann sich insbesondere im Zuge der Flexibilisierung der Arbeitszeiten in ei- nem ungünstigen Arbeitsverhalten äußern und so zu Technostress führen. Entsprechend der Antizipation, dass Technostress zu gesundheitlichen, sowie zu leistungsbezogenen Defiziten führen kann, wird an dieser Stelle ersichtlich, dass die Technologien und die Gesundheit, sowie auch die Leistungsfähigkeit, in einer eminenten Wechselwirkung stehen, die sich zu- meist im Bindeglied, Technostress begründet.

Zu der besseren Verständlichkeit werden unterschiedliche Sichtweisen des Technologieein- satzes unterschieden. Zum einen die dysutopische Sicht, welche den Technologien überwie- gend die Rolle der Problemerzeuger nachsagt, über die neutrale Sicht, bis hin zu der utopi- schen Sichtweise, welche die Technologie als problemlösendes Mittel ansieht.45 Beispiels- weise können Technologien im Kontext der Medizin helfen, die Gesundheit und Krankheit voneinander abzugrenzen, durch beispielsweise die Diagnostik beeinflussende, bildgebende Verfahren (utopische Sicht).46 Dabei werden die Technologien selbst als Ursache von Krankheiten (dysutopische Sicht) nicht selten vernachlässigt. Da Technologien aus dem alltäglichen oder beruflichen Leben nicht mehr wegzudenken sind, ist deren Nutzen häufig offensichtlicher als deren negative Auswirkungen. Aus diesem Grund wird im Rahmen dieses Schriftstückes überwiegend die dysutopische Sicht betrachtet.

3 Technostress

Das folgende Kapitel beschäftigt sich eingängig mit dem Phänomen Technostress. Um sich diesem anzunehmen, wird zunächst auf dessen Definition und nachfolgend auf die Abgren- zung gegenüber anderen, durch Technologien hervorgerufene Krankheitserscheinungen wie „MAIDS“-Syndrom, Digitale Demenz und iDisorder eingegangen. Im nächsten Schritt wer- den die Ursachen von Technostress dargestellt und die darauf aufbauende Stressentstehung erörtert. Diesbezüglich gilt es, sich anhand diverser Stresskonzepte zu bedienen. Der dritte Teil widmet sich schließlich dem Zusammenhang zwischen Technostress und Gesundheit mit speziellem Fokus auf den Körper und die Psyche. Hierin wird die Brisanz des Themas für Unternehmen ersichtlich, denn, wie im darauf folgenden Unterkapitel weiter ausgeführt, ha- ben gesundheitliche Folgen von Technostress einen gravierenden Einfluss auf die Motivation und Leistungsfähigkeit der Führungskräfte und Mitarbeiter. Wer für diesen Umstand Ver- antwortung zu tragen hat, ist Gegenstand des letzten Teils dieses Kapitels.

3.1 Technostress - definitorische Einordnung

Jede neue Basisinnovation entsteht aus einer Phase der Depression und inhäriert somit den Glauben an Fortschritt und Verbesserung. Doch eine utopische Einordnung der Informations- technologie greift zu kurz. Denn anlässlich wissenschaftlicher Forschungen und Einzelbe- richten aus der Praxis, zeigen sich auch die Schatten der Informations- und Kommunikations- technologie. Zwar waren sie Begründer unzähliger positiver Einflüsse, sowohl auf einer Indi- vidual-, Organisations- und Gesellschaftsebene, doch können sie bei den Benutzern auch eine beachtliche Stresswahrnehmung, durch die „Mensch-Maschine-Interaktion“, auslösen. Die- serart entstandene Stresszustände werden durch den Terminus Technostress zusammenge- fasst.47 Erstmals aufgekommen ist dieser Begriff Mitte der 80er Jahre und wurde geprägt von dem Psychologen Craig Brod. Dieser definierte die technologische Entfremdung als eine „moderne Anpassungskrankheit, verursacht durch die Unfähigkeit, mit den neuen Computer- technologien auf eine gesunde Weise umzugehen.“48 Obwohl die Quintessenz dieser Defini- tion gemeinhin als Fundus für die nachfolgenden Begriffsbestimmungen diente, erregte diese in ihrer Zeit kaum Aufmerksamkeit.49 Erst nach der Jahrtausendwende und der rasant expan- dierenden Präsenz der Informations- und Kommunikationstechnologie, durch beispielsweise Mobile Computing (z.B. permanente Erreichbarkeit durch die Nutzung von Smartphones), erlangte dieses Thema erneut an Relevanz. Allerdings nur sehr vereinzelt. Im deutschspra- chigen Raum fand diese Thematik bislang kaum Beachtung und somit lediglich in geringem Maße Ausdruck in der deutschen Literatur. Das Thema Technostress wurde transsektoral, und somit aus unterschiedlichen Perspektiven (Medizin, Psychologie, Wirtschaft und Organi- sation), erforscht.50 Das dabei entstandene Konglomerat an Definitionen ist gleicherweise durch Heterogenität und Quantität gekennzeichnet und doch ist ihnen eine Analogie gemein. Die durch technologische Einflüsse beeinträchtigte Homöostase des Menschen. Interessant ist auch die zunehmende Komplexität der Begriffsdefinitionen, welche das zugrunde liegende Phänomen immer spezifischer determinieren. Doch nicht jede Definition ist gekennzeichnet durch Klarheit und Implikation des gesamten Definiendums. Aus diesem Grund gilt es im Rahmen dieser Arbeit, den Fokus auf die Definition von Weil und Rosen, sowie ergänzend auf die von Salanova, zu richten. Weil und Rosen formulieren Technostress aus der psycho- logischen Perspektive weitgreifend als „Summe der negativen Einflüsse auf die Einstellun- gen, Gedanken, Verhaltensweisen oder auf die körperliche Konstitution, welche indirekt oder direkt durch Technologien verursacht werden.“51 Die Begriffsdefinition von Salanova beruht auf dem Kontext der Arbeitswelt. Sie sieht das Phänomen als einen „negativen psychologi- schen Zustand, der von dem Gebrauch (oder Missbrauch) von Technologien, sowie auch von der bedrohlichen Anwendung von Technologien in der Zukunft, abhängig ist.“ Darüber hin- aus thematisiert sie diesbezüglich eine mögliche Diskrepanz zwischen Anforderungen und Ressourcen im Umgang mit Technologien am Arbeitsplatz, die ihrer Überzeugung nach zu Gefühlen der Angst, Erschöpfung und Unsicherheit führen kann.52 Diese zwei Ansätze kom- plettieren sich gegenseitig und bilden eine bedeutungsvolle Grundlage für das Verständnis des zu untersuchenden Phänomens. So kann Technostress als negative psychologische Erfah- rung verstanden werden, welche sich auf unterschiedlichsten Ebenen äußern kann. Dabei steht der negative Einfluss der Technologien nicht mehr alleine im Mittelpunkt der Betrach- tung, sondern das Verhältnis von Anforderungen und Ressourcen und somit der Umgang des Anwenders mit potenziellen Stressoren. Als Auslöser dieser Stressform sind, durch das Zu- sammenwirken der zwei oben aufgeführten Definitionen, die Technologien im allgemeinen Sinne zu berücksichtigen und nicht einzelne technologische Instrumente oder Mechanismen. Somit sind auch neuartige Entwicklungen, wie beispielsweise Tablets, Smartphones und so- ziale Netzwerke, in ihrer Wirkung auf ihre Nutzer zu bedenken. Ebenfalls sind neben den direkten Einflüssen der Technologien, auch deren indirekte Wirkungen signifikant für die Reaktionen der User.53 Fraglich ist an dieser Stelle, ob Technostress simplifiziert als eine psychische Belastung, ausgelöst durch technische Geräte, bezeichnet werden kann, oder ob unter diesem Begriff auch mögliche technologisch verursachte Abhängigkeiten supplementär zu verstehen sind, wie es bei Salanova der Fall ist.54 Diese unterscheidet zwischen “Technos- train“ und “Technoaddiction“ welche beide unter dem Terminus Technostress zusammenge- fasst werden.55 Diese Differenzierung gilt es zunächst auf ihre Verwendbarkeit, im Rahmen dieser Arbeit, zu überprüfen.

Wie aus dem vorherigen Kapitel hervorgeht, kann „Distress“ der Auslöser für entstehende Krankheiten sein, doch als Krankheit selbst, wurde Stress bis dato weder von Medizinhistori- kern noch von medizinischen Lehrmeinungen in Betracht gezogen.56 Die klassische Sucht hingegen ist eine eigene anerkannte Krankheit. Ob die Technologieabhängigkeit, als eine der Verhaltenssüchte, ebenfalls eine eigenständige Krankheit darstellen sollte, ist noch immer stark umstritten, obschon viele Forscher und Psychologen deren offizielle Anerkennung als Diagnose fordern. Möge die Einordnung der “Technoaddiction“ weder einfach noch eindeu- tig sein, so belegen eine Vielzahl an betroffenen Patienten sowie zahlreiche Studien, deren Existenz.57 58 Bezüglich der Einordnung in „Krankheit“ beziehungsweise „nicht Krankheit“ lässt sich allmählich ein plausibler Zusammenhang zwischen den drei einzelnen Begrifflich- keiten, “Technostrain“, “Technoaddiction“ und „Technostress“ erkennen. Widersprüchlich zu der einstigen Subsumierung Salanovas, definiert diese an anderer Stelle die Technologiesucht als eine spezielle „Technostress-Erfahrung“. Dementsprechend lassen sich lediglich die Er- fahrungen mit dem Phänomen Technostress und nicht dieser selbst in Bezug auf eine Tech- nologiebelastung oder Technologiesucht unterteilen. Angelehnt an das Suppositum Salanovas und divergent zur Begriffsbestimmung von Craig Brod, ist Technostress demnach nicht als Krankheit zu verstehen, sondern als negatives Merkmal der Mensch-Maschine-Interaktion. Wie auch Stress nicht mit der Belastung gleichzusetzen ist, sondern als deren Folge auftritt, so entsteht Technostress als eine Reaktion auf “Technostrain“ und als Vorbote, respektive als Begleiterscheinung, der “Technoaddiction“. Gemäß einer Rezension der von 1982 bis 2012 in der psycINFO Datenbank veröffentlichten Publikationen über das Thema Technostress, geht hervor, dass 90% der „Technostress-Erfahrungen“ in Korrelation zu technologischen Belastungen entstanden sind.59 Somit ist es auch die Erfahrung mit dem “Technostrain“, welche hauptsächlich mit Technostress assoziiert, von vielen Menschen erlebt, und deshalb in das Zentrum dieser Arbeit gestellt wird.

Gleichwohl andere Definitionen in diesem Passus unerwähnt bleiben, finden einige ihrer Kernaussagen zu späterem Zeitpunkt eine Erläuterung. Für ein umfassendes Verständnis der zugrunde liegenden Materie, gilt es jedoch Technostress nicht nur im Hinblick der für dieses Phänomen formulierten Definitionen, sondern auch komplementär in Bezug auf das Verhält- nis zu Stress im Allgemeinen, einzuordnen. Diesbezüglich gehen die technologiebedingten Stressoren in dem Artikel „The Leadership Dimension of Coping with Technostress“ von Christian Fieseler et al., als eine techno-spezifische Belastung hervor. Diese schlägt sich in einem erhöhten Belastungsniveau nieder und führt somit zu einer höheren Wahrscheinlich- keit einer nachfolgenden Stressreaktion. Metaphorisch könnte man von einem „Fass der Be- lastungen“ sprechen, in welchem sowohl unspezifische, wie auch technologiebedingte Stres- soren gesammelt werden. Läuft das Fass über, so kommt es zu einer Stressreaktion. Wesent- lich dabei sind die jeweiligen Anteile der auslösenden Reizeinflüsse. Sind diese überwiegend technologischer Natur, so handelt es sich um Technostress. Dominieren jedoch die unspezifi- schen Reizeinflüsse, so ist von gewöhnlichem Stress auszugehen. Diese Einordnung von Technostress und insbesondere das Zusammenwirken mit dem generellen Stress werden hin- sichtlich der pathologischen Auswirkungen von Technostress noch eine wesentliche Rolle spielen.60 Nachfolgend wird jedoch zunächst die Demarkierung von Technostress zu anderen technologisch bedingten Stress- und Krankheitserscheinungen vorgenommen und diskutiert. Hierbei wird nicht auf alle, jedoch auf die drei geläufigsten Phänomene („MAIDS“ - Syn- drom, iDisorder und Digitale Demenz) summarisch eingegangen und ihre Relation zu dem Kuriosum Technostress beurteilt.

3.2 Abgrenzung weiterer technologieabhängiger Krankheitserscheinungen

3.2.1 „MAIDS“-Syndrom

„Mobile and Internet Dependency Syndrome“ (MAIDS), beschreibt die psychologische Ab- hängigkeit von Handy und Internet. Symptome dieses Syndroms sind permanente Abge- lenktheit, Zwanghaftigkeit, Nervosität, feuchte Hände und Angstzustände, wenn der Zugang zu dem Mobiltelefon oder dem Internet möglicherweise verwehrt ist. Obwohl einige Bücher den Weg dieses Syndroms in Richtung eigene, anerkannte und therapierbare Krankheit versi- chern, sei diese Faktizität bislang dahingestellt.61 Tatsächlich erforscht sind bislang die jewei- ligen Komponenten des MAIDS-Syndroms, etwa die Handy- und Internetsucht, bei welchen das Abschalten de facto zu einer Qual werden kann.62 Eine Sucht drückt sich insbesondere neben den oben beschriebenen Symptomen durch ein nicht mehr kontrollierbares, automati- sches, beinahe sogar reflexartiges Verhalten aus und tritt überwiegend in dem Zusammen- hang mit psychoaktiven Substanzen oder Verhaltensweisen auf, welche psychische Verände- rungen herbeiführen können.63 Während ein gesunder Mensch Technostress zumeist unter einer sehr intensiven „Mensch-Maschine-Interaktion“ erlebt, so empfindet der Abhängige diesen Stress insbesondere dann, wenn er nicht in Verbindung mit der Technologie steht. So unterschiedlich diese zwei Ausgangslagen sein mögen, handelt es sich dennoch in beiden Fällen um „Technostress-Erfahrungen“.

3.2.2 Digitale Demenz

Die Bezeichnung „Digitale Demenz“ fand zum ersten Mal bei südkoreanischen Ärzten, im Rahmen einer neuen Observation von jungen Erwachsenen Verwendung. Der Begriff bezieht sich auf einen zunehmenden, durch Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstö- rungen auffallenden Zustand, der kausal mit der intensiven Nutzung digitaler Informations- technik in Verbindung steht. Darüber hinaus sind weitere Symptome, wie beispielsweise emotionale Verflachung, Ängste und allgemeine Abstumpfung als weitere Folgen der Medi- ennutzung zu erkennen. Der als Autor, Psychologe und Hirnforscher bekannte und kontro- vers debattierte Prof. Dr. Manfred Spitzer begründet die digitale Demenz vor allem in der permanenten Assistenzleistung der modernen Technologien und der stetig zunehmenden Verweildauer vor, und dem intensiven Umgang mit, den digitalen Medien. Berichten der Hirnforschung zufolge, prägen Impulse, z.B. Gefühle, Wahrnehmungen und Erlebnisse, die Hirnstruktur und hinterlassen sogenannte Gedächtnisspuren. Diese sind nicht nur Ausdruck des Lernens, sondern auch der fortlaufenden Modifikation des menschlichen Gehirns infolge seines Gebrauchs. Spitzer betont diesbezüglich die Unfähigkeit des Gehirns, nicht zu lernen und bedenkt die hierfür fragwürdigen Voraussetzungen, unter Beachtung des hohen, tägli- chen Mediengebrauchs. Das immense Vertrauen auf die technologischen Allzeit-Helfer, das dadurch entbehrlich gewordene Mitdenken und die digitalisierte Form von Arbeit und Lernen stellt für Spitzer ganz klar einen Grund für geistige Idiotie dar.64 Umstritten ist jedoch nicht nur der Inhalt dieser kritischen Auffassung der modernen Technologie, sondern auch deren Titulierung als digitale Demenz, da es bisher keinerlei Evidenz für krankhafte Veränderungen infolge des Medienkonsums gibt.65

Andere Autoren sprechen vergleichsweise von einer digitalen Potenz und verstehen weniger das Medium selbst, sondern vielmehr die Defizite in der Lernbereitschaft, als Ursache der besagten Symptome.66 Aus welcher Perspektive die Auswirkungen der digitalen Medien auch betrachtet werden, so steht doch die Gehirnentwicklung und die damit verbundene Leistungs- und Lernfähigkeit, im Mittelpunkt der Betrachtung. Während die digitale Demenz bezie- hungsweise digitale Potenz zumeist einer objektiven Bewertung unterliegt, da beispielsweise die untersuchten Schüler aus Südkorea erst durch einen Vorher-Nachher-Vergleich, auf ihre Defizite aufmerksam gemacht wurden, ist Technostress ein subjektiv empfundener Zustand der Anspannung. Obschon die Gehirnveränderungen durch Klicken, Streichen und Wischen, sowie die Erkenntnisse über das ständig lernende Gehirn, welches je nach Erfordernis, Ver- arbeitungskapazitäten auf- oder abbaut, zu bestätigen sind, entscheidet letztlich die Gesell- schaft, ob diese Restrukturierungen des Gehirns als tatsächlich negativ oder positiv zu ver- stehen sind.67

3.2.3 iDisorder

Der Initiator der iDisorder, Larry D. Rosen, konstatierte diese psychische Störung infolge einer Studie, die eine vermehrte Abundanz des zwanghaften Online-Status zum Ergebnis hatte. In erster Linie sind unter 50-Jährige am häufigsten von dieser Störung betroffen, wel- che sich primär durch einen suchtähnlichen Umgang mit den digitalen Medien äußert.68 Wie es zu solch einer Störung kommen kann, erklärt Rosen durch ein übermäßiges Vertrauen in digitale Geräte und Internetseiten, welches zu einer komplizierten Beziehung zwischen Nut- zer und Technologie führt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich der Umgang mit neuen Technologien negativ auf die Aktivitäten des Lebens auswirkt, wie etwa auf die persönlichen Beziehungen einer Person, auf das individuelle Verhalten oder auf die Wahrnehmung von Verpflichtungen. Eine solcherlei geprägte Interaktion zwischen Mensch und Medium, kann nachfolgend zu bedeutsamen Problemen in der Seele führen, die wiederum eine iDisorder begünstigen oder gar auslösen können. Charakteristisch für diese Störung ist deren analogi- sche Symptomatik gegenüber anderen psychiatrischen Krankheiten, wie beispielsweise der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen oder auch der Depression. Dabei ergibt sich die iDis- order aus der Kombination verschiedener Elemente von solchen psychiatrischen Krankheiten. Doch mehr als die Summe ihrer Teile stellt die iDisorder eine ganz neue technologieabhängi- ge Störung dar, welche ebenfalls einer adäquaten Therapie- und Handlungsmaßnahme erfor- dert.69 Bisher ist die iDisorder überwiegend im englischsprachigen Raum ein Thema, wohin- gegen Symptome auch hierzulande nicht zu übersehen sind.

Neue technologische Innovationen sind zumeist unmittelbar in den Alltag integriert, und werden zugleich als Bestandteil unserer gemeinsamen Sprache verwendet. So ist es inmitten des immensen digitalen Wachstums beinahe eine Herausforderung, keine an psychische Stö- rungen erinnernden Symptome aufzuweisen. Die permanente Überprüfung von SMS- oder Posteingang (Mail), hören von Phantomklingeln oder -vibrieren des Mobiltelefons, übermä- ßige Nutzung sowie allgegenwärtige Präsenz der technologischen Geräte und aufkommende Panik bei Absenz des Smartphones. All diese Beispiele sind weitgehend Inbegriff des ge- genwärtigen, „normalen“ Alltags, auch wenn sie teilweise an zwanghafte Verhaltensweisen erinnern.70 Dies führt zu einer intransparenten Grenzlinie zwischen einer vorgeblichen- und tatsächlich pathologischen Erkrankung. Diesbezüglich ist eine iDisorder nicht zu unterschät- zen, denn auch sie führt letzten Endes, durch die Wirkung der Technologien, auf Körper, Geist und Seele und als Folge diverser Symptome anderer psychischer Erkrankungen, zu Stress. Respektive zu Technostress.

[...]


1 Vgl. Aphorismus des vorsokratischen Philosophen Heraklit von Ephesus zitiert nach: Stampfl, N.: Die Zukunft der Dienstleistungsökonomie, 1. Aufl., Heidelberg: Springer-Verlag 2011, S. 12.

2 Vgl. Deubel, A.: Einfluss der Informationstechnologie auf die internationalen Finanzmärkte, 1. Aufl., Hamburg: Druck Diplomatica Verlag GmbH 2009, S. 1.

3 Vgl. Initiative D21 e.V. (Hrsg.), 2013: Anteil der Internetnutzer in Deutschland von 2001 bis 2013. URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13070/umfrage/entwicklung-der-internetnutzung-in- deutschland-seit-2001/ (abgerufen am 12.12.2014).

4 Vgl. Institut für Demoskopie Allensbach (Hrsg.), 2014: Anzahl der Nutzer eines Handys oder Smartphones in der deutschen Bevölkerung von 2013 bis 2014 (in Millionen). URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/168759/umfrage/besitzer-eines-handys-oder-smartphones/ (abgerufen am 12.12.2014).

5 Vgl. Institut für Demoskopie Allensbach (Hrsg.), 2014: Anzahl der Computernutzer (private und/oder berufliche Nutzung) in Deutschland von 2013 bis 2014 (in Millionen). URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/168951/umfrage/anzahl-der-computernutzer-in-deutschland/ (abgerufen am 12.12.2014).

6 Vgl. Nefiodow, L., 2014: Der 6. Kondratieff - die neuen langen Wellen der Wirtschaft. URL: http://www.kondratieff.net/#!der-sechste-kondratieff/cpyu (abgerufen am 13.12.2014).

7 Dreidimensionalität im Sinne von Körper, Geist und Seele. Vgl. Pircher-Friedrich, A.: Mit Sinn zum nachhaltigen Erfolg, 3. Aufl., Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co.KG 2011, S. 47.

8 Vgl. Pircher Friedrich 2011 S. 39-52.

9 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2014: Gesundheitsausgaben übersteigen 2012 die 300 Milliarden Euro. URL:https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/04/PD14_126_23611pdf.pdf?_ _blob=publicationFile (abgerufen am 15.12.2014).

10 Vgl. Nefiodow, L. in Oranig, P.: Gesundheitswirtschaft - Wachstumsmotor im 21. Jahrhundert, 1. Aufl., Wiesbaden: Springer Fachmedien 2011 S. 11.

11 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), o.J.: Gesundheitsausgaben nach Leistungsarten. URL:https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Tabellen/L eistungsarten.html (abgerufen am 16.12.2014).

12 Vgl. Pircher Friedrich 2011, S. 39-42.

13 Vgl. Generali Deutschland (Hrsg.), 2014: Ältere Menschen: Was sind ihre größten Wünsche für die Zukunft? URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/248407/umfrage/zukunftswuensche-aelterer-menschen-in- deutschland/ (abgerufen am 19.12.2014).

14 Vgl. McDonald’s (Hrsg.), 2014: Welche Dinge im Leben sind Ihnen außerordentlich wichtig und erstrebens- wert. URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/321901/umfrage/umfrage-unter-jungen-erwachsenen-zu-den- wichtigsten-dingen-im-leben/ (abgerufen am 19.12.2014).

15 Vgl. Bialek, C.: Eine Frage der Kultur, in: Handelsblatt 11/14, S. 52.

16 Vgl. Buchenau, P.: Chefsache Gesundheit, 1. Aufl., Wiesbaden: Gabler: 2013, S. 9.

17 Vgl. Kiesel, J.: Was ist krank? Was ist gesund?, 1. Aufl., Frankfurt am Main: Campus Verlag GmbH 2012, S. 223.

18 Vgl. Hafen, M.: Was ist Gesundheit und wie kann sie gefördert werden? In: Sozial Extra 03/07, S. 1-5. Von der Antike bis zum Mittelalter waren in Mitteleuropa bereits ganzheitliche Auffassungen von Gesundheit üblich. Wurde dem Gesundheitsbegriff zwar bis heute keine allgemeingültige Definition zugesprochen, so wurden zahllose Theorien und Interpretationen, welche sich weit über die bloße Definition der Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit hinaus erstreckten, Ausdruck ihres komplexen Wesens.

19 Vgl. WHO (Hrsg.), 2014: Verfassung der Weltgesundheitsorganisation 1946. URL: http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19460131/201405080000/0.810.1.pdf (abgerufen am 20.12.2014).

20 Vgl. Hafen 2007, S. 1-5.

21 Vgl. Waller, H.: Gesundheitswissenschaft, 5. Aufl., Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH 2011, S. 13.

22 Vgl. Waller 2011, S. 85.

23 Vgl. Franke 2012, S. 42-50.

24 Vgl. Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus: Sämtliche Werke. Bd. 2. Abteilung: Medizinische, naturwissenschaftliche und philosophische Schriften, Darmstadt 1965, S. 508-513.

25 Vgl. Franke 2012, S. 51-55; 171.

26 Vgl. Dost, J.: Arbeit, Führung und Gesundheit, 1. Aufl., Köln: Josef Eul Verlag GmbH 2014, S. 52.

27 Vgl. Tengtmeier 2013, S. 13.

28 Vgl. Heller, E.: Sozialberufe-Endstation Stress und Burnout? 1.Aufl., Hamburg: Diplomica Verlag 2014, S. 10.

29 Wenn nicht anders ausdrücklich formuliert ist im Folgenden von dem negativen Stressbegriff auszugehen.

30 Vgl. Techniker Krankenkasse (Hrsg.), 2013: Umfrage zum Gesundheitszustand in Abhängigkeit vom persönlichen Stresslevel in Deutschland. URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/282625/umfrage/gesundheitszustand-in-abhaengigkeit-vom- persoenlichen-stresslevel-in-deutschland/ (abgerufen am 27.12.2014).

31 Vgl. Kaluza, G.: Gelassen und sicher im Stress, 5. Aufl., Heidelberg: Springer Verlag 2014, S.4 und Tengtmeier 2013, S. 17.

32 Vgl. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Stressreport 2012, S. 8.

33 Vgl. Waller 2011, S. 38-41.

34 Vgl. Franke 2012, S. 118; S. 123.

35 Vgl. Rohde, M.: Kommunikative Deeskalation, 3. Aufl., Norderstedt: Books on Demand GmbH 2012, S. 59- 61.

36 Vgl. Dost 2014, S. 4.

37 Vgl. Treier, M.: Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, 1. Aufl., Wiesbaden: Springer Fachmedien 2015, S. 11.

38 Vgl. Kaluza 2014, S. 47.

39 Vgl. Friedel, A.: Technologieszenarios in der Antriebsentwicklung, 1. Aufl., München: Grun Verlag GmbH 2013, S. 4.

40 Vgl. Eigner, M.: Informationstechnologie für Ingenieure, 1. Aufl., Heidelberg: Springer-Verlag 2012, S. 2.

41 Vgl. Kruse, M.: Vereinbarkeit von Arbeit und Leben durch betriebliche Work-Life Balance Maßnahmen, 1. Aufl., Hamburg: Diplomica Verlag GmbH 2009, S. 7.

42 Vgl. Salanova, M.: The dark side of technologies: Technostress among users of information and communication technologies, in International Journal of Psychology 04/14, S. 423. (Originalquelle nur in spansicher Sprache verfügbar).

43 Vgl. Stampfl, N.: Die Zukunft der Dienstleistungsökonomie, 1. Aufl., Heidelberg: Springer-Verlag 2011, S. 13.

44 Vgl. Koch, E.: Globalisierung: Wirtschaft und Politik, 1. Aufl., Wiesbaden: Springer Fachmedien 2014, S. 80-82.

45 Vgl. Engstler, M.: Organisatorische Implementierung von Informationssystemen an Bankarbeitsplätzen, 1. Aufl., Wiesbaden: GWV Fachverlag GmbH 2009, S. 11.

46 Vgl. Franke, A.: Modelle von Gesundheit und Krankheit, 3. Aufl., Bern: Verlag Hans Huber 2012, S. 25.

47 Vgl. Riedl, R.: Mensch-Computer-Interaktion und Stress, in: HDM Praxis der Wirtschaftsinformatik 08/14, S. 97-106.

48 Vgl. Brod, C.: Techno Stress: The Human Cost of the Computer Revolution, 1. Aufl., Reading: AddisonWesley 1984, S. 16. - Freie Übersetzung.

49 Vgl. Selberg, C.: Technostress in the office: a distributed cognition perspective on human-technology interaction, in Cognition, Technology & Work 05/14, S. 187-189.

50 Vgl. Riedl 2014, S. 98.

51 Vgl. Rosen, L.: TechnoStress: coping with technology @work @home @play, 1.Aufl. Hoboken: J. Wiley 1997, S. 5. - Freie Übersetzung.

52 Vgl. Salanova 2014, S. 423 (Originalquelle nur in spansicher Sprache verfügbar).

53 Vgl. Salanova, M.: The dark side of technologies, in Korunka, C.; Hoonacker, P. (Hrsg.): The Impact of ICT on Quality of Working Life, Dordrecht: Springer Science + Business Media 2014, S. 87-89.

54 Vgl. Hartmann, R.: Rekrutierung im Mittelstand: Trends und Herausforderungen im Personalmanagement oder von Trüffelschweinen und Wollmilchsäuen, in Hartmann, M. (Hrsg.):Rekrutierung in einer zukunftsorientierten Arbeitswelt, Wiesbaden: Springer Fachmedien 2015, S. 229.

55 Vgl. Salanova 2014, S. 422-424. (Originalquelle nur in spansicher Sprache verfügbar).

56 Vgl. Kury, P.: Der überforderte Mensch - Eine Wissensgeschichte vom Stress zum Burnout, 1. Aufl., Frankfurt am Main: Campus Verlag GmbH 2012, S. 25.

57 Vgl. Johnsson-Smaragdi, U.: Vergleichende Jugendmedienforschung: Probleme und Perspektiven, in Schorr, A. (Hrsg.): Jugendmedienforschung, Wiesbaden: GWV Fachverlage GmbH 2009, S. 370-373.

58 Vgl. Häfner, P.: „Einige sehen den Computer als eine Art Selbstmedikation “ - Wenn der Bildschirm zum Fixpunkt wird, in Märkische Allgemeine vom 03.01.2015, S. 6.

59 Vgl. Salanova 2014, S. 88.

60 Vgl. Fieseler, C., 2014: The Leadership Dimension of Coping with Technostress, S. 532-535. URL: http://ieeexplore.ieee.org/xpls/abs_all.jsp?arnumber=6758669 (abgerufen am 07.01.2015).

61 Vgl. Bleul, H. (Hrsg.):Generation Handy, 2.Aufl., St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag GmbH 2008, S. 151.

62 Vgl. Bonner, S.: Doof it yourself, 1.Aufl., Köln: Bastei Lübbe AG 2011, o.S.

63 Vgl. Tretter, F.: Suchtmedizin kompakt, 2. Aufl., Stuttagrt: Schattauer GmbH 2012, S. 3.

64 Vgl. Spitzer, M.: Digitale Demenz - Wie wir unsere Kinder um den Verstand bringen, 1. Aufl., München: Droemer Knaur GmbH & Co.KG 2012c, o.S.

65 Vgl. Lossau, N. 2013: Digitale Demenz? Von wegen! URL: http://www.welt.de/gesundheit/article112361058/Digitale-Demenz-Von-wegen.html (abgerufen am 09.01.2015).

66 Vgl. Dueck, G.: Cut & Paste - Management und 99 andere Neuronenanstürme aus Daily Dueck, 1. Aufl., Heidelberg: Springer-Verlag 2014, S. 172-173.

67 Vgl. Born, S., o.J.: Führen digitale Medien zu „Digitaler Demenz“? URL:http://www.alumniportal-deutschland.org/wissenschaft-forschung/neues-aus-der- wissenschaft/artikel/digitale-demenz-michael-madeja-hirnforschung-manfred-spitzer.html (abgerufen am 11.01.2015).

68 Vgl. Malvey, D.: mHealth - Transforming Healthcare, 1. Aufl., Dordrecht: Springer Science + Business Media 2014, S. 202.

69 Vgl. Rosen, L.: Die digitale Falle, 1. Aufl. Heidelberg: Springer-Verlag 2013, S. 4-6; S. 64 und ff.

70 Vgl. Rosen 2013, S. 1-3.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Technostress, Digitale Demenz und iDisorder. Auswirkungen der Informationstechnologie auf die Gesundheit
Untertitel
Erkenntnisse für die Praxis und Ableitung von Lösungsansätzen.
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
1,7
Jahr
2015
Seiten
94
Katalognummer
V311848
ISBN (eBook)
9783668107885
ISBN (Buch)
9783668107892
Dateigröße
1301 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informationstechnologie, stress, gesundheit
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Technostress, Digitale Demenz und iDisorder. Auswirkungen der Informationstechnologie auf die Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311848

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