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Ist Moral wahrheitsfähig? Zum kosmopolitischen Werteuniversalismus

Titel: Ist Moral wahrheitsfähig? Zum kosmopolitischen Werteuniversalismus

Hausarbeit , 2014 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Benno Valentin Villwock (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der überwiegende Großteil der Autoren, welche sich mit internationaler politischer Theorie beschäftigen, können im Spektrum zwischen den Kategorien des Kosmopolitismus und eines Nicht-Kosmopolitismus verordnet werden. Die wesentliche Bruchlinie in dieser Bipolarität ist, ob die Menschen dieses Planeten in einer moralischen Gemeinschaft zusammengefasst werden könnten, oder ob wir uns in einem praktisch unüberwindlichen Zustand der Koexistenz relativ exklusiver partikularer moralischer Gemeinschaften befinden. Der Kosmopolitismus setzt sich hier für einen weltweiten Kanon elementarer moralischer Grundsätze ein, als notwendige Grundlage für jede moralische Gemeinschaft.

Es besteht schon aus funktionaler Sicht die Notwendigkeit zur Begründung eines gewissen Konsensus bezüglich dieser Grundnormen. Die zentrale Ausgangsfrage zu diesem Projekt könnte lauten, ob moralische Geltungsansprüche in einer objektiven Weise wahrheitsfähig sind. Insofern nun alle Adressaten ethischer Normen bewusstseinsfähige Menschen sind und ohne diesen personellen Bezugsrahmen Ethik weder nötig, möglich, noch ob ihres Wahrheitsgehalts überprüfbar scheint, muss bezüglich der untersuchten Normen keine objektiver Wahrheitsanspruch, sondern lediglich ein intersubjektiver Wahrheitsanspruch begründet werden. Intersubjektiv bedeutet, dass ein Geltungsanspruch unabhängig vom subjektiven Sozialisationsrahmen und Wertesystem, nachvollziehbare und akzeptabel scheint. Wir haben es also mit einem „wahrheitsanalogen“ Geltungsanspruch zu tun. Moralprinzipien mit diesem Anspruch kann man nichtsdestotrotz als „universalistisch“ bezeichnen.

Die Arbeitsthesen werden formuliert als:
1. Es ist möglich, ethische Grundnormen zu formulieren, die im Kontext des faktischen Pluralismus letzter Werteorientierung intersubjektiv wahrheitsfähig sind. Der in dieser Richtung aussichtsreichste Versuch wurde von der kognitivistischen Ethik geleistet, da diese in ihrer Begründung an geteilt menschliche Eigenschaften wie Vernunft und Empathie appelliert und ihre moralische Letztbegründung ein allgemein zugängliches Bezugssystem bietet.
2. Die kognitivistische Ethik wird in ihrem Kerngehalt diesem Anspruch gerecht. Die intersubjektive Wahrheitsfähigkeit dieses Kerngehalts kann empirisch belegt werden.
3. Es lassen sich empirisch Belege für die Universalität dieser Ethik finden.

Im Anschluss an den konstruktiven Theorieteil wird sich mit möglicher Kritik an dem universalistischen Ansatz auseinandergesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Ethik mit intersubjektiver Wahrheitsfähigkeit?

1. Deontologischer Konsens durch das „objektive Moralitätsprinzip“

2. Konsequenzialistischer Kompromiss durch das optimierte Interessenaggregat

3. Begründung des wahrheitsanalogen Geltungsanspruchs

a) Der Kerngehalt der kognitivistischen Ethik

b) Theoretische Begründung der intersubjektiven Wahrheitsfähigkeit

c) Empirische Stützung: Eine alte und unabhängig wiederkehrende Idee

III Kritik am universalistischen Ansatz

1. Wieso überhaupt Moral?

2. Wieso nur eine Moral?

a) Der metaethische Kulturrelativismus

b) Der ethische Kulturpluralismus

IV Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob moralische Geltungsansprüche in einer objektiven Weise wahrheitsfähig sind und ob sich ethische Grundnormen im Kontext eines faktischen Pluralismus unterschiedlicher Werteorientierungen universalistisch begründen lassen.

  • Analyse der deontologischen und konsequenzialistischen Ethikansätze
  • Begründung intersubjektiver Geltungsansprüche innerhalb einer kognitivistischen Ethik
  • Auseinandersetzung mit der Kritik durch Kulturrelativismus und Kulturpluralismus
  • Empirische Untersuchung der "Goldenen Regel" als interkulturelles Phänomen
  • Beurteilung der Anwendbarkeit universeller Normen in internationalen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

1. Deontologischer Konsens durch das „objektive Moralitätsprinzip“

„Es ist überhaupt nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut gehalten werden, als allein der gute Wille“

(1) Bis heute ist Immanuel Kant ein populärer Referenzautor, wenn sich mit dem Versuch einer (objektiv) wahrheitsfähigen Letztbegründung der Moral befasst wird. Insbesondere in Deutschland hatte sein Entwurf zur rationalistischen Grundlegung eines objektiven Moralitätsprinzips sowie der Versuch einer rein vernunftbasierten Herleitung der unverletzlichen Menschenwürde weitreichende rechtlich und politisch Folgen. Vorausgeschickt werden muss hier, dass Kant, dem Zeitgeist seiner Lebenswelt geschuldet, teilweise tief in theologische Denkmuster zurückgreift. So geht Kant davon aus, dass die „Weisheit der Natur“ durch die Veranlagung des Menschen mit bestimmten Eigenschaften eine bestimmte Absicht verfolgt. Für ihn sind alle „Naturanlagen eines Geschöpfes [...] bestimmt, sich einmal vollständig und zweckmäßig auszuwickeln“.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in die Problematik des Kosmopolitismus und die zentrale Forschungsfrage nach der intersubjektiven Wahrheitsfähigkeit moralischer Geltungsansprüche.

II Ethik mit intersubjektiver Wahrheitsfähigkeit?: Untersuchung der deontologischen und konsequenzialistischen Ansätze sowie die theoretische und empirische Herleitung eines wahrheitsanalogen Geltungsanspruchs.

III Kritik am universalistischen Ansatz: Diskussion der Einwände gegen eine universelle Moral, insbesondere durch Positionen des Kulturrelativismus und ethischen Kulturpluralismus.

IV Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Bestätigung der Ausgangsthesen unter Berücksichtigung der Herausforderungen durch kulturelle Vielfalt und moralische Ansprüche.

Schlüsselwörter

Kosmopolitismus, Wahrheitsfähigkeit, Kognitivistische Ethik, Moralitätsprinzip, Deontologie, Utilitarismus, Goldene Regel, Kulturrelativismus, Kulturpluralismus, Intersubjektivität, Universalismus, Menschenwürde, Vernunft, Interessenaggregat, Geltungsanspruch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen einer universalistischen Begründung von Moral in einem globalen, pluralistischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die moralphilosophische Begründung universeller Normen, die Relevanz der Goldenen Regel sowie die Spannungsfelder zwischen universalistischen Geltungsansprüchen und partikularen kulturellen Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob ethische Grundnormen im faktischen Pluralismus intersubjektiv wahrheitsfähig begründet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Ansatz der kognitivistischen Ethik gewählt, der durch eine Analyse der Referenzautoren Kant und Singer sowie durch eine empirische Stützung durch die Goldene Regel untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert deontologische sowie konsequenzialistische Begründungsmodelle, hinterfragt diese kritisch vor dem Hintergrund des Kulturpluralismus und untersucht die intersubjektive Geltung moralischer Prinzipien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Kosmopolitismus, Intersubjektivität, Kognitivismus, Universalismus und ethischen Pluralismus.

Inwiefern spielt Immanuel Kant für die Argumentation eine Rolle?

Kant dient als zentraler Referenzautor für das deontologische Modell, insbesondere für die Begründung eines objektiven Moralitätsprinzips und der Würde des Menschen.

Welche Rolle nimmt der Utilitarismus nach Peter Singer ein?

Der Präferenzutilitarismus nach Singer dient als konsequenzialistische Alternative, die den Fokus auf die Optimierung aggregierter Interessen legt und versucht, Moral ohne metaphysische Annahmen rational zu begründen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist Moral wahrheitsfähig? Zum kosmopolitischen Werteuniversalismus
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften im Fachbereich Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Normative Internationale Beziehungen
Note
1,3
Autor
Benno Valentin Villwock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
34
Katalognummer
V312170
ISBN (eBook)
9783668114852
ISBN (Buch)
9783668114869
Sprache
Deutsch
Schlagworte
moral werteuniversalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benno Valentin Villwock (Autor:in), 2014, Ist Moral wahrheitsfähig? Zum kosmopolitischen Werteuniversalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312170
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Leseprobe aus  34  Seiten
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