Aktuelle Diskussionen und politische Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind und bleiben in Deutschland ein Kernthema der Familienpolitik. Insbesondere junge Eltern wünschen sich einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf, um ihre Erwerbs- und Einkommenschancen zu erhöhen. Eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung soll Eltern zukünftig diesen Schritt leichter machen. Deshalb investiert die Bundesregierung in den Ausbau der Kinderbetreuung. Im Fokus steht insbesondere der Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren.
Der Bund übernimmt einen Drittel der Kosten für diesen Ausbau und beteiligt sich bis 2013 mit vier Milliarden Euro. Ab 2014 stellt er den Bundesländern weitere 770 Millionen für die laufenden Betriebskosten zur Verfügung. Gemeinsam mit den Ländern und Verbänden will der Bund bis zum Jahre 2013 schrittweise ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege für bundesweite 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren aufbauen. Rund ein Drittel der neuen Plätze sollen bei Tagesmüttern oder auch Tagesvätern entstehen.
Für uns war es deshalb unverzichtbar zu hinterfragen, wie der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Hilden-Süd strukturiert und die geplante Umsetzung bis zum Jahre 2013 organisiert ist. Nach einer kurzen Beschreibung des Aktionsprogramms „Kindertagespflege“ und der Definition von „Kindertagespflege“ werden wir im folgenden Beitrag auf die rechtlichen und pädagogischen Bestimmungen und Regelungsinhalte der Kindertagespflege eingehen und unsere Recherchen im Standort Hilden(-Süd) dazu einbinden und dokumentieren.
Eine große Hilfe bei unserer Expedition waren insbesondere drei Mitarbeiterinnen des Amtes für Jugend, Schule und Sport Hilden, die sich bereit erklärten uns in einem sehr ausführlichen und langen Interview detaillierte und wertvolle Informationen zu unseren Fragestellungen zu geben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Das Aktionsprogramm „Kindertagespflege“
II. Definition von „Kindertagespflege“
III. Die Stadt Hilden - Standortbeschreibung
IV. Rechtliche Rahmenbedingungen zur Kindertagespflege und ihre Umsetzung in Hilden(-Süd)
V. Pädagogische Rahmenbedingungen zur Kindertagespflege und ihre Umsetzung in Hilden-Süd
VI. Grundlegende Aspekte bei der Entwicklung von Kleinkinder (0 bis 4 Jahre)
VII. Die Kooperation von Kindertagespflege und Tageseinrichtung und ihre Umsetzung in Hilden(-Süd)
VIII. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des Stadtteils Hilden-Süd die sozialräumlichen Gegebenheiten und die Umsetzung des politischen Ausbaus der Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren. Ziel ist es, die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen sowie die Kooperationsmodelle zwischen Tagespflege und Kindertageseinrichtungen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Struktur und Organisation des U3-Ausbaus in Hilden-Süd
- Rechtliche Grundlagen und Finanzierung der Kindertagespflege
- Pädagogische Anforderungen an die Betreuung und Ausstattung
- Bedeutung der kindlichen Entwicklung für die Tagespflege
- Synergieeffekte durch Kooperationen zwischen Tagespflege und Kitas
Auszug aus dem Buch
Platz und Ausstattung
Da die Kinder täglich und in der Regel über einen längeren Zeitraum in einer Tagespflege betreut werden, sind an die Räumlichkeiten und die Ausstattung gewisse Ansprüche zu stellen, die pädagogischen, praktischen aber auch sicherheitsrelevanten Kriterien und Richtlinien zu entsprechen haben. Zunächst einmal muss eine ausreichend große Fläche zur Verfügung stehen, um den zu betreuenden Kindern Raum für alle notwendigen Bedürfnisse zu schaffen. Da in diesem Alter die Bedürfnisse der Kinder sehr vielfältig sind, ergeben sich daraus ebenso vielfältige Anforderungen. Idealerweise sollten die Kinder in den Räumlichkeiten Rückzugsmöglichkeiten haben, wie eine Kuschelecke und andererseits auch genug Raum für spielerische Aktivitäten. Darüber hinaus sollte zusätzlich noch ein Raum zur Verfügung stehen, der durch kindgerechtes Mobiliar, wie Kinderstühle und Kindertische auch für Bastel- und Malarbeiten nutzbar ist und an dem die Kinder auch ihre Mahlzeiten einnehmen können. Eine altersgerechte sanitäre Ausstattung sollte vorhanden sein, um die kleinen Kinder wickeln zu können und den älteren Kindern einen selbstständigen Toilettengang ermöglicht. Die empfohlene Raumgröße nach der Checkliste des BMFSFJ beträgt pro Kind 6 qm, inklusive 2,5 qm die für einen separaten Schlafraum genutzt werden sollten.
Zur idealen Ausstattung gehört zudem Spielzeug, welches die Kinder zur Selbstbeschäftigung anregt, aber auch Materialien, die von den Kindern in der Gruppe genutzt werden können und somit auch die interaktiven sozialen Fähigkeiten der Kinder fördern. Alle Materialien sollten abwechslungsreich und so platziert sein, dass sie für die Kinder anschaulich geordnet und greifbar sind und Spielzeug, was für kleine Kinder noch nicht geeignet ist, sollte auch nur für die Größeren zugänglich sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit thematisiert die sozialräumliche Situation in Hilden-Süd im Kontext der familienpolitischen Debatte über den Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren.
I. Das Aktionsprogramm „Kindertagespflege“: Vorstellung des bundesweiten Förderprogramms zur Gewinnung und Qualifizierung von Personal für die Kindertagespflege bis zum Jahr 2013.
II. Definition von „Kindertagespflege“: Erläuterung der gesetzlichen Verankerung der Kindertagespflege im SGB VIII sowie der Bildungs- und Erziehungsaufträge.
III. Die Stadt Hilden - Standortbeschreibung: Analyse der städtebaulichen und demografischen Daten Hildens sowie spezifische Informationen zum Stadtteil Hilden-Süd.
IV. Rechtliche Rahmenbedingungen zur Kindertagespflege und ihre Umsetzung in Hilden(-Süd): Detaillierte Darstellung des Pflegeerlaubnisverfahrens, der Qualifizierungsanforderungen und der finanziellen Geldleistungen für Tagespflegepersonen in Hilden.
V. Pädagogische Rahmenbedingungen zur Kindertagespflege und ihre Umsetzung in Hilden-Süd: Untersuchung der Anforderungen an Räumlichkeiten, Sicherheitsaspekte und die pflegerische Betreuung der Kinder.
VI. Grundlegende Aspekte bei der Entwicklung von Kleinkinder (0 bis 4 Jahre): Darstellung entwicklungspsychologischer Bedürfnisse von Kleinkindern und deren Bedeutung für das Handeln einer Tagespflegeperson.
VII. Die Kooperation von Kindertagespflege und Tageseinrichtung und ihre Umsetzung in Hilden(-Süd): Analyse der Synergieeffekte zwischen Tagespflege und Kitas zur Verbesserung der Betreuungsangebote für Eltern und Kinder.
VIII. Fazit: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse, insbesondere bezüglich der Ausbildungsdauer, Bindungsqualität und der Belastungsgrenzen bei der Betreuung mehrerer Kleinkinder.
Schlüsselwörter
Kindertagespflege, U3-Ausbau, Hilden-Süd, Kinderbetreuung, SGB VIII, Tagesmutter, Frühkindliche Entwicklung, Kindeswohl, Kooperation, Familienpolitik, Pflegeerlaubnis, Kindertageseinrichtung, Sozialraum, Qualifizierung, Bedarfsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Implementierung und Umsetzung der Kindertagespflege für Kinder unter drei Jahren im speziellen Kontext des Stadtteils Hilden-Süd unter Berücksichtigung politischer und pädagogischer Vorgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Qualifizierung von Tagespflegepersonen, die pädagogische Ausgestaltung der Betreuung sowie die Kooperationsformen zwischen Tagespflege und Kindertageseinrichtungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist die Analyse des U3-Betreuungsangebotes in Hilden-Süd, um zu bewerten, wie die gesetzlich geforderten Betreuungsquoten in der Praxis umgesetzt werden und welche Herausforderungen dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse zu rechtlichen und pädagogischen Grundlagen sowie eine empirische Datenerhebung mittels eines Experteninterviews mit Mitarbeiterinnen des Amtes für Jugend, Schule und Sport Hilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der rechtlichen Grundlagen, die Beschreibung der spezifischen Situation in Hilden, die pädagogischen Qualitätsanforderungen sowie die Analyse der Kooperationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Betreuungsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindertagespflege, U3-Ausbau, Hilden-Süd, frühkindliche Entwicklung, Kooperation und Kindeswohl definiert.
Wie werden Tagespflegepersonen in Hilden qualifiziert?
Tagespflegepersonen durchlaufen eine 160-stündige Ausbildung nach dem Curriculum des Deutschen Jugendinstituts, die durch die Evangelische Erwachsenenbildung Hilden durchgeführt wird, ergänzt durch regelmäßige Fortbildungen.
Welches Fazit ziehen die Autoren zur Kindertagespflege?
Die Autoren bewerten die Kindertagespflege grundsätzlich als positive Ergänzung zur institutionellen Betreuung, äußern jedoch kritische Bedenken hinsichtlich der kurzen Ausbildungszeit und potenzieller Überlastung bei der Betreuung mehrerer Kinder.
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- Anonym (Author), 2012, Kindertagespflege. Rechtliche und pädagogische Bestimmungen und Ausbau von U3-Kitaplätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311996