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Streitgespräche in Theorie und Praxis. Eine linguistische Analyse

Titel: Streitgespräche in Theorie und Praxis. Eine linguistische Analyse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Carolina Kaiser (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kommunikation, ob verbal oder nonverbal, ist ein täglicher und unumgänglicher Bestandteil des Zusammenlebens in einer Gesellschaft. Interaktion in seiner verbalen Form findet wohl in allen Lebensbereichen oder Situationen sowie in den verschiedensten Konstellationen statt. Es dient einerseits der reinen Verständigung, andererseits dem Klären von Beziehungsverhältnissen oder dem einfachen Informationsaustausch.

Gespräche äußern sich in den verschiedensten Formen, wie beispielsweise dem Argumentieren, Diskutieren, Besprechen, Beurteilen oder dem Erklären, und beinhalten damit verbundene zielgerichtete Intentionen, welche idealerweise erfüllt werden sollten. Dies setzt jedoch eine gewisse Gesprächsbereitschaft des Gegenübers voraus, damit es überhaupt zu einer erfolgreichen Kommunikation kommen kann. Bleibt dies jedoch aus, scheint die Interaktion gestört und mag sich mehr und mehr in ein konfliktäres Gespräch transformieren, dem Streit. Wo aber fängt ein Streit an und wo hört er auf? Wann kann man von einem Streit sprechen? Auch im Rahmen von Argumentationen oder Diskussionen kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Sprechen wir diesbezüglich ebenfalls von einem Streit? Wie ist der Streit zu definieren und inwiefern lässt er sich zu anderen wie den oben erwähnten ähnlichen Gesprächsformen abgrenzen? Hierbei wäre es zudem sinnvoll zu überlegen, ob es beispielsweise gewisse charakteristische Faktoren bezüglich eines typischen Ablaufs gäbe.

Diese vorangestellten Fragen und Überlegungen geben der folgenden Arbeit Anlass, den bisherigen Forschungsstand bezüglich des breiten und facettenreichen Themas „Streitgespräche“ in strukturierter Form aufzuarbeiten und die in der Theorie vorgestellten Ansätze hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz kritisch zu beurteilen. Dabei soll folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Inwieweit lassen sich die in der Theorie vorgestellten Aspekte hinsichtlich der Streitgespräche praktisch anwenden?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung und Begriffsabgrenzung

3. Arten von Streitgesprächen

4. Merkmale von Streitgesprächen

5. Auslöser von Streitgesprächen

6. Ablauf von Streitgesprächen

7. Analyse eines exemplarischen Streitgesprächs

8. Fazit

9. Fachdidaktischer Teil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den theoretischen Forschungsstand zum Thema „Streitgespräche“ strukturiert aufzuarbeiten und die praktische Anwendbarkeit der theoretischen Konzepte anhand einer empirischen Analyse kritisch zu hinterfragen. Dabei steht insbesondere die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit sich theoretische Modelle auf reale, hitzige Gesprächssituationen übertragen lassen.

  • Definition und Abgrenzung von Streitgesprächen gegenüber anderen Kommunikationsformen
  • Klassifizierung verschiedener Typen von Streitgesprächen
  • Analyse von Merkmalen und Auslösern konfliktärer Interaktionen
  • Untersuchung des Phasenverlaufs von Streitgesprächen
  • Fachdidaktische Implikationen für den schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

7. Analyse eines exemplarischen Streitgesprächs

Im folgenden analytischen Teil dieser Arbeit soll anhand eines exemplarischen Gesprächs einer politischen Talkshow die vorangestellte Theorie hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit überprüft beziehungsweise kritisch beurteilt werden. Dabei wird einerseits versucht, das Gespräch anhand der erarbeiteten Merkmale dem Typus Streitgespräch zuzuordnen, andererseits sollen Auslöser festgestellt werden, die sich entweder mit den Aspekten der Theorie decken oder aber unterscheiden. Des Weiteren wird untersucht, ob sich die Konversation in die einzelnen Verlaufsphasen konfliktärer Gespräche eingliedern lässt.

Als Anwendungsgrundlage soll die Diskussion in der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ (ARD) herangezogen werden, welche die Integration der islamischen Kultur in die deutschen Lebensnormen thematisiert („Schleier und Scharia: Gehört der Islam zu Deutschland?“). Gerade im Rahmen solcher Debatten kommt es oft auf natürliche Art und Weise zu hitzigen und emotionalen Wortwechseln, weswegen diese Art von sprachlichem Material gewählt worden ist und somit künstliche Streitgespräche aus beispielsweise Theaterstücken aufgrund ihrer Mustergültigkeit außer Acht gelassen werden sollen.

Teilnehmer der Show sind neben der Moderatorin Sandra Maischberger die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, die türkische Lehrerin Zehra Yilmaz, die deutsch-türkische Fernsehredakteurin und Journalistin Güner Balci sowie die Politiker Hans Christian Ströbele, Heinz Buschkowsky und Jürgen Hermann. Nach anfänglicher sachlicher Stellungnahme Buschkowkys nimmt das Gespräch infolge Maischbergers Frage an Ströbele eine Wende, denn die vorerst sachliche Debatte scheint sich in ein konfliktäres Gespräch zu transformieren. Demnach soll im Vorwege dieser gesamte Abschnitt (3:22-6:10 Min.) transkribiert werden und dann abschnittsweise analysiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Kommunikation ein, differenziert zwischen verschiedenen Gesprächsformen und stellt die Forschungsfrage zur praktischen Anwendbarkeit der Theorie von Streitgesprächen.

2. Begriffsklärung und Begriffsabgrenzung: Das Kapitel definiert den Begriff Streit durch Abgrenzung von verwandten Begriffen wie Konflikt oder Diskussion und hebt dabei die affektive Komponente hervor.

3. Arten von Streitgesprächen: Hier werden idealtypische Formen von Streitgesprächen, insbesondere nach Apeltauer und Richter, vorgestellt und hinsichtlich ihrer Objektorientierung klassifiziert.

4. Merkmale von Streitgesprächen: Der Abschnitt erläutert zentrale Merkmale wie die Störung der Kooperativität, Missachtung der Konversationsmaxime sowie gestörte Responsivität und Argumentation.

5. Auslöser von Streitgesprächen: Es werden vier spezifische Felder benannt, in denen Streit entstehen kann, darunter Basisregeln, Rollen, pragmatische Grundsätze und Sprachbarrieren.

6. Ablauf von Streitgesprächen: Dieses Kapitel stellt ein Phasenmodell vor, das die Eskalationsphase, Auseinandersetzungshöhepunkte und die Schlussphase umfasst.

7. Analyse eines exemplarischen Streitgesprächs: Anhand eines Transkripts aus einer Talkshow wird die theoretische Anwendbarkeit der zuvor definierten Merkmale und Phasenmodelle praktisch überprüft.

8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die theoretischen Ansätze eine geeignete Schablone bieten, die Identifizierung von Streit in der Praxis jedoch aufgrund situativer Faktoren komplex bleibt.

9. Fachdidaktischer Teil: Hier wird die Relevanz des Themas Streitgespräche für den schulischen Unterricht diskutiert und Lernziele für die 9. Klassenstufe entwickelt.

Schlüsselwörter

Streitgespräch, Kommunikation, Konflikt, Linguistische Pragmatik, Sprechhandlungen, Eskalationsphase, Gesprächsanalyse, Kooperativität, Konversationsmaximen, Talkshow, Argumentation, Fachdidaktik, Rollenverhalten, Sprachbarrieren, Responsivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse von Streitgesprächen, wobei theoretische Definitionen und Modelle mit der praktischen Anwendung in realen Kommunikationssituationen verglichen werden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Definition des Begriffs Streit, verschiedene Typologien und Merkmale, die Auslöser sowie den typischen Phasenverlauf von konfliktären Gesprächen, ergänzt durch einen fachdidaktischen Ausblick.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit theoretisch definierte Aspekte von Streitgesprächen auf die tatsächliche Praxis übertragen und dort identifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur und verknüpft diese mit einer empirischen Analyse, basierend auf einem transkribierten Ausschnitt einer politischen Talkshow.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe, Merkmale, Auslöser, Phasen) und eine darauf aufbauende Fallanalyse eines spezifischen, konfliktreichen Gesprächsabschnitts.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Streitgespräch, Kommunikation, Eskalationsphase, Gesprächsanalyse, Kooperativität und Konfliktregelung.

Warum wurde ein Ausschnitt aus einer Talkshow für die Analyse gewählt?

Talkshows bieten authentisches, nicht künstlich konstruiertes Material, das in der natürlichen Umgebung politischer Debatten regelmäßig zu hitzigen Wortwechseln führt und somit ideal zur Anwendung der Theorie geeignet ist.

Welche Rolle spielt der fachdidaktische Teil in dieser Ausarbeitung?

Der fachdidaktische Teil zeigt auf, wie das Thema „Streitgespräche“ im Deutschunterricht der Sekundarstufe I behandelt werden kann, um Schülern Analysekompetenzen und Lösungsstrategien für Konflikte zu vermitteln.

Welches Ergebnis liefert die Analyse des exemplarischen Streitgesprächs?

Die Analyse zeigt, dass sich die theoretischen Phasenmodelle grundsätzlich anwenden lassen, es jedoch aufgrund der situativen und emotionalen Natur von Streit zu individuellen Abweichungen im Ablauf kommt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Streitgespräche in Theorie und Praxis. Eine linguistische Analyse
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,3
Autor
Carolina Kaiser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V311859
ISBN (eBook)
9783668107717
ISBN (Buch)
9783668107724
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pragmatik Linguistik Kommunikation Konflikt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolina Kaiser (Autor:in), 2014, Streitgespräche in Theorie und Praxis. Eine linguistische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311859
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Leseprobe aus  23  Seiten
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