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Contingent Convertible Bonds. Ein Instrument zur Verbesserung der Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken?

Titel: Contingent Convertible Bonds. Ein Instrument zur Verbesserung der Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken?

Bachelorarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Philipp Kallies (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Finanzmärkte verändern sich durch die Globalisierung immer schneller, was eine stetige Anpassung der Regulierungsprozesse mit sich führt. Dies bestätigte die Finanzkrise im Jahre 2007/2008 umso mehr, da Banken in dieser Notsituation zu wenig haftendes Eigenkapital gebildet haben. Aufgrund der defizitären Eigenkapitalausstattung wurden einige Institute durch staatliche Mittel unterstützt, da ein Scheitern dieser systemrelevanten Finanzinstitute eine zu große negative Auswirkung für die gesamte Volkswirtschaft gehabt hätte. Das Resultat ist eine negative Anreizwirkung für klassische Anleihengläubiger von großen, systemrelevanten Geldhäusern, da diese nur im Falle einer Insolvenz haften. Die Zahlungsansprüche würden somit auch bei einer technischen Insolvenz aufrecht gehalten, da ein Scheitern der Bank aus gesamtwirtschaftlicher Sicht nicht vorteilhaft ist.

Bereits in der Vergangenheit wurden durch das Regelwerk Basel II Vorkehrungen getroffen, die diese Situation verhindern bzw. abmildern sollten. Das sogenannte hybride Kapital sollte in einer Notsituation bereits vor einer Zahlungsunfähigkeit in Eigenkapital gewandelt werden, um die Zahlungsfähigkeit einer Bank zu stärken. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass genau diese Kapitalinstrumente in einer Notsituation nicht oder nur bedingt zur Verfügung standen. Das hat der Basler Ausschuss zum Anlass genommen, mit dem Regelwerk um Basel III den negativen Anreizen und Lücken bei der Verlustabsorptionsfähigkeit von hybridem Kapital entgegen zu wirken. Grundlage der Änderung ist die adäquate Bereitstellung von Eigenkapital oder solchen Kapitalinstrumenten, die in einer Krisensituation zur vollen Verlustabsorption beitragen können. Eine Art dieser eigenkapitalnahen Instrumente werden als Contingent Convertible Bonds bezeichnet und bilden den Untersuchungsrahmen dieser Arbeit.

Im Fokus der Arbeit steht die Analyse der Verbesserung der Verlustabsorptionsfähigkeit von Contingent Convertible Bonds. Der Begriff der Verlustabsorptionsfähigkeit wird in Abschnitt 3 genauer definiert, um im weiteren Verlauf der Arbeit die Fragestellung auf Basis dieser Definition zu untersuchen. Des Weiteren wird auf die gesetzlichen Vorgaben, basierend auf Basel III, Bezug genommen, welche die Verwendung sowie die Ausgestaltung von Contingent Convertible Bonds maßgeblich beeinflussen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Contingent Convertible Bonds

2.1 Contingent Capital: Begriffseinordnung

2.2 Funktion und Aufbau

2.3 Der Auslöser

2.3.1 Technische vs. diskretionäre Trigger

2.3.2 Kennzahlen- vs. marktpreisbasierte Trigger

2.3.3 Low- vs. High-Trigger

2.3.4 Dual-Trigger

2.4 Umwandlungsbedingungen von CCBs

2.5 Eine Differenzierung zum Bail-In

3 Warum treten Contingent Convertible Bonds in den Fokus der Betrachtung?

3.1 Geänderte Eigenkapitalanforderungen – Von Basel II zu Basel III

3.2 Geänderte Eigenkapitalquantität

3.3 Geänderte Eigenkapitalqualität

3.3.1 Neue Anforderungen

3.3.2 Anerkennung von CCBs zum regulatorischem Eigenkapital

3.4 CCBs als Lösungsansatz des TBTF-Problems

4 Untersuchung der Verlustabsorptionsfähigkeit von CCBs

4.1 Untersuchung ausgewählter Trigger hinsichtlich ihrer Wirkung

4.1.1 Einordnung in den thematischen Kontext

4.1.2 Marktbasierte Trigger

4.1.3 Kennzahlenbasierte Trigger

4.1.4 Entscheidungsbasierte Trigger

4.1.5 Dual-Trigger

4.2 Kritische Analyse der Verlustabsorptionsfähigkeit von CCBs

5 Zusammenfassung und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit Contingent Convertible Bonds (CCBs) als Finanzinstrumente geeignet sind, die Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken zu verbessern und somit systemische Risiken zu mindern. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der verschiedenen Auslösemechanismen (Trigger), deren Wirkung im Hinblick auf regulatorische Anforderungen nach Basel III und die Wirksamkeit bei der Stabilisierung von systemrelevanten Kreditinstituten.

  • Funktionsweise und Aufbau von Contingent Convertible Bonds
  • Regulatorischer Rahmen und Eigenkapitalanforderungen gemäß Basel III
  • Analyse verschiedener Trigger-Varianten (markt-, kennzahlen- und entscheidungsbasiert)
  • Bewertung der Verlustabsorptionsfähigkeit im "going-concern"-Fall
  • Diskussion der Too-Big-To-Fail-Problematik und Lösungsansätze durch CCBs

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Marktbasierte Trigger

Ob ein CCB Verluste absorbieren kann, hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Wandlung ab. Die Grundlage eines marktbasierten Triggers kann ein Aktienwert, ein branchenumfassender Index oder der Spread eines Credit Default Swaps sein.55 Grundsätzlich wird unterschieden, ob der Basiswert das Risiko des eignen Unternehmens oder mehrerer Unternehmen abbildet. Nachteil eines branchenumfassenden Triggers ist es, dass Einzelrisiken nicht erfasst werden. Erleidet eine Bank hohe Verluste, die nicht aus systematischen Einflüssen resultieren, wird das Triggerereignis nicht ausgelöst. Es ist jedoch auch denkbar, dass durch eine Krise der Finanz sektor hohe Verluste erleidet, sodass einzelne Banken trotz einer adäquaten Risikovorsorge, dennoch vom auslösenden Trigger betroffen sind. Wird die eigene Aktie als Basiswert vereinbart, können diese Nachteile ausgeschlossen werden.56 Nicht börsennotierte Banken sind hierbei jedoch im Nachteil und können nur begrenzt auf eigene marktwertbasierte Trigger zurückgreifen.57

Mit Blick auf die Käufergruppen und die damit notwendige Transparenz des Basiswertes, weißt ein marktwertorientierter Trigger klare Vorteile auf. Beispielsweise kann eine Aktie von allen Interessensgruppen regelmäßig und ohne Zugangsbarrieren nachvollzogen werden. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist es, dass der Wert regelmäßig neu gebildet wird. Dies bedeutet, dass eine wirtschaftliche Notsituation, sofern ein adäquater Trigger vereinbart wurde, sofort erkannt wird und die Wandlung in hartes Kernkapital erfolgt. Ein zeitlicher Verzug aufgrund fehlender Informationen zum Basiswert ist somit ausgeschlossen.58

Eine der wahrscheinlich wichtigsten Fragen mit Blick auf die Verlust absorptionsfähigkeit von CCBs ist, ob der Trigger rechtzeitig ausgelöst wird und neues hartes Kernkapital zur Verfügung steht. Aktienkurse unterliegen zum Teil starken Volatilitäten, die nicht unbedingt durch das eigene Institut ausgelöst werden müssen. Somit droht die Gefahr, dass eine Schwelle unterschritten wird, obwohl kein Rekapitalisierungsbedarf des Instituts besteht. Aus diesem Kontext heraus ist zu überlegen, ob ein Aktienkurs, beeinflusst durch die tägliche Volatilität der Märkte, der richtige Basiswert für CCBs ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik systemrelevanter Banken während der Finanzkrise 2007/2008 ein und etabliert Contingent Convertible Bonds als Untersuchungsgegenstand zur Stärkung der Verlustabsorptionsfähigkeit.

2 Contingent Convertible Bonds: Dieses Kapitel definiert Contingent Capital, erläutert Aufbau sowie Funktionsweise von CCBs und analysiert die verschiedenen Auslösungsmechanismen (Trigger) sowie Umwandlungsbedingungen.

3 Warum treten Contingent Convertible Bonds in den Fokus der Betrachtung?: Es werden die regulatorischen Änderungen von Basel II zu Basel III, die Anforderungen an die Eigenkapitalqualität und CCBs als potenzieller Lösungsansatz für das TBTF-Problem (Too Big To Fail) diskutiert.

4 Untersuchung der Verlustabsorptionsfähigkeit von CCBs: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Wirkungsweise verschiedener Trigger-Varianten sowie deren kritische Eignung zur Verlustabsorption und Stabilisierung von Banken.

5 Zusammenfassung und Bewertung: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und kritisch bewertet, insbesondere hinsichtlich der Eignung von CCBs und der Herausforderungen bei der Wahl eines adäquaten Triggers.

Schlüsselwörter

Contingent Convertible Bonds, CCBs, Eigenkapital, Verlustabsorptionsfähigkeit, Basel III, Trigger, hartes Kernkapital, Too-Big-To-Fail, TBTF, Finanzkrise, Bankenregulierung, Wandlung, Eigenkapitalqualität, Kapitalinstrumente, Risikomanagement

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit sogenannten Contingent Convertible Bonds (CCBs) als hybriden Kapitalinstrumenten und untersucht deren Eignung, die Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken in Krisensituationen zu stärken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die regulatorischen Vorgaben von Basel III, die Konstruktionsmerkmale von CCBs, die Analyse verschiedener Trigger-Ereignisse sowie die Problematik systemrelevanter Finanzinstitute.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob CCBs durch eine automatisierte Wandlung von Fremd- in Eigenkapital tatsächlich eine effektive Verlustabsorption ermöglichen und somit staatliche Rettungsmaßnahmen (Bail-Outs) vermeiden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie eine wissenschaftliche Auswertung von Regelwerken (Basel III, CRR) und Fachliteratur, um die Wirkungsweisen und Vor- bzw. Nachteile verschiedener Trigger-Mechanismen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die regulatorischen Hintergründe (Basel III) sowie eine tiefgehende Untersuchung verschiedener Trigger-Typen wie marktbasierten, kennzahlenbasierten, entscheidungsbasierten und Dual-Triggern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Contingent Convertible Bonds, Verlustabsorptionsfähigkeit, Basel III, Eigenkapital, TBTF, Trigger-Mechanismen und Finanzregulierung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich ein CCB von einer klassischen Wandelanleihe?

Bei einer klassischen Wandelanleihe entscheidet der Investor über den Wandlungszeitpunkt. Bei einem CCB erfolgt die Wandlung hingegen automatisch bei Eintritt eines zuvor definierten, objektiven oder subjektiven Triggerereignisses.

Welche Schwäche wird an kennzahlenbasierten Triggern kritisiert?

Ein zentraler Kritikpunkt ist die zeitliche Inkonsistenz, da Kennzahlen wie die Kernkapitalquote oft nur quartalsweise ermittelt werden, was in einer schnelllebigen Finanzkrise zu einer zu späten Reaktion führen kann.

Was besagt die "Death Spiral"-Problematik bei marktbasierten Triggern?

Dabei könnten Anleger bei fallenden Kursen, die sich der Triggerschwelle nähern, durch Leerverkäufe den Kurs weiter nach unten drücken, um die Wandlung auszulösen, was wiederum den Kurs weiter negativ beeinflussen kann.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Contingent Convertible Bonds. Ein Instrument zur Verbesserung der Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,3
Autor
Philipp Kallies (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V312044
ISBN (eBook)
9783668110403
ISBN (Buch)
9783668110410
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Contingent Convertible Bonds CoCo Verlustabsorption Verlustabsorptionsfähigkeit Basel Trigger Bail in Eigenkapital CCB TBTF Contingent Capital
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Kallies (Autor:in), 2015, Contingent Convertible Bonds. Ein Instrument zur Verbesserung der Verlustabsorptionsfähigkeit von Banken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312044
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Leseprobe aus  41  Seiten
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