Die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements

Ansatzpunkte und Probleme


Seminararbeit, 2013
9 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zur Planung der optimalen Bestellmenge
2.1 Bedarfsplanung
2.2 Bestandsführung
2.3 Materialbeschaffung

3 Verfahren zur Bestellmengenplanung
3.1 Bestellmenge
3.2 Bestellzeitpunkt

4 Probleme

5 Schluss

1 Einleitung

Für ein produzierendes Unternehmen, welches für sein zu erzeugendes Endprodukt Materialien von anderen Herstellern benötigt, ist die Bestellmengenplanung ein wichtiges Mittel zur idealen Produktion. Mitarbeiter eines Unternehmens bestellen Materialien, die daraufhin geliefert und weiterverarbeitet werden.[1] Im Folgenden wird die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements beschrieben. Diese ist von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Bedarf, der Höhe des investierbaren Kapitals und den Möglichkeiten der Lagerhaltung abhängig. Die Planung der richtigen Bestellmenge dient überwiegend dazu, Kosten einzusparen, was mithilfe von bestimmten Verfahren möglich ist.[2] Dennoch birgt die Berechnung der optimalen Bestellmenge einige Herausforderungen, auf die im weiteren Verlauf eingegangen wird.[3]

2 Grundlagen zur Planung der optimalen Bestellmenge

Im Folgenden werden die wichtigen Schritte zur Vorbereitung auf die Verfahren zur Bestellmengenplanung erläutert.

2.1 Bedarfsplanung

Die Bedarfsplanung stellt den Ausganspunkt aller Tätigkeiten in der Materialwirtschaft dar. Sie bestimmt die Menge an Materialien, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums in der Fertigung benötigt wird.[4] „Die möglichst genaue Ermittlung des Materialbedarfes ist die Voraussetzung dafür, dass der Materialbedarf eines Unternehmens gedeckt werden kann.“[5] Die Ermittlung des Materialbedarfs kann dabei auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen gibt es die „programmorientierte Bedarfsermittlung“, welche sich an dem geplanten Produktionsprogramm bzw. an den Kundenaufträgen orientiert.[6] Zum anderen gibt es die „verbrauchsgesteuerte Bedarfsplanung“, welche den Materialbedarf anhand von Vergangenheitswerten ermittelt.[7]

2.2 Bestandsführung

Der Bestand und die Lieferzeit von Waren sind zwei aneinander gekoppelte Komponente. Lange Lieferzeiten sind der Auslöser dafür, dass es notwendig ist, Bestände zu organisieren und zu verwalten. Würden leistungsfähige Lieferanten durch ihren eigenen Bestand stets eine ausreichende Materialversorgung gewährleisten können, wäre ein kostenintensives Lager für das produzierende Unternehmen nicht erforderlich.[8] Allerdings bietet die Verfügbarkeit von Materialien vor Ort gleichzeitig auch eine Sicherheit und kurzfristigen Schutz vor Lieferengpässen und langen Lieferzeiten. Die kontinuierliche Produktion bleibt erhalten und das Unternehmen gewinnt an Flexibilität.[9] Um Bestände planen zu können, müssen bestimmte Faktoren berücksichtigt werden. Da die Verfahren der Bestellmengenplanung keine möglichen Missstände wie zum Beispiel Falschlieferungen oder Variierung des Bestandes berücksichtigen, ist ein Sicherheitsbestand nötig, der vor solchen Gefahren schützt und eine stetige Weiterproduktion gewährleistet.[10] Der nächste zu beachtende Faktor bei der Bestandsführung ist der Meldebestand, der auch Bestellpunkt genannt wird. Der Meldebestand ist die kritische Menge an vorhandenen Materialien, ab der eine neue Bestellung ausgelöst wird. Die Bestellung erfolgt nach zwei möglichen Verfahren, auf die in Punkt 3 weiter eingegangen wird. Zusätzlich zum Sicherheits- und Meldebestand besteht außerdem ein gewisser Höchst- oder Maximalbestand, der die Lagermöglichkeiten limitiert.[11]

2.3 Materialbeschaffung

Die Materialbeschaffung wird in drei unterschiedliche Arten unterteilt. Zum einen gibt es die sogenannte „Einzelbeschaffung“, bei der die Materialien in der erforderlichen Menge erst zum Zeitpunkt ihrer Verwendung beschafft werden.[12] Dieses Prinzip hat durch die geringe Kapitalbindung die Vorteile der geringen Zins- und Lagerkosten. Allerdings besteht das Risiko verspäteter Lieferungen bis hin zu Nichtlieferungen. Außerdem kann der Vorteil von Mengenrabatten nicht in Anspruch genommen werden.[13] Bei dem Prinzip der „Vorratsbeschaffung“ besteht kein Zusammenhang zwischen Beschaffungs- und Verbrauchsmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es wird eine bestimmte Menge an Materialien beschafft und gelagert, sodass sie dem Produktionsprozess jederzeit zur Verfügung stehen.[14] Dies hat den Vorteil, dass das Unternehmen von Marktschwankungen und Lieferengpässen des Lieferanten unabhängig ist. Zusätzlich können Mengenrabatte ausgenutzt werden. Nachteile sind hohe Lager- und Zinskosten und eine hohe Kapitalbindung.[15] Das dritte Prinzip der Materialbeschaffung ist die „fertigungssynchrone Beschaffung“ bzw. „Just-in-Time-Beschaffung“. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus den Vorteilen der beiden vorher beschriebenen Prinzipien.[16] Voraussetzung dieses Beschaffungsprinzips ist es, dass die Lieferanten in den Produktionsprozess eingebunden sind, sodass Lieferungen genau zu dem Zeitpunkt erfolgen, zu dem das Material gebraucht wird. Die fertigungssynchrone Lieferung ermöglicht es, den Lagerbestand niedrig zu halten, wodurch keine hohen Lagerkosten anfallen. Des Weiteren können mit dem Lieferanten langfristige Lieferverträge über große Bestellmengen abgeschlossen werden, die Kosteneinsparungen durch Mengenrabatte ermöglichen.[17]

3 Verfahren zur Bestellmengenplanung

Jede einzelne Bestellung verursacht Kosten wie z. B. für die Beschaffung, das Personal und die Materialprüfung. Somit müssen so wenige Bestellungen wie möglich erfolgen, um die Kosten gering zu halten. Gleichzeitig darf nicht so viel Material bestellt werden, dass die Kosten der Lagerhaltung im Vergleich zu mehreren kleineren Bestellmengen höher wären.[18] Das Materialmanagement hat also die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen Bestellkosten und Lagerhaltungskosten zu finden.[19] Das Materialmanagement bedient sich verschiedener Verfahren zur Planung der optimalen Bestellmenge und des optimalen Bestellzeitpunktes.

3.1 Bestellmenge

Im weiteren Verlauf wird die klassische Losgrößenformel von Andler herangezogen, die allerdings nur unter einer Reihe von Voraussetzungen angewandt werden kann.[20] So werden z. B. keine Mengenrabatte und Fehlmengen des Lieferanten berücksichtigt, der Bedarf und die Lagerhaltungskosten sollen bekannt und konstant sein und auch Mindestbestellungen sind nicht vorgesehen.[21] Eine optimale Beschaffungsmenge ergibt sich, wenn Lagerhaltungs- und Bestellkosten auf einem Minimum sind. Dies wird durch folgende Formel ausgedrückt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[22]

3.2 Bestellzeitpunkt

Zur Ermittlung des optimalen Bestellzeitpunktes werden im weiteren Verlauf das Bestellpunktverfahren und das Bestellrhythmusverfahren vorgestellt.

Das Bestellpunktverfahren ist ein Verfahren, bei dem eine neue Bestellung ausgelöst wird, sobald eine bestimmte Grenzmenge oder ein bestimmter Bestellpunkt erreicht wird.[23] Dieser Vorgang sollte nach jedem Lagerabgang durchgeführt werden.[24] Der Meldebestand wird nach folgender Formel berechnet:

[...]


[1] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 20

[2] Vgl. Bogaschewsky/Götze (2003), S. 405

[3] Vgl. Hartmann (2002), S. 393

[4] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 32

[5] Oeldorf/Olfert (2005), S. 41

[6] Vgl. Wannenwetsch (2007), S. 37 ff.

[7] Vgl. Kummer/Grün/Jammernegg (2009), S.110

[8] Vgl. Orths (2003), S. 104 f.

[9] Vgl. ebd., S. 105

[10] Vgl. Arnolds/Heege/Röh/Tussing (2013), S. 49

[11] Vgl. Wannenwetsch (2007), S. 29 f.

[12] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 93

[13] Vgl. Hartmann (2002), S. 234 f.

[14] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 93

[15] Vgl. Hartmann (2002), S. 235 f.

[16] Vgl. ebd., S. 236 f.

[17] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 93 f.

[18] Vgl. Oeldorf/Olfert (2005), S. 98 f.

[19] Vgl. Wannenwetsch (2007), S. 56

[20] Vgl. Kummer/Grün/Jammernegg (2006), S. 121

[21] Wannenwetsch (2007), S.60

[22] Oeldorf/Olfert (2005), S. 103

[23] Vgl. Meier-Barthold (1999), S. 108

[24] Vgl. Arnolds/Heege/Röh/Tussing (2013), S. 47

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements
Untertitel
Ansatzpunkte und Probleme
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V312047
ISBN (eBook)
9783668114555
ISBN (Buch)
9783668114562
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bestellmengenplanung, instrument, materialmanagements, ansatzpunkte, probleme
Arbeit zitieren
Stefan Reiswich (Autor), 2013, Die Bestellmengenplanung als Instrument des Materialmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312047

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