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Einkommensverteilung und Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland. Determinanten, Beschaffenheit, Ausprägung

Titel: Einkommensverteilung und Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland. Determinanten, Beschaffenheit, Ausprägung

Seminararbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christopher Morsbach (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein kontrovers geführter Armutsdiskurs besitzt in Deutschland lange Tradition und ist spätestens auf die Anfänge des Bürgertums zu datieren. Seit einigen Jahren kann eine Zuspitzung der Debatte beobachtet werden, wobei die Auseinandersetzung schon bei der Frage ansetzt, ob Armut in Deutschland überhaupt existiert.

Im Allgemeinen gelten mindestens diejenigen als arm, die über so geringes Einkommen verfügen, dass bei ihnen ein Anspruch auf öffentliche Leistungen zur Armutsbekämpfung besteht. Demgegenüber argumentiert eine Reihe von Finanz- und Sozialpolitikern, dass die Empfänger von Sozialleistungen nicht als arm angesehen werden dürfen, da deren Armut mittels einer großen Menge von Steuergeldern bekämpft wird. Ein weiterer Bestandteil des Armutsdiskurses betrifft die Entwicklungstendenz. Während das überwiegend ökonomisch und liberal geprägte Lager die Meinung vertritt, das Fortschreiten von Armut würde dramatisiert werden und hätte seit den 1990er Jahren wenig zugenommen, pocht die zumeist sozialdemokratisch sowie links ausgerichtete Opposition auf eine Ausbreitung sozialer Ungleichheit bei gleichzeitiger Verfestigung der Armut.

Nach einer Abgrenzung der Begrifflichkeiten des Wohlfahrtsstaates sowie der Armut in Kapitel 2, zielt die Seminararbeit darauf ab, die Determinanten, die Beschaffenheit sowie die Ausprägungen von Armutsverhältnissen in Deutschland anschaulich zu machen. Hierzu werden in Kapitel 3 die Ergebnisse von drei empirischen Studien vorgestellt. Den Abschluss bildet ein zusammenfassendes Fazit, welches zugleich einzelne Lösungsvorschläge, wohlfahrtsstaatliche Armut betreffend, unterbreitet.

„Bloß eine Klasse der Gesellschaft denkt mehr über das Geld nach als der Reiche, und das ist der Arme. Der Arme kann sonst nichts denken. Und dies ist das Elend der Armen.“ (Oscar Wilde, 1854 – 1900)

Der populäre irische Schriftsteller Oscar Wilde umschrieb bereits vor über einem Jahrhundert ein elementares sowie facettenreiches Problemfeld der Sozialpolitik, das bis heute kaum an Brisanz verloren hat. Eine allgegenwärtige Abhängigkeit von monetären Einkommen in der deutschen Gesellschaft führt, unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Ressourcen wie Bildung oder Beruf, zu sozialer Ungleichheit und sozialer Benachteiligung, welche letzten Endes ein Leben in Armut bedingen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abgrenzung der Begrifflichkeiten

2.1. Der Wohlfahrtsstaat

2.2. Reichhaltiger Armutsbegriff

3. Armes Deutschland?

3.1. Gelingt die Umverteilung?

3.2. Die Ärmsten der Armen

3.3. Arbeit und kein Geld

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Determinanten, die Beschaffenheit sowie die Ausprägungen von Armutsverhältnissen im deutschen Wohlfahrtsstaat. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es um die tatsächliche soziale Lage der Armen in Deutschland bestellt ist und welche empirischen Trends sich hinsichtlich Einkommensungleichheit und Erwerbsarmut abzeichnen.

  • Analyse wohlfahrtsstaatlicher Umverteilungsmechanismen und deren Effektivität.
  • Untersuchung von Armutsrisiken und der Dynamik zwischen verschiedenen Wohlstandsschichten.
  • Bewertung der Entwicklung der Erwerbsarmut in Deutschland im europäischen Kontext.
  • Diskussion der Rolle atypischer Beschäftigungsverhältnisse für die Zunahme von Armut.
  • Ableitung politischer Handlungsoptionen zur Armutsbekämpfung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Arbeit und kein Geld

Seit Mitte des neuen Jahrtausends hat die wirtschaftliche Expansion in Deutschland die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre absinken lassen (http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/eurostat/home/). Dennoch hat der Aufschwung eine nicht zu verachtende Kehrseite, richtet man den Fokus auf die soziale Lage der Erwerbsbevölkerung.

In seiner gegenwärtigen empirischen Forschungsarbeit untersucht der Sozialwissenschaftler Eric Seils die deutsche Entwicklung der Erwerbsarmut. Dazu nutzt er Daten der offiziellen EU-Statistikbehörde (EuroStat) für die Zeitspanne 2004 bis 2009.

Im Jahr 2009 lag die Quote der Erwerbstätigen, die weniger als 60% des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens verdienten, bei 7,1%. Setzt man diesen Wert in Relation zum Wert des Jahres 2004, wird eine Zunahme Erwerbsarmutsquote von 2,2% ersichtlich. Erstellt man ein Ranking der 28 EU-Mitgliedsstaaten, bezüglich der Zunahme der Erwerbsarmutsquote, für den Zeitraum dieser 5 Jahre, nimmt Deutschland dort, wie in Schaubild 4 abgebildet, die Spitzenposition ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problemfeld der sozialen Ungleichheit ein und umreißt den Armutsdiskurs sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Abgrenzung der Begrifflichkeiten: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Typologien des Wohlfahrtsstaates nach Esping-Andersen und die Differenzierung zwischen verschiedenen Armutskonzepten erläutert.

3. Armes Deutschland?: In diesem Hauptteil werden empirische Daten zur Einkommensverteilung, zur Schichtung der Bevölkerung nach Wohlstandszonen und zur Entwicklung der Erwerbsarmut analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert mögliche politische Ansätze zur Bekämpfung der zunehmenden Armutsverfestigung.

Schlüsselwörter

Armut, Wohlfahrtsstaat, Einkommensverteilung, Erwerbsarmut, soziale Ungleichheit, Armutsrisikogrenze, Stratifikation, Kommodifizierung, Umverteilung, Sozialpolitik, atypische Beschäftigung, Prekarität, Sozio-oekonomisches Panel, Lebenslagen, Armutsverfestigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Situation der Armut in Deutschland und untersucht, wie der deutsche Wohlfahrtsstaat auf soziale Ungleichheit reagiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung des Wohlfahrtsstaates, die Messung relativer Armut sowie empirische Daten zur Einkommensungleichheit und Erwerbsarmut.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Determinanten, die Beschaffenheit und die Ausprägungen von Armut in Deutschland anhand von drei empirischen Studien transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf der Auswertung empirischer Studien und sozialwissenschaftlicher Konzepte zur Armutsmessung basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Wirksamkeit staatlicher Umverteilung, die Untersuchung von Wohlstandsschichten und die Analyse der zunehmenden Erwerbsarmut.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Armut, Erwerbsarmut, Wohlfahrtsstaat, Einkommensverteilung und soziale Ungleichheit definieren.

Was sagt die Studie von Groh-Samberg über die soziale Mobilität in Deutschland aus?

Die Studie verdeutlicht, dass Aufstiege in den gesicherten Wohlstand in Deutschland praktisch nie stattfinden und eine drastische Verfestigung von Armut am unteren Ende der Gesellschaft zu beobachten ist.

Welche Rolle spielt die atypische Beschäftigung für die Armutsentwicklung?

Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs oder Zeitarbeit gelten als wesentlicher Faktor für die Zunahme der Erwerbsarmut, da sie oft mit deutlich geringeren Löhnen als im Normalarbeitsverhältnis einhergehen.

Welchen Effekt hat die Umverteilung des deutschen Staates laut der Arbeit?

Obwohl staatliche Transferzahlungen einen ausgleichenden Effekt auf das Nettoeinkommen haben, zeigen die Analysen, dass dies die Verfestigung der Armut am unteren Rand nicht verhindern konnte.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einkommensverteilung und Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland. Determinanten, Beschaffenheit, Ausprägung
Hochschule
Universität zu Köln  (Soziologie)
Veranstaltung
Soziologie des Wohlfahrtsstaates
Note
1,7
Autor
Christopher Morsbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V312127
ISBN (eBook)
9783668129283
ISBN (Buch)
9783668129290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einkommensverteilung Armut Wohlfahrtsstaat Einkommen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Morsbach (Autor:in), 2012, Einkommensverteilung und Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland. Determinanten, Beschaffenheit, Ausprägung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312127
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Leseprobe aus  18  Seiten
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