Die Arbeit bietet einen Einstieg wie Wagniserziehung im Sportunterricht zum Thema werden kann. Anhand von Praxisbeispielen und wissenschaftlicher Literatur wird ein Leitfaden erstellt, der es einerseits Lehrkräften ermöglicht, einen Einstieg in die Wagniserziehung zu finden und andererseits Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt zu erfahren, welche positiven Aspekte Wagniserziehung und Wagnisse an sich für das Erwachsenwerden haben können.
Diskutiert werden die Vor- und Nachteile der Wagniserziehung, wie sie im Lehrplan des bayerischen Staatsministeriums für Bildung vorgesehen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Ist Wagniserziehung im Sportunterricht berechtigt?
2. Wagniserziehung im Sportunterricht
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Didaktisch-methodische Schritte einer Wagnisbewältigung im Rahmen der Wagniserziehung
2.2.1 Aufsuchen
2.2.2 Aushalten
2.2.3 Auflösen
2.3 Ziele der Wagniserziehung im Sportunterricht
2.4 Die Ambivalenz sportlicher Wagnisse nach Neumann
2.4.1 Das Gelingen von Wagnissen
2.4.1.1 Die Sonnenseite des Gelingens
2.4.1.2 Die Schattenseite des Gelingens
2.4.2 Das Misslingen von Wagnissen
2.4.2.1 Die Schattenseite des Misslingens
2.4.2.2 Die Sonnenseite des Misslingens
3. Ausblick in die Zukunft der Wagniserziehung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Berechtigung und pädagogische Relevanz der Wagniserziehung im schulischen Sportunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie Wagnissituationen didaktisch gestaltet werden können, um die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler auf kognitiver, emotionaler und motorischer Ebene zu fördern, ohne dabei unverantwortbare Risiken einzugehen.
- Grundlagen und Begriffsbestimmungen der Wagniserziehung
- Didaktisch-methodische Struktur von Wagnissituationen
- Zielsetzungen der Wagniserziehung im Schulsport
- Ambivalente Auswirkungen von Wagnissen (Gelingen vs. Misslingen)
- Reflexion über Sicherheit, Verantwortung und Risikomanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinitionen
Um die Wagniserziehung und ihre Konzepte zu verstehen sollen vorerst wichtige Begrifflichkeiten erklärt und veranschaulicht werden. Definiert werden die Begriffe Wagnis und Wagnissport aus welchen sich letztendlich eine Definition für Wagniserziehung bilden lässt.
Neumann definiert das Wagnis verschiedenartig. Einerseits ist er der Meinung ein Wagnis sei das Finden eines Gleichgewichts und der Prozess des Abwägens zwischen den eigenen Fähigkeiten und dem Grad der Ungewissheit (Neumann in Lange und Sinning, 2009) andererseits die
„Bewusste Entscheidung, sich angesichts möglicher negativer leiblicher Folgen im Fall des Misslingens zu exponieren und diese unsichere Handlungssituation nicht im alleinigen Vertrauen auf das Material oder andere zu bewältigen, sondern auf der Basis des eigenen sportlich-motorischen Könnens“. (Neumann in Gissel und Schwier, 2003, S. 49)
Ein Vergleich der beiden Definitionen zeigt deutlich, dass Neumann das Eingehen eines Wagnisses als freiwilligen Prozess sieht, welche jedoch auch gewisse Gefahren mit sich bringen kann. Scheitert man am Wagnis kann dies einerseits zu einer sozialen Gefahr werden, da man sich möglicherweise vor Anderen blamiert, auf der anderen Seite kann das Misslingen eines Wagnisses ernste körperliche Folgen und Verletzungen nach sich ziehen. Ebenfalls charakteristisch für ein Wagnis scheint zu sein, dass die Aufgabe im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, sowohl kognitiv als auch motorisch, gelöst wird. Vertrauen in andere Personen wird nicht ausgeschlossen, ist aber kein wesentlicher Faktor jedes Wagnisses.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ist Wagniserziehung im Sportunterricht berechtigt?: Das Kapitel erörtert die Notwendigkeit und Legitimation von Wagniserziehung im bayerischen Sportunterricht unter Berücksichtigung von Lehrplänen und kindlicher Entwicklung.
2. Wagniserziehung im Sportunterricht: Dieses Kapitel liefert theoretische Definitionen, didaktische Schritte der Bewältigung sowie eine Analyse der Ambivalenz und Zielsetzung von Wagnissen im Sport.
2.1 Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Wagnis und Wagnissport auf Basis wissenschaftlicher Definitionen (u.a. Neumann, Schleske) theoretisch fundiert.
2.2 Didaktisch-methodische Schritte einer Wagnisbewältigung im Rahmen der Wagniserziehung: Es werden die drei zentralen Phasen Aufsuchen, Aushalten und Auflösen erläutert, die eine pädagogisch begleitete Wagnisbewältigung ausmachen.
2.3 Ziele der Wagniserziehung im Sportunterricht: Das Kapitel stellt sieben spezifische Ziele vor, die soziale, kognitive und emotionale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärken sollen.
2.4 Die Ambivalenz sportlicher Wagnisse nach Neumann: Es wird die Doppelwertigkeit von Wagnissen beleuchtet, indem sowohl positive als auch negative Konsequenzen beim Gelingen und Misslingen diskutiert werden.
3. Ausblick in die Zukunft der Wagniserziehung: Der Autor resümiert den aktuellen Stand und fordert eine stärkere Verankerung der Wagniserziehung in den Lehrplänen, trotz weiterhin bestehender Herausforderungen durch fehlende empirische Beweise.
Schlüsselwörter
Wagniserziehung, Sportunterricht, Neumann, Wagnissituationen, Risikokompetenz, Schulsport, Selbsteinschätzung, Bewegungserziehung, Pädagogik, Ambivalenz, Sicherheitserziehung, motorische Fähigkeiten, soziale Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die pädagogische Berechtigung, die methodische Gestaltung und die Zielsetzungen der Wagniserziehung im Sportunterricht an Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Wagnissen, der didaktischen Strukturierung (Aufsuchen, Aushalten, Auflösen) und der kritischen Reflexion von Risiken und Chancen für Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wagniserziehung als erzieherische Methode eingesetzt werden kann, um Kompetenzen wie Selbsteinschätzung und Verantwortungsbewusstsein bei Schülern zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf sportpädagogischen Modellen basiert, insbesondere den Arbeiten von Peter Neumann.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Ambivalenz von Wagnissen detailliert analysiert, unterteilt in das Gelingen und Misslingen sowie deren pädagogische Auswirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wagniserziehung, Sportunterricht, Risikokompetenz, pädagogische Ambivalenz, Selbsteinschätzung und soziale Verantwortung.
Warum ist das "Aushalten" laut Neumann so wichtig?
Das Aushalten ist entscheidend, da ein Wagnis nach dem Beginn meist nicht mehr abgebrochen werden kann und somit motorische, emotionale und kognitive Fähigkeiten unter Druck angewendet werden müssen.
Was beschreibt die "Gladiatorkomponente"?
Sie beschreibt den negativen sozialen Druck in einer Gruppe, der Schüler dazu verleiten kann, Wagnisse einzugehen, denen sie eigentlich nicht gewachsen sind, um sich zu beweisen.
- Citation du texte
- Maximilian Bauer (Auteur), 2014, Das Konzept der Wagniserziehung im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311964